Wenn die Roseneibische für ihre prächtige, exotisch anmutende Sommerblüte geschätzt werden, haben ihre Blüten noch weitere Vorzüge. Sie werden in der Küche verwendet, um Gerichte zu verfeinern, Teeaufgüsse zuzubereiten und den berühmten Hibiscus-Tee herzustellen, ein in Afrika sehr beliebtes und häufig getrunkenes Getränk.
Außerdem besitzen sie zahlreiche medizinische Eigenschaften, die bereits seit der Antike genutzt werden sollen.
Hier finden Sie unsere Tipps zum richtigen Trocknen von Roseneibischblüten: Auswahl der Blüten, einfache Trocknungsmethoden, Aufbewahrung und Verwendung.
Essbare Roseneibisch-Arten
Der Roseneibisch, der üblicherweise in der Küche verwendet wird und den intensivsten Geschmack besitzt, ist die Art sabdariffa. Traditionell wird dieser aus Westafrika stammende Roseneibisch, der unter dem Namen Hibiscus-Tee bekannt ist, auch als Roselle bezeichnet und für die Zubereitung des gleichnamigen Getränks verwendet.
Er ist sehr frostempfindlich, verträgt keine Temperaturen unter 0 °C und muss in unseren Breiten im Topf kultiviert werden, damit Sie ihn geschützt überwintern können.
Auch die Blüten anderer Roseneibisch-Arten wie syriacus oder rosa-sinensis sind essbar. Sie sind jedoch weniger aromatisch, weshalb sie eher für therapeutische Zwecke verwendet werden.

Hibiscus sabdariffa
Roseneibischblüten zum Trocknen pflücken: Welche Pflanzenteile werden geerntet?
Der Roseneibisch blüht normalerweise von Juli bis Oktober. In diesem Zeitraum ernten Sie die Blüten. Zwei Teile der Roseneibischblüte können getrocknet werden: die Blütenblätter und die Frucht.
Die Blüten sind kurzlebig und halten durchschnittlich nur einen Tag. Ernten Sie sie daher relativ früh nach dem Aufblühen, idealerweise morgens, sobald der Tau verdunstet ist. Wählen Sie dafür einen trockenen, sonnigen Tag.
Wenn die Blüte nach dem Verblühen abfällt, bleibt am Stängel nur eine leuchtend rote Frucht mit einem Durchmesser von 15 bis 20 mm zurück: der Kelch. Traditionell wird dieser Pflanzenteil, der deutlich aromatischer als die Blütenblätter ist, für die Zubereitung von Hibiscus-Tee verwendet.
Sobald der Kelch erntereif ist, lässt er sich leicht vom Blütenstielchen lösen.

Wie trocknet man Roseneibischblüten?
Blütenblätter trocknen
Das Reinigen mit Wasser kann die Blüten beschädigen und das Trocknen erschweren. Legen Sie die gesammelten Blüten deshalb einfach einige Minuten auf eine ebene Fläche und decken Sie sie mit einem Küchen- oder Baumwolltuch ab. Durch den Lichtmangel verlassen eventuell in den Blüten verborgene kleine Insekten diese.
- Lösen Sie die Blütenblätter vorsichtig ab.
- Verteilen Sie sie auf einem Backblech, ohne sie übereinanderzulegen.
- Trocknen Sie sie bei 50 °C im Backofen oder bei der niedrigstmöglichen Temperatur einige Minuten lang.
Sie können auch einen Dörrautomaten oder einen Solartrockner verwenden.
Nach dem Trocknen können Sie die Blütenblätter im Mörser oder in einem Mixer zu Pulver verarbeiten oder im Ganzen aufbewahren.

Trocknen von Roseneibischblütenblättern
Die Frucht trocknen
Das Trocknen des Kelchs dauert länger und ist etwas anspruchsvoller, da die Früchte fleischig sind. Die Herausforderung besteht darin, die Frucht zu trocknen, bevor sie verdirbt. Das Trocknen auf einem Trockengitter in der Sonne eignet sich daher vor allem für Regionen mit sehr warmen, trockenen Sommern oder für besonders heiße Wetterperioden.
Sie können die Früchte im herkömmlichen Backofen bei niedriger Temperatur mehrere Stunden lang oder im Dörrautomaten trocknen.
Nach dem Trocknen wird die Frucht hart und brüchig und kann aufbewahrt werden.

