Mandelbaum: die richtige Sorte wählen

Mandelbaum: die richtige Sorte wählen

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Inhaltsverzeichnis

Geändert der 11. Januar 2026  durch Pascale 6 min.

Mandelbaum: frühe Blüte, Bestäubung, Wachstum und Ernte. Entdecken Sie winterharte Sorten für Ihren Garten.

Schwierigkeit

Je nach Baumgröße

Der Mandelbaum ist wegen seines Zierwerts ein äußerst beliebter Obstbaum. Seine mehr oder weniger roséweiß gefärbte Blüte ist schlichtweg göttlich. Vielleicht liegt das daran, dass sie an kahlen Zweigen erscheint, wenn der Winter noch deutlich spürbar ist. Nach der Befruchtung entwickeln sich aus den Blüten Mandeln, die zu Herbstbeginn geerntet werden können. Der Mandelbaum lässt sich daher sowohl wegen seiner Blüte als auch wegen seiner Früchte kultivieren.

In freier Natur kann der Mandelbaum eine Höhe von 8 bis 12 Metern erreichen, während die beliebtesten Sorten in Obstgärten eher 5 bis 7 m hoch und 4 bis 6 m breit werden. Für einen einzeln stehenden Mandelbaum braucht man im Garten daher ausreichend Platz. Seine Blüte setzt dort am Ende des Winters einen besonders eleganten Akzent.

Dennoch lässt sich ein Mandelbaum auch auf kleinerem Raum kultivieren – in einem kleinen Garten, ja sogar auf einem Balkon oder einer Terrasse. In einem kleinen Garten wählt man am besten Bäume mit halbem Stamm. Auf dem Balkon oder der Terrasse bietet sich die Kultur im Topf an. Einige Mandelbaumsorten wurden speziell für einen zwergigen Wuchs entwickelt. So wird die Sorte ‘Garden Prince’ bei einer Breite von 50 cm im ausgewachsenen Zustand nur 1 m hoch. Die aus Amerika stammende, selbstfruchtbare Sorte mit aufrechter Wuchsform bevorzugt besonders den Schutz einer Mauer. Sie trägt bereits 2 bis 3 Jahre nach der Pflanzung und bildet weichschalige Mandeln, sogar nördlich der Loire.

Mandelbaumsorten

Der Mandelbaum ‘Garden Prince’ lässt sich auf einem Balkon oder einer Terrasse im Topf kultivieren

In der Fruit-me-Serie bleibt auch die selbstfruchtbare Sorte ‘Almond me’ klein (3,50 m × 3 m im Freiland, im Topf deutlich weniger) und eignet sich dadurch für einen kleinen Garten oder einen Balkon beziehungsweise eine Terrasse. Tatsächlich passt sie ihren Wuchs an den verfügbaren Raum an. Dieser Mandelbaum trägt bereits im ersten Jahr weichschalige Mandeln.

Je nach Mandeltyp und Geschmack

Die verschiedenen Mandelbaum-Sorten unterscheiden sich auch durch die Beschaffenheit ihrer länglichen, samtigen Schale, der Drupe, die einen mehr oder weniger porösen Kern mit einem oder zwei Samen enthält – den essbaren Mandeln. Bei wild wachsenden Mandelbäumen ist die Mandel relativ bitter und aufgrund ihres Amygdalin-Gehalts giftig, wenn sie in größeren Mengen verzehrt wird. Dennoch wird sie in der Pharmazie und der Lebensmittelindustrie verwendet. Bei ausgewählten oder gärtnerischen Sorten sind die Mandeln dagegen süß und zum Backen, für Süßwaren oder zum Kochen geeignet. Doch zurück zur Schale …

Die Schalen von Mandeln sind dünn, weich, halbhart oder hart. Das mag nebensächlich erscheinen, ist im Garten jedoch durchaus wichtig. Sorten mit dünner oder weicher Schale werden leichter von Vögeln wie Elstern oder Eichelhähern angegriffen. Dafür lassen sie sich deutlich leichter knacken, was den Verzehr vereinfacht. Zu den Mandeln mit weicher Schale gehört die Sorte ‚Aï‘, die große, braune Mandeln mit ausgeprägtem Geschmack hervorbringt. Auch die Sorte ‚Ferragnès‘ bildet große Mandeln mit weicher, heller Schale und süßem Geschmack.

Die zarteste Schale besitzt jedoch die Sorte ‚Princesse‘. Man sagt sogar, dass diese Sorte ihren Namen trägt, weil die zarten Hände einer Prinzessin ihre Schale problemlos knacken konnten – so weich ist sie! Die Mandeln dieser Sorte sind weiß und mild und erinnern geschmacklich an Pistazien. Sie werden besonders häufig für die Herstellung der Calissons d’Aix-en-Provence verwendet. Die Sorte ‚Texas‘ liefert Mandeln mit weicher bis halbharter Schale und feinem Geschmack.

