Zwergkirschbäume für Balkon, Terrasse und kleine Gärten

Zwergkirschbäume für Balkon, Terrasse und kleine Gärten

Kompakte Sorten für kleine Flächen und Töpfe

Inhaltsverzeichnis

Geändert der 15. Juni 2025  durch Marion 7 min.

Kirschbäume sind beliebte, winterharte Obstgehölze. Zwergsorten wachsen auch im kleinen Garten oder Topf auf Terrasse und Balkon. Sorten und Pflegetipps.

Schwierigkeit

Vorteile von Kirschbäumen im Garten

Kirschbäume sind unkomplizierte Obstgehölze. Sie sind bis -20 °C winterhart und lassen sich daher in allen Regionen Deutschlands kultivieren. Sie tolerieren verschiedene Bodentypen und wachsen sowohl in saurer als auch in kalkhaltiger Erde. Diese sollte jedoch leicht und gut durchlässig sein, damit Wasser abfließen kann und nicht stehen bleibt. Schwere, staunasse Böden vertragen Kirschbäume nicht. Sie benötigen nur wenig Pflege und zeigen sich recht krankheitsresistent. Damit sind sie ein interessantes Obstgehölz für Anfänger.

Doch Kirschbäume haben noch weitere Vorzüge. Zunächst beschenken sie uns im Frühjahr mit einer prächtigen, strahlend weißen Blüte, von Ende März bis Mai. Vor allem aber liefern sie zu Beginn des Sommers köstliche, saftige und süße rote Früchte: Kirschen. Je nach Sorte unterscheidet man:

  • die Süßkirschen (Prunus avium), die in unseren Gärten am häufigsten vorkommen, etwa als Burlat, Napoleon oder Ochsenherz;
  • die Sauerkirschen (Prunus cerasus).

Zwergsorten haben den Vorteil, deutlich weniger Platz zu beanspruchen als ihre größeren Verwandten: Sie werden nur 2 bis 3 Meter hoch, während andere Kirschbäume fast 10 Meter erreichen. Damit eignen sie sich perfekt für kleine Gärten mit begrenztem Platz, aber auch für die Kultur im Kübel, wenn kein Beet zur Verfügung steht.

Diese Kirschbäume benötigen zudem weniger Rückschnitt , müssen im Topf jedoch regelmäßiger gegossen werden. Behandlungen gegen Krankheiten oder Parasiten lassen sich leichter durchführen. Auch vor Spätfrösten und Vogelfraß können sie einfach geschützt werden.

Wer zur Miete wohnt, kann einen im Kübel kultivierten Zwergkirschbaum leichter umziehen.

Dennoch sind sie sehr ertragreich und bringen große Früchte hervor, die fast so groß sind wie bei klassischen Sorten. Diese Kirschbäume tragen oft schon früh (nach etwa 2 bis 3 Jahren), sodass Sie nicht viele Jahre auf die erste Ernte warten müssen.

Schließlich sind Zwergkirschbäume meist selbstfruchtbar: Für Bestäubung und Fruchtbildung benötigen sie keine andere Sorte in der Nähe. Das spart zusätzlich Platz in Gärten, auf Terrassen oder Balkonen. Kombinieren Sie diese Sorten mit anderen Zwergobstgehölzen (Feigenbäume, Kultur-Äpfel, Birnbäume, Aprikosen …), können Sie sogar einen echten Mini-Obstgarten anlegen.

Kirschbäume für kleinen Garten, Balkon und Terrasse

Der Vorteil eines Zwergkirschbaums: Er findet überall Platz!

Zwerg-Kirschbaum auswählen?

Es gibt verschiedene Sorten von Zwergkirschbäumen. Zunächst können Sie sie nach der Art ihrer Früchte auswählen. Für Weichseln mit säuerlichem Geschmack, die oft zu Torten, Marmeladen, Gebäck oder Saucen für herzhafte Gerichte verarbeitet werden, eignen sich unter anderem ‘Griotte de Montmorency’, ‘Carmine Jewel’ mit ihren dunkelroten Früchten oder der Zwergkirschbaum ‘Griotella’ von Georges Delbard. Für Süßkirschen wählen Sie zwischen ‘Piemont’ und ‘Garden Bing’.

