Spätfröste, kalter Frühling: Was tun im Garten?
Wir warten auf Tauwetter…
Inhaltsverzeichnis
Frühling kann sehr kalt sein. Spätfröste im April oder Mai können Bäume, Sträucher, Stauden und Jungpflanzen schädigen. Was tun bei Frostschäden?
→ Hören Sie auch unseren Podcast:
Weißfrost und Schwarzfrost unterscheiden!
Kälte im Frühjahr bedeutet im Garten nicht immer Zerstörung. Ein wenig Morgenfrost richtet keinen (allzu großen) Schaden an. Stärkerer und länger anhaltender Frost kann jedoch schnell Schäden verursachen. Wir unterscheiden zwei Frostarten:
- Weißfrost: Er tritt am Ende der Nacht oder bei Tagesanbruch auf. Dabei sinkt die kalte, schwerere Luft am Ende der Nacht zu Boden. Dieses Phänomen ist am Ende des Winters und zu Beginn des Frühjahrs häufig. Weißfrost ist selten problematisch, da er nur wenige Stunden anhält und die Temperaturen nur knapp unter 0 °C liegen. Diese Frostart dringt nicht tief in das Gewebe ein, der Schaden bleibt daher begrenzt.
- Schwarzfrost: Jetzt wird es kritisch! Die Temperatur sinkt tiefer, oft unter -5 °C und über einen längeren Zeitraum: eine ganze Nacht oder manchmal mehrere Tage in Folge. Der Frost dringt in das Gewebe ein und lässt die Zellen platzen. Empfindliche Pflanzenteile (junge Triebe, junge Knospen, Blütenknospen …) werden unwiederbringlich geschädigt. Sie müssen mehrere Wochen warten, bis die schlafenden Knospen der Pflanze ebenfalls austreiben, bevor Sie etwas unternehmen.

Frost wird problematisch, wenn er stark ist und lange anhält
Lesen Sie auch
Pflanzen im Winter vor Kälte und Frost schützenWir denken voraus!
Im Garten
- Bringen Sie bei den frostempfindlichsten Pflanzen eine gute Mulchschicht aus: Laub, Stroh, Häckselgut oder sogar Karton – alles schützt den Pflanzenfuß vor Kälte;
- Häufeln Sie die Pflanzen an: Bei jungen Aussaaten oder Kartoffeln wirkt die Erde als Wärmedämmung;
- Töpfe und Pflanzgefäße werden hereingeholt: Pflanzen, die durch Spätfröste Schaden nehmen könnten, stellt man an einen kühlen (5 bis 10 °C), aber frostfreien, hellen und gut belüfteten Ort. Zum Beispiel in einen unbeheizten Wintergarten oder eine ausreichend helle Garage …;
- Stülpen Sie Glasglocken (notfalls aus Kunststoff) über junge Triebe im Gemüsegarten;
- Ein Wintervlies kann die Pflanzen retten: Für die ersten Aussaaten im Gemüsegarten eignet sich eine perforierte Abdeckfolie. Die empfindlichsten Pflanzen lassen sich vollständig mit einem Wintervlies oder einer Winterschutzhülle abdecken. Damit lassen sich höchstens 2 bis 3 °C gewinnen. Die luftdurchlässigen Vliesstoffe müssen entfernt werden, sobald die Temperaturen steigen. Also abends auflegen und morgens abnehmen;
- Vorsicht beim Gießen: Wasser, das sich im Boden staut, richtet besonders in schlecht drainierten Böden große Schäden an, sobald es gefriert, und zerstört die Wurzeln der Pflanzen. Wenn Sie gießen möchten, tun Sie dies morgens bei milderen Temperaturen (mindestens 3 oder 4 °C). So kann das Wasser vor dem nächsten Frost in den Boden oder das Substrat eindringen. Droht Frost, sollten Sie ansonsten keinesfalls gießen! Übrigens: Ein kleiner Tipp aus den nordischen Ländern, der manchmal auch von Obstbauern genutzt wird: Feines Sprühwasser mit sehr geringem Durchfluss kann Frostschäden verhindern, da die Tröpfchen beim Abkühlen und Gefrieren Wärme freisetzen. Das lässt sich zum Beispiel an einigen Topfpflanzen testen;
- Vermeiden Sie Pflanzen, die nicht zum Klima und Boden des Gartens passen: „die richtige Pflanze am richtigen Standort“. Eine frostempfindliche Staude im Gebirge oder einen mediterranen Strauch im Norden zu pflanzen, ist nicht sinnvoll. Auch der Boden beeinflusst die Winterhärte: Eine empfindliche Staude übersteht den Winter leichter in gut drainierter Erde als in einem Boden, der im Winter Wasser hält. → Wenn Sie unsicher sind, nutzen Sie PlantFit, die App für standortgerechtes Pflanzen.
- Wählen Sie Stauden mit spätem Austrieb sowie Bäume und Sträucher, die spät in der Saison austreiben. So vermeiden Sie viele Frostschäden.

Wintervliese – unverzichtbar!
Im Erwerbsanbau
- Heizöfen, Frostschutzheizungen und Kerzen: Diese Methode bleibt eher dem Erwerbsanbau (Obstbäume, Weinreben …) vorbehalten. In manchen Fällen, vor allem während der Blüte, setzen Erzeuger Heizkanonen, Heizgeräte oder große Kerzen zwischen den Pflanzen oder Bäumen ein, um die Temperatur etwas anzuheben;
- Versprühen von warmem Wasser oder Dampf im Weinbau;
- Beregnung: Das mag paradox erscheinen, doch eine dünne Eisschicht auf den Blütenknospen schützt diese vor Kälte. Diese heikle Methode bleibt jedoch Fachleuten vorbehalten.

Beregnung schützt Blütenknospen
Ruhig bleiben und nachdenken!
Frostschäden an Stauden, Bäumen und Sträuchern? Ruhig bleiben, nichts tun! Geduld ist des Gärtners Freund: Verbranntes erst schneiden, wenn neue Triebe sichtbar werden.
Lesen Sie auch
8 Sträucher: sehr winterhart und frostfestWir greifen ein!
Einige Tage nach dem Frost sind die geschädigten Teile der Stauden vertrocknet. Dann können Sie sie mit der Gartenschere oder Heckenschere zurückschneiden und warten, bis neue Triebe austreiben. Gießen Sie reichlich und geben Sie Kompost an den Fuß Ihrer Stauden, damit sie sich schneller erholen.
Nach mehreren Wochen treiben die schlafenden Seitenknospen von Bäumen, Sträuchern und verholzenden Kletterpflanzen anstelle der nun abgestorbenen Hauptknospen aus. Die neuen Triebe und Blätter entwickeln sich rasch. Erst dann können Sie die abgestorbenen, vertrockneten Teile zurückschneiden, die diesmal gut sichtbar sind.
Im Gemüsegarten und bei einjährigen Pflanzen sind vom Frost verbrannte Jungtriebe endgültig abgestorben. Dann sollten Sie andere Jungpflanzen setzen oder eine neue Aussaat vornehmen.

Frost an der Blüte einer Magnolie
- Abonnieren Sie
- Inhaltsverzeichnis
Dieses Formular ist durch reCAPTCHA geschützt – es gelten die Datenschutzbestimmungen und die Nutzungsbedingungen.
Kommentare