Kardone anbauen: Gemüse mit leckeren Stielen
Kardone oder Wilde Artischocke anbauen: von der Aussaat bis zur Ernte und zum Verzehr
Inhaltsverzeichnis
Kardone, ein mehrjähriges Gemüse nahe der Artischocke: Anbau von der Aussaat bis zur Ernte sowie Tipps zur Zubereitung.
Kardone: Was ist das genau für eine Gemüsepflanze?
Sehr imposant, die Kardone (Cynara cardunculus) fällt sofort durch ihren schönen, aufrechten und breit ausladenden Wuchs auf. Sie bildet große, gräuliche Blätter, die tief in spitze Lappen geteilt sind und an breiten, fleischigen Blattstielen sitzen. Diese Blattstiele, auch Kardy genannt, werden in der Küche besonders geschätzt – vorausgesetzt, man blanchiert sie, um die natürliche Bitterkeit zu entfernen. Die Blüte erscheint im zweiten Jahr zwischen Juni und Juli. Sie besteht aus großen Blütenkörbchen, die an die Blüten von Distel oder Artischocke erinnern.
Die Kardone ist vor allem eine mehrjährige Gemüsepflanze, die dauerhaft im Gemüsegarten wächst. Sie stammt aus dem Mittelmeerraum und gehört zur großen Familie der Korbblütler. Man unterscheidet zwei Sorten von Kardonen: dornige Kardone, die sich erwartungsgemäß schwerer schälen lässt, dafür aber kräftiger schmeckt, und dornenlose Kardone mit hohleren Rippen und etwas milderem Geschmack. Heute findet man auf dem Markt vor allem diese dornenlosen Sorten. Zu den wichtigsten Sorten zählen:
- ‘Épineux argenté de Plainpalais’ mit sehr dekorativem Laub und hervorragendem Geschmack. Da sie dornig ist, lässt sie sich jedoch nur schwer schälen …
- Die Kardone ‘Plein blanc inerme’ mit besonders üppigem, dornenlosem Wuchs und fleischigen Rippen.
- ‘Blanc amélioré’ mit breiten, fleischigen Rippen, die sich leicht bleichen lassen.
- ‘Vert de Vaux-en-Velin’, dornenlos und besonders gut für Regionen mit strengen Wintern geeignet.
- Die ‘Rouge d’Alger’, eine mäßig dornige Sorte, die sich besonders in Regionen mit heißen Sommern wohlfühlt.
- Der ‘Géant de Romagne’, eine kräftige Sorte mit breiten, dicken Rippen.

Die Blätter und Blütenstände der Kardonen sind äußerst dekorativ.
Wer Kardonenrippen genießen möchte, muss der Pflanze im Gemüsegarten ausreichend Platz einräumen. Die Blattrosette kann bis zu 1,50 m hoch und 60 cm breit werden. Anschließend lässt man sie natürlich und dauerhaft wachsen. Daher zählt sie zum (fast) immerwährenden Gemüse: Die Pflanzen sollten alle 3 bis 4 Jahre erneuert werden.
Kardonen säen: Wann und wie?
Kardonen-Samen keimen bei 12 bis 20 °C. Daher sollten Sie bis Mitte Mai warten, um direkt ins Freiland und an Ort und Stelle zu säen. Die Aussaat in Anzuchttöpfen unter Schutz ist bereits ab April möglich. Sie hat jedoch den Nachteil, dass die Kardone schneller in Samen schießt. Wenn Sie alle Möglichkeiten ausschöpfen möchten, können Sie beide Aussaatarten durchführen: unter Schutz in Anzuchttöpfen und direkt an Ort und Stelle. So können Sie in Anzuchttöpfen gesäte Keimlinge auspflanzen und bei Fehlstellen in der Reihe nachpflanzen.
Direktsaat
Kardonen bevorzugen einen vollsonnigen Standort sowie nährstoffreiche, frische und gut drainierte Böden. Deshalb empfehlen wir, im Herbst vor der Aussaat reichlich Kompost oder Stallmist einzuarbeiten. Ist Ihr Boden schlecht drainiert oder zu feucht, können Kardonen auf einem Hügelbeet kultiviert werden, um den Wasserabzug zu verbessern. Auch etwas Sand kann eingearbeitet werden.
Das Einweichen und Kühlen der Samen ist nicht nötig.
Öffnen Sie zur Aussaat zunächst 20 bis 25 cm tiefe Pflanzlöcher mit einem Abstand von mindestens 50 bis 60 cm. Geben Sie in jedes Loch eine gute Handvoll Kompost oder gut verrotteten Stallmist und anschließend etwa 20 cm gute, im Herbst angereicherte Gartenerde. Säen Sie 3 bis 4 Samen pro Pflanzloch und bedecken Sie sie mit 1 bis 2 cm Erde. Drücken Sie die Erde leicht mit den Fingern an und gießen Sie feinbrausig.