Getrocknete Roseneibischkelche
Wie bewahrt man getrocknete Roseneibischblüten auf?
Nach dem Trocknen halten sich die Roseneibischblütenblätter und Kelche mehrere Monate bei Raumtemperatur. Bewahren Sie sie an einem trockenen, lichtgeschützten Ort auf.
Geben Sie die Roseneibischblüten in ein luftdicht verschließbares Gefäß, einen gut verschlossenen Papierbeutel oder einen Druckverschlussbeutel. So bleiben ihre Aromen erhalten.

Getrocknete Roseneibischblüten verwenden
Roseneibischblüten können in der Küche auf vielfältige Weise verwendet werden, sowohl für herzhafte als auch für süße Zubereitungen: für Saucen, Konfitüren, Sirup, Teeaufgüsse, Torten, Desserts und Cocktails.
Die getrockneten Blütenblätter eignen sich außerdem hervorragend, um Gerichte und Salate zu verzieren oder den Tisch dekorativ zu schmücken.
Roseneibischblütentee
Ein Teeaufguss aus Roseneibischblüten ist ebenso einfach zuzubereiten wie köstlich. Er verbindet säuerliche, blumige und fruchtige Aromen.
- Geben Sie einen Teelöffel Blütenblätter in eine Tasse kochendes Wasser.
- Lassen Sie den Tee 5 Minuten ziehen.
- Seihen Sie ihn ab, um die verfärbten Blütenblätter zu entfernen.
Sie können diesen Teeaufguss drei- bis viermal täglich heiß oder kalt trinken.
Um den säuerlichen Geschmack abzumildern, können Sie weitere Pflanzen hinzufügen, zum Beispiel Himbeerblätter, Zimt, Ingwer oder kleine Erdbeerstücke.

Getrockneter Roseneibischblütentee wird in Ägypten Karkade genannt
Rezept für Hibiscus-Tee
Hibiscus-Tee ist ein rotes, fruchtig schmeckendes Getränk, das vor allem gut gekühlt getrunken wird und besonders erfrischend ist.
Zutaten für 1 l Getränk:
- 200 g getrocknete Roseneibischblüten
- 125 g Zucker
- 1 Päckchen Vanillezucker
In einigen afrikanischen Ländern wird der Hibiscus-Tee zusätzlich mit Minzblättern verfeinert.
- Bringen Sie 1 l Wasser zum Kochen.
- Geben Sie die getrockneten Kelche hinein und lassen Sie sie etwa 20 Minuten köcheln. Das Wasser färbt sich dabei purpur- bis granatrot.
- Lassen Sie den Tee abkühlen, bevor Sie ihn abseihen.
- Geben Sie den Zucker hinzu und verrühren Sie alles gut.
- Füllen Sie das Getränk in eine zuvor gereinigte Flasche und bewahren Sie es im Kühlschrank auf.
Sie können das Getränk zu jeder Tageszeit genießen.

Die Vorzüge von Roseneibischblüten
Roseneibisch ist reich an Vitamin C, Antioxidantien und Mineralstoffen und besitzt dadurch zahlreiche Eigenschaften:
- mineralstoffzuführend
- kräftigend
- harntreibend
- beruhigend und entspannend
- leicht abführend
- entzündungshemmend
Roseneibischblüten sollen bei Verdauungsbeschwerden, Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Nierensteinen, Harnwegsinfektionen, Menstruationsbeschwerden und Wassereinlagerungen wohltuend wirken.
Die Blütenblätter werden vor allem wegen ihres Schleimstoffgehalts verwendet. Ihre weichmachenden Eigenschaften können bei Husten oder Halsschmerzen die gereizte Kehle beruhigen.
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