Der Blauglockenbaum, mit botanischem Namen Paulownia und auch „Kaiserbaum“ genannt, ist ein ursprünglich aus Asien stammender Baum, der schnell wächst und sowohl wegen seiner eleganten Wuchsform als auch wegen seines Laubs und seiner Blüte geschätzt wird. Im Frühjahr trägt er Trauben aus malvenfarbenen Blüten und große, herzförmige Blätter, die sehr dekorativ sind. Sein üppiges Laub macht ihn zu einem ausgezeichneten Schattenspender. In diesem Ratgeber geben wir Ihnen alle Tipps, wie Sie ihn durch Aussaat oder Stecklingsvermehrung vermehren können!
Alles Wissenswerte über seine Kultur finden Sie in unserem ausführlichen Pflanzenporträt: „Blauglockenbaum, Kaiserbaum: Pflanzen, Kultur und Pflege“
Entdecken Sie diesen Baum auch in unserem Podcast:
Durch Aussaat
Die Aussaat ist eine sehr einfache Methode, um den Blauglockenbaum zu vermehren. Außerdem erhalten Sie damit kostengünstig eine große Anzahl an Jungpflanzen. Im Vergleich zur Stecklingsvermehrung dauert es jedoch länger, bis die Jungpflanzen eine ausreichende Größe für das Auspflanzen ins Freiland erreicht haben.
Nach der Blüte bildet der Blauglockenbaum eiförmige Kapseln, die die Samen enthalten. Sobald die Kapseln vollständig trocken und braun sind, können Sie die Samen entnehmen und aussäen. Wenn Sie keinen Blauglockenbaum besitzen, können Sie die Samen direkt kaufen.
Wann säen Sie die Samen des Blauglockenbaums aus?
Die Samen des Blauglockenbaums benötigen zum Keimen eine Kälteperiode (Stratifikation). Sie können sie daher entweder im Herbst aussäen und die Töpfe im Winter draußen stehen lassen oder sie im Spätwinter bis zeitigen Frühjahr aussäen, nachdem Sie die Samen künstlich stratifiziert haben. Geben Sie die Samen dafür in einen luftdicht verschlossenen Beutel mit feuchtem Sand. Bewahren Sie ihn 4 bis 6 Wochen im Kühlschrank auf, idealerweise bei 5 °C.
Wie säen Sie die Samen aus?

- Stratifizieren Sie die Samen zuvor, indem Sie sie mindestens einen Monat lang im Kühlschrank aufbewahren.
- Füllen Sie Töpfe mit einem leichten und gut durchlässigen Substrat, idealerweise mit spezieller Aussaaterde oder einer Mischung aus Blumenerde und Sand.
- Die Samen des Blauglockenbaums sind sehr fein. Legen Sie sie vorsichtig auf die Oberfläche des Substrats und bedecken Sie sie anschließend mit einer sehr dünnen Schicht Blumenerde.
- Verwenden Sie eine Sprühflasche, um das Substrat zu befeuchten, ohne die Samen zu verdrängen.
- Decken Sie den Topf mit einer Kunststofffolie oder einem durchsichtigen Deckel ab, damit die Feuchtigkeit erhalten bleibt.
- Stellen Sie den Topf an einen warmen, hellen Platz ohne direkte Sonne. Ideal ist eine Temperatur von 18 bis 20 °C.
- Halten Sie das Substrat bis zur Keimung leicht feucht, aber nicht nass.
- Die Samen des Blauglockenbaums können 2 bis 4 Wochen bis zur Keimung benötigen, manchmal sogar bis zu 2 Monate. Sobald die Keimung begonnen hat, nehmen Sie den Deckel nach und nach ab, damit sich die Jungpflanzen an die Bedingungen im Freien gewöhnen.
- Wenn die Jungpflanzen einige Zentimeter groß sind, können Sie sie in einzelne Töpfe pikieren.
- Lassen Sie sie ein bis zwei Jahre in den Töpfen wachsen, bevor Sie sie ins Freiland pflanzen.

Das benötigte Material
- Samen des Blauglockenbaums
- Töpfe mit Abzugslöchern
- Aussaaterde
- Eine Sprühflasche
- Kunststofffolie oder einen durchsichtigen Deckel zum Abdecken des Gefäßes
- Etiketten zum Kennzeichnen Ihrer Aussaat
Durch Wurzelstecklinge
Wann schneiden Sie Wurzelstecklinge des Blauglockenbaums?
Die beste Zeit ist das Spätwinter oder das zeitige Frühjahr, kurz bevor der Baum in seine aktive Wachstumsphase eintritt.
Wie gehen Sie vor?

