9 Sträucher für eine Feldhecke

9 Sträucher für eine Feldhecke

Beste Sträucher für eine tierfreundliche Wildhecke

Inhaltsverzeichnis

Geändert der 14. Dezember 2025  durch Olivier 5 min.

Feldhecken bestehen aus einheimischen Bäumen und Sträuchern und begrenzten einst Äcker und Wiesen. In der Flurbereinigung wurden sie vielerorts beseitigt. Dabei filtern sie Wind und Wasser, schützen die Bodenfruchtbarkeit, sind dekorativ und fördern die Biodiversität.

→ Sie möchten eine Feldhecke anlegen? Diese Bäume und Sträucher eignen sich besonders.

Schwierigkeit

Schwarzer Holunder: essbare Blüten und Früchte

Der Schwarze Holunder oder Sambucus nigra ist in unserer Landschaft vielerorts anzutreffen. Er passt daher hervorragend in eine naturnahe Hecke. Diese Art mit wildem Erscheinungsbild hat eine offene, lockere Wuchsform und treibt häufig aus dem Wurzelstock aus. Der Strauch besitzt sommergrünes Laub mit einem leicht unangenehmen Geruch, wenn man es zerreibt. Besonders wichtig sind jedoch die Blüte (und die Fruchtbildung!). Die Blüten erscheinen im späten Frühjahr in großen, flachen, cremeweißen Schirmrispen – attraktiv, duftend und bei Bestäubern beliebt. Sie können auch zum Aromatisieren von Weißwein oder für Krapfen verwendet werden. Danach erscheinen schwarze Beeren, die gekocht essbar sind und von Vögeln sehr geschätzt werden.

Der Schwarze Holunder wird im Frühjahr oder Herbst in jeden normalen, nicht zu mageren, ausreichend tiefen und nicht zu trockenen Boden an sonniger bis halbschattiger Lage gepflanzt. Der große Strauch kann in alle Richtungen bis zu 6 m erreichen, lässt sich aber sehr gut schneiden und sogar stark zurücksetzen.

Hinweis: Es gibt zahlreiche gärtnerische Sorten des Schwarzen Holunders – mit purpurfarbenem, goldenem oder laciniertem Laub, kompakter Wuchsform oder säulenförmigem Wuchs. Werfen Sie gerne einen Blick auf alle unsere Schwarzen Holunder (Sambucus nigra) aus der Baumschule.

Sträucher für naturnahe Hecke, Strauch für Feldhecke

Gewöhnlicher Schneeball: vergessen, doch wunderschön

In jedem Garten finden sich Schneebälle. Schließlich gibt es zahlreiche Arten und Kultivare. Der bekannteste ist wohl Viburnum opulus ‚Roseum‘ oder Schneeball ‚Boule de neige‘. Diese Sorte des Gewöhnlichen Schneeballs war in Gärten und Parks vielleicht zu häufig zu sehen, sodass wir die Wildart etwas vernachlässigt haben. Dabei ist dieser Strauch wirklich bemerkenswert!

Der Gewöhnliche Schneeball oder Viburnum opulus ist ein indigener Strauch feuchter Unterwälder. Mit seiner natürlich runden Wuchsform ist er an handförmig gelappten Blättern, flachen Dolden weißer Blüten, denen leuchtend rote, bei Vögeln beliebte Früchte folgen, sowie an seiner schönen Herbstfärbung zu erkennen. Der recht schnell wachsende Strauch wird etwa 3,50 m hoch und 3 m breit.

Der Gewöhnliche Schneeball gedeiht in Sonne oder Halbschatten auf möglichst schwerem, frischem bis feuchtem und nährstoffreichem Boden, keinesfalls zu trocken.

Übrigens: In unserer Flora gibt es noch einen weiteren indigenen Schneeball, den Wolligen Schneeball (Viburnum lantana). Blüte und Herbstfärbung sind wunderschön. Zögern Sie also nicht, auch ihn zu pflanzen!

Sträucher für eine Feldhecke, Strauchhecke

Viburnum opulus und Viburnum lantana

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Roter Hartriegel: das ganze Jahr schön!

Roter Hartriegel (Cornus sanguinea): ganzjährig attraktiv, mit roten Zweigen, weißen Blüten und Beeren. Pflegeleicht, winterhart und ideal für Hecken.

Hainbuche: sommergrün, ja, aber...

