Manchmal als unerwünschte Pflanze gefürchtet, manchmal für die Zubereitung kulinarischer Rezepte geschätzt: Der Löwenzahn ist auch im Garten sehr nützlich, insbesondere im Gemüsegarten und im Obstgarten, wenn Sie daraus eine Löwenzahnjauche herstellen. Mit dieser angesetzten Löwenzahnjauche gewinnen Sie einen natürlichen Dünger, den Sie im biologischen Gemüsegarten oder in der Permakultur verwenden können. In unserer Anleitung erfahren Sie, wie Sie Löwenzahnjauche herstellen, welche Vorteile sie bietet und wie Sie sie anwenden.

Löwenzahnjauche herstellen

Welche Vorteile bietet Löwenzahnjauche?

Bei der Fermentation entwickelt Löwenzahnjauche einen hohen Gehalt an verschiedenen Nährstoffen, insbesondere an Kalium (dem bekannten Element „K“ aus „NPK“), aber auch an Kieselsäure und Phosphor. Diese Nährstoffe sind für das Wachstum der Pflanzen wichtig. Kalium fördert die Entwicklung junger Pflanzen, vor allem im Gemüsegarten, und unterstützt dadurch die Blüte und anschließend die Fruchtbildung. Außerdem werden die Pflanzen widerstandsfähiger gegen Krankheiten und Schädlingsbefall. Löwenzahnjauche wird besonders häufig im Tomatenanbau, aber auch im Obstgarten eingesetzt. Sehr sinnvoll ist die ergänzende Anwendung von Brennnessel- und Schachtelhalmjauche.

Löwenzahnjauche wird außerdem zur Spritzung auf die Blätter bestimmter Pflanzen eingesetzt, um dem Auftreten von Pilzkrankheiten wie Kraut- und Knollenfäule oder Mehltau vorzubeugen.

Schritt für Schritt Löwenzahnjauche herstellen

1- Ernten Sie zunächst den gesamten Löwenzahn mit Blättern, Blüten und Wurzeln. Für 5 Liter Jauche benötigen Sie 1 kg Löwenzahn.

2- Bürsten Sie die Wurzeln kurz ab, um möglichst viel Erde zu entfernen.

Löwenzahnjauche herstellen

3- Wenn möglich, schneiden oder zerkleinern Sie den Löwenzahn, damit die Mazeration und die Freisetzung der Nährstoffe schneller erfolgen.

4- Geben Sie den Löwenzahn in einen großen, verschließbaren Behälter, zum Beispiel in einen für Lebensmittel geeigneten Eimer oder einen Jauchebehälter wie den „Biomix“.

5- Gießen Sie anschließend 5 Liter Regenwasser darüber und verschließen Sie den Behälter mit dem Deckel.

6- Lassen Sie den Löwenzahn je nach Außentemperatur 10 bis 20 Tage in diesem Behälter ziehen. Rühren Sie den Inhalt dabei alle 2 bis 3 Tage um.

7- Ihre Löwenzahnmazeration ist fertig, wenn die Flüssigkeit eine schöne braune Farbe angenommen hat und sich an der Oberfläche keine Blasen oder kein Schaum mehr bilden.

8- Sobald die Jauche fertig ist, filtern Sie sie, sodass nur die Flüssigkeit übrig bleibt. Anschließend können Sie sie in einer Flasche oder einem Kanister an einem vor Licht und Wärme geschützten Ort lagern. Ungeöffnet ist sie 2 bis 3 Jahre haltbar, nach dem Anbruch noch 2 bis 3 Monate.

Wie verwende ich Löwenzahnjauche?

  • Geben Sie in eine 5-Liter-Gießkanne 1/2 Liter (500 ml Brennnesseljauche und füllen Sie mit 4,5 Litern Regenwasser auf (das entspricht einer Verdünnung von etwa 10 %).
  • Gießen Sie Ihre jungen Pflanzen vor und während der Blüte mit dieser Verdünnung, um die Blütenbildung anzuregen. Löwenzahnjauche wirkt besonders gut bei jungen Tomatenpflanzen, aber auch bei frisch verpflanztem Gemüse und Zierblumen.
  • Sie können diese Löwenzahnjauche auch spritzen (immer 500 ml Brennnesseljauche auf 4,5 Liter Regenwasser). Bringen Sie die Verdünnung auf das Laub von Obststräuchern und Gemüsepflanzen aus, um dem Auftreten von Pilzkrankheiten vorzubeugen.
  • Kombinieren Sie ruhig Löwenzahn- und Brennnesselmazeration. So profitieren Sie von den Vorteilen beider Zubereitungen: Sie fördern das Wachstum, stärken die Abwehrkräfte der Pflanze, beugen Krankheiten möglichst gut vor und halten Schädlinge fern.
Löwenzahnjauche herstellen