Krankheiten und Schädlinge des Blauglockenbaums

Krankheiten und Schädlinge des Blauglockenbaums

Symptome, Vorbeugung und Behandlung

Inhaltsverzeichnis

Geändert der 13. Januar 2026  durch Gwenaëlle 5 min.

Der Blauglockenbaum oder Paulownia besticht durch seine prachtvolle mauvefarbene Frühlingsblüte und spektakuläre herzförmige Blätter. In Frankreich sind keine besonderen Schädlinge bekannt, und nach dem Anwachsen ist er recht trockenheitsverträglich. Spätfröste können ihm jedoch schaden, da sein Pflanzensaft früh aufsteigt und die Blütenknospen beschädigt werden können. Dennoch hat er einige Feinde, vor allem Pilze, und kann von bestimmten Krankheiten und Parasiten befallen werden. In diesem Artikel stellen wir Ihnen die wichtigsten Feinde der Paulownie, ihre Symptome sowie empfehlenswerte vorbeugende und heilende Maßnahmen vor – umweltfreundlich erklärt.

Alles über die Paulownie erfahren Sie in unserem umfassenden Ratgeber: Paulownie, Blauglockenbaum: Pflanzung, Anbau und Pflege

paulownia maladies

Die blau-mauvefarbene Blüte von Paulownia tomentosa

Schwierigkeit

Pilzkrankheiten

Mehltau

Mehltau ist eine häufige Pilzkrankheit, die viele Pflanzenarten befällt, darunter den Blauglockenbaum.

  • Symptome: Mehltau zeigt sich durch einen weißen oder gräulichen Belag auf Blättern, Stängeln und Knospen. Befallene Blätter können sich verformen, vertrocknen und vorzeitig abfallen.
  • Vorbeugung: Um Mehltau vorzubeugen, der durch feuchte Luft begünstigt wird, sollten Sie den Blauglockenbaum an einen gut belüfteten, sonnigen Standort pflanzen, übermäßiges Gießen vermeiden und tote oder kranke Zweige regelmäßig zurückschneiden. Auch das Spritzen von Brennnesseljauche oder Schachtelhalmbrühe auf die Blätter kann die natürlichen Abwehrkräfte des Baumes stärken.
  • Behandlung: Bei Mehltau können Sie alle zwei Wochen im Frühjahr und Sommer eine Lösung aus Natron (1 Teelöffel pro Liter Wasser) oder Schwefel (2 bis 3 Gramm pro Liter Wasser) auf die befallenen Pflanzenteile spritzen. Beachten Sie unbedingt Dosierung und Anwendungshinweise. Entfernen Sie im Herbst vorsorglich alle kranken Triebe, damit der Pilz nicht überwintert.

→ Mehr erfahren Sie in unserem Artikel Mehltau oder die Weißfleckenkrankheit

Pilz am Blauglockenbaum

Hallimasch oder Wurzelfäule

Dieser Pilz lässt die Wurzeln faulen und verursacht häufig ein schnelles Absterben des Baumes.

  • Symptome: Befallene Bäume entwickeln sich schlecht. Am Stammgrund bilden sich im Spätsommer cremefarbene Pilze in dichten Büscheln. Zuerst werden die Wurzeln befallen und schwarz; unter der Rinde bildet sich ein weißlicher, plattenartiger Belag.
  • Vorbeugung: Vermeiden Sie Staunässe.
  • Behandlung: Hat sich der Pilz einmal angesiedelt, überlebt er auf abgestorbenen Wurzeln. Daher muss der Baum entfernt werden. Entfernen Sie dabei möglichst viele Wurzeln und pflanzen Sie an dieser Stelle nicht erneut.

→ Mehr erfahren Sie in unserem Artikel Hallimasch oder Wurzelfäule: Baumpilz erkennen und bekämpfen

Hallimasch

Anthraknose

Anthraknose ist eine bekannte Pilzkrankheit bei Bohnen und Gurken im Gemüsegarten sowie bei Walnuss und Weide. Auch der Blauglockenbaum kann befallen werden. Dies kann den Baum besonders in jungen Jahren schwächen.

  • Symptome: Die Blätter zeigen runde, unregelmäßige, später elliptische, gelblich-braune Flecken, häufig am Saisonende, bevor sie spät abfallen. Befallen werden die Blattspreiten, aber auch Blattstiele, junge Triebe und manchmal Schoten. Die erkrankten Blätter nekrotisieren schließlich und fallen vorzeitig ab.
  • Maßnahmen: Anthraknose tritt bei sehr feuchter Witterung im Herbst auf, besonders wenn sich Wärme und Feuchtigkeit stauen. Viel lässt sich nicht tun: Schneiden Sie die befallenen Pflanzenteile ab, entfernen Sie kranke, auf den Boden gefallene Blätter und entsorgen Sie alles im Wertstoffhof.
  • Vorbeugung: Vorbeugung ist der beste Schutz, damit sich die Krankheit in feuchtem Klima oder bei anhaltend feuchten Bedingungen nicht ausbreitet. Eine Bordeauxbrühe oder auf 10 % verdünnte Schachtelhalmbrühe, im Frühjahr und Sommer auf die gesamte Blattmasse eines jungen Baumes gespritzt, kann wirksam sein (zweimal wiederholen).

→ Lesen Sie auch unseren ausführlichen Artikel über Anthraknose.

