Westringia fruticosa, auch Australischer Rosmarin genannt, stammt aus dem Osten Australiens. Dieser kleine, buschig wachsende Strauch besitzt tatsächlich die typischen Merkmale eines Rosmarins (er gehört zur selben botanischen Familie der Lippenblütler, hat kleine, immergrüne Blätter mit gräulichem Schimmer und blüht meist weiß oder hellviolett. Außerdem ist er bienenfreundlich und gedeiht auf magerem, trockenem Boden), allerdings fehlt ihm das aromatische Laub unseres vertrauten Rosmarins.
Westringia ist in Gartencentern und Baumschulen an der Küste häufig zu sehen. Im Gegensatz zu unserem mediterranen Rosmarin ist er jedoch deutlich frostempfindlicher. Aufgrund seiner Herkunft verträgt er Gischt und Wind sehr gut. Die Vermehrung von Westringia ist interessant, wenn Sie neue Jungpflanzen für Ihren Garten gewinnen möchten. Wir zeigen Ihnen, wie Sie den Strauch durch Stecklinge vermehren!

weißer Australischer Rosmarin
Westringia fruticosa

Warum Westringia durch Stecklinge vermehren?

Westringia ist wenig winterhart und empfindlich gegenüber Frost. Um zu verhindern, dass der Strauch in Regionen mit grenzwertiger Winterhärte verloren geht (lesen Sie dazu unseren Beitrag über Klimazonen und USDA-Zonen in Frankreich), lohnt sich seine Vermehrung. Bei diesem stark verholzenden Strauch ist die Stecklingsvermehrung die beste Methode. Sie erzielt zuverlässigere Ergebnisse als die Frühjahrsaussaat. Durch die Stecklingsvermehrung bleiben außerdem die Eigenschaften der Mutterpflanze erhalten.

Hinweis: Wir empfehlen Ihnen, Elisabeths Beitrag über winterharte Pflanzen und Winterhärte: Definition, Tipps und praktische Beispiele zu lesen.

Australischer Rosmarin
Der Australische Rosmarin ist ein schöner, immergrüner Strauch, der in mildem Klima sehr lange blüht.

Wann sollten Sie Westringia durch Stecklinge vermehren?

Vermehren Sie den Australischen Rosmarin immer nach der Blüte durch Stecklinge. Da er ähnlich wie der Gewöhnliche Rosmarin mehrmals im Jahr und über einen langen Zeitraum blüht, eignet sich der Sommer besonders gut. Beginnen Sie im Frühsommer, etwa im Juni, mit krautigen Stecklingen, deren Triebe noch weich und zart sind. Alternativ können Sie bis September halbreife Stecklinge schneiden. Diese Triebe sind an der Basis bereits teilweise verholzt. Bei diesem immergrünen Strauch gelingt die zweite Methode am zuverlässigsten.

Wie gewinnen Sie Westringia-Stecklinge?

Für Westringia empfehlen wir einen halbverholzten Steckling, möglichst einen Steckling mit Fuß. Dafür nehmen Sie einen Trieb mit einem kleinen Stück Rinde vom Zweig ab, an dem er wächst. Das erhöht bei immergrünen Sträuchern die Erfolgschancen.

  • Schneiden Sie Ende August oder im September mehrere etwa 10 bis 15 cm lange, verholzte Triebsegmente ohne Blüten. Sie sollten fest und grünbraun gefärbt sein. Verwenden Sie eine Gartenschere, wenn Sie reine Triebstecklinge schneiden. Setzen Sie den Schnitt unterhalb eines Knotens an, also dort, wo ein neuer Trieb oder ein Blatt austreibt. An dieser Stelle enthält die Pflanze besonders viele Wachstumshormone.
Westringia durch Stecklinge vermehren
  • Für einen Steckling mit Fuß schneiden Sie mit einem Messer einen 10 bis 15 cm langen Trieb ab. Nehmen Sie dabei ein kleines Stück Rinde vom Zweig mit.
Westringia-Steckling mit Fuß
Westringia: Steckling mit Fuß
  • Entfernen Sie die Blätter am unteren Teil des Triebs, sodass nur einige Blätter an der Spitze bleiben.
  • Bereiten Sie eine lockere Mischung aus Blumenerde und Sand zu. Verwenden Sie jeweils 50 %, damit das Wasser gut ablaufen kann. Füllen Sie die Töpfe mit dem Substrat.
  • Stechen Sie mit einem Bleistift ein Loch in das Substrat. Setzen Sie jeden Steckling in einen Topf. Sie können das untere Ende zuvor in Bewurzelungshormon tauchen.
Westringia-Stecklinge pflanzen
  • Drücken Sie das Substrat mit den Fingerspitzen leicht an, damit der Trieb guten Kontakt erhält.
Westringia durch Stecklinge vermehren
  • Gießen Sie mit einem Zerstäuber oder vorsichtig mit einer kleinen Gießkanne. Das Substrat sollte frisch, aber nicht nass bleiben.
  • Sie können jeden Topf jetzt mit einer umgedrehten Plastikflasche oder einer Anzuchtglocke abdecken. So entsteht gespannte Luft, die die Bewurzelung unterstützt.
Westringia-Steckling
  • Halten Sie das Substrat feucht und stellen Sie die Töpfe frostgeschützt an einen hellen Platz, jedoch ohne direkte Sonne. Beschriften Sie die Töpfe.
  • Nach einigen Wochen sollten sich die ersten Wurzeln bilden.
  • Sobald die Pflanze neue Blätter entwickelt, pflanzen Sie die Stecklinge in etwas größere Töpfe um. Im folgenden Frühjahr können Sie sie in den Garten setzen.

Umpflanzen der Stecklinge

Pflanzen Sie Ihre Stecklinge am besten im Frühjahr um. In den günstigsten Küstenregionen ist auch eine Pflanzung im Herbst möglich. Das gilt für die Mittelmeerküste und geschützte Bereiche der Atlantikküste, in denen kaum Frost auftritt.

Benötigtes Material

  • Eine saubere, scharfe Gartenschere oder ein Messer, gründlich gereinigt und desinfiziert
  • Töpfe mit Anzuchterde oder gesiebter, lockerer und gut durchlässiger Blumenerde mit mindestens einem Viertel Sand
  • Bewurzelungshormon (optional)
  • Zerstäuber
  • Etiketten

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