Pflanzen im Winter vor Kälte und Frost schützen
Methoden und Tipps
Inhaltsverzeichnis
Bei Frost Kälte schützen: Tipps für exotische und mediterrane Pflanzen im Garten. Je nach Pflanze Vlies, Mulch oder Winterschutz kombinieren.
Wurzelstock schützen: Mulch, Stroh, Laub
Mulchen dient nicht nur dazu, Verdunstung und Unkrautwuchs zu verhindern, sondern ist auch ein hervorragender Wärmeschutz. Eine dicke Mulchschicht wirkt wie eine Isolierdecke: Der Boden kühlt weniger ab und friert im besten Fall nicht durch.
- Für welche Pflanzen?
Diese Art des Mulchens schützt Dahlienknollen, sommergrüne Stauden, Rhizome bestimmter exotischer Pflanzen wie Schmetterlingsingwer sowie frostgefährdete Kletterpflanzen, die aus dem Wurzelstock wieder austreiben (etwa Amerikanische Klettertrompete und Jasmin).
- Womit mulchen?
Im Winter sollten Sie für den Wärmeschutz trockene Materialien wie Stroh oder Laub bevorzugen. Locker aufgeschichtet, bieten sie einen besseren Schutz als Häckselgut. Da sie nicht zu viel Feuchtigkeit speichern, verhindern sie zudem Schimmelbildung.
- Wie vorgehen?
Sparen Sie nicht an der Menge: Verteilen Sie ruhig eine dicke Schicht von bis zu 20–30 cm und halten Sie den Hals der Pflanzen frei, um zu viel Feuchtigkeit zu vermeiden.
- Wann mulchen?
Damit der Mulch wirksam schützt, warten Sie nicht bis zum tiefsten Winter. Bringen Sie ihn schon im Spätherbst aus, bevor der Boden zu kalt wird. Mulchen Sie jedoch nicht, wenn die Kälte bereits eingesetzt hat und der Boden gefroren ist: Sonst halten Sie die Kälte nur fest.
- Und danach?
Im Frühjahr wird dieser Mulch größtenteils verrottet sein. Je nachdem, was auf dem Boden übrig bleibt, können Sie ihn entweder liegen lassen oder auf den Kompost geben (oder an einen anderen Ort bringen), wenn Sie neu pflanzen oder säen möchten.
→ Zum Thema lesen: „Mulchen: Warum und wie?“ sowie „Herbstlaub: Verwendung im Garten“.
Lesen Sie auch
Winterharte Pflanzen und WinterhärteOberirdische Pflanzenteile mit Wintervlies schützen
Von manchen auch „Brautschleier“ genannt, ist das Wintervlies ein mehr oder weniger leichtes Vliesgewebe aus Polypropylen (die Materialstärken können variieren), mit dem sich Pflanzen abdecken lassen, ohne Luft- und Lichtzufuhr zu unterbrechen. Es wird im Gemüsegarten verwendet, um Gemüse und erste Aussaaten vor Kälte zu schützen, aber auch im Ziergarten, um besonders kälteempfindliche Sträucher vor Wind und Kälte zu bewahren.
- Für welche Pflanzen?
Mediterrane Pflanzen wie Oleander, Schönmalve und Lampenputzerstrauch … und ganz allgemein alle Sträucher, die Temperaturen unterhalb der in Ihrer Region im Winter üblichen Werte nicht vertragen. Auch winterharte Pflanzen können bei außergewöhnlich starkem Frost betroffen sein, ebenso wenn die Blütenknospen früher Blüten wie bei Kamelien geschützt werden sollen. Sehr winterharte, aber noch junge Pflanzen profitieren ebenfalls von einem Schutz.
- Welches Wintervlies wählen?
Wintervliese gibt es in verschiedenen Ausführungen, die sich durch ihr Flächengewicht unterscheiden. Am gängigsten ist P 17 (17 Gramm pro m²), doch bei genauerem Hinsehen finden Sie auch P 30 und sogar P 60, die einen noch wirksameren Schutz bieten. Sie sind außerdem stabiler. Sie können das Vlies auch problemlos in mehreren Lagen verwenden, um den Schutz zu verstärken.
Wintervliese werden als Meterware oder als fertige Hüllen verkauft, manchmal sogar mit Reißverschluss. Letztere sind teurer und nur dann praktisch, wenn Sie ein Format gewählt haben, das genau zur Größe Ihrer Sträucher passt (was nicht immer leicht einzuschätzen ist). Wir empfehlen daher eher den Kauf von Meterware!
Achtung: In Gartencentern finden Sie im selben Regal oft auch Folien zur Ernteverfrühung aus Kunststoff und manchmal sogar Luftpolsterfolie. Sie eignen sich überhaupt nicht zum Schutz von Sträuchern, da sich darunter Kondenswasser bildet. Und selbst wenn die Zeit knapp ist: Decken Sie Ihre Pflanzen nicht mit einem Müllsack ab (ein besonderer Gruß an einen meiner Nachbarn, der sich vielleicht wiedererkennt): Er schützt nicht vor Kälte und lässt Ihre Pflanze eingehen, vor allem, wenn Sie ihn zu spät entfernen!