Verticillium-Welke (Verticillium dahliae)

Diese Pilzkrankheit befällt das Gefäßsystem des Baumes und beeinträchtigt die Versorgung mit Wasser und Nährstoffen.

  • Symptome: Welke, Vergilbung und vorzeitiger Blattfall. Zweige können nach und nach absterben.
  • Vorbeugung: Ein gut drainierter Boden und angemessenes Gießen sind entscheidend.
  • Behandlung: Ist die Krankheit einmal ausgebrochen, gestaltet sich ihre Bekämpfung schwierig. Das Entfernen und Vernichten befallener Pflanzenteile kann die Ausbreitung begrenzen. Kompost und eine natürliche Mulchschicht stärken den Baum und fördern seine Widerstandskraft.

Cercospora-Blattfleckenkrankheit (Cercospora spp.)

Diese Blattkrankheit verursacht Flecken auf den Blättern des Blauglockenbaums.

  • Symptome: Runde, bräunliche bis schwarze Flecken auf den Blättern, oft mit gelbem Hof.
  • Vorbeugung: Vermeiden Sie übermäßige Feuchtigkeit auf den Blättern, indem Sie den Baum am Boden gießen. Ein ausreichender Abstand zwischen den Bäumen sorgt für eine gute Luftzirkulation.
  • Behandlung: Entfernen Sie infizierte Blätter. Das Spritzen natürlicher Fungizide wie verdünntem Natron kann helfen, die Krankheit einzudämmen.

Holzzerstörende Pilze

Einige Pilze können das Holz des Blauglockenbaums befallen und es zum Faulen bringen.

  • Symptome: Holzzerstörende Pilze zeigen sich durch Fruchtkörper (Pilze) am Stamm oder an den Zweigen sowie durch faulendes Holz, das schwammartig und brüchig werden kann.
  • Vorbeugung: Wählen Sie den Pflanzort des Blauglockenbaums sorgfältig und vermeiden Sie staunasse, schlecht drainierte Böden. Schneiden Sie tote oder kranke Zweige regelmäßig zurück und tragen Sie auf Schnittwunden ein Wundverschlussmittel auf.
  • Behandlung: Bei einem Befall ist eine wirksame Behandlung des Baumes leider schwierig. Entfernen Sie die befallenen Pflanzenteile und tragen Sie Wundverschlussmittel auf die Schnittwunden auf. Desinfizieren Sie die Schnittwerkzeuge zwischen den einzelnen Schnitten gründlich.

Schädlinge

Blattläuse sind kleine saugende Insekten, die Blauglockenbäume durch das Saugen von Pflanzensaft schädigen können.

  • Symptome: Von Blattläusen befallene Blätter rollen sich ein, verfärben sich und können vorzeitig abfallen. Die oft sichtbaren grünen oder schwarzen Blattläuse scheiden außerdem eine klebrige Flüssigkeit, den Honigtau, aus. Dieser kann die Bildung von Rußtau, einem schwarzen Pilz, begünstigen.
  • Vorbeugung: Um einem Blattlausbefall vorzubeugen, sollten Sie das ökologische Gleichgewicht im Garten fördern und die Anwesenheit von Nützlingen wie Marienkäfern, Schwebfliegen und Florfliegen unterstützen. Sie können die Blätter außerdem mit Brennnesseljauche besprühen, um ihre natürlichen Abwehrkräfte zu stärken.
  • Bekämpfung: Bei einem Befall können Sie die Blattläuse mit einem kräftigen Wasserstrahl von den Blättern spülen oder die betroffenen Stellen mit einer Schmierseifenlösung (50 Gramm pro Liter Wasser) beziehungsweise einem Neemölpräparat besprühen. Auch Marienkäferlarven können zur Blattlausbekämpfung eingesetzt werden.

→ Lesen Sie dazu unseren Ratgeber Blattläuse: Erkennen und bekämpfen

Krankheiten des Blauglockenbaums

Borkenkäfer

Diese holzbohrenden Insekten legen Fraßgänge im Holz an und schwächen den Baum. Sie befallen vor allem bereits geschwächte ältere Bäume.

  • Symptome: Löcher in der Rinde, Holzmehl am Stammfuß.
  • Vorbeugung: Halten Sie den Baum gesund, damit er weniger attraktiv ist. Vermeiden Sie Verletzungen der Rinde, die Borkenkäfer anlocken können.
  • Bekämpfung: Ein etablierter Borkenkäferbefall lässt sich nur schwer behandeln. Stark befallene Pflanzenteile müssen möglicherweise entfernt werden. Pheromonfallen können helfen, die Borkenkäferpopulation zu verringern.

Anbau-Tipps

Vor allem junge Blauglockenbäume können von verschiedenen Schädlingen und Krankheiten befallen werden, zumindest in Europa. Das Holz gilt als witterungsbeständig und sehr robust. Nur starke Feuchtigkeit kann ihm in Frankreich wirklich zusetzen, was selten vorkommt.

Beachten Sie daher die nötigen Kulturbedingungen für diesen Baum:

  • ein drainierender, humusreicher und tiefer Boden (schwere, lehmige Böden, in denen seine Wurzeln faulen, verträgt er nicht). Lockern Sie den Boden vor der Pflanzung tiefgründig.
  • ein sonniger Standort in warmer, vor kalten Winden geschützter Lage: Er braucht täglich mindestens 6 Stunden Sonne.
  • In den ersten drei Jahren regelmäßig gießen, damit sich seine Wurzeln gut entwickeln.

 

 

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