Kaktus wird gelb? Ursachen und Lösungen
Kakteen: Ursachen für Vergilbung und was dagegen hilft
Inhaltsverzeichnis
Warum wird ein Zimmerkaktus gelb? Ursachen erkennen: Pflegefehler, Krankheiten oder Nährstoffmangel – und den Kaktus richtig retten.
Falsches Gießen?
In seiner natürlichen, meist trockenen oder wüstenartigen Umgebung ist ein Kaktus unregelmäßigen Niederschlägen ausgesetzt. Deshalb hat er Strategien entwickelt, um unter schwierigen Bedingungen zu überleben. Dennoch muss er seine Wasservorräte regelmäßig auffüllen. Eine Gelbfärbung von Teilen des Kaktus hängt daher oft mit einem Gießproblem zusammen. Anders als vielfach angenommen, ist gelb werdendes Laub nicht immer auf zu viel Wasser zurückzuführen: Auch Wassermangel kann die Ursache sein.
Zu viel oder zu wenig Wasser
Übermäßiges Gießen ist gefährlich: Die flachen, feinen Wurzeln von Kakteen können in ständig feuchtem Substrat schnell ersticken. Das führt zu Wasserstress: Die Pflanze wird gelb, weil sie Wasser nicht mehr richtig aufnehmen kann. Häufig wird diese Gelbfärbung von einer weichen Basis oder einer fortschreitenden Schwarzfärbung begleitet – ein Zeichen für Fäulnis.
Umgekehrt kann ein Kaktus gelb werden, wenn er während des aktiven Wachstums im Frühjahr und Sommer zu lange kein Wasser erhält. In diesem Fall ist die Gelbfärbung meist flächig; die Pflanze wirkt geschwächt, eingefallen oder sogar welk. 
Was tun?
- Gießen Sie erst, wenn das Substrat vollständig trocken ist, auch in der Tiefe. Stecken Sie zur Kontrolle einen Finger in die Blumenerde.
- Gießen Sie während des Wachstums reichlich, aber in größeren Abständen: Lassen Sie das Wasser gut durch die Abzugslöcher ablaufen und leeren Sie anschließend überschüssiges Wasser aus Untersetzer oder Übertopf.
- Im Winter das Gießen fast vollständig einstellen. Einmal im Monat genügt.
- Bei Verdacht auf zu viel Wasser nehmen Sie die Pflanze aus dem Topf, prüfen Sie die Wurzeln, entfernen Sie faule Stellen, lassen Sie sie einige Tage an der Luft trocknen und topfen Sie sie anschließend in trockenes Substrat.
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Auch wenn Kakteen aus trockenen Gebieten stammen, heißt das nicht, dass sie jeden Standort problemlos vertragen.
Zu viel oder zu wenig Licht
Eine örtliche Gelbfärbung, oft am oberen oder direkt nach Süden ausgerichteten Teil der Pflanze, kann ein Zeichen für Sonnenbrand sein. Dies tritt häufig im Frühjahr oder Frühsommer auf, wenn das Licht plötzlich intensiver wird – besonders, wenn der Kaktus im Haus oder in einem schattigen Gewächshaus überwintert wurde.
Das chlorophyllhaltige Gewebe kann sich unter dem Einfluss von UV-Strahlung zersetzen. Dadurch entsteht eine Verfärbung von Gelb bis Weiß, bei verbranntem Gewebe auch eine bräunliche Färbung. Besonders betroffen sind Arten mit dünner oder heller Epidermis wie die Bischofsmütze oder manche Seeigelkakteen. Es kann jedoch jede schlecht akklimatisierte Kaktee treffen.
Umgekehrt vergeilt ein Kaktus, der in einem Raum mit wenig Licht kultiviert wird. Seine Epidermis kann sich verfärben und gelblich werden. 
Was tun?
- Wenn Ihr Kaktus aus der Winterruhe kommt oder an einem lichtarmen Standort stand, gewöhnen Sie ihn schrittweise an intensiveres Licht. Vermeiden Sie unbedingt abrupte Lichtwechsel.
- Steht Ihr Kaktus an einem Fenster, filtern Sie das Licht mit einem Vorhang oder stellen Sie ihn an ein Ost- oder Westfenster statt an ein Südfenster.
- Im späten Frühjahr und Sommer stehen Kakteen gerne draußen. Gewöhnen Sie sie am besten über mehrere Tage langsam daran und erhöhen Sie die Sonneneinstrahlung stündlich.
Ungeeignetes Substrat?
Ein ungeeignetes Substrat ist eine heimtückische, aber häufige Ursache für gelbe Kakteen.
Probleme durch ein ungeeignetes Substrat
Allzu oft werden Pflanzen in universeller, organikareicher Blumenerde kultiviert, die für schnell wachsende Zimmerpflanzen entwickelt wurde. Dieses Substrat entspricht nicht den Bedürfnissen von Kakteen, die sehr genügsam sind.
Ein ungeeignetes Substrat kann mehrere Folgen haben, die das Gelbwerden erklären. Es hält zu viel Wasser und begünstigt den Sauerstoffmangel an den Wurzeln. Außerdem ist es nicht ausreichend drainierend, sodass die Luft nicht um die Wurzeln zirkuliert und diese zu faulen beginnen. Zudem können sich Mineralsalze oder Kalk ansammeln, wenn das Wasser hart ist.
Diese Kulturbedingungen entziehen der Pflanze den für ihre Wurzeln nötigen Sauerstoff. Dadurch kommt es nicht nur zur Gelbfärbung, sondern auch zu verlangsamtem Wachstum oder sogar zum Absterben des Kaktus.
Was ist zu tun?
In dieser Situation sollten Sie den Kaktus dringend umtopfen:
- Einen Topf mit Abzugsloch wählen.
- Ein spezielles Kakteensubstrat verwenden, das sehr gut drainiert und arm an organischer Substanz ist. Sie können auch eine Mischung aus je 1/3 Gartenerde, Blumenerde und grobem Sand (oder Kies, Lava oder Perlite) herstellen.
- Eine Schicht Blähton oder groben Kies auf den Topfboden geben.
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Kaktus im Topf pflanzen?Parasiten?
Wenn ein Kaktus ungewöhnlich gelb wird, besonders bei Flecken, Verformungen oder Erschlaffung, sollten Sie ihn genau untersuchen.
Häufige Parasiten
Wollläuse, Wurzelblattläuse und Rote Spinnen können die Ursache für die Gelbfärbung sein. Oft schwer zu erkennen, verfärben sie die Epidermis.

Starker Wolllausbefall an einem Kaktus
Was tun?
Untersuchen Sie Ihren Kaktus gründlich. Wollläuse sind gut sichtbar, Rote Spinnen oft an ihren Gespinsten zu erkennen. Wurzelblattläuse sitzen in kleinsten Zwischenräumen des Wurzelsystems und verhindern die Nährstoffaufnahme.
Entfernen Sie Wollläuse mit einem in 70%igem Alkohol getränkten Wattestäbchen und behandeln Sie die Pflanze anschließend mit Wasser, Schmierseife und Pflanzenöl. Rote Spinnen lassen sich mit kalkarmem Wasser abspritzen. Gegen Wurzelblattläuse hilft Umtopfen. Isolieren Sie den Kaktus, da sich Parasiten leicht ausbreiten.
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