Verblühte Blumen als Winterschmuck
Zarte, dekorative Blüten für die kalte Jahreszeit
Inhaltsverzeichnis
Manche verblühten Blumen sollte man beim Einzug des Herbstes besser nicht zu stark zurückschneiden … Mit den ersten Frösten verleihen sie dem Garten eine unvergleichliche Anmut und zaubern auch im Herbst und Winter, wenn er unter der Kälte zu erstarren beginnt, zusätzlichen Charme. Im schrägen Licht der kürzeren Tage wirken diese Blumen besonders zauberhaft. Sie durchlaufen verschiedene Stadien und verändern dabei ihre Farben: Oft werden sie pergamentartig, bis sie bei manchen schließlich braun oder schwarz sind. Blütenstände als Ähren, Trugdolden, Schirmtrauben oder Dolden, Ährchen bei Gräsern, manchmal sogar zu Früchten verwandelt … sie alle verleihen dem Garten von Oktober bis März Zartheit und eine starke Präsenz. Blütenstände in Kelchform oder mit Hohlräumen bieten zudem kleinen Gartentieren ein geschütztes Winterquartier.
Es gibt robuste Blumen, die vom Herbst bis in die langen Wintermonate hinein schön bleiben, und etwas empfindlichere, die sich hervorragend für wunderschöne Trockensträuße im Haus schneiden lassen.
Entdecken wir die schönsten unter ihnen: dekorativ und äußerst fotogen!

Hortensien, Klette, Knoblauch und Wilder Fenchel
Hortensien
Wie schön, Hortensien im Winter ein zweites Leben im Garten zu schenken! Während manche Gärtner amerikanische Hortensien (Hydrangea paniculata und Hydrangea arborescens) bereits im Herbst stark zurückschneiden, sollten Sie die schönen, oft beige oder ockerfarbenen Blütenstände besser lange stehen lassen. So füllen sie vor allem in großen Beeten die Lücken und kommen in der Wintersonne oder bei Frost besonders schön zur Geltung.
Die klassischen Hortensien mit großen Blütenkugeln, Hydrangea macrophylla, zeigen im Herbst oft schöne grüne bis violette Farbtöne, die eine Weile erhalten bleiben. Auch auf sie sollten Sie im Garten nicht verzichten, selbst wenn Sie aus den schönsten Blüten trockene Sträuße für eine charmante Note im Haus zusammengestellt haben. Ein Rückschnitt schützt zudem die Knospen für den Frühling.

Die Hydrangea paniculata ‚Annabelle‘ bilden einen schönen Kontrast zu einem Rosmarin (©Gwenaëlle David)
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SamenständeZiergräser
Ziergräser zählen im Herbst, wenn sie auf ihrem Höhepunkt sind, aber auch im Winter zu den großen Vorzügen eines Gartens! Mit ihren leuchtenden, zarten Farben in Weiß oder Elfenbein und ihrer Textur – seidig oder luftig wirkende Ährchen, die wie Besen im Wind tanzen, oder dekorative Ähren – verleihen sie ihm unendliche Anmut. Alle fangen das Licht im Winter wie kaum eine andere Pflanze ein und behalten lange ihre attraktive Form. Sie sind die poetische Ergänzung für Wintergärten oder „winter gardens“.
Unverzichtbare Ziergräser: Miscanthus sinensis und seine zahlreichen Kultivare in unterschiedlichen Wuchshöhen, Calamagrostis mit dem herrlichen Diamant-Reitgras sowie der kupferrot gefärbte Andropogon gerardii ‚Prairie Sommer‘ …

Miscanthus sinensis und Calamagrostis brachytricha
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Sedum oder Fetthennen
Unter den letzten Blüten des Spätsommers zählen Fetthennen zu den eindrucksvollsten – dank ihrer langen Blütezeit, der aus winzigen Blüten bestehenden Dolden, ihrer zarten Farbtöne von Hell- bis Dunkelrosa und ihrer Bienenfreundlichkeit.
Wenn das schöne fleischige Laub im November oder Dezember verschwunden ist, nehmen die Blüten, sofern man sie stehen lässt, durch Regen und Kälte einen braunen, an verbranntes Brot erinnernden Farbton an. Diese dunkle Farbe gefällt nicht allen Gärtnern. Dennoch setzt sie wie das Brandkraut einen interessanten Kontrast im Beet, während die anderen Stauden in die Dormanz gehen. Dunkle Fetthennen kommen unter einer feinen Reif- oder Schneeschicht besonders schön zur Geltung.
Hier geht es um die großen Fetthennen, etwa Sedum spectabile sowie beliebte Sorten wie Sedum ‚Matrona‘ oder ‚Autumn Joy‘. Sie wachsen in sehr gut durchlässigem Boden an sonnigen oder leicht halbschattigen Standorten.

