Quitte: Pflanzen, Rückschnitt und Pflege

Quitte: Pflanzen, Rückschnitt und Pflege

Inhaltsverzeichnis

Geändert der 10. August 2025  durch Eva 9 min.

Quitte kurz erklärt

  • Robuster, pflegeleichter Obstbaum, leicht zu kultivieren in jeder Region.
  • Im Mai romantische, zartrosa Blüte über dunkelgrünem, Ovalem Laub.
  • Der Quittenbaum trägt große, goldgelbe Kochfrüchte: Quitten für Gelees oder Fruchtpaste.
  • Bevorzugt viel Sonne und einen ausreichend frischen Boden.
Schwierigkeit

Das Wort unserer Expertin

Die Quitte, auch Quittenbaum genannt, ist ein kleiner Baum mit rundlicher Wuchsform, der sich als Gartenschmuck, Schattenspender und Obstbaum eignet. Der winterharte Baum verträgt starke Fröste bis etwa -25 °C, verträgt jedoch keine sommerliche Feuchtigkeit. Ein solches Klima begünstigt die Entomosporiose, eine Krankheit, die Blätter und Früchte befällt. Die Quitte liebt Sonne sowie jeden tiefgründigen, frischen Boden. Deshalb ist sie in Südfrankreich besonders verbreitet, kommt aber auch im übrigen Land und in vielen Regionen der Welt vor.

Im Frühjahr zeigt sie eine prachtvolle Blüte mit großen, flachen, zart duftenden, hellrosa Blüten, die im April oder Mai ihr junges, hellgrünes Laub übersäen. Der sehr fruchtbare Baum ist deutlich pflegeleichter als ein Kultur-Apfel: Ein Rückschnitt zur Förderung der Blüte ist ebenso wenig nötig wie wiederholte Behandlungen. Die als Quitten bezeichneten Früchte sind mit ihrer goldenen Schale und der großen Birnenform nicht nur sehr dekorativ, sondern auch köstlich, selbst wenn sie gelegentlich von Würmern bewohnt werden. Sie werden am Ende des Sommers geerntet, sobald sie einen feinen Duft verströmen und sich der Flaum auf der Schale durch Reiben mit der Hand löst. Frisch sind die Früchte wegen ihres sehr harten, säuerlichen Fruchtfleischs nicht genießbar, doch sie ergeben köstliches Kompott, Gelee und Marmelade. Mit Äpfeln vermischt, verfeinern sie deren Geschmack und eignen sich natürlich auch hervorragend für Quittenbrot. Nach dem Schälen verfärbt sich das Fruchtfleisch schnell, ohne dass der Geschmack darunter leidet.

Quitten, die Früchte des Quittenbaums

Beschreibung und Botanik

Steckbrief

  • Lateinischer Name Cydonia oblonga
  • Gebräuchlicher Name Echte Quitte, Goldapfel
  • Blüte April bis Mai
  • Höhe 3 bis 4 m
  • Exposition Sonne oder Halbschatten
  • Art des Bodens jeder tiefe, frische Boden, auch leicht kalkhaltig
  • Winterhärte ausgezeichnet (-25 °C)

Cydonia oblonga ist die einzige Art der Gattung Cydonia, die wie viele unserer Obstgehölze (Kultur-Äpfel, Birnbäume, Kirschbäume, Aprikosenbäume, Pflaumenbäume …) zur Familie der Rosengewächse gehört. Sie darf nicht mit der Japanischen Zierquitte (Chaenomeles japonica) verwechselt werden, die einen dornigen Strauch mit früher, meist roter Blüte im März bildet und manchmal essbare Quitten hervorbringt, die etwas kleiner sind als die Früchte der Echten Quitte.

Der Name Cydonia bezeichnet den Namen, den die Römer diesem Baum und seiner Frucht gaben. Cydon war eine Stadt auf Kreta. Der Artname oblonga verweist auf die längliche Form der Blätter, die länger als breit sind.

Die Echte Quitte bildet einen kleinen, ziemlich knorrigen Baum mit breit ausgebreiteter, buschiger Wuchsform und einer Höhe von 4 bis 8 m. Sie ist in den kühl-gemäßigten Regionen des Kaukasus und Irans heimisch und hat sich in Frankreich vor allem im Süden eingebürgert. Sie wächst am Rand von Laubwäldern, in Hecken sowie an Ufern von Bächen oder Schluchten auf frischem Boden.