- Graben Sie zunächst die Erde rund um Ihren Blauglockenbaum vorsichtig ab, um einige Wurzeln freizulegen.
- Wählen Sie gesunde und kräftige Wurzeln aus, idealerweise mit Feinwurzeln. Sie sollten einen Durchmesser von mindestens 0,5 bis 1 cm haben. Schneiden Sie daraus mit einer Gartenschere etwa 5 bis 10 cm lange Teilstücke.
- Sie können das Schnittende der Stecklinge in Bewurzelungshormon tauchen. Das unterstützt die Wurzelbildung.
- Füllen Sie Töpfe mit leichter, gut durchlässiger Blumenerde.
- Bohren Sie in die Mitte jedes Topfes ein Loch und setzen Sie einen Wurzelsteckling senkrecht hinein. Achten Sie darauf, dass sich das Auge oder die Knospe genau auf Höhe der Bodenoberfläche befindet.
- Bedecken Sie den Steckling vorsichtig mit Substrat und drücken Sie dieses leicht an.
- Gießen Sie die Stecklinge vorsichtig, damit das Substrat feucht wird, aber nicht zu nass ist.
- Stellen Sie die Töpfe an einen warmen, dunklen und lichtgeschützten Platz. Ideal ist eine Temperatur von etwa 20 °C.
- Halten Sie das Substrat leicht feucht, bis Sie erste Anzeichen des Wachstums beobachten.
- Sobald die Stecklinge neue Blätter bilden, gewöhnen Sie sie nach und nach an rauere Bedingungen im Freien. Wenn sie kräftig und gut bewurzelt wirken, können Sie sie an ihren endgültigen Standort verpflanzen.
Mehr über die Vermehrung durch Wurzelstecklinge erfahren Sie im Ratgeber von Ingrid: „Was ist ein Wurzelsteckling?“
Das benötigte Material
- Ein Spaten zum Ausgraben der Wurzeln
- Ein sauberes und scharfes Messer
- Bewurzelungshormon (optional)
- Töpfe
- Leichte, gut durchlässige Blumenerde
- Eine Gießkanne
Durch Stecklinge von Trieben
Die Vermehrung durch Triebstecklinge ist etwas weniger erfolgreich als die Vermehrung durch Wurzelstecklinge. Sie ist jedoch einfacher und kann hilfreich sein, wenn Sie keinen Zugang zu Wurzeln haben.
Wann schneiden Sie Stecklinge vom Blauglockenbaum?
Der ideale Zeitpunkt liegt zu Beginn des Sommers, wenn der Baum kräftige neue Triebe gebildet hat, die weder zu weich noch zu stark verholzt sind. In dieser Phase können Sie das aktive Wachstum der Pflanze nutzen, um eine schnelle und erfolgreiche Bewurzelung der Stecklinge zu fördern.
Wie gehen Sie vor?

- Wählen Sie gesunde, kräftige diesjährige Triebe aus. Schneiden Sie mit einer Gartenschere etwa 15 cm lange Stecklinge. Jeder Steckling sollte mindestens 2 bis 3 Knoten besitzen.
- Entfernen Sie die unteren Blätter, sodass nur einige Blätter an der Spitze jedes Stecklings verbleiben. Dadurch verringern Sie die Verdunstung und lenken die Energie des Stecklings auf die Wurzelbildung. Wenn die verbleibenden Blätter groß sind, können Sie sie halbieren.
- Füllen Sie Töpfe mit leichter, gut durchlässiger Blumenerde oder mit einer Mischung aus Blumenerde und Sand.
- Sie können die Basis der Stecklinge in Bewurzelungshormon tauchen. Das erleichtert die Wurzelbildung.
- Bohren Sie mit einem kleinen Stäbchen oder einem Bleistift ein Loch in das Substrat. Stecken Sie den Steckling hinein. Achten Sie darauf, dass die Knoten, an denen Sie die Blätter entfernt haben, gut mit Erde bedeckt sind.
- Drücken Sie das Substrat rund um den Trieb leicht an, damit der Steckling sicher steht.
- Gießen Sie.
- Stellen Sie die Töpfe an einen warmen, hellen und vor direkter Sonne geschützten Platz.
- Halten Sie das Substrat gleichmäßig feucht, aber nicht nass, bis die Stecklinge erste Anzeichen des Wachstums zeigen. Das weist darauf hin, dass die Bewurzelung erfolgreich war.
- Sobald die Stecklinge ein kräftiges Wurzelsystem und neue Triebe entwickelt haben, beginnen Sie mit der Akklimatisierung. Danach können Sie sie an ihren endgültigen Standort im Freien verpflanzen.
Das benötigte Material
- Eine saubere und desinfizierte Gartenschere
- Bewurzelungshormon (optional)
- Töpfe
- Leichte, gut durchlässige Blumenerde
- Eine Gießkanne, um das Substrat feucht zu halten
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