Engerlinge können beträchtliche Schäden an Pflanzen verursachen, indem sie sich von deren Wurzeln ernähren. Glücklicherweise gibt es natürliche und wirksame Lösungen, zum Beispiel den Einsatz von Nematoden. Dabei handelt es sich um mikroskopisch kleine Organismen, die Engerlinge parasitieren. Entdecken Sie unsere Tipps dazu, wann und wie Sie Nematoden einsetzen!

Engerlinge: Was ist das?

Engerlinge sind Larven von Dickmaulrüsslern und Mai- oder Junikäfern. Diese Larven leben im Boden und sind deshalb schwer zu entdecken. Sie ernähren sich vor allem von den Wurzeln von Zierpflanzen, Erdbeeren und Rasen. Engerlinge können gelbe, kahle Stellen im Rasen verursachen.

Diese beiden Arten von Engerlingen ähneln sich stark und können leicht verwechselt werden. Die Larve des Maikäfers ist cremeweiß und gekrümmt. Sie hat einen braunen Kopf und drei Paare langer Beine. Am Ende des Larvenstadiums, nach zwei Jahren, kann sie bis zu 4 cm lang sein. Die Larve des Dickmaulrüsslers ist ebenfalls weiß und besitzt einen braunen, glänzenden Kopf. Sie ist kleiner, etwa 1 cm lang, und hat keine Beine. Diese Larven können auch mit Rosenkäferlarven verwechselt werden, die im Garten nützlich sind. Sie fressen keine lebenden Pflanzen, sondern zersetzen wirksam organisches Material. Man findet sie häufig in Komposthaufen. Die Rosenkäferlarve hat einen kleinen Kopf und einen dicken Hinterleib, im Gegensatz zu Maikäferlarven. Sie besitzt kleine Beine und Mundwerkzeuge. Außerdem trägt sie kurze Haare, mit denen sie sich auf dem Rücken fortbewegen kann.

Lesen Sie dazu unseren Beitrag: Rosenkäferlarven und Maikäferlarven: Worin liegen die Unterschiede?

Engerlinge
Links eine Maikäferlarve, rechts Larven des Dickmaulrüsslers

Warum Nematoden einsetzen?

Nematoden sind mikroskopisch kleine Organismen, die mit bloßem Auge nicht sichtbar sind. Es gibt zahlreiche Nematodenarten. Einige wirken gegen Trauermücken, Drahtwürmer oder Kartoffelkäfer. Gegen Engerlinge setzen Sie Hb-Nematoden ein: Heterorhabditis bacteriophora. Sie parasitieren Engerlinge und ermöglichen eine natürliche und umweltfreundliche Bekämpfung. Die Nematoden dringen in den Körper der Engerlinge ein und töten sie, indem sie sich von deren Gewebe ernähren. Die Larven verfärben sich anschließend braun. Nematoden sind zur Bekämpfung von Engerlingen besonders wirksam, weil sie ihre Wirte im Boden aktiv aufspüren können. Sie haben den Vorteil, dass sie selektiv wirken und ausschließlich Engerlinge befallen, ohne andere Insekten oder lebende Organismen zu schädigen. Es handelt sich um eine kurative Lösung, mit der Sie den Befall behandeln können, sobald Sie Engerlinge entdeckt haben. Außerdem sind Nematoden eine hervorragende ökologische Alternative zu chemischen Pestiziden, die für die Umwelt und die menschliche Gesundheit schädlich sein können.

Diese Nematoden wirken auch gegen die Maiglöckchen-Hepiale (Korscheltellus lupulinus). Dieser Schmetterling befällt Maiglöckchen, Erdbeeren, Himbeeren und Hopfen.

Entdecken Sie unseren Ratgeber: „Biologische Bekämpfung: Nützliche Nematoden richtig anwenden“

Hb-Nematoden, Heterorhabditis bacteriophora
Ein von Nematoden parasitierter Engerling

Wann sollten Sie Nematoden ausbringen?