Die Direktsaat der Kardone erfolgt Mitte Mai.
Der Boden muss bis zum Auflaufen der Samen frisch bis feucht gehalten werden.
Sobald die Keimlinge einige Blätter haben, vereinzeln Sie sie und lassen pro Pflanzloch nur die kräftigste Pflanze stehen.
Aussaat unter Schutz
- Anzuchttöpfe mit spezieller Aussaaterde füllen, eventuell mit etwas Sand vermischt.
- 3 Samen pro Topf 1 cm tief stecken.
- Mit den Fingern andrücken und sehr feinbrausig gießen.
- Die Blumenerde bis zum Auflaufen feucht halten.
- Die Anzuchttöpfe abhärten, indem Sie sie nur tagsüber ins Freie stellen.
Sobald die Keimlinge einige kleine Blätter haben, sollten Sie unbedingt vereinzeln und die kräftigste Pflanze stehen lassen.
Das Auspflanzen erfolgt Mitte Mai, sobald keine Frostgefahr mehr besteht. Gehen Sie dabei wie bei der Direktsaat vor und graben Sie entsprechende Pflanzlöcher.
Da die Kardone relativ langsam wächst, können Sie problemlos Zwischenkulturen mit Rettich, Salat, Spinat und frühen Möhren anbauen…
Kardonen pflegen?
Kardonen benötigen nicht besonders viel Pflege, brauchen aber dennoch etwas Aufmerksamkeit, damit sich ihre Blattrippen gut entwickeln.
Bewässerung und Mulchen von Kardonen
Am wichtigsten ist regelmäßiges Gießen. Kardone mögen frische, aber keine nassen oder staunassen Böden. Deshalb empfiehlt es sich, rund um den Fuß eine Gießmulde anzulegen, damit das Wasser besser versickert. Außerdem raten wir Ihnen, den Boden besonders im Sommer mit trockenem Rasenschnitt oder Laub zu mulchen. Vor dem Austrieb sollten Sie den Boden gründlich hacken und jäten, um ihn zu lockern und Unkraut zu entfernen.
Zwischen den Wassergaben kann es sinnvoll sein, alle 15 Tage etwas Brennnesseljauche auszubringen. Sie unterstützt das Wachstum, liefert wichtige Nährstoffe und stärkt die Abwehr gegen Krankheiten und Parasiten. Virginie verrät Ihnen ihr Rezept für Brennnesseljauche.
Im Herbst und Winter wird eine dickere Mulchschicht aus Laub oder Stroh ausgebracht, damit die Kardonen vor Kälte geschützt sind. Denn Kardone reagieren relativ empfindlich auf Kälte und Winterfröste. Ihre Winterhärte liegt etwa bei -7 bis -10 °C.
Kardonen haben nur wenige Schädlinge. Lediglich Blattläuse können auftreten. Eine Lösung aus Wasser und Schmierseife vertreibt sie. Im Frühjahr können junge Triebe von Schnecken angefressen werden.
Wenn Sie im Spätsommer keine Samen gewinnen möchten, schneiden Sie die Blüten am besten ab, damit die Pflanze nicht geschwächt wird. Andernfalls warten Sie, bis sie braun werden, ernten die Blüten und lassen sie trocknen. Die Samen werden im folgenden Frühjahr ausgesät.
Bleichen der Blattrippen
Die wichtigste Pflegemaßnahme ist das Bleichen, denn nur so werden die Blattrippen genießbar. Ohne Bleichen sind die Rippen der Kardone bitter und hart. Beim Bleichen werden die Blätter für eine gewisse Zeit verdunkelt. Dazu verwendet man Wellpappe, Zeitungspapier, Jutegewebe, Stroh und Ähnliches.
Das Bleichen beginnt ab September oder Oktober, wenn die Blätter eine Höhe von 1,5 m erreicht haben. Um die Ernte zu staffeln, empfiehlt es sich, diese Arbeit über 2 bis 3 Wochen bis zum Frost zu verteilen. Bleichen Sie die Kardonen immer an einem trockenen Tag, da die Blätter sonst faulen können.

Das Bleichen der Kardonen
Wie werden die Blattrippen der Kardonen gebleicht?
- Trockene oder beschädigte Blätter an der Basis entfernen.
- Die Blätter zusammennehmen und mit einer Schnur locker zusammenbinden.
- Die gebündelten Blätter mit Wellpappe, Zeitungspapier oder Ähnlichem umwickeln und mit einer Schnur befestigen.
- Die Füße der Kardonen etwa 20 cm hoch mit Erde anhäufeln.
Die Kardonen bleiben auf diese Weise drei Wochen stehen.
Wenn Sie zu Weihnachten Kardonen genießen möchten oder der Winter sehr früh einsetzt, können Sie Ihre Kardonen einschlagen. Dazu reißen Sie die Pflanzen aus und setzen sie in Sand, in einen Keller oder einen dunklen Raum mit einer Temperatur von etwa 10 °C. So erfolgt das Bleichen allmählicher. Ab Oktober können Kardonen eingeschlagen werden.
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Kardone säenErnte von Stielmangold
Ernte, sobald die Kardenstiele weiß sind, nach Bedarf. Schneiden Sie den Horst mit großem Messer bodennah ab. Im Kühlschrank wenige Tage, dunkel und kühl länger.
Kardone zubereiten?
Vor dem Kochen müssen Kardonen vorbereitet werden! Das ist oft der schwierigste Teil. Entfernen Sie zunächst die restlichen Blätter und die etwas stacheligen Teile. Außerdem müssen Sie die faserige Haut entfernen, die manchmal die Stiele bedeckt. Schneiden Sie den Stielansatz ab und arbeiten Sie sich bis zur Spitze vor.
Anschließend werden die Stiele in Stücke geschnitten und mit Zitronenwasser abgespült, damit sie nicht schwarz werden. Damit sie etwas zarter werden, blanchieren Sie die Kardonen einige Minuten in kochendem Zitronenwasser.

Kardonenstiele müssen vor der Zubereitung blanchiert werden
Das traditionellste Rezept ist ein Kardonenauflauf mit Béchamelsauce. Sie können sie auch mit Kartoffeln in der Pfanne braten, in Couscous oder Tajine geben oder eine Suppe daraus zubereiten. Probieren Sie auch eine samtige Kardonencremesuppe.
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