Die Fatsia japonica, auch Zimmeraralie genannt, ist eine beliebte Zierpflanze. Ihre großen, glänzenden und tief gelappten Blätter verleihen dem Garten ebenso wie Innenräumen eine exotische Note. Sie ist leicht zu kultivieren und eignet sich ideal für schattige oder halbschattige Standorte. Die Zimmeraralie gedeiht sowohl im Topf als auch im Freiland, sofern Sie ihr einen frischen und gut durchlässigen Boden bieten.

Wenn Sie diese Pflanze vermehren möchten, stehen Ihnen zwei Hauptmethoden zur Verfügung: die Stecklingsvermehrung und die Aussaat. Die Stecklingsvermehrung bleibt dabei die schnellste und effektivste Methode. Mit dieser Anleitung gelingt Ihnen die Vermehrung ganz einfach.

Fatsia japonica durch Stecklinge und Aussaat vermehren

Die Fatsie im Überblick

Die aus Japan und Korea stammende Fatsia japonica ist ein immergrüner Strauch mit glänzend grünem Laub. Dieses besteht aus großen, handförmig gelappten Blättern. Die Zimmeraralie gedeiht im Schatten oder Halbschatten. Etwas Sonne verträgt sie ebenfalls, sofern der Boden frisch bleibt. Die pflegeleichte Pflanze ist bis -10 °C mäßig winterhart und benötigt wenig Aufmerksamkeit. Dank ihrer Vielseitigkeit eignet sie sich sowohl für die Innenraumbegrünung als auch für schattige Beete im Garten.

Alles Wissenswerte über die Zimmeraralie erfahren Sie in unserem ausführlichen Pflanzenporträt.

Das benötigte Material

  • Gartenschere oder ein scharfes, desinfiziertes Messer: wichtig, um Infektionen zu vermeiden
  • Wurzelaktivator: optional, aber empfehlenswert, um die Wurzelbildung zu beschleunigen
  • Kleiner Topf mit durchlässiger Blumenerde: eine Mischung aus Universalerde und Sand oder Perlite
  • Plastikbeutel oder eine durchsichtige Abdeckhaube, um eine feuchte Atmosphäre aufrechtzuerhalten
  • Sprühflasche zum vorsichtigen Gießen

Wann sollten Sie Ihre Fatsie vermehren?

Die beste Zeit für die Entnahme von Stecklingen liegt im Frühjahr oder Sommer, wenn sich die Pflanze im aktiven Wachstum befindet. Zu dieser Zeit sind die halb verholzten Triebe robust genug, um Wurzeln zu bilden, bleiben aber zugleich flexibel und wuchskräftig. Vermeiden Sie Stecklinge im Herbst oder Winter. Die durch Kälte und weniger Licht verlangsamte Entwicklung erschwert die Bewurzelung deutlich.

Wenn Sie sich für die Vermehrung durch Aussaat entscheiden, beobachten Sie Ihre Pflanze im Herbst, sobald die Beeren erscheinen. Die Samen sind reif und können gegen Ende des Herbstes geerntet werden, sobald die Beeren schwarz werden und sich weich anfühlen.

Methode 1: Stammstecklinge

Den richtigen Trieb auswählen
Schneiden Sie einen etwa
10 bis 15 cm langen, halb verholzten Trieb ab. Er sollte weder zu weich noch zu hart sein und mindestens 2 bis 3 Knoten besitzen, an denen die Blätter sitzen.

Den Steckling vorbereiten

  • Schneiden Sie den Trieb direkt unterhalb eines Knotens ab.
  • Entfernen Sie die unteren Blätter, sodass nur 1 oder 2 Blätter an der Spitze verbleiben.
  • Halbieren Sie ein großes Blatt, um die Verdunstung zu verringern.
Fatsie vermehren

Den Steckling pflanzen
Setzen Sie die Basis des Triebs in einen Topf mit leicht angefeuchteter, durchlässiger Blumenerde.

Ein Mini-Gewächshaus schaffen
Stülpen Sie einen durchsichtigen Plastikbeutel über den Topf, ohne dass er den Steckling berührt. Alternativ können Sie den Topf unter eine Abdeckhaube stellen, um die Luftfeuchtigkeit hoch zu halten.

Den richtigen Standort wählen
Stellen Sie den Topf an einen hellen, aber vor direkter Sonne geschützten Platz bei einer Temperatur zwischen 18 und 22 °C.

Pflege und Geduld

  • Gießen Sie vorsichtig, wenn das Substrat austrocknet.
  • Kontrollieren Sie regelmäßig, dass der Steckling nicht fault.
  • Nach 4 bis 8 Wochen sollten sich Wurzeln bilden.

Methode 2: Aussaat

Die Vermehrung von Fatsia japonica durch Aussaat ist die langsamste und anspruchsvollste Methode. Ernten Sie zunächst die Samen, sobald die Beeren voll ausgereift sind. Das erkennen Sie gegen Ende der Saison an ihrer schwarzen Farbe und weichen Konsistenz.