Der günstigste Zeitraum für die Ausbringung von Nematoden liegt im Sommer, zwischen Ende Juli und September. Zu dieser Zeit befinden sich die Larven in ihrem ersten Entwicklungsstadium. Sie sind noch klein und besonders empfindlich. Deshalb wirken die Nematoden dann besonders effektiv. Eine zweite Anwendung ist im folgenden Frühjahr zwischen Mitte Mai und Mitte Juni möglich.

Die Bodentemperatur muss bei der Anwendung zwischen 14 und 25 °C liegen. Nematoden reagieren empfindlich auf extreme Temperaturen. Setzen Sie sie deshalb nicht bei großer Hitze oder Frost ein. Die Anwendung ist im Freiland sowie im Gewächshaus oder Folientunnel möglich. Bringen Sie die Nematoden idealerweise bei feuchtem Boden nach dem Regen aus oder gießen Sie den Boden vorher. Die Nematoden benötigen Wasser, um sich fortzubewegen und zu überleben. Halten Sie den Boden anschließend drei Wochen lang feucht. Bringen Sie die Nematoden außerdem am besten früh morgens oder am späten Nachmittag aus, wenn sie vor direkter Sonne geschützt sind.

Wie wenden Sie Nematoden an?

Nematoden können Pflanzen im Freiland schützen. Sie eignen sich außerdem für Kulturen im Gewächshaus oder Folientunnel. Sie sind im ökologischen Landbau zugelassen. Mit 5 Millionen Nematoden können Sie 10 m² behandeln.

Die Nematoden werden in Beuteln zusammen mit Tonmehl angeboten, um die Anwendung zu erleichtern. Sie müssen sie lediglich in Gießwasser verdünnt rund um die Pflanzen ausbringen. Bewahren Sie die Nematoden bis zur Anwendung im Kühlschrank bei einer Temperatur von 4 bis 12 °C auf. Schützen Sie die Nematoden insbesondere vor Sonne, da sie sehr empfindlich auf UV-Strahlung reagieren.

Verwenden Sie im Garten eine Woche vor der Anwendung und bis zu einem Monat danach keine chemischen Pflanzenschutzmittel. Verzichten Sie insbesondere auf Fungizide und Nematizide.

Verwenden Sie zur Ausbringung der Nematoden eine Gießkanne oder ein Sprühgerät. Wenn Sie ein Sprühgerät einsetzen, müssen die Düsen einen Durchmesser von mehr als 0,8 mm haben. Der Druck darf 20 bar nicht überschreiten.

  • Feuchten Sie den Boden vor der Anwendung an. Dadurch verteilen sich die Nematoden leichter im Boden und wirken effektiver.
  • Öffnen Sie den Beutel und lösen Sie den Inhalt in einer kleinen Wassermenge auf. Rühren Sie die Mischung gut um. Verwenden Sie dafür möglichst Regenwasser. Wenn Sie Leitungswasser nehmen, lassen Sie es 24 Stunden stehen, damit das Chlor verdunstet.
  • Füllen Sie eine Gießkanne mit 10 l Wasser.
  • Geben Sie die Nematoden in die Gießkanne und rühren Sie mindestens 2 Minuten lang gründlich um, damit sie sich gleichmäßig im Wasser verteilen.
  • Gießen Sie die Pflanzen anschließend mit der Gießkanne rund um den Pflanzenfuß. Wenden Sie die Mischung sofort an, da sie nicht länger als eine Stunde haltbar ist. Bedecken Sie den Boden gleichmäßig und lassen Sie keine unbehandelten Stellen zurück.
So wenden Sie Nematoden gegen Engerlinge an
Lösen Sie das Nematodenpulver in etwas Wasser auf. Füllen Sie anschließend eine Gießkanne mit Wasser und geben Sie die Lösung hinein.

Halten Sie den Boden nach der Anwendung weitere drei Wochen lang feucht, damit sich die Nematoden im Boden fortbewegen und überleben können.

Es empfiehlt sich, die Anwendung alle 4 bis 6 Wochen zu wiederholen. So halten Sie die Nematodenpopulation im Boden ausreichend groß und bekämpfen Engerlinge wirksam.