Star: Freund oder Feind im Garten?

Star: Freund oder Feind im Garten?

Star im Garten: Auswirkungen verstehen

Inhaltsverzeichnis

Geändert der 20. Januar 2026  durch Pascale 6 min.

Stare: Im Herbst fallen sie über Weinberge her, doch im Garten sind sie als Nützlinge bei der biologischen Bekämpfung von Schädlingen willkommen.

Schwierigkeit

Der Star: ein geselliger Vogel mit Imitationstalent

Der Star (Sturnus vulgaris) ist ein Singvogel aus der Familie der Stare, meist gedrungen gebauten Vögeln mit spitzem Schnabel und kurzem Schwanz.

Ein Vogel, der oft mit der Amsel verwechselt wird

Mit einer Körperlänge von 20 cm und einem Gewicht von 60 bis 90 g zeigt er im Sommer ein schwarzes Gefieder mit metallisch grünen und purpurfarbenen Reflexen, im Winter stärker beige und gelblich-weiß gesprenkelt. Sein insgesamt schwarzes Gefieder und vor allem sein gelber Schnabel führen dazu, dass er oft mit der Amsel verwechselt wird. Im Winter wird sein Schnabel grau. Männchen und Weibchen unterscheiden sich äußerlich nur wenig.

Star Gefieder

Das Gefieder des Stars wird im Winter beige gesprenkelt, sein Schnabel wechselt von Gelb zu Grau

Was seinen Gesang betrifft, nutzt der Star verschiedene Tonlagen. Sein als Potpourri geltender Gesang ist äußerst abwechslungsreich und besteht aus Zwitschern, Knarren und klaren Pfiffen … Er gehört zu den Vögeln, die bereits früh im Jahr singen, ab Januar oder Februar, etwa zur gleichen Zeit wie Amseln. Besonders bemerkenswert ist sein außergewöhnliches Talent zum Imitieren. Als regelrechter Klangschwamm nimmt er die Geräusche seiner Umgebung auf und gibt sie wieder. So kann er die Warnrufe von Amseln, die Rufe mancher Hoftiere und künstliche Geräusche aus seiner Umgebung nachahmen, etwa einen Klingelton oder knarrende und klappernde Gegenstände.

Der Star ist relativ standorttreu oder bei den nördlichsten Populationen Europas ein Teilzieher. Einige Populationen ziehen zum Überwintern in den Süden.

Eine erfolgreiche Fortpflanzung

Der sehr gesellige Star verlässt den Schwarm zur Fortpflanzung. Die Balz beginnt früh: Das männliche Tier versucht, das Weibchen (er ist monogam) mit Flügelschlägen und seinem langen, flötenden Gesang anzulocken. Nach der Paarung richtet das Männchen ein Nest ein und schmückt es in 3 bis 5 m Höhe. Als Höhlenbrüter baut der Star sein Nest in Löchern toter oder alter Bäume sowie in Hohlräumen alter Gebäude. Solche Nistplätze werden immer seltener und sind auch bei anderen Vögeln wie Meisen, Spechten und Kleibern begehrt. Die Konkurrenz ist daher groß.

Star Nestbau

Als Höhlenbrüter baut der Star sein Nest oft in einem Loch im Stamm

Ist ein Nistplatz gefunden, wird das Nest mit verschiedenen Materialien aus der Umgebung ausgepolstert, etwa frischen oder trockenen Blättern, kleinen Zweigen, Moos und Pflanzenfasern, aber auch künstlichen Materialien wie Schnur oder Papier. Das Weibchen legt 4 bis 6 Eier und brütet sie 12 bis 14 Tage allein aus. Nach dem Schlüpfen werden die Jungvögel von beiden Eltern gefüttert – allerdings nur bei der ersten Brut des Jahres, da das Männchen bei den folgenden Bruten fehlt – hauptsächlich mit tierischer Nahrung. Nach etwa 20 Tagen verlassen die Jungvögel das Nest, werden aber weiterhin von den Eltern gefüttert. Danach bilden sie mit anderen Jungvögeln neue Gruppen.

Stare brüten 2- bis 3-mal pro Jahr.

 

Sind Stare Schädlinge?

Der Star ist ein geselliger und allesfressender Vogel. Diese beiden Eigenschaften sorgen dafür, dass er oft als Schadvogel gilt.

Die Bildung der Schlafplätze ab Herbst

Außerhalb der Brutzeit, insbesondere ab September bis Februar oder März, versammeln sich die Stare jeden Abend zu großen Schlafgemeinschaften, die meist in weitläufigen Stadtparks liegen. So trotzen sie der Kälte, haben etwas Licht, entkommen aber vor allem Fressfeinden wie dem Wanderfalken oder dem Sperber. Diese nächtlichen Ansammlungen sind der Grund für die beeindruckenden und lauten Vogelschwärme, die sich vor Sonnenuntergang in gewellten Formen über den Himmel bewegen. Nicht selten zählen diese Balztänze jedes Jahr Tausende von Staren, wenn im Herbst die Jungvögel zum Schwarm dazustoßen. Zu dieser Zeit erreichen die Schlafplätze auch zahlenmäßig ihren Höhepunkt. Denn die kleinen Schlafgemeinschaften, die sich im Frühjahr und Sommer aus wenigen Vögeln zusammensetzen, schließen sich im Herbst zusammen.

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Stare versammeln sich am Vorsammelplatz

Konkret treffen sich die Vögel jeden Abend an Vorsammelplätzen, erhöhten Standorten wie Stromleitungen, auf denen sie sich niederlassen. Bei Einbruch der Dunkelheit fliegen sie dann gemeinsam zum Schlafplatz, den sie bei Tagesanbruch verlassen, um auf Nahrungssuche zu gehen.

