Kiwi und Zwergkiwi unterscheiden?
Zwei ganz unterschiedliche Arten
Inhaltsverzeichnis
Auch wenn Kiwi und Zwergkiwi viele Gemeinsamkeiten aufweisen, etwa bei den Anbaubedingungen, unterscheiden sie sich in vielerlei Hinsicht. Der Zwergkiwi oder Sibirische Kiwi, auch Actinidia arguta genannt, ist eine noch wuchsfreudigere Kletterpflanze als der Kiwi (auch Chinesischer Strahlengriffel genannt) und deutlich winterhärter. Die Blüte ist leicht unterschiedlich, doch am auffälligsten sind die Unterschiede bei den Früchten. Der Zwergkiwi trägt kleine Früchte mit glatter Schale, die ganz verzehrt werden können. Die große Frucht von Actinidia deliciosa, dem Kiwi, besitzt dagegen eine braune, behaarte Schale. Verzehrt wird nur ihr gelbes oder grünes Fruchtfleisch. Kurz gesagt: Diese beiden botanischen Verwandten unterscheiden sich deutlich stärker als gedacht.

Kiwi links und Zwergkiwi rechts
Ein wenig Botanik...
Die Pflanze, die allgemein als Kiwi bezeichnet wird, heißt auf Lateinisch Actinidia deliciosa. Der Zwergkiwi wird dagegen Actinidia arguta genannt. Fast alle Kiwipflanzen stammen ursprünglich aus China und gehören zur Familie der Strahlengriffelgewächse. Sie sind allesamt windende Lianen mit üppigem Wuchs, die an einer Rankhilfe befestigt werden müssen. Die große Mehrheit ist diözisch: Für die Fruchtbildung braucht man eine männliche Pflanze für mehrere weibliche Pflanzen, die die Früchte tragen. Der Begriff Kiwi bezeichnet im allgemeinen Sprachgebrauch sowohl die Pflanze als auch die Frucht – ebenso wie beim Zwergkiwi.
Der Zwergkiwi stammt aus China, Japan, Korea und Sibirien, daher auch sein anderer Name Sibirische Kiwi und seine sehr große Winterhärte. Die fruchttragende Liane Zwergkiwi ist zudem wuchsfreudiger als die Kiwi. Die großen Blätter des Zwergkiwis werden etwa 10 cm lang. Sie sind sommergrün und herzförmig, laufen jedoch spitz zu und sind fein gezähnt.

Früchte des Zwergkiwis (links) und botanische Tafel der Kiwi kolomita
Das Laub der aus China stammenden Kiwi ist ebenfalls herzförmig und sommergrün, eher oval, manchmal jedoch fast kreisrund. Die Blätter werden 8 bis 12 cm lang. Junge Blätter der Kiwi oder Chinesischen Stachelbeere weisen auf der gesamten Oberfläche purpurfarbene Haare auf.
Tatsächlich lassen sich Kiwi und Zwergkiwi eher anhand ihrer Blüten und Früchte unterscheiden.
Hinweis: Weltweit gibt es etwa 30 Arten von Actinidia. Actinidia deliciosa und Actinidia arguta sind die bekanntesten. Man findet jedoch auch Actinidia chinensis mit Kiwis mit weniger behaarter Schale (Anm. d. Red.: Inzwischen gelten die beiden Arten A. deliciosa und A. chinensis als klar unterschieden). Oder Zierlianen wie Actinidia kolomikta oder Buntblättrige Kiwi oder Actinidia pilosula.
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Die Blüten der Kiwi oder Actinidia deliciosa (und Actinidia chinensis)
Die Pflanze ist diözisch, es gibt also männliche Pflanzen mit männlichen Blüten und weibliche Pflanzen mit weiblichen Blüten. Die männliche Blume der Kiwi besitzt große weiße Blütenblätter sowie zahlreiche staubige, gelbe Staubblätter in der Mitte. Die männlichen Blüten haben einen Durchmesser von etwa 25 mm und sind cremeweiß. Diese fünfblättrigen Blüten sind in Trugdolden mit drei Blüten gruppiert und besitzen zahlreiche fertile, weit hervorstehende, goldene und staubige Staubblätter. Die weiblichen Blüten haben einen Durchmesser von 3 bis 4 cm und sind gelblich weiß. Diese fünfblättrigen Blüten sind einzeln und achselständig (sie entstehen in der Blattachsel). Sie tragen kurze Staubblätter mit sterilem Pollen, die weiße Narben umgeben.
Die Blüten des Kiwaïs oder Actinidia arguta
Die Blüte des Kiwaïs ähnelt stark der Kiwi, weist jedoch einige kleine Unterschiede auf. Die weißen Blüten wirken meist leicht grünlich. Sie sind kleiner als die der Kiwi (etwa 2 cm Durchmesser bei den männlichen und 25 mm bei den weiblichen Blüten) und vor allem stark duftend. Männliche und weibliche Blüten erscheinen in den Blattachseln, meist zu dritt gruppiert. Die männlichen Blüten besitzen zahlreiche, aber … schwarze Staubblätter. Auch die weiblichen Blüten entfalten kurze, sterile schwarze Staubblätter, die wie bei der Kiwi weiße Narben umgeben.