Eine junge Kamelie, geschützt durch Wintervlies
- Wie wird Wintervlies angebracht?
Das Anbringen von Wintervlies ist ganz einfach. So geht’s:
· Schneiden Sie ein ausreichend großes Stück Vlies ab, um die gesamte Pflanze abzudecken,
· Legen Sie das Vlies um den Strauch,
· Befestigen Sie das Vlies mit einer Schnur unten am Fuß des Strauchs und oben an der Spitze.
Sobald das Vlies angebracht ist, können Sie den Schutz ergänzen, indem Sie den Fuß Ihres Strauchs mit einer dicken Schicht aus Herbstlaub oder Stroh bedecken.
- Wann wird Wintervlies angebracht?
Ob ein Wintervlies nötig ist, hängt von Ihrem Klima und der Winterhärte der zu schützenden Pflanzen ab … Wenn Sie an der Atlantikküste leben, ist es völlig unnötig, Ende November Ihren gesamten Garten zu „mumifizieren“! Wenn Sie dagegen einen Lampenputzerstrauch im Elsass oder in einer anderen Region gepflanzt haben, in der häufig strenger und lang anhaltender Frost herrscht, ist es ratsam, ihn bei den ersten Anzeichen des Wintereinbruchs zu schützen.
- Wann wird Wintervlies entfernt?
Auch wenn Wintervlies atmungsaktiv ist, brauchen Ihre Sträucher frische Luft. In mildem Klima können Sie das Vlies entfernen, sobald die starke Kälteperiode vorbei ist. In kalten Regionen warten Sie bis zum Frühlingsbeginn. Bei vorübergehend milderem Wetter können Sie das Vlies jedoch ruhig etwas öffnen, vor allem an schönen, sonnigen Nachmittagen!
→ Lesen Sie auch im Blog: „Gemüsegarten: Aussaaten und Kulturen vor Kälte schützen“
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Exotische Pflanzen schützen: Verpacken oder Einwickeln
Nicht winterharte exotische Pflanzen im Garten benötigen einen individuell an ihre Wuchsform angepassten Schutz.

In Kanada werden Baumfarne im Botanischen Garten VanDusen fachgerecht geschützt
- Für welche Pflanzen?
Bananen, selbst winterharte Arten wie Musa basjoo, Palmen, Riesenrhabarber …
- Wie schützt man eine exotische Pflanze?
Es gibt fast so viele Methoden wie Gärtner – manche bauen sogar kleine Gewächshäuser oder Hütten um ihre Lieblingspflanzen!
Bei Bananen und Baumfarnen besteht die einfachste Methode darin:
- Den Stamm mit einem weitmaschigen Gitter zu umgeben und so einen breiten Zylinder zu bilden,
- diesen mit Stroh oder Laub zu füllen,
- ihn mit den abgeschnittenen Blättern der Pflanze abzudecken.
→ Mehr dazu erfahren Sie in unseren Video-Anleitungen:
Nicht winterharte Palmen und Rosettenpflanzen wie Palmlilien und Aloen sind ein Sonderfall, denn sie fürchten noch mehr als die Kälte zu viel Feuchtigkeit. Diese kann den Speer (die Blätter des Folgejahres) oder bei Palmen den Stamm zum Faulen bringen. Um dieses Problem zu vermeiden, das zum Absterben der Pflanzen führen kann, sollte die Krone mit einem Schirm geschützt werden – entweder mit einem echten Schirm oder mit einer fest befestigten Kunststoffplane beziehungsweise Polycarbonatplatte.
Zusätzlich können Sie bei Palmen den Stamm mit Wintervlies umwickeln.
- Wann sollte man handeln?
Der Anbau nicht winterharter exotischer Pflanzen erfordert Vorsicht. Die Schutzmaßnahmen sollten daher im Spätherbst oder zu Beginn des Winters angebracht werden, um böse Überraschungen durch Kälte oder – bei Palmen – starke Niederschläge zu vermeiden.
- Und danach?
Die Schutzmaßnahmen sollten bis zum Frühjahr an Ort und Stelle bleiben und kurz vor dem Wiederaustrieb entfernt werden.
Sukkulenten und Kakteen schützen
In kaltem Klima kultiviert man Sukkulenten und Kakteen besser im Topf und überwintert sie geschützt. In mildem Klima brauchen Sie für einen Trockengarten mit Kakteen und Sukkulenten Schutzdächer. Denn wie Exoten fürchten diese Pflanzen zugleich feuchte Luft, durchnässten Boden und Kälte. Einige Arten wie Feigenkakteen sind jedoch winterhart.
- Für welche Pflanzen?
Agaven, Feigenkakteen, Echeverien …
- Wie schützt man diese Pflanzen?
Pflanzen Sie sie zunächst in armen, gut durchlässigen Boden, der das ganze Jahr über Wasser ableitet. Gegen Regen eignen sich einzelne Schirme oder größere Schutzdächer aus gestapelten Ziegeln mit einer Abdeckung aus Polycarbonat oder Glas. Die Dächer dürfen nicht völlig luftdicht sein: Die Luft muss zirkulieren, damit kein Kondenswasser entsteht und die Pflanzen faulen.
- Wann handeln?
Wie bei Palmen sollten Sie den Wetterbericht verfolgen und die Schutzvorrichtungen beim ersten Frost aufstellen.
- Und danach?
Bei guter Belüftung können die Schutzdächer bis zum Frühlingsbeginn stehen bleiben. Bleiben Sie dennoch wachsam, damit Sie von Spätfrost nicht überrascht werden! Besonders bei Glas sollten Sie außerdem an sonnigen Tagen aufpassen: Die Temperatur unter dem Schutz kann rasch steigen.

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