Die Schefflera, nicht „Sheflera“, wie der Name manchmal geschrieben wird, ist ein hübscher Strauch, der mit seinem wunderschönen, dunkelgrünen, handförmigen Laub für exotisches Flair sorgt. Als dekorative Zimmerpflanze ist sie weithin bekannt. Einige winterharte Arten eignen sich jedoch auch sehr gut für den Garten, im Schatten oder Halbschatten. Die anspruchslose und leicht zu kultivierende Pflanze lässt sich außerdem durch Stecklingsvermehrung vermehren, um eine neue Jungpflanze zu gewinnen. Mit diesen Stecklingen können Sie Ihren Garten oder Ihr Zuhause verschönern und sogar einen Dschungelgarten erweitern.
In unserem bebilderten Ratgeber erfahren Sie, wann und wie Sie Schefflera-Stecklinge gewinnen.
Wann sollten Sie Schefflera durch Stecklinge vermehren?
Die beste Zeit für die Stecklingsvermehrung von Schefflera liegt zwischen Juni und September. In dieser Zeit sind Wärme und Sonnenlicht besonders günstig für die Wurzelbildung. Das gilt auch für Schefflera-Stecklinge, die Sie in der Wohnung bewurzeln.
Gut zu wissen: Die Kleine Strahlenaralie lässt sich auch durch Abmoosen vermehren.
Das benötigte Material
Für schöne Stecklinge der Kleinen Strahlenaralie benötigen Sie:
- einen oder mehrere Töpfe mit einem Durchmesser von mindestens 15 bis 20 cm und Abzugslöchern im Topfboden
- eine Sprühflasche
- einen Bleistift
- Blähton
- eine zuvor mit Alkohol gereinigte Gartenschere, um die Übertragung von Krankheiten zu vermeiden
- eine Anzuchtglocke, eine große Plastikflasche mit etwa 5 Litern Fassungsvermögen, einen Plastikbeutel oder ein Mini-Gewächshaus zum Abdecken der Stecklinge
- Aussaat- und Pikiererde oder eine Mischung aus zwei Dritteln Torf und einem Drittel Gartensand
- optional: ein Wurzelaktivator
Wie vermehren Sie Schefflera unter gespannter Luft?
1- Geben Sie eine etwa 2 bis 3 cm hohe Schicht aus Blähton auf den Boden des Topfes. So kann überschüssiges Gießwasser besser ablaufen.
2- Füllen Sie darüber Aussaat- und Pikiererde bis etwa 2 cm unter den Topfrand. Drücken Sie die Erde anschließend leicht mit der Hand an.
3- Gießen Sie die Erde mit einer Gießkanne oder einer Sprühflasche, vorzugsweise mit Regenwasser. Das Substrat muss feucht, darf aber nicht durchnässt sein.
4- Bohren Sie mit dem Bleistift ein 4 bis 5 cm tiefes Pflanzloch.
Gut zu wissen: Je nach gewünschter Wirkung können Sie einen, zwei, drei oder sogar vier Stecklinge in einen Topf setzen.

Bohren Sie ein 4 bis 5 cm tiefes Pflanzloch und befeuchten Sie die Erde
4- Wählen Sie an Ihrem Strauch gesunde Triebe, möglichst ohne Blüten, aus. Schneiden Sie mit einer Gartenschere 4 bis 5 Triebe mit mindestens 4 oder 5 Knoten ab. Ein Knoten ist die Ansatzstelle eines Blattes am Trieb. Je nach Sorte sind die Triebe 5 bis 15 cm lang.
5- Schneiden Sie den Trieb direkt unterhalb des untersten Knotens, also unter einem Blatt, erneut an. An diesen Knoten bilden sich später die Wurzeln.

Wählen Sie einen gesunden Trieb aus und schneiden Sie ihn ab
6- Entfernen Sie die unteren Blätter des Stecklings mit der Gartenschere und lassen Sie nur das oberste Blatt stehen. So verhindern Sie, dass die Stecklinge durch eine zu starke Verdunstung über das Laub geschwächt werden. Entfernen Sie außerdem eventuell vorhandene Blüten.

Schneiden Sie den Trieb direkt unterhalb eines Knotens ab und entfernen Sie die unteren Blätter
7- Optional: Sie können die Basis Ihrer Stecklinge vorsichtig in ein Bewurzelungshormon tauchen, um die Wurzelbildung zu fördern.
8- Setzen Sie den Trieb in den Topf. Die drei unteren Knoten müssen dabei in der Erde stecken.
9- Drücken Sie die Erde vorsichtig rund um den Steckling an. So steht er gerade und es entstehen keine Lufteinschlüsse.
10- Gießen Sie bei Bedarf erneut.
11- Stülpen Sie eine Anzuchtglocke über den Trieb, um die Luftfeuchtigkeit hoch zu halten. Dieses Verfahren nennt man „Stecklingsvermehrung unter gespannter Luft“. Wenn Sie keine Anzuchtglocke haben, verwenden Sie eine große Plastikflasche ohne Boden oder einen durchsichtigen Beutel, den Sie mit Stäben abstützen. Achten Sie darauf, dass der Trieb und die Blätter die Glocke nicht berühren. So verhindern Sie Schimmelbildung!

Setzen Sie den Trieb in die Erde und decken Sie ihn mit einer Anzuchtglocke ab
12- Halten Sie die Erde stets leicht feucht, aber nicht zu nass.
13- Stellen Sie den Topf an einen hellen Standort, jedoch nicht in die pralle Sonne. Im Haus platzieren Sie den Topf in der Nähe eines Fensters nach Norden, Osten oder Westen. An einem Südfenster sollte er hinter einem Vorhang stehen.
14- Lüften Sie alle 3 bis 4 Tage eine halbe Stunde lang. Heben Sie dazu die Anzuchtglocke an.
15- Nach 2 bis 3 Monaten haben sich die Wurzeln Ihres Schefflera-Stecklings ausreichend entwickelt. Sie können die Anzuchtglocke dann entfernen und die Jungpflanzen bei Bedarf in einen größeren Topf umpflanzen.
16- Schützen Sie die jungen Triebe in ihrem ersten Winter. Stellen Sie sie in einen hellen Raum im Haus, in einen Wintergarten oder in ein unbeheiztes Gewächshaus.
17- Im folgenden Frühjahr können Sie den kleinen Strauch bei Bedarf ins Freiland pflanzen. Er bevorzugt einen nährstoffreichen, gut durchlässigen Boden, der stets leicht feucht bleibt und niemals austrocknet. Je nach Sorte eignet sich ein Standort im Halbschatten oder lichten Schatten. Geben Sie etwas gut verrotteten Kompost auf den Boden des Pflanzlochs. Gießen Sie Ihre junge Schefflera in den ersten beiden Sommern bei großer Hitze und längerer Trockenheit.
Weitere Informationen:
- Entdecken Sie alle unsere Sorten der Schefflera.
- Alles Wissenswerte finden Sie in unserem Ratgeber über Schefflera: Pflanzen, Kultivieren und Pflegen.
- Lesen Sie auch unseren Ratgeber: „Stecklingsvermehrung: Alles über die verschiedenen Techniken und unsere Tipps für erfolgreiche Stecklinge“.

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