Rot blühende Zierquitten: Farbtupfer im Winter
Die besten Sorten
Inhaltsverzeichnis
Am Winterende begeistert die Zierquitte mit roten Blüten. Winterhart und pflegeleicht: Sorten, Beetideen und Tipps für Garten, Hecke und Terrasse.
Warum eine rot blühende Zierquitte wählen?
Bereits am Ende des Winters, wenn die Natur noch ruht, erwacht die Zierquitte mit einer spektakulären Blüte. Ihre leuchtend roten, granatroten oder karminroten Blüten (bei rot blühenden Kultivaren) leuchten an den kahlen Zweigen und bilden einen eindrucksvollen Kontrast zur noch schlummernden Landschaft. Diese Explosion kräftiger Farben macht die Zierquitte zu einem unverzichtbaren Element in winterlichen und frühlingshaften Gartenszenen. Anders als viele zartere, pastellfarbene Frühjahrsblüher zieht ihr kräftiges Rot unweigerlich die Blicke auf sich. Sie belebt den Garten, bringt Wärme und durchbricht die Eintönigkeit des winterlichen Graus.
Je nach Sorte können die Blüten unterschiedliche Formen annehmen: von einer einfachen, eleganten Blütenkrone bis hin zu dicht gefüllten, üppigen Blüten, die an Pompons erinnern. Jede Form hat ihren eigenen Charme, doch alle zeichnen sich dadurch aus, dass sie sich deutlich von den kahlen Zweigen abheben. Dieser Kontrast zwischen der Zartheit der Blüten und dem groben Holz verstärkt die dekorative Wirkung des Strauchs. Besonders eindrucksvoll ist die Blüte, weil sie in einer Zeit erscheint, in der nur wenige andere Pflanzen blühen. Damit nimmt die Zierquitte am Ende des Winters eine herausragende Stellung im Garten ein.
Anders als bei anderen Frühjahrssträuchern, deren Blüte nur wenige Wochen anhält, kann die Zierquitte je nach Region und Wetterlage über einen längeren Zeitraum von Februar bis Mai blühen. Ihre Fähigkeit, auch nach einem Kälteeinbruch neue Blütenwellen zu bilden, ist ein großer Vorteil. Jeden Tag öffnen sich neue Blütenknospen. Dieser gestaffelte Blührhythmus macht die Zierquitte zu einem wichtigen Gestaltungselement im Garten vom Spätwinter bis ins Frühjahr.
Wo pflanzt man eine Zierquitte?
Um ihre Blüte optimal zu genießen, pflanzt man sie am besten in voller Sonne oder im Halbschatten, wo sich ihre Blüten voll entfalten. Abgesehen von ihrer Blüte ist die Zierquitte robust, winterhart und pflegeleicht. Sie wächst recht schnell und gedeiht sowohl in normalem als auch in magerem Boden, auch auf steinigen oder leicht kalkhaltigen Böden. Ihr kräftiges Wurzelsystem ermöglicht es ihr, Trockenperioden zu überstehen. Damit ist sie eine interessante Wahl für wenig bewässerte Gärten. Ihr mäßiges, aber regelmäßiges Wachstum ermöglicht bereits in den ersten Jahren nach der Pflanzung eine prächtige Blüte.

Die botanische Art Chaenomeles japonica
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Chaenomeles japonica (die wilde Zierquitte)
Die wilde Zierquitte ist die klassischste und bekannteste Form dieser Art. Mit ihren dornigen Zweigen und ihrer leuchtend roten Blüte zeichnet sie sich durch ihre Robustheit und ihre Eignung für dichte Schutz- oder naturnahe Hecken aus. Ihre 3 bis 4 cm großen Blüten erscheinen von Februar bis April direkt am kahlen Holz und bilden einen intensiven Anblick aus roten Blütenbüscheln mit goldener Mitte. Dieser bis zu 1,50 m hohe Strauch trägt außerdem kleine, duftende gelbe Quitten, die sich ideal für Konfitüren eignen. Als selbststeril fruchtet er besser, wenn sich eine weitere Quitte in der Nähe befindet.
