Eine uralte Technik, mit der Gärten schon vor dem Aufkommen von Maschendrahtzäunen eingefasst wurden: Totholzhecken, auch Benjeshecken oder Reisighecken genannt, sind schön, äußerst kostengünstig, einfach anzulegen und nützlich für die Biodiversität. Besitzen Sie einen großen Garten, in dem viel Grünschnitt anfällt, oder möchten Sie eine kleinere Fläche einfach und kostengünstig strukturieren? Entdecken Sie in diesem Ratgeber unsere Tipps zum Anlegen einer originellen und ökologischen Totholzhecke.

Was ist eine Totholzhecke?
Das Prinzip ist ganz einfach: Sie verwenden Zweige, um eine Einfriedung zu bilden. Eine solche Hecke wird auch Benjeshecke genannt. Der Name geht auf den deutschen Ökologen Herman Benjes zurück, der diese Technik Ende der 1980er-Jahre entwickelte. Solche Hecken gab es jedoch bereits im Mittelalter. Vermutlich wurden sie sogar schon in der Urgeschichte und zu Beginn der Landwirtschaft genutzt. Auch heute sind sie in vielen ärmeren Ländern, insbesondere in Afrika, noch weit verbreitet, um Kulturen zu schützen.

Welche Vorteile bieten Reisighecken?
Neben ihrem wirtschaftlichen und ästhetischen Wert, der dem Garten eine natürliche und idyllische Note verleiht, erfüllen Totholzhecken mehrere Funktionen:
- Sie bilden eine physische Barriere, zum Beispiel zur Abgrenzung des Gemüsegartens.
- Sie dienen als Windschutz, der vor Winderosion schützt und ein für den Anbau von Gemüse, Sträuchern oder Bäumen günstiges Mikroklima schafft.
- Sie schützen vor Wassererosion durch abfließendes Regenwasser.
- Sie bieten Vögeln, Wirbellosen, Kleinsäugern und Insekten Lebensraum, Schutz und Nistmöglichkeiten. Dort können diese Tiere ihren Fressfeinden leichter entkommen. Der Schutz, den die Hecken bieten, erinnert an ein Insektenhotel. Auch Igel und Amphibien finden darin Unterschlupf.
- Sie fördern die Humusbildung und dienen als Reservoir für organisches Material. Die Hecken halten Falllaub, Vogelkot und andere Ausscheidungen zurück. Dadurch entstehen natürliche Kompostanlagen.
- Sie ermöglichen das Recycling und die Nutzung von Totholz, Zweigen und Schnittgut direkt vor Ort, ohne Verbrennung oder Transport
Die aufgeschichteten Zweige solcher Hecken entwickeln sich im Laufe der Jahre häufig spontan zu lebenden Hecken aus heimischen Gehölzen. Dafür sorgen zahlreiche Samen, die durch Wind, abfließendes Wasser oder Vögel eingetragen werden. Junge Triebe können sich dort entwickeln und sind insbesondere vor pflanzenfressenden Säugetieren geschützt.
Wann sollten Sie eine Totholzhecke anlegen?
Sie können eine solche Konstruktion zu jeder Jahreszeit anlegen. Nutzen Sie am besten die Schnittzeiten von Obstbäumen sowie Zierbäumen und -sträuchern. Dann steht Ihnen reichlich Zweigmaterial zur Verfügung. Wenn Sie die Zweige flechten möchten, erledigen Sie dies möglichst bald, solange sie biegsam sind. Beim Trocknen werden sie spröde und lassen sich schwerer verflechten.
Wie legen Sie eine Totholzhecke an?
Bei einer Totholzhecke schichten Sie Zweige und Wurzeln waagerecht bis zu einer Höhe von etwa einem Meter auf. Holz- oder Metallpfosten stabilisieren die Konstruktion:
- Besorgen Sie sich Pfosten und eine Richtschnur, um den Verlauf Ihrer Hecke festzulegen. Spitzen Sie die Pfosten an, damit sie sich leichter einschlagen lassen. Setzen Sie am Anfang der Hecke einen Pfosten senkrecht ein, am anderen Ende einen weiteren, und spannen Sie die Richtschnur dazwischen.
- Setzen Sie in regelmäßigen Abständen von etwa 80 cm bis 1,50 m jeweils zwei einander gegenüberliegende Pfosten ein. Der Abstand zwischen ihnen sollte 20 bis 30 cm betragen. Berücksichtigen Sie in windreichen Regionen die Windangriffsfläche der Konstruktion. Setzen Sie die senkrechten Pfosten deshalb tief und fest in den Boden. Die Abstände in Länge und Breite richten sich nach dem verfügbaren Platz und der gewünschten Größe der Hecke. Stimmen Sie den Abstand außerdem auf die Länge des Füllmaterials ab. Bei kurzen Zweigen setzen Sie die Pfosten enger.
- Schichten Sie Totholz der Länge nach zwischen den Pfosten auf. Für eine besonders stabile Einfriedung können Sie die Zweige auf beiden Seiten der senkrechten Pfosten miteinander verflechten. Füllen Sie die Zwischenräume zusätzlich mit Blättern und Wurzeln.

Das benötigte Material:
- Holzpfosten, idealerweise aus dauerhaftem Holz wie Akazie, Esskastanie oder Eiche. Wenn in Ihrem Garten ausreichend gerade Holzstücke mit passendem Durchmesser vorhanden sind, können Sie auch diese verwenden. Alternativ eignen sich Metallpfosten mit einer Mindesthöhe von 1,50 m.
- Eine Richtschnur
- Ein Vorschlaghammer oder Fäustel zum Einschlagen der Pfosten
- Eine Wasserwaage (optional)
- Zweige mit unterschiedlichen Durchmessern
- Wurzeln
- Falllaub
Wie pflegen Sie eine Totholzhecke?
Ohne regelmäßigen Nachschub an Zweigen entwickeln sich Totholzhecken auf natürliche Weise zu lebenden Hecken oder sie zersetzen sich, sacken zusammen und verwandeln sich in einen humusreichen Boden. Da sie sich je nach Feuchtigkeit des Klimas schnell verändern, sollten Sie regelmäßig Holz aus Ihren Schnittarbeiten nachlegen, wenn die Hecke viele Jahre bestehen bleiben soll. Totholzhecken sind daher nützliche Helfer für einen gepflegten Garten. Sie verhindern, dass Grünschnitt im Garten liegen bleibt.
Am Fuß Ihrer Benjeshecke können Sie essbare Kletterpflanzen pflanzen (Kürbis, Gurke, Melone) oder Zierpflanzen (Große Kapuzinerkresse, Gartenwicke, Waldrebe ...).

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