Mandelbaum-Sorten

Die Sorte ‚Princesse‘ bildet Mandeln mit weicher Schale

Ferraduel‚ bildet dagegen eher große, flache Mandeln von hervorragender geschmacklicher Qualität mit süßem Geschmack, jedoch harter Schale.

Je nach Blütezeit

Gemeine Mandelbäume blühen je nach Sorte und Klima meist von Ende Januar bis Ende März. Zu dieser Zeit sind die Blüten besonders frostempfindlich, vor allem gegenüber Spätfrösten, die bis Ende März oder länger auftreten können. Deshalb ist der Blütezeitpunkt besonders wichtig, vor allem nördlich der Loire. Je später die Blüte, desto besser widersteht sie Spätfrösten. So trägt der Mandelbaum eher Früchte.

Im Süden Frankreichs können Sie grundsätzlich jede Mandelbaumsorte pflanzen, da das milde Klima die Fruchtbildung begünstigt. Andernorts sollten Sie Sorten mit späterer Blüte wählen. Die von der INRA gezüchtete Sorte ‘Ferragnès’ blüht etwa im März und ist dadurch frostbeständiger. Die Mandeln reifen von Mitte September bis Anfang Oktober. Eine weitere INRA-Züchtung, ‘Ferraduel’, blüht im März noch später und wird in der zweiten Septemberhälfte geerntet. Beide Sorten eignen sich daher gut für eine Pflanzung nördlich der Loire: an einem sonnigen, vor allem aber geschützten Platz an einer nach Süden ausgerichteten Mauer.

Mandelbaumsorten

‘Ferraduel’ blüht spät und ist daher weniger spätfrostgefährdet

‘Aï’ blüht ebenfalls spät, im März, und ihre Mandeln reifen im September. Mandelbäume dieser Sorte wachsen kräftig, haben eine offene Wuchsform und bilden Mandeln mit weicher Schale.

Die Sorte ‘Princesse’ ist dagegen für ihre frühe Blüte bekannt, während ‘Supernova’ und ‘Texas’ mittelfrüh blühen.

Je nach Bestäubung

Für die Fruchtbildung müssen die weiblichen Blüten von männlichen Blüten befruchtet werden. Bei Mandelbäumen, von denen die meisten alten oder beliebten Sorten selbststeril sind, spricht man von Fremdbestäubung. Das bedeutet, dass die Bestäubung zwischen kompatiblen Sorten durch Bienen und gelegentlich durch den Wind erfolgt. Bienen lassen sich dabei nicht täuschen und stürzen sich buchstäblich auf die ersten Blüten der Mandelbäume, sobald mildere Temperaturen sie aus ihrer Winterruhe holen.

Deshalb ist es bei bestimmten nicht selbstfruchtbaren Mandelbaumsorten besonders wichtig, in unmittelbarer Nähe andere, vollständig kompatible Sorten anzupflanzen:

  • ‘Aï’ wird in der Nähe von ‘Texas’, ‘Ferraduel’ oder ‘Ferragnès’ gepflanzt
  • ‘Ferragnès’ wird neben ‘Aï’, ‘Texas’ oder ‘Ferraduel’ gepflanzt
  • ‘Ferraduel’ wird zusammen mit ‘Ferragnès’ angebaut
  • ‘Princesse’ ist teilweise selbstfruchtbar und kann von ‘Aï’ oder ‘Ardéchoise’ bestäubt werden, einer wuchsstarken Sorte französischer Herkunft
  • ‘Texas’ kann von ‘Aï’ bestäubt werden.
Mandelbaum-Sorten

Die Sorte ‘Texas’’ ist eine der besten Bestäubersorten

Wenn Sie wenig Platz haben und beim Genuss eigener Mandeln alle Chancen nutzen möchten, wählen Sie am besten selbstfruchtbare Sorten. Sie benötigen keinen Bestäuberbaum, um Früchte zu tragen. Die Sorte ‘Supernova’ ist ein selbstfruchtbarer Mandelbaum mit mittelfrüher bis später Blüte. Er bildet Mandeln mit halbharter bis harter Schale und ist zudem von Natur aus gut krankheitsresistent.

All in One’ ist ebenfalls eine selbstfruchtbare Mandelbaumsorte mit Mandeln und weicher Schale. Sie blüht im März, die Ernte beginnt Ende August und reicht bis in den September.

Zwergmandeln sind ebenfalls selbstfruchtbar.

Nach Krankheitsresistenz

Mandelbaum: Pflegeleicht, doch anfällig für Monilia. ‚Ardéchoise‘, ‚Texas‘ und ‚Ferraduel‘ sind widerstandsfähige Sorten gegen Pilzkrankheiten.

Je nach Produktivität

Ertrag: ‚Lauranne‘ (selbstfruchtbare INRA-Züchtung) wohl vorn. ‚Ferragnès‘ und ‚Ferraduel‘ tragen weniger, aber gut; ‚Aï‘, ‚Princesse‘ und ‚Texas‘ mittel.

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