Tee ist eines der meistgetrunkenen Getränke der Welt. Ob grüner, weißer oder schwarzer Tee, Oolong oder Pu-Erh – er entsteht durch das Trocknen und manchmal auch durch das Oxidieren oder Fermentieren der Blätter einer einzigen Pflanze: dem Camellia sinensis, dem Teestrauch. Dieser aus Südchina stammende Strauch besitzt dunkelgrünes, immergrünes und aromatisches Laub.
Trotz seiner subtropischen Herkunft kann sich dieser Moorbeeterde liebende Strauch bei uns im Freiland oder im Topf akklimatisieren. Daher ist es möglich, zu Hause ganz einfach Tee anzubauen. Die Mengen bleiben natürlich bescheiden. Das hindert Sie jedoch nicht daran, einige Tassen Tee direkt von Ihrem Teestrauch im Garten zu genießen!
Hier finden Sie unsere Anleitung, wie Sie Ihren eigenen Tee zu Hause herstellen.

Blüten und Blätter des Teestrauchs
Teeblätter ernten
Die Ernte erfolgt im Frühjahr und zu Beginn des Sommers, idealerweise etwa im Mai und Juni. Ernten Sie die Blätter von einem mindestens zwei oder drei Jahre alten Exemplar von Camellia sinensis.
Führen Sie die Ernte an einem trockenen Tag am frühen Morgen durch. Dann sind die Blätter besonders reich an aromatischen Inhaltsstoffen, bevor die warme Mittagssonne erscheint. Ernten Sie möglichst nicht am Tag nach Regen, damit die Blätter leichter trocknen.
Pflücken Sie einfach die jungen Blätter und Knospen von Hand und lösen Sie sie vorsichtig ab, damit Sie sie und die Triebe nicht beschädigen. Sie können auch eine zuvor desinfizierte Schere verwenden.
In der Teetradition werden bei der sogenannten „kaiserlichen“ Ernte eine Knospe und das unmittelbar darunterliegende Blatt gepflückt. Bei der „feinen“ Ernte erntet man eine Knospe und die beiden darunterliegenden Blätter. Diese Pflanzenteile sind besonders aromatisch. Für den persönlichen Gebrauch empfehlen wir Ihnen diese Methode. Pflücken Sie pro Trieb jedoch höchstens zwei oder drei Blätter, damit der Strauch weiterwachsen kann und Sie die besten Aromen des Teestrauchs erhalten.
Für 1 kg getrockneten Tee benötigen Sie etwa 4 bis 5 kg frische Blätter. Nur wenn Sie einen großflächigen Teeanbau beginnen, wird diese Menge den Bedarf eines täglichen Teetrinkers decken. Sie können jedoch ein besonders regionales Getränk genießen. Wenn Sie keine chemischen Pflanzenschutzmittel verwenden, ist es zudem biologisch und selbst hergestellt. Darüber hinaus besitzt der Strauch einen hohen Zierwert. Der Ertrag steigt im Laufe der Jahre, wenn Ihr Teestrauch wächst.

„Kaiserliche“ oder „feine“ Ernte? Sie haben die Wahl!
Teeblätter trocknen
Die Farbe des Tees ergibt sich aus den verschiedenen Verfahren, denen die Blätter nach der Ernte unterzogen werden. Für die Herstellung von Tee zu Hause verwenden wir hier eine Methode, die der Herstellung von weißem Tee ähnelt. Dieser wird am wenigsten verarbeitet.
Vereinfacht gesagt lässt man die Blätter für weißen Tee einige Tage an der frischen Luft welken, bevor man sie zur Haltbarmachung trocknet. Grüner Tee wird sofort getrocknet. Die Wärme verhindert dabei die Oxidation. Schwarzer Tee und Oolong entwickeln ihre Aromen dagegen gerade durch diesen Oxidationsprozess. Pu-Erh ist schließlich ein fermentierter Tee, der bei uns deutlich seltener getrunken wird.
Erster Schritt: natürliches Trocknen an der frischen Luft
- Breiten Sie die frisch geernteten Knospen und Blätter sofort aus. Verwenden Sie dafür ein Tuch, einen Trocknungsrahmen, eine Matte oder eine andere luftdurchlässige Unterlage, auf der die Luft gut zirkulieren kann.
- Stellen Sie sie an einen warmen und trockenen Ort, aber vor direkter Sonneneinstrahlung geschützt.
- Wenden Sie die Blätter nach 24 Stunden, damit sie gleichmäßiger trocknen.
Sobald die Blätter nach etwa 48 Stunden welk sind, beginnen Sie mit dem Trocknen, das die Teeblätter haltbar macht.
Zweiter Schritt: Trocknen im Backofen
- Heizen Sie Ihren Backofen auf eine niedrige Temperatur von etwa 90 °C vor.
- Verteilen Sie die Knospen und Blätter auf einem Blech oder einer Silikonmatte.
- Lassen Sie sie etwa 15 Minuten im Backofen trocknen.
- Öffnen Sie die Backofentür regelmäßig, damit überschüssige Feuchtigkeit entweichen kann.
- Vermischen Sie die Blätter nach der Hälfte der Trockenzeit vorsichtig.
Die Blätter sind trocken, wenn sie sich zusammenrollen und leicht brüchig werden. Achten Sie jedoch darauf, sie nicht zu erhitzen oder zu rösten. Sonst verlieren sie ihre Fähigkeit, beim Aufgießen Geschmack abzugeben.
Sie können Ihre Teeblätter auch in einem Dörrautomaten trocknen. Halten Sie sich dabei an die vom Hersteller empfohlenen Temperaturen und Trockenzeiten.
Füllen Sie die Blätter in ein luftdicht verschließbares, lichtundurchlässiges Gefäß, damit die Aromen des selbst gemachten Tees bestmöglich erhalten bleiben.

Im gewerblichen Anbau werden die Blätter von Camellia sinensis auf großen Trocknungsrahmen getrocknet.
Selbst gemachten Tee zubereiten und verfeinern
Sie können Ihren Tee pur genießen, indem Sie ihn einfach einige Minuten in heißem Wasser ziehen lassen.
Sie können ihn auch aromatisieren und mit verschiedenen Zutaten verfeinern, die Sie in Ihrem Garten ernten können oder nicht.
- Kräuterblätter: Minze, Melisse, Dost, Thymian, Rosmarin, Zitronengras …
- Obst: Zitronen- oder Orangenscheiben, Apfelstücke …
- Blüten: Kamille, Lavendel, Roseneibisch, Rose …
- Gewürze: Zimt, Gewürznelke, Ingwer …
- Weitere Blätter von Sträuchern: Schwarze Johannisbeere, Himbeere …
Je nach Jahreszeit und Geschmack können Sie den Tee heiß oder kalt genießen!

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