Achten Sie auch auf die verschiedenen Wuchsformen: ‘Griotte de Montmorency’ und ‘Griotella’ haben beispielsweise eine hängende Wuchsform, die das Ernten erleichtert und kleinen Gärten viel Charme verleiht. Der Zwergkirschbaum ‘Sylvia’ wächst dagegen säulenförmig und benötigt noch weniger Platz – ideal für kleine Flächen. Er wird nur 50 cm breit und 1,50 m hoch.

Für einen sehr schnellen Fruchtansatz, bereits nach 1 bis 2 Jahren, empfiehlt sich der Zwergkirschbaum ‘Cherry Boop’. Er wird höchstens 2 m hoch und 1 m breit, kann aber nach 4 bis 5 Jahren durchschnittlich 15 kg Kirschen pro Jahr tragen.

Wählen Sie Ihre Sorte schließlich passend zu Ihrem Klima. Wenn in Ihrer Region regelmäßig Spätfröste auftreten, sollten Sie Zwergkirschbäume wählen, die nicht zu früh blühen, da sonst die gesamte Obsternte des Jahres verloren gehen kann. Zu den spät blühenden Sorten gehören der Zwergkirschbaum ‘Stella’, der seine Blüten etwa in der zweiten Aprilhälfte öffnet, sowie ‘Fruit Me Cherry Me Burlat’.

Auswahl an Zwergkirschbäumen

Zwergkirschbaum ‚Garden Bing‘

Zwergkirschbäume richtig kultivieren?

Ob im Freiland oder im Topf: Zwergkirschbäume benötigen einen sonnigen Standort (in den heißesten Regionen Südfrankreichs auch Halbschatten), geschützt vor kalten Winden.

Wahl der Verkaufsform

In der Regel haben Sie bei Zwergkirschbäumen die Wahl zwischen drei Verkaufsformen:

  • im Container (ganzjährig erhältlich, aber teurer in der Anschaffung);
  • mit Wurzelballen (schwieriger zu finden und recht teuer, dafür erleichtert er das Anwachsen);
  • als wurzelnackte Pflanze (gutes Anwachsen, günstiger in der Anschaffung, aber nicht ganzjährig erhältlich).

Zwergkirschbäume im Container können fast das ganze Jahr über gepflanzt werden, außer bei Frost oder großer Hitze. Vor dem Pflanzen sollten Sie den Wurzelballen etwa 20 Minuten in einem Eimer Wasser tauchen, damit er sich wieder mit Wasser vollsaugt. Wenn sich die Wurzeln zu stark ineinander verwickelt haben, lösen Sie sie vorsichtig mit den Fingern.

Zwergkirschbäume mit Wurzelballen können ebenfalls fast das ganze Jahr über gepflanzt werden, außer bei extremen Temperaturen. Sie werden pflanzfertig verkauft. Die Erde, die die Wurzeln schützt, ist von einem biologisch abbaubaren Netz umgeben, das beim Pflanzen nicht entfernt werden muss.

Wurzelnackte Zwergkirschbäume werden während ihrer Dormanz zwischen dem Spätherbst und dem Ende des Winters gepflanzt. Damit sie besser anwachsen, sollten die Wurzeln mit einem schützenden Lehmbrei umgeben werden. Fertigen Wurzelbalsam können Sie im Handel kaufen oder selbst herstellen. Weitere Informationen finden Sie in unserem Artikel: Wurzeln von Bäumen und Sträuchern mit Lehmbrei behandeln.

Pflanzung im Freiland

Zwergobstbäume werden wie herkömmliche Obstbäume gepflanzt und haben im Wesentlichen dieselben Ansprüche. Wenn Sie mehrere Exemplare in einem kleinen Garten pflanzen möchten, können Sie jedoch kürzere Abstände zwischen den einzelnen Bäumen einplanen. In der Regel reichen 1,50 m aus, damit sich die kleinen Kirschbäume gut entwickeln können.

