Orangenbaum: Krankheiten erkennen, Schädlinge behandeln

Orangenbaum: Krankheiten erkennen, Schädlinge behandeln

Orangenbaum: Krankheiten und Schädlinge erkennen, behandeln und vorbeugen

Inhaltsverzeichnis

Geändert der 6. Juli 2025  durch Pascale 7 min.

Der Orangenbaum (Citrus sinensis) bezaubert mit duftender Blüte und saftigen Früchten. Er ist sehr frostempfindlich und gedeiht im Freiland nur am Mittelmeer. Anderswo lässt er sich gut im Kübel kultivieren, um im Sommer Sonne zu tanken und im Winter warm zu überwintern – idealerweise im Wintergarten, unbeheizten Gewächshaus oder Kalthaus. Bei geeigneten Bedingungen trägt er reichlich Früchte. Pflegefehler machen ihn jedoch anfällig für zahlreiche Krankheiten und Schädlinge.Entdecken Sie die wichtigsten Pilzkrankheiten und Parasiten am Orangenbaum und erfahren Sie, was dagegen hilft.

Mehr erfahren: Zitronenbaum, Orangenbaum und andere Zitrusfrüchte: Pflanzung und Pflege im Topf oder Garten.

Schwierigkeit

Häufige Parasiten des Orangenbaums?

Wie viele Obstbäume zieht auch der Orangenbaum zahlreiche kleine, unerwünschte Besucher an. Diese oft winzigen Schädlinge können jedoch großen Schaden anrichten, wenn sie nicht rechtzeitig entdeckt und bekämpft werden. Das gilt umso mehr, wenn Sie Ihren Orangenbaum im Topf kultivieren. Im Winter, wenn er im Gewächshaus oder Wintergarten steht, ist er relativ anfällig für Insektenbefall. Doch auch ausgepflanzte Orangenbäume bleiben von Krankheiten nicht verschont.

Blattläuse

Blattläuse gehören sicherlich zu den häufigsten Schädlingen am Orangenbaum. Diese kleinen Insekten mit weichem Körper sind meist schwarz oder grün gefärbt. Sie stechen die Blätter, insbesondere junge Triebe, an und saugen Pflanzensaft. Außerdem scheiden sie Honigtau aus, von dem sich Ameisen ernähren.

  • Symptome: Die Blätter des Orangenbaums rollen sich ein, verformen sich und vergilben, Blütenknospen vertrocknen, das Wachstum wird geschwächt und es besteht die Gefahr von Rußtau
  • Bekämpfung: Eine Spritzung mit Knoblauchbrühe oder einer Mischung aus Schmierseife und Wasser, eventuell mit Pflanzenöl angereichert, reicht oft aus, um die ungebetenen Gäste loszuwerden. Sie können auch Marienkäferlarven oder Florfliegen einsetzen. Bei starkem Befall kann ein natürliches Insektizid auf Basis von Pyrethrum erforderlich sein.
  • Vorbeugung: Durch regelmäßige Kontrollen des Orangenbaums können Sie schnell handeln.

Schildläuse

Der andere gefürchtete Schädling am Orangenbaum ist die Schildlaus, ein weiteres stechend-saugendes Insekt, das den Pflanzensaft aus dem Gewebe des Baumes saugt. Sie tritt als kleine weiße, braune oder watteartige Schilde auf, die an Trieben und Blättern sitzen, meist auf deren Unterseite oder in der Blattachsel. Schildläuse vermehren sich besonders in warmer, feuchter Luft.

  • Symptome: Die Blätter des Orangenbaums rollen sich ein und ganze Zweige trocknen schließlich ein
  • Bekämpfung: Ausgepflanzte Orangenbäume können mit einem kräftigen Wasserstrahl abgespritzt werden, der die Schildläuse abfallen lässt. Bei Orangenbäumen im Kübel können Sie die befallenen Stellen zunächst mit einem in 90-prozentigem Alkohol getränkten Wattestäbchen abreiben und anschließend eine Lösung aus Schmierseife und Pflanzenöl in einem Liter Wasser spritzen
  • Vorbeugung: Auch hier ermöglicht die regelmäßige Kontrolle Ihres Baumes ein schnelles Eingreifen. Denken Sie außerdem daran, Ihr Gewächshaus oder Ihren Wintergarten zu lüften.

Zitrusminiermotte

Die Zitrusminiermotte (Phyllocnistis citrella) ist ein nachtaktiver, silberweiß gefärbter Schmetterling, aus dessen Eiern gelbliche Larven schlüpfen. Diese befallen die Blätter und bohren darin geschlängelte Miniergänge. Der Falter tritt ab April auf, mehrere Generationen können aufeinanderfolgen. Die Zitrusminiermotte befällt vor allem ausgepflanzte Orangenbäume im Mittelmeerraum und auf Korsika.