Chaenomeles speciosa ‚Scarlet Storm‘
‚Scarlet Storm‘ ist eine neuere Sorte, die für ihre großen, gefüllten, an Kamelienblüten erinnernden Blüten geschätzt wird. Ihr dunkles, tiefes Rot, fast Granatrot, verleiht dem Strauch ein besonders edles Aussehen. Anders als bei anderen Sorten sind die Zweige dornenlos, was Pflege und Schnittblumenernte für Sträuße erleichtert. Die winterharte, anspruchslose Sorte bildet keine Früchte, sodass der Strauch seine ganze Kraft in die Blüte von März bis April investieren kann.
Chaenomeles japonica ‚Cido Red‘
Diese Sorte wird wegen ihres doppelten Zier- und Nutzwerts geschätzt: Sie bietet leuchtende Frühlingsblüten und eine reiche Fruchternte im Herbst, denn die Früchte der Zierquitte sind essbar! Ihre leuchtend orangeroten Blüten bringen im Frühling Farbe in den Garten, während sich die 7 bis 8 cm großen, sehr duftenden und vitamin-C-reichen Quitten ideal für Gelees, Quittenpaste und Kompott eignen. ‚Cido Red‘ wird nicht höher als 1,50 m und gedeiht problemlos auch auf armen Böden.
Chaenomeles speciosa ‚Red Kimono‘
‚Red Kimono‘ zeichnet sich durch leuchtend scharlachrote Blüten und Dornenlosigkeit aus und eignet sich daher ideal für Familiengärten. Ab März verwandeln sich seine kahlen Zweige in wahre Blütensträuße und schmücken den Garten mit warmen, intensiven Farben. Der üppig blühende, winterharte Strauch blüht reich an den vorjährigen Zweigen. Mit seinem aufrechten Wuchs und einer Höhe von bis zu 1,50 m ist er eine ausgezeichnete Wahl für Blütenhecken oder Beete. Als besonders bienenfreundlicher Strauch lockt er Bienen in den Garten und liefert wunderschöne Schnittblumen.
Chaenomeles × superba ‚Etna‘
‚Etna‘ begeistert mit der Tiefe ihres dunklen Scharlachrots, das wunderbar mit den natürlichen Holztönen ihrer kahlen Zweige harmoniert. Ihre Blüte setzt etwas später als bei den anderen Sorten ein, im April und Mai, und verlängert so den Blütenzauber der Zierquitten im Garten. Die einfachen, aus 5 bis 8 Blütenblättern bestehenden Blüten erscheinen an dornigen Zweigen und stehen in Büscheln entlang der Äste. Mit ihrem runden, dichten Wuchs bildet sie einen breiten, kräftigen Busch mit bis zu 2 m Durchmesser. Diese Zierquitte eignet sich ideal zur Gestaltung einer Blütenhecke und bringt im Frühling leuchtend rote Farbakzente.
Diese fünf rot blühenden Zierquitten-Sorten zeigen die Vielfalt an Formen, Wuchsformen und Farbintensitäten innerhalb dieser Gruppe. Ob wegen ihrer Blüten, Früchte oder Silhouette gewählt: Sie alle bringen eine rote Blütenexplosion in den Garten und bieten einen Anblick, an dem man sich nie satt sieht.

Die prachtvolle ‚Etna‘
Rote Quittenbäume im Garten in Szene setzen?
In einer Hecke, einem Beet, im Topf oder an einer Mauer als Spalier gezogen, zieht die Quitte alle Blicke auf sich und harmoniert zugleich mit ihren Nachbarn. Hier einige Ideen für passende Kombinationen.
