Schleimbeere im Topf kultivieren
Und herrlich duftende Winterblüte genießen
Inhaltsverzeichnis
Sarcococca: Immergrüner Strauch mit duftender Winterblüte. Tipps für die Pflege im Topf, auf Terrasse und Balkon.
Welche Sorten?
Es gibt etwa 15 Arten der Schleimbeere sowie einige Hybriden, die wegen ihrer Größe, aber auch wegen der Farbe ihrer Blüte ausgewählt wurden. Alle Arten wachsen langsam – ein Vorteil für die Kultur im Topf. Die Größe variiert je nach Art: von 60 cm bei den kleinsten Sorten bis maximal 2 m Höhe bei Sarcococca confusa. Alle Sorten unter 1,20 m eignen sich für die Kultur im Topf. Aufgrund ihrer geringen Größe eignen sich Sarcococca humilis und ihre Kultivare besonders gut dafür. Zu den am besten geeigneten Sorten zählen:
Sarcococca hookeriana var. humilis ‚Fragrant Valley‘ ist eine ganz neue Züchtung mit dichtem, kompaktem, kugeligem Wuchs. Ihr immergrünes, dunkelgrünes Laub wird von zahlreichen weißen und rosafarbenen Blüten bedeckt. Sarcococca hookeriana humilis ist eine weitere, ebenso interessante Zwergform.
Sarcococca hookeriana var. digyna ist eine sehr hübsche Form, die im ausgewachsenen Zustand höchstens 80 cm hoch wird. Sie zeichnet sich durch längere, biegsamere Blätter aus, die denen eines kleinen Ölbaums ähneln. Wie ihre Verwandten trägt sie kleine, stark duftende, cremeweiße Blüten.
Sarcococca hookeriana var. digyna ‚Purple Stem‘ wird nach vielen Jahren höchstens 1,20 m hoch und 1 m breit. Ihre stark duftende Blüte erscheint purpurrosa. Auch ihre purpurrosa gefärbten jungen Triebe unterscheiden sie von anderen Sorten.
Sarcococca ‚Winter Gem‘ hat die sehr dekorativen purpurfarbenen jungen Triebe der vorherigen Sorte geerbt. Der Strauch wächst sehr kompakt und wird in alle Richtungen nur 70 bis 80 cm groß. Er zeigt duftende weiße Blüten mit purpurrosa Zeichnung.

Sarcococca var. digyna ‚Purple Stem‘ und Sarcococca ‚Winter Gem‘
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Der Sarcococca hookeriana, ein sehr unauffälliger Strauch.Welche Topfgröße und Topfart?
Die Schleimbeere bildet schöne, buschige Horste und hat je nach Sorte eine dichte, kompakte bis ausgebreitete Wuchsform. Sie wächst sehr kräftig, auch im Kübel. Deshalb muss das Gefäß dem Strauch genügend Raum zur Entwicklung bieten. Die Höhe des Topfes hängt von der gewählten Sorte ab. Wählen Sie einen Topf, der mindestens doppelt so groß wie der Wurzelballen ist, also etwa 40–50 cm breit und tief. Er muss am Boden Abzugslöcher haben, damit Gieß- und Regenwasser ablaufen können. Mit zunehmendem Wachstum topfen Sie die Pflanze in ein etwas größeres Gefäß um.
Beim Material trocknet das Substrat in porösen Terrakottatöpfen schneller aus, sodass häufiger gegossen werden muss. Kunststofftöpfe sind deutlich leichter und günstiger und halten die Feuchtigkeit besser. Dieser Strauch bevorzugt durchlässige, aber frisch bleibende Substrate. Das ideale Material sollte daher etwas Feuchtigkeit speichern.

Topf aus Terrakotta oder Kunststoff – aber immer mit Abzugslöchern am Boden, damit das Wasser ablaufen kann
Welches Substrat?
Aus dem Unterholz stammend, schätzt die Schleimbeere in ihrer natürlichen Umgebung einen frischen, humusreichen und gut drainierten Boden. Sie fürchtet nur volle Sonne, besonders südlich der Loire, sowie kalkhaltigen Boden. Im Topf benötigt sie ein eher saures, frisches, aber nicht zu feuchtes und drainierendes Substrat. Staunässe verträgt sie nicht, da sonst ihre Wurzeln faulen können. Sie können sie in eine Mischung aus Blumenerde für Sträucher und Moorbeeterde pflanzen. Wenn Sie Gartenerde verwenden möchten, muss sie kalkfrei sein, da dieser Strauch Kalk nicht verträgt. Fügen Sie 10 bis 20 % Flusssand hinzu, um die Drainage zu verbessern. Wir empfehlen, eine Schicht aus Blähton, Lava oder Kies auf dem Topfboden auszubreiten, um erneut für eine gute Drainage zu sorgen und die Wurzeln zu schützen.
→ Alles über Substrate erfahren Sie in unserem Artikel: „Balkon, Terrasse und kleine Gärten: perfekte Blumenerde und Dünger für kleine Räume – die neuesten Innovationen“