Sedum spectabile ‚Autumn Joy‘ (© Rosewoman)
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Zierlauch: Soll man verblühte Blüten abschneiden?Die Möhre und das Zahnstocher-Ammei
Wildblumen aus der Familie der Doldenblütler machen sich wunderbar in naturnahen Gärten. Ihre flachen oder gewölbten Doldenblüten mit ihrer zugleich flauschigen und luftigen Wirkung verleihen Wiesen und Bauerngärten einen sehr natürlichen Stil. Oft sind sie weiß oder, wie beim Wilden Fenchel, gelb. Sie wachsen in der Sonne und kommen zudem mit armen, trockenen, ja sogar lehmigen Böden zurecht.
Neben ihrem Wert für Bienen und ihrer ländlichen Ausstrahlung sind sie auch nach der Blüte wunderschön: Dann ziehen sich die Blüten wie kleine spitz zulaufende Säckchen zusammen, verholzen dabei und nehmen eine leicht rostbraune Karamellfarbe an. Zu den schönen Blumen, die man im Winter stehen lassen sollte, gehören die Wilde Möhre oder Daucus carota ‚Dara‘, die mit ihren rosafarbenen Sommerblüten besonders dekorativ ist, sowie die hohe und stattliche Ammi visnaga. Diese Blumen sind im Garten ebenso schön wie in frischen oder getrockneten, ländlichen Sträußen, denen sie Leichtigkeit verleihen!

Die Wilde Möhre im Winter sowie rechts im Frühling, in Knospe und geöffnet, ganz in Weiß
Brandkraut
Mit ihren gelben, etagenförmig angeordneten Blüten (sogenannten Wirteln) an hohen, kräftigen Stängeln sorgen Phlomis im späten Frühjahr für einen unverkennbar sonnigen Akzent. Das Laub reicht je nach Art von zartem Grün bis Graugrün – beim Phlomis russeliana oder beim Phlomis fruticosa.
Wenn der Herbst endgültig Einzug gehalten hat, verliert die Pflanze ihr Laub und färbt sich dunkelbraun – wie kleine Antennen. Die Silhouette der Phlomis und ihre Fruchtstände (im Englischen spricht man von „Seedheads“, ein bei Phlomis besonders passender Begriff), die regelmäßig an den geraden Stängeln sitzen, machen den besonderen Reiz dieser Staude im Garten aus. Das Dunkelbraun kontrastiert wunderbar mit hellen, luftigen Gräsern, wie im folgenden Beispiel. Schneiden Sie Phlomis daher erst im Spätwinter zurück, um ihre geheimnisvolle Schönheit mitten im Winter zu genießen – noch berührender, wenn sie von einer feinen Schneeschicht bedeckt ist!

Samos-Brandkraut
Waldreben
Clematis gehören vielleicht zu den überraschendsten Blüten dieser Auswahl: Nach ihrer herrlichen Sommerblüte durchlaufen manche eine letzte, bemerkenswerte Verwandlung. Die Blüte verwandelt sich in einen zerzausten, schneeweißen, weichen und seidenen Puschel – etwa bei Gold-Waldreben, Clematis vitalba, Clematis terniflora oder Clematis koreana.
Es handelt sich um das letzte Stadium der Blüte: die Umwandlung in Früchte, genauer gesagt Achänen. Nach ihrer Reife entstehen daraus diese kleinen, federartigen, ungewöhnlichen und sehr dekorativen Kugeln. Ihre federleichte Textur wird durch die hindurchscheinenden Lichtstrahlen besonders schön hervorgehoben.

Clematis koreana
Sonnenhut
Sonnenhüte und Rudbeckien verzaubern mit warmen Farben bis in den Frühherbst den Garten. Verblüht und ohne Blütenblätter behalten sie ihr Blütenkörbchen, das Blütenzentrum, meist einen großen, hervorstehenden Kegel, der tiefschwarz geworden ist. In Gruppen gepflanzt, sorgen diese Blumen im Winter für einen zauberhaften Anblick, wenn ihre Anhängsel eine Vielzahl schwarzer Pompons bilden. Auch sie werden durch das Winterlicht und verschneite Tage besonders hervorgehoben, wenn weiße Schneekugeln die Kegel bedecken!