  • Symptome: Die Blätter sind zunächst von silbrig, später schwarz gefärbten Miniergängen durchzogen. Sie kräuseln sich, trocknen ein und fallen ab. Das Wachstum der Orangenbäume verlangsamt sich
  • Bekämpfung: Es gibt keine wirksame Behandlung, um diesen Schädling zu beseitigen. Pheromonfallen können jedoch die Männchen fangen und so die Paarung begrenzen. Entfernen Sie befallene Blätter, sobald der Befall sichtbar wird.

    oranger parasites mineuse des agrumes

    Symptome eines Befalls durch die Zitrusminiermotte

Mittelmeerfruchtfliege

Wenn der Orangenbaum Früchte trägt, müssen Sie sich vor der Mittelmeerfruchtfliege (Ceratitis capitata) in Acht nehmen, die ihre Eier unter die Epidermis der Früchte legt. Sobald die Larven schlüpfen, bohren sie Gänge in die Orangen und ernähren sich vom Fruchtfleisch, sodass die Früchte ungenießbar werden.

  • Symptome: Die Orangen sind angestochen und madig und daher nicht zum Verzehr geeignet
  • Bekämpfung: Das regelmäßige Aufsammeln abgefallener Früchte und Pheromonfallen zum Fangen der Männchen bleiben die wirksamsten Maßnahmen zur Bekämpfung und Vorbeugung

    oranger parasite mouche méditerranéenne des fruits

    Mittelmeerfruchtfliege

Orangenbaum: häufige Krankheiten erkennen & behandeln

Bestimmte Krankheiten treten bei Obstbauern häufiger auf, doch auch Ihr im Freiland wachsender Orangenbaum – seltener ein Orangenbaum im Topf – kann betroffen sein. Die Gelbkran­kheitskrankheit (Huanglongbing oder Citrus Greening), die für den Zitrusanbau verheerend ist, kommt derzeit nur in Asien, Amerika und Afrika vor, bisher jedoch nicht in Europa.

Gummifluss durch Phytophthora

Es handelt sich um eine schwere und gefürchtete Krankheit, die durch die Pilze Phytophthora citrophthora oder Phytophthora parasitica verursacht wird und Stamm sowie Wurzeln des Orangenbaums befällt, insbesondere die Stammbasis. Diese Erkrankung wird häufig durch übermäßige Feuchtigkeit oder ungünstige Pflanzbedingungen wie einen schlecht drainierten Boden ausgelöst.

  • Symptome: Diese Pilzkrankheit zeigt sich durch den Austritt von bernsteinfarbenem Gummi, manchmal begleitet von schuppigen Rissen in der Rinde. Anschließend zeigt der Baum allgemeine Schwäche: Das Laub vergilbt, Zweige trocknen ein, Früchte faulen und das Wachstum verlangsamt sich.
  • Behandlung: Bei Befall können ein Rückschnitt und/oder das Ausschaben erkrankter Stellen sowie die Anwendung eines natürlichen Fungizids wie Bordeauxbrühe helfen, die weitere Ausbreitung einzudämmen.
  • Vorbeugung: Eine gute Drainage des Bodens ist unerlässlich, ebenso das Vermeiden von Verletzungen am Hals. Außerdem sollte der Rückschnitt regelmäßig erfolgen, um kranke Zweige zu entfernen; anschließend wird Wundverschlussmittel aufgetragen.

Rußtau

Rußtau oder die Rußkrankheit ist eine direkte Folge des Befalls mit Blattläusen oder Schildläusen. Ein schwarzer Pilz entwickelt sich auf dem Honigtau und bildet einen rußartigen Belag auf Blättern und Trieben. Er hemmt die Photosynthese.

  • Symptome: Die Blätter sind klebrig und vergilben anschließend. Das Wachstum verlangsamt sich und der Baum wird unansehnlich.
  • Behandlung: Zunächst müssen die verantwortlichen Parasiten entfernt werden. Anschließend lässt sich der schwarze Belag oft einfach mit klarem Wasser oder etwas Schmierseife abwaschen.

Zitruskrebs

Diese auch als Zitruskrebs bezeichnete Krankheit wird durch das Bakterium Xanthomonas citri verursacht. Sie ist besonders gefährlich und breitet sich durch Wasserspritzer, verunreinigte Werkzeuge oder Insekten sehr schnell aus. Betroffen sind Blätter, Früchte und Zweige.

