Karkadé in Ägypten, Bissap in Westafrika, Rosella in Australien, „Jus groseille-pays“ auf den Antillen … Hibiskustee oder ein Aufguss aus Hibiskusblüten hat mit unterschiedlichen Bezeichnungen in jedem Land die ganze Welt erobert. Ich habe ihn vor 30 Jahren im Land der Pharaonen kennengelernt, zu einer Zeit, als diese Blume im Westen noch wenig bekannt war und kaum getrunken wurde. Getrocknete Hibiskusblüten gehören zu den schönsten Warenangeboten der Souks von Khan el Khalili in Kairo und des Tilène-Marktes in Dakar. Touristen bringen häufig welche im Koffer mit – zumindest wegen der Schönheit der Blüte, oft aber auch, weil sie das Getränk probiert haben und diesen einzigartigen, säuerlichen Geschmack eines ganz besonderen Getränks wieder genießen möchten! Hier finden Sie ein ganz einfaches Rezept.

Hausgemachtes Karkadé-Rezept

Welchen Teil der Pflanze verwendet man?

Für das rubinrote Getränk verwendet man die Kelche der Hibiskusblüte: Sie bleiben am Stängel haften, sobald die Blütenblätter abgefallen sind. Die Blüte findet im Herbst statt. Der zunächst grüne Kelch färbt sich nach und nach rot. Er besitzt antioxidative Eigenschaften.
Für Bissap oder Karkadé verwendet man ausschließlich Hibiscus sabdariffa. Dieser Roseneibisch wächst in den tropischen Regionen Afrikas sowie in Asien und Mittelamerika, wo er eingebürgert ist.

Hibiscus sabdariffa als Getränk
Hibiscus sabdariffa: Blüte und rötlicher Kelch

Wo bekommt man Hibiskusblüten?

Wenn Sie nicht gerade von einer Reise nach Afrika zurückkehren, haben Sie zu Hause wahrscheinlich keine Hibiskusblüten … Es sei denn, Sie trocknen sie selbst, wie Marion in der Anleitung Wie trocknet man Hibiskusblüten? erklärt. Dieser Roseneibisch ist jedoch eine exotische Pflanze. Er verträgt keine Temperaturen unter 0 °C und leidet bereits bei weniger als 10 °C. Wenn Sie kein Gewächshaus besitzen und weder im Mittelmeerraum noch in einer subtropischen Region leben, können Sie ihn wahrscheinlich nicht kultivieren. Am einfachsten kaufen Sie die Blüten daher in einer Kräuterhandlung, einem Bioladen, einem Geschäft für orientalische Waren oder im Internet – auf anerkannten und zuverlässigen Websites. Sie werden lose oder in Beuteln angeboten.

Getrocknete Blüten können Sie lange in einem luftdicht verschlossenen Gefäß aufbewahren. Stellen Sie es dunkel und trocken auf. So behalten die Blüten ihre schöne purpurrote Farbe. Bringen Sie sich von einer Reise also ruhig welche im Koffer mit!

Wo bekommt man getrocknete Hibiskusblüten?

Das Rezept

  • Bringen Sie 1 l Wasser in einem Topf zum Kochen.
  • Geben Sie 15 g getrocknete Hibiskusblüten dazu und lassen Sie sie 15 bis 20 Minuten zugedeckt ziehen.
  • Geben Sie 30 g Zucker dazu und verrühren Sie alles mit einem Holzlöffel. Der Zucker ist notwendig, da das Getränk sonst zu herb wäre. Probieren Sie den Saft und passen Sie die Zuckermenge Ihrem Geschmack an.
  • Gießen Sie den Hibiskussaft durch ein Sieb oder einen Spitzsieb in eine Flasche oder Karaffe, um die Blüten zu entfernen.
  • Sobald der Saft abgekühlt ist, können Sie nach Belieben Fruchtstücke, Schalen oder Zesten von Zitrusfrüchten, Ingwer, Melisse oder Minze dazugeben.

Wie trinkt man ihn?

In Ägypten und Afrika trinkt man Karkadé oder Bissap in den Wintermonaten gerne heiß, aber auch während eines großen Teils des Jahres, weil er dann besonders gut den Durst löscht. Das wissen die Menschen in den Wüstenregionen seit Langem zu schätzen. Im Sommer wird er in Frankreich und Europa meist gekühlt oder mit Eis getrunken und ist dann ein besonders erfrischendes Getränk. Ich trinke ihn am liebsten pur, ohne zusätzliche Aromen, wie in Ägypten.

Bissap oder Karkadé kalt oder heiß trinken