  1. Lockern Sie den Boden. Entfernen Sie Unkraut, größere Steine und grobe Erdklumpen. Falls nötig, verbessern Sie die Drainage mit Blähton, Kies oder Lava …
  2. Heben Sie ein Pflanzloch aus, das etwa eineinhalbmal so groß wie der Wurzelballen ist.
  3. Pflanzen Sie den Zwergkirschbaum ein. Achten Sie darauf, die Veredelungsstelle nicht mit Erde zu bedecken (die meist leicht verdickte Verbindungsstelle zwischen Wurzeln und oberirdischen Pflanzenteilen).
  4. Füllen Sie das Loch mit hochwertiger Universalerde oder spezieller Erde für Obstgehölze auf, die reich an Kalium ist.
  5. Gießen Sie reichlich.
  6. Bringen Sie rund um den Obstbaum eine organische Mulchschicht aus (Laub, Stroh, Heu, Holzspäne …), um Unkraut („unerwünschte“ Kräuter) zu begrenzen und die Feuchtigkeit im Boden besser zu bewahren.

Pflanzung im Topf

Zwergkirschbäume eignen sich hervorragend für die Kultivierung im Topf. Wählen Sie dafür ein Gefäß mit etwa 40 bis 50 cm Durchmesser. Kunststoff ist preiswert und leicht, neigt aber dazu, sich stark aufzuheizen. Bevorzugen Sie daher Terrakotta, da dieses Material das Substrat besser atmen lässt. Auch Pflanzsäcke eignen sich gut für kleine Räume, ebenso wie Orangeriekübel, die allerdings teurer sind. Wählen Sie unbedingt ein Gefäß mit Abzugsloch, damit überschüssiges Gieß- oder Regenwasser ablaufen kann und sich nicht an den Wurzeln staut.

  1. Legen Sie eine etwa 3 bis 5 cm dicke Drainageschicht auf den Topfboden.
  2. Füllen Sie den Topf mit Blumenerde oder einer Mischung aus Blumenerde, nicht zu schwerer Gartenerde und einer Handvoll gut verrottetem Kompost.
  3. Pflanzen Sie den Zwergkirschbaum ein und achten Sie darauf, die Veredelungsstelle nicht mit Erde zu bedecken.
  4. Gießen Sie reichlich.
  5. Bringen Sie rund um den Obstbaum eine organische Mulchschicht aus.

Pflege

Während der gesamten Vegetationsperiode von Frühling bis Sommer gießen Sie Ihren Zwergkirschbaum regelmäßig, sobald das Substrat an der Oberfläche trocken ist. Im Topf muss häufiger gegossen werden, da die Erde schneller austrocknet. Wenn Sie einen Untersetzer unter das Gefäß gestellt haben, leeren Sie ihn etwa 20 Minuten nach dem Gießen.

Im Topf können Sie im Frühjahr außerdem Dünger für Obstgehölze ausbringen. Dieser sollte reich an Kalium sein, um Blüte und Fruchtbildung zu fördern. Erneuern Sie außerdem einmal jährlich die oberste Erdschicht, indem Sie die ersten 2 bis 3 cm Erde durch frische Blumenerde ersetzen. Im Freiland können Sie einmal jährlich gut ausgereiften Kompost, Dünger oder Asche ausbringen.

Einmal jährlich, im Herbst oder am Ende des Winters, können Sie einen Auslichtungsschnitt durchführen, um beschädigte, unausgewogene oder sich kreuzende Zweige zu entfernen. Während der Saison können Sie außerdem einige sich bildende Früchte entfernen, wenn Sie feststellen, dass die Zweige zu stark belastet sind und zu brechen drohen.

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Die Pflege eines Zwergkirschbaums ist weniger aufwendig als die eines herkömmlichen Kirschbaums

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