  • Symptome: Bräunliche, leicht eingesunkene Flecken auf Blättern, Zweigen und Früchten. Diese Läsionen sind oft von einem gelben Hof umgeben. Die Blätter fallen ab, die Früchte verformen sich und fallen ebenfalls vorzeitig ab.
  • Behandlung: Befallene Pflanzenteile müssen entfernt werden. Stark befallene Bäume sollten gegebenenfalls gerodet werden, um eine Ansteckung der übrigen Obstbäume zu verhindern.
  • Vorbeugung: Eine Beregnung sollte möglichst vermieden werden. Orangenbäume können außerdem vor Wind geschützt werden. Verwenden Sie unbedingt gut desinfizierte Werkzeuge.Krankheiten des Orangenbaums: Zitruskrebs

Trockenkrankheit (Mal secco)

Diese Pilzkrankheit wird durch den Pilz Phoma tracheiphila verursacht und befällt Blätter, Zweige oder sogar den gesamten Baum.

  • Symptome: Die Blätter verlieren ihre Farbe, beginnend an den Blattadern, welken und trocknen anschließend ein. Die Zweige sterben ab. Im Querschnitt ist eine orangefarbene Verfärbung des Holzes sichtbar. In schweren Fällen stirbt der Orangenbaum ab.
  • Behandlung und Vorbeugung: Es gibt keine wirksame Behandlung. Daher kommt es auf vorbeugende Maßnahmen an, etwa die Desinfektion der Werkzeuge, Rückschnitt und Bodenbearbeitung bei trockenem Wetter sowie das Vermeiden von Verletzungen.

Moniliose der Zitrusfrüchte

Moniliose ist eine durch den Pilz Monilinia verursachte Pilzkrankheit, die vor allem die Früchte befällt. Sie tritt bei feuchtem Klima auf.

  • Symptome: Die Orangen entwickeln braune Flecken, die mit weißem Schimmel bedeckt sind. Die Blätter vergilben und fallen vorzeitig ab.
  • Vorbeugung: Sie ist besonders wichtig, da die Behandlung an den Früchten schwierig und unwirksam ist. Vorbeugend sollten Wunden am Baum mit Wundverschlussmittel versorgt, Feuchtigkeit begrenzt, mumifizierte Früchte entfernt und befallene Pflanzenteile zurückgeschnitten werden.

Tristeza-Virus

Dieses Virus wird hauptsächlich durch die braune Zitrusblattlaus übertragen und ist besonders gefährlich. Es befällt die Gefäßgewebe des Baumes und beeinträchtigt den Transport des Pflanzensafts.

  • Symptome: Blätter und Früchte bleiben klein und verformen sich, können marmorierte Muster zeigen, am Stamm treten Risse auf, der Baum wird schwach und stirbt ab.
  • Behandlung und Vorbeugung: Sobald sich das Virus etabliert hat, gibt es keine heilende Behandlung. Die beste Strategie ist daher die Vorbeugung, insbesondere durch die Wahl resistenter Unterlagen und eine sorgfältige Kontrolle, um Blattläuse frühzeitig zu erkennen und ihren Befall einzudämmen. Erkrankte Bäume müssen schließlich gefällt werden.

Vorbeugung und gute Kulturführung

Mit wenigen einfachen Maßnahmen im Garten lassen sich die meisten Krankheiten vermeiden und Parasitenbefall deutlich begrenzen. Diese bewährten Alltagstipps helfen:

  • Bodenpflege und richtiges Gießen: Ein gut drainierter Boden, der weder zu trocken noch staunass ist, bildet die Grundlage. Organischer Mulch wie Häckselgut oder Laub bewahrt die Feuchtigkeit, ohne dass sie sich staut. Gießen Sie besser seltener, dafür gründlich – besonders bei Hitze.
  • Regelmäßiger Rückschnitt und luftige Verzweigung: Der Rückschnitt verbessert die Luftzirkulation und den Lichteinfall. Beides hemmt die Ausbreitung von Pilzen auf natürliche Weise. Zudem verringert er Verstecke für Parasiten. Schneiden Sie im Spätwinter oder zeitigen Frühjahr schonend zurück und desinfizieren Sie die Werkzeuge vor und nach jedem Gebrauch.
  • Kontrolle und frühe Erkennung: Ein regelmäßiger Rundgang um einen Orangenbaum hilft, erste Anzeichen eines Befalls früh zu erkennen
  • Natürliche Mittel einsetzen: Bei Bedarf gibt es viele natürliche Lösungen: Schmierseife gegen Blattläuse und Schildläuse, Brennnesseljauche oder Schachtelhalmjauche, um die Abwehrkräfte des Baumes zu stärken … Diese sanften Mittel schonen das Gartenökosystem und sind bei richtiger Anwendung äußerst wirksam.

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den Orangenbaum pflegen