Vor dem Einfüllen des Substrats muss eine Drainageschicht in den Topf
Lesen Sie auch
Schleimbeere: 5 KombinationsideenWann und wie pflanzen?
Die beste Pflanzzeit für eine im Container verkaufte Schleimbeere ist von Februar bis April oder von September bis November, nach den starken Frösten und großer Hitze. Vermeiden Sie außerdem schneereiche Zeiten. Für die Pflanzung benötigen Sie:
- Blähton oder Lava für eine gute Drainage am Topfboden
- Organisches Mulchmaterial, um den Wasserbedarf zu reduzieren und das Substrat frisch zu halten. Verwenden Sie bevorzugt Rinde oder Kiefernnadeln, die sich für diesen säureliebenden Strauch besonders eignen.
- Wässern Sie den Wurzelballen, indem Sie ihn etwa 30 Minuten lang tauchen
- Verteilen Sie im Boden des Topfes mit Abzugsloch eine 15–20 cm dicke Drainageschicht
- Füllen Sie den Topf zu etwa einem Drittel mit Substrat
- Lockern Sie den Wurzelfilz vorsichtig auf
- Setzen Sie den Strauch gerade in die Mitte des Topfes
- Füllen Sie mit dem restlichen Substrat auf, ohne den Hals zu bedecken
- Drücken Sie die Erde rund um den Stamm mit der Hand fest
- Gießen Sie reichlich
- Verteilen Sie das organische Mulchmaterial
Wo aufstellen?
Die Schleimbeere wächst natürlicherweise in feuchtem Unterholz und Wald und blüht auch im tiefen Schatten. Im Freiland verträgt sie kurzzeitig leichte Trockenheit, im Topf leidet sie jedoch schneller unter praller Sonne. Stellen Sie den Topf auf eine schattige Terrasse, geschützt vor kaltem, austrocknendem Wind, etwa nahe am Haus oder unter einem Fenster – so genießen Sie den Duft den ganzen Winter. Bis -15 bis -20 °C winterhart, bevorzugt sie das ozeanische Klima und gedeiht dank ihrer hohen Schadstofftoleranz auch in Stadtgärten.

Eine schattige Terrasse oder ein Balkon ist ideal für Ihre Schleimbeere im Topf
Pflege, Rückschnitt und Versorgung
Die pflegeleichte Schleimbeere verträgt Luftverschmutzung und ist weder krankheits- noch parasitenanfällig. Der Strauch ist pflegeleicht und anspruchslos. Im Freiland kultivierte Pflanzen kommen mit sehr wenig Pflege aus. Im Topf benötigen sie jedoch etwas mehr Aufmerksamkeit.
Gießen
Im Topf trocknet die Erde schneller aus als im Freiland. Kontrollieren Sie im Sommer regelmäßig die Wasserversorgung, damit das Substrat ausreichend frisch, aber nicht vernässt bleibt. Gegossen werden muss häufiger als bei Pflanzen im Freiland. Gießen Sie ein- bis zweimal pro Woche mit kalkarmem Regenwasser – bei Trockenheit und großer Hitze unbedingt häufiger. Achten Sie darauf, dass sich kein Wasser an den Wurzeln staut und das Substrat nicht zu stark austrocknet.
→ Alle Tipps zum Gießen von Topfpflanzen finden Sie in unserem Ratgeber
Rückschnitt
Aufgrund ihres langsamen Wachstums muss die Schleimbeere kaum geschnitten werden. Ein jährlicher Pflegeschnitt kann jedoch für eine harmonische Wuchsform sorgen. Schneiden Sie nach der Blüte mit einer Gartenschere leicht zurück und entfernen Sie Triebe, die ihre Symmetrie beeinträchtigen. Schneiden Sie auch zu lange, ungünstig platzierte oder abgestorbene Triebe heraus. Beachten Sie, dass Sie durch den Rückschnitt auf den dekorativen Fruchtschmuck verzichten.
Düngung
Im Topf verliert das Substrat schnell an Nährstoffen, da diese rascher aufgebraucht werden. Die Schleimbeere freut sich über eine Kompostgabe im Herbst, die Sie leicht in die obere Bodenschicht einarbeiten.
Überwinterung
Schleimbeeren sind recht winterharte Sträucher. Die meisten Arten vertragen Temperaturen von etwa -15 bis -20 °C. Sie können den Winter im Freien verbringen und müssen nicht überwintert werden. Im Topf kultivierte Pflanzen reagieren jedoch empfindlicher auf Kälte. Sinken die Temperaturen unter -15 °C, ist ein Winterschutz ratsam. Mulchen Sie vorsorglich ab Herbst den Wurzelbereich mit einer dicken Schicht organischem Mulch, um die Wurzeln warm zu halten. In Regionen mit sehr strengen Wintern stellen Sie den Topf besser in ein kaltes Gewächshaus oder einen hellen, ungeheizten Raum. Im Frühjahr können Sie ihn wieder ins Freie stellen.
→ Sie sind unsicher, welches Klima in Ihrer Region herrscht? Lesen Sie unseren Ratgeber zu Klimazonen und USDA-Zonen in Frankreich
Umtopfen
Ein Umtopfen kann alle 4–5 Jahre erforderlich sein. Wählen Sie dabei jeweils einen nur wenig größeren Topf. Jährlich im Herbst genügt ein Austausch der obersten Erdschicht. Dabei wird das ausgelaugte Substrat auf einigen Zentimetern durch nährstoffreiche Blumenerde ersetzt.

Blüte der Sarcococca var. humilis (© Megan Hansen)
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