Unkraut im lichten Rasen: Was tun?
Unkraut auf kahlem Rasen im Sommer loswerden
Inhaltsverzeichnis
Unkraut im Rasen ist seit dem Verzicht auf Pflanzenschutzmittel weit verbreitet. Manche stört es nicht, andere wollen nicht, dass es einen durch wiederkehrende Trockenheit geschwächten Rasen erobert.
Wie wird man Unkraut los, wenn der Rasen bereits arm oder lückenhaft ist? Unsere Tipps im Artikel!

Nach einem trockenen Sommer helfen mehrere Maßnahmen, den Rasen zu retten und ihn weniger anfällig für Unkraut zu machen
Warum ist mein Rasen voller Unkraut?
Selbst bei fachgerechter Aussaat und Pflege des Rasens können nach einiger Zeit die gefürchteten Unkräuter auftauchen. Moos entsteht oft durch sauren Boden, Nährstoffmangel und schlechte Drainage an schattigen Standorten oder durch mehrere leicht behebbare Faktoren. Unkraut auf einem lückigen Rasen ist jedoch deutlich komplizierter.
Im Boden befindet sich eine große Menge ruhender Samen. Störungen wecken sie auf, denn sie können jahrzehntelang unbemerkt im Boden überdauern. Das gilt besonders für Kuhblume und Wegerich, die pro Pflanze bis zu 10.000 Samen jährlich bilden können. Schwindelerregend!
Jedes Unkraut hat seine Besonderheiten bei der Ausbreitung. Grundsätzlich lassen sie sich in zwei Gruppen einteilen: kriechende Arten und solche, die sich selbst aussäen (zumindest fast – mit Hilfe von Wind, Vögeln oder … Bewässerung!).
- kriechende Pflanzen mit Ausläufern, Rhizomen oder ausläuferbildenden Wurzeln wie Quecke, die bis zu 10 Jahre im Boden überdauern kann, Batate, Brennnessel, Schachtelhalm …
- selbstaussäende Arten: typisch sind Kuhblume und ihre Hunderte von fliegenden Achänen, die sich etwas weiter entfernt wieder absetzen.
Ihre Ausbreitung hat mehrere Ursachen: vor allem verdichteter Boden, Trockenheit mit kahlen Stellen und zu kurzer Rasenschnitt, der den Rasen schwächt und allen keimenden Samen mehr Licht verschafft. Auch eine zu dünne Aussaat kann die Ausbreitung fördern, da sie viele freie Flächen hinterlässt. Denken wir daran: Die Natur verabscheut Leere!
Von da an beginnt ein Teufelskreis. Der Rasen wird schwächer, kahle Stellen nehmen zu und machen Wasser und Licht für all diese lebenshungrigen Samen besser zugänglich. Sie keimen, und ihr tiefes oder ausgebreitetes Wurzelsystem konkurriert mit dem Rasen …

Auf trockenem, nährstoffarmem und lückigem Rasen sind Unkräuter im Sommer ein Ärgernis
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Wie wir wissen, machen es sich Unkräuter auf geschwächten Rasenflächen schamlos bequem und lassen uns ratlos und perplex zurück, wie wir damit umgehen sollen. Wir wollen Sie nicht anlügen: Wenn Sie diese unerwünschten Gäste nicht mehr sehen möchten, müssen Sie Hand anlegen – und das Ergebnis wird nicht unbedingt Ihren Erwartungen entsprechen.
1. Blütenstände abschneiden
Besonders im Sommer wächst der Rasen während Hitzewellen kaum noch weiter: Man mäht ihn also nicht mehr. Die Unkräuter wachsen jedoch weiter, blühen teilweise und bilden unter Sonne und Wärme rasch Samen.
In diesem Fall gibt es nur eine Lösung: Entfernen Sie alle weiß und flauschig gewordenen Blütenstände, die voller Samen sind und diese beim kleinsten Windstoß zu Hunderten verbreiten können. Schneiden Sie sie mit einer scharfen Schere oder Gartenschere ab und sammeln Sie sie in einem Eimer, damit sie sich nicht noch weiter verteilen. Andernfalls würden sie auf den Boden fallen und wären noch schwieriger aufzusammeln. Lassen Sie sie außerdem nicht vor einem angekündigten Gewitter liegen – das wäre eine radikale Methode, um ihre weitere Ausbreitung zu fördern.
Natürlich gehört dieses Pflanzenmaterial nicht vollständig auf den Kompost. Dennoch sei es hier noch einmal erwähnt – und ein guter Anlass, Pascales Tipps nachzulesen: Welche Abfälle gehören nicht auf den Kompost?.