Fatsie vermehren

Entfernen Sie die Samen aus dem Fruchtfleisch und weichen Sie sie 24 Stunden lang in lauwarmem Wasser ein, um die Keimung anzuregen. Säen Sie sie anschließend in ein lockeres Substrat aus Blumenerde und Sand. Bedecken Sie die Samen dünn mit ein bis zwei Millimetern Erde.

Stellen Sie den Topf an einen warmen Platz mit etwa 20 °C, geschützt vor direktem Licht, und halten Sie das Substrat durch regelmäßiges Besprühen feucht. Die Keimung kann mehrere Wochen oder sogar Monate dauern. Für einen erfolgreichen Aufgang brauchen Sie daher Geduld und Aufmerksamkeit.

Methode 3: Einen Wurzelschössling abtrennen

Fatsia japonica bildet gerne Wurzelschösslinge an der Basis, wenn sie gut eingewachsen ist, insbesondere im Freiland. Diese Wurzelschösslinge können Sie von der Mutterpflanze trennen und zu neuen Jungpflanzen heranziehen. Die beste Zeit dafür ist das Frühjahr oder der Frühherbst.
Suchen Sie einen gut entwickelten Wurzelschössling mit mehreren Blättern. Idealerweise sind an seiner Basis bereits Wurzeln sichtbar. Ein zu junger oder zu kleiner Wurzelschössling überlebt das Abtrennen möglicherweise nicht.

Die Umgebung vorbereiten

  • Gießen Sie die Mutterpflanze am Vortag reichlich. So lässt sie sich leichter ausgraben und der Wasserstress des Wurzelschösslings wird verringert.
  • Bereiten Sie einen Topf mit gut durchlässigem Substrat aus Blumenerde und Sand vor. Wenn Sie den Wurzelschössling direkt ins Freiland pflanzen möchten, können Sie auch einen geeigneten Platz im Garten vorbereiten.

Den Wurzelschössling abtrennen

  • Trennen Sie den Wurzelschössling vorsichtig mit einem Spaten oder einem scharfen Messer von der Mutterpflanze. Graben Sie rundherum, um möglichst viele Wurzeln zu erhalten.
  • Achten Sie auf einen sauberen Schnitt, damit Sie die Wurzeln nicht beschädigen und keine Eintrittsstelle für Infektionen schaffen.

Den Wurzelschössling einpflanzen

  • Pflanzen Sie ihn sofort an seinen neuen Standort oder in einen Topf.
  • Drücken Sie das Substrat rund um die Wurzeln leicht an, damit die Jungpflanze stabil steht.

Gießen und pflegen

  • Gießen Sie nach dem Pflanzen reichlich, damit die Wurzeln gut anwachsen.
  • Stellen Sie die Pflanze einige Wochen lang an einen schattigen, vor direkter Sonne geschützten Platz, um Stress zu vermeiden.

Häufige Fehler und Tipps, um sie zu vermeiden

Die Vermehrung der Fatsie scheint einfach zu sein. Dennoch können einige Fehler den Erfolg der Stecklingsvermehrung gefährden. Hier finden Sie die häufigsten Probleme und passende Gegenmaßnahmen:

  • Zu feuchtes Substrat: Zu viel Wasser ist die Hauptursache für das Faulen von Stecklingen. Achten Sie auf einen gut drainierten Topf und darauf, dass das Substrat nur feucht bleibt und nicht durchnässt. Gießen Sie lieber leicht und regelmäßig, statt auf einmal zu viel Wasser zu geben.
  • Zu wenig Licht: Stecklinge brauchen Licht, um kräftige Wurzeln zu bilden. Direkte Sonne kann jedoch die Blätter verbrennen oder die Pflanze austrocknen. Stellen Sie die Stecklinge an einen hellen, vor direkter Sonne geschützten Platz, beispielsweise hinter ein nach Osten oder Westen ausgerichtetes Fenster.
  • Zu weiche Stecklinge: Wenn Sie noch sehr junge, grüne Triebe verwenden, können diese schnell faulen, bevor sie Wurzeln bilden. Wählen Sie halb verholzte Triebe, die leicht fest, aber noch biegsam sind. So verbessern Sie Ihre Erfolgschancen.
  • Plötzliche Veränderungen der Umgebung: Der zu schnelle Wechsel von einer feuchten Umgebung unter einer Abdeckhaube zu trockenerer Luft kann die Stecklinge rasch austrocknen. Gewöhnen Sie Ihre Jungpflanzen schrittweise an die neuen Bedingungen.
  • Stresszeichen ignorieren: Gelbe Blätter, Welke oder Fäulnis an der Basis sind deutliche Warnsignale. Reagieren Sie schnell: Passen Sie das Gießen an, ersetzen Sie durchnässtes Substrat oder verbessern Sie bei Bedarf die Belüftung.