Krankheiten und Parasiten des Chinesischen Strahlengriffels
Erkennen, behandeln, vorbeugen
Inhaltsverzeichnis
Der Chinesische Strahlengriffel oder Actinidia ist eine aus China stammende, kräftige Kletterpflanze mit Früchten. Sie wird für ihre köstlichen, vitamin-C- und ballaststoffreichen Früchte geschätzt. Sie kann 4 bis 6 Meter, unter günstigen Bedingungen sogar mehr erreichen. Der Chinesische Strahlengriffel eignet sich für gemäßigte Klimazonen. Er bevorzugt warme, sonnige Sommer und kühle Winter ohne strenge Fröste. Kiwipflanzen sind frostempfindlich, besonders in jungen Jahren. Daher sollten sie vor extremen Temperaturen geschützt werden. Der Chinesische Strahlengriffel gedeiht in fruchtbarem, gut durchlässigem, leicht saurem Boden.
Der Chinesische Strahlengriffel ist allgemein robust und selten krank. Dennoch kann er wie jede Obstkultur von verschiedenen Krankheiten und Parasiten befallen werden, die Wachstum und Ertrag beeinträchtigen. Hier finden Sie Tipps zur Erkennung, natürlichen Behandlung und Vorbeugung.
Bakteriose des Chinesischen Strahlengriffels
Eine der häufigen Krankheiten des Chinesischen Strahlengriffels ist die Bakteriose, verursacht durch das Bakterium Pseudomonas syringae pv. actinidiae. Sie tritt vor allem im Erwerbsanbau auf. Zu den Symptomen gehören nekrotische Läsionen auf den Blättern in Form unterschiedlich großer Flecken mit gelbem Hof. An Zweigen und Stamm zeigen sich Rindenkrebse mit weißlich- bis bräunlichem, gummiartigem Ausfluss.
Ist Ihr Chinesischer Strahlengriffel befallen, sollten Sie zunächst die infizierten Pflanzenteile abschneiden und entfernen. Eine heilende Behandlung gibt es nicht. Vorbeugend können Sie kupferhaltige Mittel wie Bordeauxbrühe einsetzen, die pilz- und bakterienhemmend wirken. Wenden Sie diese Mittel nach dem Rückschnitt an. Sie können auch dazu beitragen, die Ausbreitung des Bakteriums einzudämmen. Übertreiben Sie es jedoch nicht mit Bordeauxbrühe! Ein Kupferüberschuss ist schädlich für das Bodenleben.
Zur Vorbeugung der Bakteriose ist eine gute Hygiene durch die Desinfektion der Rückschnittwerkzeuge wichtig. Feuchtigkeit begünstigt die Ausbreitung – führen Sie den Rückschnitt bei trockenem Wetter durch. Schnittwunden sind Eintrittspforten für Bakterien. Führen Sie saubere, glatte Schnitte aus. Um Feuchtigkeit zu vermeiden, sollten Sie außerdem für eine gute Bodenentwässerung sorgen, damit der Boden nicht zu nass bleibt. Befeuchten Sie das Laub beim Gießen nicht, sondern gießen Sie direkt am Fuß der Pflanze.
Beachten Sie außerdem, dass Schachtelhalmbrühe die Pflanze stärkt und ihr zugutekommt.
→ Lesen Sie auch Virginias Artikel über Schachtelhalmbrühe.
Lesen Sie auch
Actinidia (Kiwipflanze): pflanzen, schneiden, erntenChlorose
Chlorose zeigt sich durch eine Verfärbung der Blätter, die gelb werden. Sie tritt auf, wenn der Boden für die Pflanze zu kalkhaltig ist, und ist daher vor allem bei Pflanzen sichtbar, die leicht saure Böden bevorzugen, wie beim Chinesischen Strahlengriffel. Kalk hemmt die Aufnahme von Nährstoffen. Meist liegt ein Mangel an Eisen, Magnesium oder Mangan vor (in diesem Fall unterscheidet sich die Blattverfärbung).
Zur Behandlung der Chlorose empfiehlt es sich, Dünger mit den erforderlichen Nährstoffen oder Anti-Chlorose-Mittel anzuwenden. So kann beispielsweise ein eisenreicher Dünger den Eisenmangel beheben. Wichtig ist auch, den richtigen Boden-pH-Wert beizubehalten, da eine zu hohe Säure oder Alkalität die Nährstoffaufnahme beeinträchtigen kann.
Um Chlorose vorzubeugen, sollte der Boden-pH-Wert bekannt sein. Gegebenenfalls empfiehlt sich eine Bodenanalyse (mit einem kleinen pH-Test), um die Pflanzung darauf abzustimmen. Ebenso wichtig ist eine ausgewogene Versorgung mit den erforderlichen Nährstoffen.
→ Mehr zum pH-Wert des Bodens: Boden-pH-Wert: Was ist das?
→ Lesen Sie Virginias Artikel über Eisenchlorose.