Die jungen Zweige sind mit einem feinen, aschgrauen oder gelben Flaum bedeckt, während die Rinde des Stammes ein hübsches Muster aus rosa-grau-beigen Höfen bildet.

Die sommergrünen Blätter stehen wechselständig, sind ganzrandig und sitzen an kurzen Blattstielen. Bei der Sorte Champion hängen sie manchmal herab. Die Blattspreite ist oval und misst 5 bis 10 cm in der Länge und 3 bis 8 cm in der Breite. Sie wird von Nebenblättern flankiert, die recht schnell abfallen. Die Unterseite der Blattspreite ist stark weißlich behaart, während die Oberseite meist kahl und dunkelgrün ist. Das Laub zeigt im Herbst sehr schöne goldene Farbtöne. Die Blätter sitzen an kurzen Fruchtspießen, an deren Ende eine einzelne Blüte aufblüht, während im Sommer lange beblätterte Triebe wachsen.

Echte Quitte mit Früchten

Cydonia oblonga – botanische Illustration

Die duftende Blüte erscheint im April und Mai. In dieser Zeit bedeckt sich die Krone mit einer Fülle aufrechter rosafarbener Knospen in ihrem hellgrünen Blätterkleid. Der Kelch besteht aus 5 grünen, dreieckigen und gezähnten Kelchblättern, die sich häufig zum Blütenstiel zurückbiegen. Eine breite, flache Blütenkrone mit 3 bis 5 cm Durchmesser zeigt ihre 5 abgerundeten, weiß bis zartrosa gefärbten Blütenblätter. Zahlreiche Staubblätter umgeben die an der Basis miteinander verwachsenen 5 Stempel.

Die fleischige, mit einem Flaum bedeckte Frucht, der sich beim Reiben der reifen Frucht entfernt, ist je nach Sorte kugelig oder birnenförmig (piriform). Sie wird durchschnittlich 10 cm lang und 8 cm breit und wiegt bei der Sorte ‚Monstrueux de Vranja‘ zwischen 300 und 1500 g. Das Fruchtfleisch ist selbst bei Reife meist sehr fest und enthält schleimstoffreiche braune oder schwarze Kerne, da es sich um einen Kernobstbaum handelt. Die rohe Frucht ist sehr aromatisch, schmeckt jedoch herb, mit Ausnahme einiger mediterraner Sorten. Deshalb wurde sie zum Beduften von Schränken verwendet. Meist wird die Frucht mit reichlich Zucker nach langsamem Kochen verzehrt. Dabei entsteht das berühmte Quittenbrot, reich an Vitaminen und Ballaststoffen mit verdauungsfördernden, kräftigenden und durchfalllindernden Eigenschaften. Die Quitte wird natürlich gern für Gebäck verwendet, aber auch für herzhafte Gerichte – ebenso wie der Apfel. Die schleimstoffreichen Kerne wirken entzündungshemmend bei Augenbeschwerden und hautberuhigend.

Die Echte Quitte besitzt ein hartes, blond gemasertes und duftendes Holz, das für Intarsienarbeiten und die Herstellung von Saiteninstrumenten begehrt ist.

Wild wachsende Quitten, die Provence-Quitte (trockenheitsverträglich) und die Angers-Quitte (weniger wuchsstark), dienen als Unterlagen für Birnbäume und fruchttragende Quittensorten. Sie sind wenig anfällig für Blutläuse.

Echte Quitte mit Früchten

Cydonia oblonga: Blüten, Früchte und Rinde

Die wichtigsten Quittenbaum-Sorten

Quitte Champion - Cydonia oblonga

Quitte Champion - Cydonia oblonga

Amerikanische, ertragreiche Sorte mit später Blüte im Mai. Bereits in den ersten Jahren bildet sie große, birnenförmige gelbe Früchte von 500 g mit zartem, aromatischem, saftigem Fruchtfleisch.
  • Blütezeit Mai, Juni
  • Höhe bei Reife 4 m
Quitte Monstrueux de Vranja - Cydonia oblonga

Quitte Monstrueux de Vranja - Cydonia oblonga

Weiße Blüte im April, danach sehr große, birnenförmige gelbe Früchte mit dünner, fast kahler Schale und sehr aromatischem Fruchtfleisch, bis 1,5 kg schwer. Spätfrostgefährdet.
  • Blütezeit Mai, Juni
  • Höhe bei Reife 4 m

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Pflanzung

Wo den Quittenbaum pflanzen?