Die Japanische Zierquitte ist zunächst ein großer Vorteil für frei wachsende oder wehrhafte Hecken. Ihre buschige Wuchsform mit oft dornigen Zweigen macht sie zu einem ausgezeichneten natürlichen Schutz. Um die Barrierewirkung zu verstärken, kann man sie mit anderen wehrhaften Sträuchern wie Berberitzen, Weißdorn, Feuerdorn oder auch Poncirus trifoliata kombinieren, die alle für ihre gefährlichen Dornen bekannt sind. Durch die Integration einiger kräftiger Rambler-Rosen wie ‚Mermaid‘ entsteht eine ebenso undurchdringliche wie attraktive Hecke. Neben ihrer abschreckenden Wirkung bieten diese Sträucher das ganze Jahr über eine Abfolge farbenfroher Blüten.
In einer Wildhecke kann die Zierquitte eine dekorativere Rolle spielen. Ihre bereits am Ende des Winters blühenden Zweige harmonieren wunderbar mit anderen Sträuchern mit früher Blüte wie Forsythien, Schneeforsythien oder Japanischen Goldröschen (Kerria japonica). Diese Sträucher erhellen ebenso wie die Zierquitte den Garten mit leuchtenden Farben – Gelb, Weiß und Rot –, wenn die Natur erwacht. Die Kombination eignet sich besonders gut für eine gemischte Hecke oder am Rand des Gemüsegartens, wo sie dank ihrer bienenfreundlichen Blüten auch Bestäuber anlockt. Für duftende Kombinationen kann man Winter-Heckenkirsche (Lonicera fragrantissima) ergänzen, deren Blüte der Zierquitte vorausgeht, ebenso wie klein bleibende Flieder und Sommerflieder, die den Blüheffekt nach dem Ende des Frühjahrs verlängern.

Am Rand des Gemüsegartens ist ‚Cido Red‘ bienenfreundlich und dekorativ und liefert Ihnen im Herbst köstliche Früchte
Als Solitär wird sie schnell zum Blickfang, besonders wenn man sich für Sorten mit intensiv roten Blüten entscheidet. Sie kann aber auch ein Beet strukturieren und mit Sträuchern und Stauden kombiniert werden, um Kontraste bei Form und Farbe zu schaffen. Das Blau kriechender Säckelblumen oder von Rosmarin harmoniert wunderbar mit dem leuchtenden Rot der Zierquittenblüten. Auch mit Frühlingszwiebeln wie Narzissen oder Tulpen lässt sich die Zierquitte kombinieren, da ihre Blüte oft zeitgleich erscheint. Bei den Blättern schaffen die silbrigen Töne von Silbrigem Beifuß oder das purpurfarbene Laub von Blasenspiere (Physocarpus opulifolius) interessante Kontraste. Durch das Spiel mit Form und Höhe der benachbarten Pflanzen entstehen dynamische und attraktive Beete.
Die Zierquitte kann auch moderner in Szene gesetzt werden, im Topf oder auf der Terrasse. Ihre kompakte Größe und Winterhärte machen sie zur idealen Wahl für kleine Flächen. In einem großen Kübel kann sie mit Frühlingszwiebeln wie Träubel und Krokussen oder mit im Spätwinter blühenden Stauden wie Christrosen kombiniert werden. Diese sanfte Kombination ermöglicht es, von Februar bis Mai Blüten zu genießen.
Wer schließlich Mauern und Fassaden nutzen möchte, findet im Spalier der Japanischen Zierquitte eine raffinierte und dekorative Lösung. Sie lässt sich leicht an einer nach Süden oder Westen ausgerichteten Mauer formen und harmoniert besonders gut mit Winter-Jasmin (Jasminum nudiflorum), dessen leuchtend gelbe Blüte der Zierquitte vorausgeht. Die beiden Pflanzen lösen einander ab und sorgen vom Winter bis zum Frühjahr für eine durchgehende Blüte.
Die mit roten Knospen oder geöffneten Blüten besetzten Zweige der Zierquitte können auch geschnitten und in einer hohen Vase zu einem Strauß arrangiert werden, um den Innenraum mit einem Hauch wilder Natur zu schmücken. Diese in der Floristik sehr beliebte Praxis ermöglicht es, die Schönheit des Gartens auch drinnen zu genießen.
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