Ein nährstoffarmes Blatt mit Chlorose
Botrytis
Botrytis oder Botrytis cinerea, auch als Grauschimmel bekannt, ist ein Pilz, der Blüten, Blätter und Früchte des Chinesischen Strahlengriffels befallen kann. Er verursacht zunächst braune Flecken, dann einen grauen Pilzbelag. Anschließend faulen die befallenen Pflanzenteile. Die Früchte werden durch diese Weichfäule schnell ungenießbar. Sehr feuchte Bedingungen und mäßige Temperaturen über 20 °C begünstigen das Auftreten dieses Pilzes. Am häufigsten entwickelt er sich im Frühjahr und Herbst.
Es gibt keine Behandlung gegen Botrytis. Entfernen Sie befallene Pflanzenteile und vernichten Sie sie. Desinfizieren Sie Schnitt- und Lagerwerkzeuge gründlich.
Treffen Sie vorbeugende Maßnahmen. Eine gute Luftzirkulation und weniger Feuchtigkeit können Infektionen verhindern. Lichten Sie das Laub gegebenenfalls durch Entfernen einzelner Blätter aus. Gießen Sie vorzugsweise morgens, da die Pflanze abends vor der nächtlichen Abkühlung möglicherweise nicht mehr trocknet. Achten Sie auf eine ausgewogene Nährstoffversorgung. Vermeiden Sie sowohl Stickstoffüberschuss als auch -mangel. Gießen Sie am Fuß der Pflanze, ohne das Laub zu bespritzen. Behandeln Sie vorbeugend mit Brennnesseljauche oder einem Ackerschachtelhalm-Auszug.
→ Lesen Sie Evas Beitrag über Botrytis.

Botrytis auf einer Erdbeere
Lesen Sie auch
Chinesischen Strahlengriffel schneiden: wann und wie?Rote Spinnmilben
Spinnmilben sind kleine Parasiten, die Pflanzensaft saugen und eine Gelbfärbung der Blätter sowie feine Gespinste auf ihrer Unterseite verursachen. Da sie winzig klein sind, lassen sie sich nur schwer erkennen. Die feinen Gespinste sind jedoch gut sichtbar, besonders wenn die Pflanze feucht ist. Die Blätter bekommen weiße oder gelbe Flecken und vertrocknen. Anders als die zuvor genannten Krankheiten tritt dieser Parasit bei warmen, trockenen Bedingungen auf, meist an Pflanzen im Gewächshaus oder Innenraum.
Bei einem Spinnmilbenbefall empfiehlt es sich, die Pflanzen mit einem kräftigen Wasserstrahl abzuspritzen, um die Tiere mechanisch zu entfernen. Auch der Einsatz natürlicher Feinde wie Raubmilben, etwa Phytoseiulus persimilis, kann die Spinnmilbenpopulation wirksam eindämmen.
→ Lesen Sie François’ Artikel für weitere Bekämpfungsmöglichkeiten gegen Spinnmilben.
Zur Vorbeugung besprühen Sie das Laub bei starker Trockenheit regelmäßig abends. Vermeiden Sie eine übermäßige Stickstoffdüngung. Versorgen Sie die Pflanze möglichst mit Kompost. Mulchen Sie den Boden. Auch Brennnesseljauche und Schachtelhalmbrühe sind hilfreiche Mittel.

Spinnmilben sind winzig und mit bloßem Auge nicht zu erkennen
Schildläuse
Schildläuse sind parasitäre Insekten, die sich vom Pflanzensaft ernähren. Sie können in verschiedenen Formen auftreten, darunter Wollläuse sowie Napf- und Deckelschildläuse. Wollläuse sehen wie kleine, weiße, watteartige Knäuel aus, während Deckelschildläuse auf dem Rücken eine schützende, schildförmige Hülle tragen. Sie sitzen häufig an Stängeln, Blättern und Früchten des Chinesischen Strahlengriffels. Im Garten treten am häufigsten Wollläuse auf.
Bei einem Befall mit Schildläusen können Sie natürliche Mittel auf Basis von Insektizidseife oder 90-prozentigem Alkohol verwenden. Entfernen Sie die Schildläuse mit einem in Alkohol getränkten Wattestäbchen. Bereiten Sie eine Lösung aus schwarzer Seife zu. Sprühen Sie die Lösung direkt auf die Schildläuse. Achten Sie darauf, alle befallenen Pflanzenteile gründlich zu benetzen. Wiederholen Sie die Behandlung alle 1 bis 2 Wochen, bis die Schildläuse beseitigt sind.
→ Lesen Sie Virginias Artikel zu Bekämpfungsmitteln gegen Schildläuse.
Kontrollieren Sie Ihre Pflanzen des Chinesischen Strahlengriffels regelmäßig auf erste Anzeichen eines Befalls, etwa weißliche oder klebrige Flecken auf den Blättern. Bei starkem Befall kann es nötig sein, stark betroffene Pflanzenteile zu entfernen, um eine Ausbreitung zu verhindern.

Schildläuse bilden weiße, watteartige Knäuel
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