Die Kiwipflanze (Actinidia chinensis oder deliciosa) ist eine aus Neuseeland eingeführte Obst-Liane, die für ihre schmackhaften und Vitamin-C-reichen Früchte bekannt ist. Sie ist winterhart und gedeiht bei uns sehr gut, sobald sie sich an einem frischen, nährstoffreichen, lockeren und durchlässigen Boden etabliert hat. Der Boden sollte vorzugsweise kalkarm sein. Außerdem benötigt die Pflanze eine geeignete Rankhilfe. Die Kiwipflanze lässt sich im Sommer durch Stecklinge aus halb verholzten Trieben unter gespannter Luft vermehren. Mit der Stecklingsvermehrung können Sie Ihre Kiwipflanze schnell und zuverlässig vermehren und kräftige Jungpflanzen gewinnen. Erfahren Sie, wann und wie Sie ganz einfach Kiwi-Stecklinge gewinnen!

Wann lässt sich die Kiwipflanze durch Stecklinge vermehren?
Der ideale Zeitpunkt für die Stecklingsvermehrung der Kiwipflanze liegt im Sommer, vorzugsweise im Juli und August. Dann beginnen die diesjährigen Triebe zu verholzen und sich in festes Holz zu verwandeln. In diesem Stadium bewurzeln sich halb verholzte Stecklinge in der Regel besonders leicht.
Wie vermehren Sie die Kiwipflanze unter gespannter Luft?
- Schneiden Sie mit einer sauberen und desinfizierten Gartenschere einen etwa 15 cm langen, halb verholzten Trieb von der Spitze eines diesjährigen Triebs ab. Durch die Stecklingsvermehrung entstehen genetisch identische Pflanzen. Bei Kiwipflanzen gibt es männliche und weibliche Pflanzen. Schneiden Sie deshalb Stecklinge sowohl von einer männlichen als auch von einer weiblichen Pflanze.
- Entfernen Sie die unteren Blätter und lassen Sie nur zwei Blätter an der Spitze stehen. So verhindern Sie, dass die Pflanze durch eine zu starke Verdunstung unnötig geschwächt wird.
- Füllen Sie einen Topf, eine Anzuchtschale oder biologisch abbaubare Anzuchttöpfe mit Aussaat- und Pikiererde.
- Feuchten Sie die Blumenerde mit einem Sprühgerät leicht an.
- Stecken Sie den Steckling in das mit dem Bleistift vorbereitete Loch und versenken Sie etwa ein Drittel seiner Länge im Substrat.
- Drücken Sie die Blumenerde vorsichtig um den Steckling an, damit er guten Bodenkontakt erhält.
- Halten Sie den Steckling bei 25 °C unter gespannter Luft warm und sorgen Sie für eine feuchte Atmosphäre.
- Stülpen Sie eine Anzuchtglocke, eine Plastikflasche ohne Boden, ein Mini-Gewächshaus oder einfach einen Plastikbeutel über den Topf. So schaffen Sie eine Umgebung mit hoher Luftfeuchtigkeit, die die Wurzelbildung fördert. Achten Sie darauf, dass weder der Trieb noch die Blätter die Abdeckung berühren, damit kein Schimmel entsteht.
- Sie können die Stecklinge auch in halbierte Plastikflaschen für Mineralwasser stecken und die Flaschen mit dem Verschluss verschließen.
- Stellen Sie den Steckling an einen warmen, aber schattigen Platz, damit er keiner übermäßigen Hitze ausgesetzt ist.
- Halten Sie die Blumenerde leicht feucht, aber nicht nass.
- Kontrollieren Sie den Steckling regelmäßig und achten Sie darauf, dass er feucht bleibt.
- Heben Sie die Anzuchtglocke oder die Flasche regelmäßig an beziehungsweise entfernen Sie den Verschluss, damit der Steckling frische Luft bekommt.
- Bewahren Sie die Jungpflanzen im Winter in einem hellen und nicht zu warmen Raum auf.
- Wenn sich nach 2 bis 3 Monaten kräftige Wurzeln entwickelt haben, entfernen Sie die Abdeckung.
- Wenn die Stecklinge gut bewurzelt sind, topfen Sie sie in größere Anzuchttöpfe um, damit sie kräftiger werden.

Im darauffolgenden Frühjahr können Sie Ihren Kiwi-Steckling an einem sonnigen, vor kalten Winden und Spätfrösten geschützten Standort auspflanzen. Sorgen Sie für eine ausreichend stabile Rankhilfe, etwa ein Rankgitter, eine Pergola oder eine gut besonnte Laube, an der sich die Triebe festhalten können.

Benötigtes Material
Für die Stecklingsvermehrung der Kiwipflanze benötigen Sie:
- Einen Topf, eine Anzuchtschale oder biologisch abbaubare Anzuchttöpfe.
- Einen Bleistift.
- Eine mit Alkohol gut desinfizierte Gartenschere.
- Eine Anzuchtglocke, eine Plastikflasche, einen Plastikbeutel oder ein Mini-Gewächshaus.
- Ein Sprühgerät.
- Aussaat- und Pikiererde oder eine Mischung aus zwei Dritteln Torf und einem Drittel Gartensand.
- Ein Wurzelaktivator (optional).
Weitere Informationen
- Entdecken Sie unsere Tipps, wie Sie Ihre Pflanzen erfolgreich durch Stecklingsvermehrung vermehren.
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