Ein Vogel, der für Ärger sorgt

Natürlich verursachen diese Vogelschwärme, die sich in den großen Bäumen städtischer Parks niederlassen, zahlreiche Probleme – sowohl durch Lärm als auch durch Geruch. Denn die Zehntausenden Vögel zwitschern lautstark und koten reichlich, sodass sich die Ausscheidungen auf Autos und Gehwegen ablagern. Abgesehen von den ästhetischen und hygienischen Problemen können die Hinterlassenschaften der Stare potenziell Pathogene und Krankheiten wie Salmonellen übertragen.

In manchen Großstädten sorgen Stare bei Anwohnern und Verantwortlichen für großen Unmut, ohne dass diese immer wissen, wie sie vorgehen sollen.

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Bei Einbruch der Dunkelheit versammeln sich die Stare, um zu ihren Schlafplätzen zu fliegen

Doch Stare sorgen nicht nur in Städten für Ärger! Tagsüber verlassen sie die Städte auf Nahrungssuche. Häufig erobern diese Vogelschwärme Obstgärten, Äcker, Maissilos oder Weinberge. Denn der Star ist ein Allesfresser und ernährt sich von Insekten ebenso wie von Samen, Früchten und Beeren. Besonders gern frisst er Weintrauben und Kirschen. Eine weitere Gelegenheit, sich unter Winzern, Landwirten und Obstbauern Feinde zu machen …

Stare aus Städten, Obstgärten und Weinbergen fernhalten?

In manchen Départements als „schädliche Art“ eingestuft, darf der Star dort gefangen und geschossen werden (außer in Nestern). Die LPO empfiehlt jedoch, die abendlichen Vogelbewegungen von Oktober bis Ende Februar zu beobachten, um ihre Ansiedlung vorherzusehen. So lassen sie sich möglicherweise durch eigens eingerichtete Bereiche umlenken.

Wenn die Stare ihren Schlafplatz bereits gefunden haben, ist Vergrämung die beste Lösung, um sie zu vertreiben. Die akustische, visuelle und biologische Vergrämung (mit Bussard oder Falke) muss dabei über mehrere Tage nach einem genauen Protokoll erfolgen. Aufgeschreckte Vogelschwärme werden jedoch lediglich umgesiedelt und lassen sich andernorts nieder. Ziel ist daher, sie in Gehölzen abseits der Siedlungen und in der Nähe ihrer Vorsammelplätze anzusiedeln.

In Weinbergen, Obstgärten und auf Feldern werden visuelle und akustische Vergrämer am häufigsten eingesetzt und sind am wirksamsten. Dafür müssen die Vergrämer regelmäßig verändert und versetzt werden, da sich die intelligenten Vögel sehr schnell daran gewöhnen. Andere Fachleute verwenden Schutznetze, die vorsichtig vor der Reife der Früchte angebracht werden.

Star Schäden

Der Star liebt Kirschen

Die Lösungen mit visuellen Vergrämern und Vogelschutznetzen lassen sich problemlos im heimischen Garten einsetzen, um Obstbäume und Weinreben vor dem Appetit der Stare zu schützen.

 

 

Nützlicher Star im Garten: So locken Sie ihn an?

Vor allem während der Brutzeit steigt der Star wieder im Ansehen der Menschen – insbesondere bei Gärtnern, Obstbauern und Winzern … Denn um seine hungrige Brut zu versorgen, macht sich der Star auf die Suche nach Insekten. Und er ist ein äußerst gefräßiger Jäger all jener Insekten, die Gemüse und Obstbäumen schaden können. So stehen beim Star zahlreiche Larven und Raupen, Würmer, Blattläuse, Engerlinge, kleine Wirbellose und Spinnen auf dem SpeiseplanAuch Schnaken lässt er sich schmecken – jene großen Mücken, die auch als „Langbeinmücken“ bezeichnet werden und deren Larven Gemüsekulturen schädigen können. Kurzum: Im Gemüsegarten oder sogar im Obstgarten ist er herzlich willkommen, denn Obstbäume sind häufig anfällig für Schädlingsbefall.

Wenn Sie den Star also eher als nützlichen Helfer bei der biologischen Bekämpfung von Schädlingen denn als Feind betrachten, können Sie ihn mit ein paar kleinen Aufmerksamkeiten in Ihren Garten einladen:

  • Futter auf dem Boden ausstreuen, denn der Star frisst gewöhnlich nicht an den Futterhäuschen, die von den anderen Gartenvögeln besucht werden. Saatenmischungen können Sie auf den Boden oder in eine kleine, leicht zu reinigende Schale streuen.
  • Beerensträucher pflanzen, deren Früchte der Star besonders liebt. Vielleicht wenden sich die Vögel dann von Ihren Kirschen, Feigen, Weintrauben, Johannisbeeren oder Erdbeeren ab, die sie ebenfalls genüsslich verspeisen? Sie können Hecken aus Beerensträuchern anlegen, etwa aus Hartriegel (Cornus), Weißdorn (Crataegnus), Schneeball (Viburnum), Felsenbirne, Holunder (Sambucus), Stechpalme (Ilex), Eberesche (Sorbus), Holzapfel (Malus sylvestris), Schwarzem Maulbeerbaum (Morus nigra), Vogelkirsche (Prunus avium) oder Wildpflaume (Prunus insititia) …
  • Nistkästen aufstellen. Der Star ist ein Opportunist und kann in ein altes Nest des Buntspechts oder der Kohlmeise einziehen. Deshalb können Sie ihm recht einfache, aber geschlossene Nistkästen anbieten – in einer Astgabel oder noch besser in der Höhle eines alten Baumes.

    étourneau arbustes à baies

    Stare lieben Beeren ganz besonders

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Star (Sturnus vulgaris)