Winterzauber auf den schwarzen Kegeln von Echinacea purpurea
Physalis oder Lampionblume
Die Physalis peruviana trägt zwei bezeichnende Spitznamen, die auf ihre einzigartige Schönheit hinweisen: Lampionblume oder Blasenkirsche. Sie beziehen sich auf die Fruchtbildung, die im Spätsommer aus den eher unscheinbaren weißen Blüten hervorgeht. Hier interessieren uns also eher die Früchte als die Blüten. Wir nehmen sie dennoch in diese Auswahl auf, denn ihre Färbung ist im Herbst im Garten absolut bemerkenswert und einzigartig: Die laternenförmige Kapsel zeigt eine äußerst dekorative orangerote Farbe. Da die Membran jedoch sehr dünn ist, wird sie bei reichlichem Herbstregen schnell beschädigt und welk.
Die Lampionblume ist daher im Herbst im Garten interessant. Sie sollte eher geschnitten und für einen Trockenstrauß oder als weihnachtliche Tischdekoration zusammen mit Tannenzapfen verwendet werden, um eine märchenhafte Stimmung zu schaffen.

Die kleinen Lampions der Lampionblume auf dem Höhepunkt ihrer Schönheit
Silberblatt oder Einjähriges Silberblatt
Silberblatt (Lunaria annua) ist zweijährig, Lunaria rediviva eine Staude. Zarte, flache Schoten schmücken Garten und Trockensträuße.
Mohn und Braut
Echte Naturjuwelen: Mohn- und Braut-Kapseln bleiben auch nach der Blüte dekorativ – im Garten oder als edle Trockensträuße.
Karde (Dipsacus) und Disteln
Wilde Karde und Kugeldisteln wirken mit ihren stacheligen Blütenköpfen und mauvefarbenen Blüten bereits im Sommer dekorativ. Sie machen sich hervorragend in naturnahen, etwas wilden Gärten. Die Wilde Karde nimmt eine strohgelbe Farbe an und wird durch ihren Wuchs (oft 1,50 m hoch) im Winter zum Blickfang, da sie sich elegant von der Landschaft abhebt. Auch Mannstreu – Eryngium und Echinops – ist in der kalten Jahreszeit bemerkenswert, vor allem größere oder ungewöhnliche Arten wie Eryngium yuccifolium oder Eryngium planum. Bei manchen Kugeldisteln ist jedoch Vorsicht geboten: Ihre Kugeln zerfallen etwas zu schnell und behalten nicht die gewünschte Festigkeit für den Wintergarten.

Die Wilde Karde mit ihrer charakteristischen Silhouette
Allium, Engelwurz und Schmucklilie
Die kugeligen Doldenblüten von Allium, Engelwurz und Liebesblume bilden auch nach dem Verblühen schöne Silhouetten, wenn sie in der Sonne mit ihren perfekten Strahlen glänzen.
Liebesblumen sind am schönsten, wenn sie ihre Samen fallen gelassen haben und ihre sehr feinen Blütenstiele sichtbar werden. Engelwurz (Angelica archangelica) bezaubert, wenn die braun gewordenen Samen noch an den Stielen hängen und den letzten Frösten trotzen. Allium blüht meist im Frühling, sodass seine hübschen Blütenköpfe schon einiges erlebt haben… Wählen Sie robuste Sorten mit großen Blüten, zum Beispiel Allium christophii oder Allium ‚Ambassador‘. Bewahren Sie auch einige Allium für Trockensträuße auf…
→ siehe auch 10 Pflanzen mit Doldenblüten: die schönsten Sorten,

Verblühte Engelwurz, Allium und Liebesblume
... und viele weitere Schönheiten!
Weniger beachtet: Viele weitere Blütenstände verändern sich und sorgen im Garten für schöne Effekte, besonders bei Frost oder Schnee: Seidenpflanze, Arzneiehrenpreis, Storchschnabel, Goldrute, Küchenschelle, Farfugium, Klette, Steppenschleier, Großes Perlkörbchen, Garbe …
Entdecken Sie auch Pierres winterlichen Garten mit seinen poetischen Samenständen!

Goldrute, Pelargonie, Küchenschelle, Virginischer Arzneiehrenpreis und Farfugium
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