Der Quittenbaum stellt keine besonderen Ansprüche an den Boden: Er wächst in neutralem, leicht saurem oder kalkhaltigem Boden (bis 7–8 % Aktivkalk), sofern dieser tiefgründig und in der Tiefe frisch ist. Bei Kalk oder trockenem Boden fällt die Fruchtbildung unregelmäßiger aus. Er bevorzugt einen fruchtbaren, lockeren Boden.

Wählen Sie einen freien, sonnigen bis halbschattigen und möglichst vor kalten Winden geschützten Standort. Sorten mit früher Blüte im April können durch Spätfröste geschädigt werden, was die Fruchtbildung beeinträchtigt.

Quittenbaum mit Früchten

Halten Sie im Obstgarten einen Pflanzabstand von 4 bis 6 m ein. Sie können den Quittenbaum aber auch in eine gemischte oder fruchttragende Hecke integrieren oder als Palmette an einer Mauer ziehen.

Wann pflanzen?

Bevorzugen Sie eine Pflanzung im Herbst oder Winter, besonders bei wurzelnackten Jungpflanzen und in einer frostfreien Periode.

Wie pflanzen?

Diese Pflanze ist pflegeleicht.

  • Bei einer Topfpflanze tauchen Sie den Wurzelballen in einen Eimer Wasser, um ihn gut zu befeuchten. Bei einem wurzelnackten Jungbaum schneiden Sie beschädigte Wurzeln sauber zurück und bestreichen sie anschließend mit einer Lehmmischung oder, falls nicht vorhanden, mit Schlamm.
  • Lockern Sie den Boden und entfernen Sie Steine sowie unerwünschte Kräuter.
  • Heben Sie mit einem Spaten ein 50 bis 60 cm großes Loch in alle Richtungen aus, ohne die Wände zu glätten. Legen Sie die Erde aus der Tiefe auf die eine und die Oberbodenerde auf die andere Seite.
  • Zur Bodenverbesserung und Auflockerung mischen Sie Hornspäne, Grunddünger und reifen Kompost oder Blumenerde unter die Erde aus der Tiefe. Geben Sie diese Mischung auf den Boden des Pflanzlochs.
  • Schlagen Sie 1 bis 3 Stützpfähle etwas abseits des Wurzelballens ein.
  • Setzen Sie die Jungpflanze auf gleicher Höhe ein, sodass der Hals auf Bodenhöhe liegt. Füllen Sie das Loch mit der Oberbodenerde und formen Sie eine Gießmulde.
  • Gießen Sie einen ganzen Eimer Wasser, damit sich die Erde setzt und Luftblasen entweichen.
  • Binden Sie den Pfahl mit einer kreuzenden Acht am Stamm fest, ohne den Stamm zu berühren.

Quittenpflege und Rückschnitt

  • In den ersten Jahren nach der Pflanzung und bei großer Hitze regelmäßig gießen.
  • Eine Mulchschicht aus Laub, Stroh, Holzhäckseln oder halb verrottetem Kompost anlegen, um die Konkurrenz durch Unkraut zu vermeiden.
  • Jeden Herbst Kompost im Bereich des Kranzrandes ausbringen, um die Bodenfruchtbarkeit zu erhalten.

Die Quitte ist recht anfällig für Entomosporiose, einen Pilz, der bei feuchten Frühjahren und Sommern braune Flecken auf den Blättern bildet.

Krankheit an der Quitte

Entomosporiose an einer Quitte

Sie kann auch von der Monilia-Krankheit befallen werden. Diese führt zur Bräunung junger Früchte, zum Vertrocknen der Triebspitzen und bei gelagerten Früchten sogar zu Fäulnis. Entfernen Sie befallene Früchte und Zweige. In beiden Fällen während der Blüte einen Schachtelhalm-Auszug spritzen und nach dem Laubfall sowie kurz vor dem Austrieb (Aufbrechen der Knospen) Kupferpräparate wie Bordeauxbrühe anwenden. Auch Schorf und Mehltau befallen manchmal Quitten.