Blüte von Actinidia deliciosa (links) und Actinidia arguta (rechts)
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Chinesischer Strahlengriffel oder Zwergkiwi?
Chinesische Stachelbeere oder Chinesische Stachelbeere (und Actinidia chinensis)
Diese exotische Frucht ist braun und eiförmig. Sie ist mit 5 bis 6 cm Länge recht groß. Die Schale ist braun und behaart (bei Actinidia chinensis eher kahl). Das Fruchtfleisch ist je nach Sorte grün bis gelb, süß und leicht säuerlich. Die Früchte sollten geschält werden, da nur das säuerlich schmeckende Fruchtfleisch verzehrt wird.
Zwergkiwi oder Scharfzähniger Strahlengriffel
Die kleinen Früchte der Zwergkiwi schmecken sehr süß und sind kleiner als die Früchte der Chinesischen Stachelbeere: etwa 25 mm lang. Die Schale ist glatt und grün, mit einem leichten Gelbstich. Einige Sorten tragen jedoch rote Früchte, etwa die Zwergkiwi ‚Ken’s Red‘. Der Vitamin-C-Gehalt ist deutlich höher als bei der Chinesischen Stachelbeere (400 mg pro 100 g), ebenso der Gehalt an Eisen, Kalzium, Magnesium und Kalium. Die Frucht wird ganz verzehrt, sobald die Schale weich wird.

Behaarte Früchte der Chinesischen Stachelbeere und die glatteren Früchte des Scharfzähnigen Strahlengriffels (© Wendy Cutler) sowie des Scharfzähnigen Strahlengriffels ‚Ken’s Red‘ (mittig und rechts)
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Die Kulturbedingungen von Chinesischem Strahlengriffel und Zwergkiwi sind weitgehend gleich.
Beide benötigen: einen fruchtbaren, humusreichen, gleichmäßig frischen, aber gut drainierten und kalkfreien Boden. Ideal ist ein warmer, sonniger und gut windgeschützter Standort. Denken Sie daran, dass es sich um kräftige Lianen handelt, die beim Chinesischen Strahlengriffel bis zu 6 m und bei der Zwergkiwi bis zu 8 m hoch werden können. Planen Sie daher eine stabile Rankhilfe ein: Pergola, gespannte Drähte, Maschendrahtzaun …
Zu beachten ist, dass die Zwergkiwi deutlich winterhärter als der Chinesische Strahlengriffel ist und Temperaturen bis -25 °C verträgt. Dadurch lässt sie sich auch in Regionen mit strengen Wintern kultivieren. Die Fruchttrauben der Zwergkiwi können Sie früher als die des Chinesischen Strahlengriffels ernten: im Spätsommer bis Frühherbst.
Beide Arten sind diözisch, es gibt jedoch selbstfruchtbare Sorten (weibliche Pflanze auf eine männliche gepfropft), etwa die Sorte Chinesischer Strahlengriffel ‚Jenny‘, sowie parthenokarpe Sorten, die ohne Befruchtung Früchte bilden, etwa die Zwergkiwi-Sorte ‚Vitikiwi‘ oder die Zwergkiwi-Sorte ‚Issaï‘ (allerdings trägt dieser Zwergkiwi-Typ in Gegenwart einer männlichen Pflanze deutlich mehr).
Für eine reiche Fruchternte pflanzen Sie am besten eine männliche Pflanze auf 5 bis 6 weibliche. Wählen Sie die Sorten sorgfältig aus und prüfen Sie vor dem Kauf die Etiketten. Erstaunlich: Männliche Pflanzen des Chinesischen Strahlengriffels (Actinidia deliciosa) können weibliche Pflanzen der Zwergkiwi (Actinidia arguta) befruchten.
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