Die Gewöhnliche Hainbuche oder Carpinus betulus ist vielseitig einsetzbar: als Gehölz im Hain, Solitärbaum, geschnittene Hecke (Hainbuchenhecke) oder Hecke in der Feldflur. Sie können sie frei wachsen lassen oder bei der Pflanzung mehrstämmig ziehen, damit sie sich wie ein großer Strauch entwickelt.

Das grüne, leicht gekräuselte Laub hat eine Besonderheit: Es ist marzeszent. Das bedeutet, dass die abgestorbenen Blätter im Herbst nicht abfallen, sondern bis zum Austrieb des neuen Laubs am Baum bleiben. Blüten (männlich und weiblich) und Blätter erscheinen im Frühjahr gleichzeitig. Carpinus betulus bildet außerdem hängende Fruchttrauben mit 3 bis 6 cm langen, grünen Flügelnüssen, die bei Reife Ende September gelbbraun werden.

Die Hainbuche ist ein sehr winterharter, anspruchsloser Baum und gedeiht in jedem ausreichend tiefen Boden, auch in kalkhaltigem und zeitweise trockenem Boden. Sie bevorzugt frische, halbschattige Standorte, verträgt aber auch milde Sonne. In unseren Gärten kann sie 10 m hoch werden, bleibt durch Rückschnitt jedoch deutlich kleiner (als Hainbuchenhecke oder mehrstämmig gezogen).

Sträucher für Feldhecke, Strauch für naturnahe Hecke

Silber-Weide: schöner Baum mit vielen Vorzügen

Typisch für feuchte Landschaften, die Silber-Weide (auch Weiß-Weide) oder Salix alba eignet sich als Kopfweide, Baum oder mehrstämmige Rebe für eine Feldhecke. Ihre aufrechte und zugleich überhängende Wuchsform wirkt elegant, ebenso die breite, runde Krone mit glänzendem Laub und silbriger Blattunterseite. Die biegsamen Zweige eignen sich zum Flechten und tragen im Frühjahr Kätzchen, die den ersten Bestäubern der Saison Nahrung bieten. Mit zunehmendem Alter wird der Baum zum Unterschlupf für zahlreiche Tiere, etwa Fledermäuse oder den Steinkauz.

Sehr winterhart, wächst Salix alba in jedem frischen bis feuchten, eher schweren, nährstoffreichen Boden an sonnigem Standort. Der Baum kann 20 m hoch werden, verträgt aber Rückschnitt sehr gut und lässt sich daher als mehrstämmige Rebe, Kopfweide oder Busch ziehen.

Übrigens: Unter den indigenen Weiden sollten Sie die Sal-Weide (Salix caprea) nicht vergessen! Sie verträgt Trockenheit besser als die anderen Weiden unserer Flora.

Sträucher für Feldhecke, Strauch für Wildhecke

Salix alba (links und oben rechts) und Salix caprea unten rechts

Weißdorn: sicherer Unterschlupf für Wildtiere

Der Eingrifflige Weißdorn (Weißdorn) oder Crataegus monogyna ist ein Baum mit aufrechter, rundlicher und recht kompakter Wuchsform. Die kurzen Zweige sind dornig, und die Blüte im Mai bringt sehr duftende, weiße Blüten hervor, die zu 6 bis 12 in dichten, flachen Doldentrauben zusammenstehen. Anschließend entwickeln sich rote Früchte, die als Hagebutten bezeichnet werden und Vögel sowie kleine Säugetiere erfreuen. Die gezähnten, sommergrünen Blätter sind glänzend hellgrün und auf der Unterseite weißlich. Blüte und Fruchtbildung bieten der Tierwelt im Garten Nahrung, während das Gewirr dorniger Zweige einen sicheren Unterschlupf für Nistplätze schafft.

Sehr winterhart, ist dieser aus Europa stammende Baum in ganz Frankreich weit verbreitet. Pflanzen Sie ihn an einen trockenen, warmen, kalkhaltigen und vor allem gut durchlässigen Standort in der Sonne oder im Halbschatten. Da er einen Rückschnitt gut verträgt, kann man einen Weißdorn in eine frei wachsende, ländliche Hecke, aber auch in eine geschnittene Hecke pflanzen. Als Solitär kann ein Weißdorn bis zu 7 m in alle Richtungen wachsen.

Hinweis: Unter den Weißdornen gibt es weitere interessante Arten und Sorten. Entdecken Sie sie in unserer Baumschule: alle unsere Weißdorne.

