Käfer: Freunde oder Feinde im Garten?
Es hängt davon ab, von welchem Käfer die Rede ist
Inhaltsverzeichnis
Käfer: Nützlinge oder Schädlinge? Mistkäfer, Rosenkäfer und Maikäfer recyceln, bestäuben oder schädigen Pflanzenwurzeln. So gelingt der Gartenbesuch.
Käfer: Wer sind sie?
Blatthornkäfer gibt es in den unterschiedlichsten Formen. Der Begriff bezeichnet alle Insekten aus der großen Familie der Blatthornkäfer (Ordnung der Käfer) – weltweit etwa 30.000 Arten, davon rund 200 in Europa. Die Familie der Blatthornkäfer zählt gemessen an der Artenzahl zu den größten Insektenfamilien. Sie umfasst außerdem die größten Insekten der Welt: den Goliathkäfer (Goliathus goliathus), dessen Männchen über 100 g wiegt, und den Herkuleskäfer (Dynastes hercules), dessen Männchen über 15 cm lang werden kann.
Bei uns zählen Rosenkäfer, Trichien, Maikäfer, Mistkäfer und Käfer wie der Europäische Nashornkäfer (Oryctes nasicornis) zu den Blatthornkäfern.
Obwohl die Familie groß und vielfältig ist, weisen Blatthornkäfer einige gemeinsame Merkmale auf:
- einen sehr harten Panzer, der zum Teil aus den Flügeldecken besteht (einem Paar verhärteter Flügel zum Schutz des darunterliegenden Flügelpaars), die den Hinterleib bedecken;
- einen sehr kurzen, am Körper anliegenden Kopf, der oft kurze Spitzen trägt;
- einen relativ ovalen oder rundlichen Körper;
- zwei am Ende keulenförmige Fühler, die bei Maikäfern jedoch auch in Lamellen auslaufen können;
- Auswüchse an den Beinen, ähnlich einem Kamm, zum Graben im Boden;
- Bei einigen Arten trägt das Männchen beeindruckende Auswüchse, etwa das Horn des Nashornkäfers.
Die Größe reicht von wenigen Millimetern bis zu 4 cm Länge, und die Färbung variiert je nach Art stark.

Oben der Goliathkäfer, unten links der Nashornkäfer und unten rechts ein Maikäfer
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Nahrung
Bei Käfern unterscheidet man meist zwei große Gruppen:
- Koprophage, die sich von Kot und zersetzenden organischen Stoffen ernähren: Dazu gehören etwa Mistkäfer.
- Phytophage, die Blätter, Wurzeln, Früchte und Blüten fressen … Dazu zählen beispielsweise Maikäfer und Rosenkäfer. Einige sind sogar saproxylophag, ernähren sich also von Totholz, etwa die Larven des Nashornkäfers.
Oft frisst die Larve nicht dasselbe wie das erwachsene Tier. Der Feldmaikäfer (Melolontha melolontha) ernährt sich beispielsweise im Larvenstadium von Wurzeln und als erwachsener Käfer von Laub.

Oben der Goldglänzende Rosenkäfer (Cetonia aurata). Unten ein Mistkäfer.
Lebenszyklus
Weibliche Käfer legen ihre Eier in den Boden oder in zersetzendes Material (Kompost, Totholz oder beim Mistkäfer sogar Kot). Das Larvenstadium ist lang und dauert beim Feldmaikäfer beispielsweise drei Jahre unter der Erde. Als erwachsene Tiere verlassen die Käfer den Boden oder Kompost.

Larve des Nashornkäfers
Lebensraum
Die Lebensräume sind vielfältig und hängen von der Art ab: offene Flächen, Wälder und Blumenwiesen …
Wertvoller Helfer im Garten...
Kotkäfer wie Mistkäfer und organische Zersetzer wie die Larven des Goldglänzenden Rosenkäfers (Cetonia aurata) reichern den Boden an und verhindern die Entwicklung bestimmter Pflanzenkrankheiten. Mistkäfer- und Rosenkäferlarven beschleunigen zudem den Abbau von Totholz.
Goldglänzende Rosenkäfer und Pinselkäfer (Trichius sp.) sind sehr gute Bestäuber, sodass man die seltenen Schäden an manchen Blüten schnell vergisst.
… aber nicht immer
Tatsächlich können Engerlinge, auch „weiße Würmer“ genannt, schädlich werden und Pflanzen sowie Rasen beschädigen, wenn sie deren Wurzeln fressen. Allerdings werden Maikäfer und ihre Larven oft durch natürliche Feinde wie Vögel, Igel, Eidechsen und Ameisen in Schach gehalten.
Der Japanische Käfer (Popillia japonica), eine seit 2017 in Europa vorkommende invasive Art, verursacht dagegen in Obstgärten Probleme, da er Laub und Früchte von Obstbäumen wie Kultur-Apfel, Pflaume, Süßkirsche oder Aprikose frisst.

Popillia japonica ist nicht willkommen…
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Natur Raum geben: Produkte auf „-zid“ meiden, Vielfalt fördern (Hecken, Blumenwiesen, Obstbäume). Totholz und Kompost helfen Käfern und Rosenkäferlarven.
Wussten Sie schon?
- Der Heilige Pillendreher (Scarabaeus sacer) wurde im alten Ägypten als Symbol der Sonne und des Gottes Re verehrt.
- Der Begriff „Skarabäus“ stammt vom altfranzösischen „escarbot“. Das Wort „escarbot“ geht vermutlich auf das Lateinische oder Griechische zurück und ist auch der Ursprung des Wortes „Carabe“ – ein weiterer Käfer, der nicht zu den Blatthornkäfern gehört.

Der Heilige Pillendreher. Rechts der berühmte Skarabäus am Tempel von Luxor in Ägypten.
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