Die Samen (Achänen) mancher Unkräuter werden vom kleinsten Windstoß davongetragen: Besser, man schneidet sie ab
2. … doch Unkraut ausstechen
Unkraut zu entfernen, sollte man oft auf später verschieben – oder zumindest auf die Zeit nach einem kräftigen Regen, der das vollständige Herausziehen von Pflanzen mit langen, tief in den Boden reichenden Wurzeln ermöglicht. Sie von Hand samt Wurzeln auszureißen, ist an sich eine mühsame Arbeit (zum Glück gibt es Unkrautstecher!), aber für alle unverzichtbar, die kein einziges unerwünschtes Kraut auf ihrem Rasen dulden.
3. und vor allem … den Rasen stärken
Schwierig wird es bei Unkräutern, die sich durch kriechende Ausläufer über oder unter dem Boden ausbreiten, sowie bei allen Eindringlingen mit tiefen Wurzeln, etwa Sauerampfer und Kuhblume. Sie müssen eingedämmt werden, indem Sie Ihren Rasen pflegen. Wenn Sie eine Rasenfläche ab dem folgenden Herbst stärken, lässt sich diese Art von Unkraut eindämmen. Andernfalls muss der Rasen immer häufiger und womöglich kürzer gemäht werden – was Sie besonders in den heißesten Monaten vermeiden sollten. Denn so beginnt alles von vorn: Der Rasen wird geschwächt.
Diese drei Maßnahmen sollten daher mit einem höheren Rasenschnitt (zwischen 7 und 8 cm) einhergehen. Auf Dauer fördert er die Wurzelbildung und eine bessere Widerstandsfähigkeit des Rasens im Sommer.
Wie lässt sich der Rasen stärken? Das erklären wir Ihnen im folgenden Abschnitt ausführlich!
Angriffsplan: 5 Schritte zur Rasensanierung
Nachdem Sie das Unkraut weitgehend entfernt haben, stehen fünf Maßnahmen an: Belüften, Vertikutieren, Nachsäen, Rasen-Topdressing und Düngen. Warum? Eine stark verunkrautete Rasenfläche muss aufgelockert und mit Nährstoffen versorgt werden. Indem Sie die Gräser mit Nährstoffen versorgen, wird der Rasen dichter und kräftiger. Ein gesunder Rasen wirkt dabei mechanisch als Barriere gegen die Ansiedlung unerwünschter Pflanzen.
Das Belüften ist vor allem bei verdichtetem und festgetretenem Boden sinnvoll. Dazu wird der Boden entweder aerifiziert oder mit Nagelschuhen begangen.

Das Vertikutieren, über das wir hier ausführlicher sprechen (Wie vertikutiert man den Rasen?), erfolgt selbstverständlich, bevor Unkräuter Samen bilden. Dabei wird der Boden aufgeraut und von Rasenfilz befreit, damit er mit Sauerstoff versorgt wird und die folgenden Behandlungen und Pflegemaßnahmen optimal aufnehmen kann – ähnlich wie ein Peeling für die Haut!
Beim Topdressing werden die Gräser erneut mit Nährstoffen versorgt. Mit spezieller Rasenerde lässt sich verhindern, dass das Unkraut massenhaft zurückkehrt: Ein nährstoffreicherer Boden ist für viele unerwünschte Pflanzen weniger attraktiv, da sie meist unter nährstoffarmen Bedingungen wachsen.
Das Nachsäen zur gleichen Zeit schließt lichte oder völlig kahle Stellen. Lässt man den Boden offen, wächst dort nichts nach – oder nur Unkraut. Die Maßnahme erfolgt im Spätsommer oder Frühherbst, wenn die Temperaturen noch mild sind, mit einer speziellen schnell keimenden Rasenmischung zur Renovierung oder Nachsaat. Virginie erklärt dies ausführlich in ihrem Artikel Rasen nachsäen.
Die Herbstdüngung soll den Rasen schließlich verdichten, indem sie die Wurzeln der Gräser stärkt. Der richtige Zeitpunkt ist gekommen, wenn die Niederschläge wieder einsetzen und die Außentemperatur zwischen 12 und 22 °C liegt – wie bei einer Rasenaussaat. Dieser Konkurrenzeffekt, während das Unkraut an Wuchskraft verliert, bildet die letzte Abwehrmaßnahme. Wählen Sie im Handel erhältlichen Rasendünger mit der Kennzeichnung „Spezial Herbst“, der bereits ab Sommer erhältlich und reich an Phosphor und Kalium ist, etwa NPK 3-6-12 oder 5-10-20, in einer Menge von 20 bis 30 g/m².
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Kehren wir zur Typologie der Unkräuter zurück, um das Problem anzugehen, bevor der Rasen buchstäblich überwuchert ist.
Unkräuter sind in allen Regionen ähnlich, unterscheiden sich jedoch je nach Bodenart. Sie wachsen, wie man deutlich sieht, in der Sonne besonders gut – genau dort, wo unser Rasen bevorzugt wächst. Wer sie gut kennt, versteht besser, warum sie sich so zahlreich ansiedeln. Das ist entscheidend, um gezielt vorzubeugen und den Rasen rechtzeitig zu schützen.