Sträucher für eine ländliche Hecke, Heckenstrauch

Holzapfel: schöne Blüten und kleine Äpfel

Der Holzapfel (Wilder Apfel) oder Malus sylvestris ist eine indigene Apfel-Art, die man in lichten Wäldern oder an Waldrändern findet. Dieser kleine Baum bildet eine ovale bis rundliche, recht unregelmäßige Krone, die mit zunehmendem Alter breiter und ausladender wird. Im Frühjahr zeigt sich eine charmante Blüte, beim Aufblühen blassrosa, später reinweiß. Auf die Blüten folgen sehr kleine, grüngelbe Äpfel mit roten Reflexen, die lange an den Zweigen bleiben. Blüte und Fruchtbildung ernähren Insekten, Vögel und einige kleine Säugetiere.

Der pflegeleichte Holzapfel gedeiht in normalem, aber tiefgründigem Boden und benötigt einen hellen Standort. Malus-Arten sind hinsichtlich des Bodens sehr anspruchslos, bevorzugen jedoch fruchtbare, feuchte Böden. Als freiwachsende Bäume können Holzäpfel bis zu 8 m hoch werden.

Schon gewusst? Holzäpfel sind auch in unseren Obstgärten nützlich. Sie bestäuben dank ihrer langen Blütezeit (April bis Mai) eine große Auswahl an Apfelsorten.

Sträucher für eine Hecke, Strauch für eine Feldhecke

Für den Süden: Steinlinde

Die Phillyrea angustifolia oder Schmalblättrige hastatum Steinlinde ist ein immergrüner, mit dem Ölbaum verwandter Strauch, der jedoch unauffälliger, vor allem winterhärter und noch anspruchsloser ist. Dieser Strauch ist äußerst robust, trockenheits- und salzluftverträglich sowie unempfindlich gegenüber mageren, steinigen Böden. Die Steinlinde macht im Frühjahr dank des Dufts ihrer kleinen, eher unscheinbaren grünlich-weißen Blüten kurz auf sich aufmerksam. Auf die Blüten folgen bläuliche Beeren, die kleinen Oliven ähneln: Vorsicht, sie sind nicht essbar, aber bei Vögeln sehr beliebt!

Der aus dem Mittelmeerraum stammende Strauch kann jedoch in durchlässigem Boden Frost bis -15 °C widerstehen. Die Steinlinde ist an Boden und Standort sehr anpassungsfähig (Sonne oder Schatten). Außerdem ist dieser Strauch gut an Trockenheit und sommerliche Hitze angepasst. Auch Rückschnitt verträgt er sehr gut, sodass er als Hecke oder Formschnittgehölz erzogen werden kann. Am besten lässt man ihn jedoch in der Hecke frei wachsen: Er wird bis zu 3 m hoch und etwa 2 m breit.

Sträucher für naturnahe Hecken, Strauch für Feldhecken

Für den Süden: Lorbeerschneeball

Der Lorbeerschneeball oder Lorbeerblättrige Schneeball (Viburnum tinus) ist ein das ganze Jahr über attraktiver Strauch, besonders aber in der tristen Winterzeit. Er besitzt immergrünes Laub und blüht bereits ab Januar in kleinen weißrosa Blütenständen bis zum Frühlingsbeginn – zu einer Zeit, in der nur wenige Blüten erscheinen. Der Strauch ist besonders trockenheitsverträglich und toleriert kalkhaltige Böden.

Lorbeerschneeball verträgt in durchlässigem Boden und geschützter Lage Frost bis -12 °C und treibt nach Schäden an den oberirdischen Pflanzenteilen aus dem Wurzelstock wieder aus. Viburnum tinus wird in der Sonne, aber auch im Halbschatten gepflanzt. An den Boden stellt er keine besonderen Ansprüche, bevorzugt jedoch gut durchlässige Böden ohne Staunässe. Die Wildart wächst in alle Richtungen bis 2,50 m.

Übrigens: Inzwischen gibt es Zuchtformen des Lorbeerschneeballs, die teils kompakter wachsen oder purpurfarbenes (Viburnum tinus ‚Purpureum‘) oder panaschiertes Laub (Viburnum tinus ‚Variegatum‘) besitzen. Lassen Sie sich für eine naturnahe Hecke begeistern. Schließlich bleibt es ein Viburnum tinus.

Sträucher für naturnahe Hecke, Strauch für Feldhecke

Mehr erfahren

  • Hier finden Sie Tipps zum Anlegen einer Hecke in der Heckenlandschaft.
  • Mehr zum Thema lesen? Wir empfehlen das Buch „La Maubrairie, jardins du bocage“ von Stéphane Marie und Dany Sautot, Tana Verlag.

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Weißdorn