Bei einem Befall durch Blattläuse Wasser mit Schmierseife spritzen. Die „Würmer“ des Apfelwicklers oder des Pfirsichtriebwicklers können in den Quitten vorkommen, erfordern bei reicher Ernte aber nicht unbedingt eine Behandlung.

⇒ Mehr erfahren: Krankheiten und Parasiten der Quitte

Der Rückschnitt der Quitte

  • Beim Erziehen zur Becherkrone auf eine gleichmäßige Verteilung der Leitäste rund um den Stamm achten und ihre Länge ausgleichen;
  • Äste entfernen, die sich kreuzen oder nach innen in den Kranz wachsen.
  • Schwache und von Rindenkrebs befallene Zweige sowie eventuell vorhandene Wurzelschösslinge am Fuß entfernen.
  • Bei Spalierformen jährlich zwei Drittel der Triebe zurückschneiden.

→ Mehr über den Rückschnitt der Quitte oder anderer Quittenbäume erfahren Sie in unserer Anleitung!

Vermehrung: Absenken, Pfropfung

Die einfachste Vermehrungsmethode ist das Absenken an der Rebe. Das Pfropfen bleibt den erfahrensten Gärtnern vorbehalten.

Absenken an der Rebe

  • Nur wenn Ihre Jungpflanze nicht veredelt ist und an der Basis Wurzelschösslinge bildet, häufeln Sie den Fuß 30–40 cm hoch an. Verwenden Sie dazu eine mit Sand aufgelockerte Erd- oder Torfmischung, damit sich entlang der Wurzelschösslinge Wurzeln bilden.
  • Trennen Sie diese im folgenden Frühjahr ab – oder erst ein Jahr später, sobald sich Feinwurzeln gebildet haben, bevor Sie die Absenker abtrennen.

Hinweis: Sie können auch wurzellose Wurzelschösslinge vorsichtig herausziehen und in bearbeitete Erde pflanzen, damit sie Wurzeln bilden.

Pfropfen

Führen Sie zwischen dem 15. Juli und dem 15. August eine Okulation auf einer aus Aussaat gezogenen Quitte oder einem Birnbaum durch.

Verwendung und Kombinationen

Wie Apfel- und Birnbäume ist die Quitte ein sehr schöner Solitärbaum auf einer Rasenfläche oder im Obstgarten. Ihre ausladende Wuchsform, Zierrinde und leicht gedrehten Zweige machen sie besonders attraktiv. Dank ihrer mittleren Größe lässt sie sich auch gut in eine originelle Obsthecke integrieren, etwa mit einigen Echten Mispeln und Sauerkirschen sowie Granatapfelbäumen, Brasilianischen Guaven, Haseln, Westlichen Erdbeerbäumen und Quitten in der unteren Stufe, die Sie zweimal jährlich auf 1 m Höhe schneiden. Auch Weißdorn, Felsenbirne, Blauregen oder gleichzeitig blühende Rosen passen dazu und ergeben eine besonders romantische Szenerie. Ihr japanisch anmutender Wuchs schafft zudem schöne Bilder mit Azaleen, Japanischen Ahornen, Blütenpflaumen und Päonien …

associer le cognassier à fruits

Eine Idee für eine Obsthecke: Prunus cerasus subp. acida (Montmorency-Sauerkirsche), Mespilus germanica (Echte Mispel), Amelanchier laevis (oder lamarckii), Corylus avellana (Gewöhnliche Hasel), Arbutus unedo (Westlicher Erdbeerbaum) und Cydonia obonga (Quitte)

Mehr erfahren

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  • Mehr erfahren: Welche Obstbäume und -sträucher in Lehmboden pflanzen?
  • Lesen Sie unsere Anleitung: Wie schneidet und spalieren Sie eine Zierquitte?
  • Erfahren Sie, wie Sie die richtige Quittensorte auswählen.
  • Unser Ratgeber: Warum trägt meine Quitte keine Früchte?

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Cydonia oblonga