Blüten von Wegerich, Batate, Gänsedistel und Klee
Hier eine Übersicht der wichtigsten Rasenunkräuter und Maßnahmen zu ihrer Bekämpfung:
| Unkraut | Ursache, Bodenproblem | Auswirkungen auf den Rasen | Verbreitungsart | Was tun? |
| Gewöhnliche Braunelle | Trockener, nährstoffarmer, oft kalkhaltiger Boden im Halbschatten | Mäßige, aber hartnäckige Konkurrenz | Samen und Ausläufer | Von Hand samt Wurzel ausreißen. Hoch mähen, um die Blüte zu begrenzen, und den Rasen zur Stärkung düngen. |
| Quecke |
Verdichteter, trockener, oft lehmiger Boden
|
Ausläuferbildende Wurzeln ersticken den Rasen | Rhizome (sehr widerstandsfähig) |
Samt Wurzel ausgraben. Vor der Nachsaat mit einer Sonnenschutzplane abdecken. Natürliches Herbizid nur als letztes Mittel. Sie gehört neben der Batate zu den am schwersten zu bekämpfenden Unkräutern. |
| Gänsedistel | Leichter, sandiger, trockener Boden | Wächst schnell und konkurriert um Wasser | Samen (Wind) | Vor der Blüte ausreißen. Hoch mähen, um den Lichteinfall zu begrenzen. |
| Batate | Nährstoffarmer, schwerer Boden, oft am Rand | Erstickt den Rasen mit kriechenden Ausläufern | Ausläufer und Samen | Wurzeln ausgraben (bis zu 2 m lang!). Vor der Nachsaat abdecken. |
| Wegerich | Verdichteter, feuchter, häufig betretenen Boden | Breite Blätter ersticken den Rasen | Klebrige Samen | Mit einem Unkrautstecher ausstechen (tiefe Pfahlwurzel). Zur Belüftung des Bodens vertikutieren. Betreten vermeiden. |
| Kuhblume | Nährstoffarmer, trockener, oft saurer Boden | Gelbe Flecken, starke Konkurrenz | Samen (Wind, sehr fruchtbar) | Blüten abschneiden, bevor sie Samen bilden. Samt Wurzel ausreißen (10–20 cm lange Pfahlwurzel). Dicht nachsäen, um Lücken zu schließen. |
| Weiß-Klee | Stickstoffarmer, trockener Boden | Grüne Flecken, lückiger Rasen | Ausläufer und Samen | Von Hand ausreißen oder hoch mähen, um ihn zu schwächen. Den Rasen zur Förderung düngen. |
| Wilder Sauerampfer | Saure, kalkarme Böden | Breite Blätter ersticken den Rasen, starke Konkurrenz | Samen und kräftige Wurzeln | Pfahlwurzel ausreißen. Überdüngung mit Stickstoff vermeiden. Regelmäßig mähen, um die Pflanze zu schwächen. |
| Kriechender Hahnenfuß | Schwere, lehmige und verdichtete Böden | Ausläuferbildende Ausläufer breiten sich stark aus und ersticken den Rasen durch dichte Teppiche | Ausläufer und Samen | Von Hand ausreißen und alle Ausläufer entfernen. Vor der Nachsaat abdecken. Hoch mähen, um die Pflanze zu schwächen. |
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Zum Abschluss behandelt Ölbaum in seinem Artikel Bioindikatorpflanzen, zu denen auch einige der häufigsten Unkräuter gehören, die in unseren Rasenflächen wachsen, das Thema: Boden mithilfe von Bioindikatorpflanzen bestimmen. Auch Pascale spricht darüber in Bioindikatorpflanzen: Was ist das?
Alle kleinen Probleme unserer Rasenflächen werden in unserer Rubrik Rasen behandelt.
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