Bokashi: Kompostieren aus Japan

Bokashi: Kompostieren aus Japan

Küchenabfälle kompostieren: nährstoffreichen Dünger gewinnen

Inhaltsverzeichnis

Geändert der 13. Januar 2026  durch Pascale 6 min.

Bokashi: Japanische Fermentation von Küchenabfällen mit Bakterien ohne Sauerstoff. Dabei entstehen Flüssigdünger und nährstoffreicher Gärrest.

Schwierigkeit

Bokashi – was ist das eigentlich?

Wenn man es ganz einfach ausdrücken wollte, könnte man Bokashi als Küchen- oder Wohnungs-Komposter beschreiben: ein etwa 40 cm hoher Eimer mit Zapfhahn und Deckel. Nichts Besonderes – wäre da nicht sein Inhalt! Denn Bokashi ist eine Methode zur Verwertung und Kompostierung organischer Küchenabfälle. Ähnlich wie ein Wurmkomposter, nur ohne Regenwürmer! Das System ist ideal für alle, die diese zwar sehr nützlichen, aber krabbelnden Tierchen niemals unter ihrem Dach beherbergen würden. Es eignet sich auch bestens für Menschen, die in einer Stadtwohnung leben und zu weit von einem Gemeinschaftskomposter entfernt sind.

Zur Erinnerung: Seit dem 1. Januar 2024 ist die Kompostierung organischer Abfälle für alle verpflichtend – in der Stadt wie auf dem Land.

Bokashi-Material (©©

Die Grundausstattung: Bokashi-Eimer, Aktivator und Schaufel zum Andrücken (©Pfctdayelise via Wikimedia Commons)

Bokashi ist also eine Methode, Küchenreste in einem eimer großen Behälter zu kompostieren. Anders als bei allen anderen Kompostiermethoden können Sie in den Bokashi sämtliche Abfälle geben. Dazu gehören uneingeschränkt Obst- und Gemüseschalen, Eierschalen, Kaffeesatz und Teebeutel, aber auch Reste gekochter Speisen, von Stärkeprodukten wie Nudeln und Reis sowie Hülsenfrüchten, Fleisch und Fisch samt kleinen Knochen und Gräten, Milchprodukte, Brotrinden, Schnittgut von Zimmerpflanzen und verwelkte Blumen. Kurz gesagt: Ihr Hausmüll wird deutlich weniger. In Gemeinden, in denen die Müllabfuhr nach Gewicht abrechnet, können Sie dadurch erheblich sparen.

Wichtig ist, alle Abfälle vor dem Einfüllen in den Bokashi klein zu schneiden, damit sie sich leichter zersetzen.

Wie funktioniert dieses Kompostiersystem konkret?

Diese Methode der Lebensmittelabfall-Kompostierung basiert auf einem Eimer mit doppeltem Boden und luftdicht schließendem Deckel. Bokashi ist eine Milchsäuregärung unter anaeroben Bedingungen, also ohne Sauerstoff. In diesem geschlossenen Milieu verbrauchen Bakterien, sogenannte effektive Mikroorganismen (EM), die in den Abfällen enthaltenen Kohlenhydrate und wandeln sie in Milchsäure um. Dadurch wird die normale Fäulnis gestoppt und der Abfall „konserviert“.

Nach einigen Tagen entsteht ein nährstoffreicher Flüssigdünger. Nach einigen Wochen Ruhezeit erhält man eine Art Kompost, der ganz anders aussieht als der Kompost aus einem Gartenkomposter oder einer Wurmkompostierung. Kurz gesagt: Beim Bokashi werden die Abfälle fermentiert, während sie im Wurmkomposter zersetzt werden. Ein weiterer wichtiger Unterschied liegt in der Anwendung: Abfälle im Wurmkomposter oder Gartenkomposter müssen hinsichtlich Stickstoff und Kohlenstoff genau ausgewogen sein. Beim Bokashi können Sie alle Abfälle einfüllen, ohne auf das richtige Gleichgewicht zu achten.

Bokashi-Anleitung

Der Bokashi-Eimer wird in zwei Schritten befüllt: Zuerst kommen die Lebensmittelabfälle hinein, dann eine Portion Aktivator.

Es reicht jedoch nicht, den Eimer einfach mit Lebensmittelabfällen zu füllen. Die Küchenreste werden in 5 cm dicken Schichten eingefüllt und gut verdichtet, damit keine Luft bleibt. Anschließend wird eine Portion Aktivator aus Weizenkleie, Melasse und den berühmten effektiven Mikroorganismen hinzugefügt. Danach wird der Eimer sorgfältig mit dem Deckel verschlossen. Abfälle und eine Portion Aktivator werden einmal täglich eingefüllt, damit möglichst wenig Luft eindringt. Dies wird fortgesetzt, bis der Eimer voll ist. Anschließend sind zwei Wochen nötig, um die Fermentation abzuschließen. Während dieser Zeit bleibt der Eimer geschlossen. Deshalb empfiehlt es sich, zwei Bokashi-Eimer anzuschaffen, um organische Abfälle kontinuierlich zu kompostieren.

Nach zwei Wochen ist alles fertig!

Bokashi-Kompost verwenden?

Mit Bokashi entstehen zwei Arten von Dünger aus der Verwertung von Küchenabfällen:

  • Ein nährstoffreicher Flüssigdünger, der alle zwei bis drei Tage über den Hahn abgelassen wird. Dieser Flüssigdünger eignet sich für Zimmerpflanzen und kann im Gemüsegarten auch zum Sprühen verwendet werden. Er wird im Verhältnis 1 % mit Wasser verdünnt (also 10 ml auf 1 Liter Wasser).
    Bokashi-Flüssigdünger

    Der nach einigen Tagen Fermentation gewonnene Flüssigdünger

     

  • Das Fermentationsgut ist vergorenes Material, das völlig anders aussieht als herkömmlicher Kompost und nach etwa 20 Tagen entsteht. Da die Abfälle nicht kompostiert, sondern fermentiert werden, behalten sie ihr ursprüngliches Aussehen und eine braune Farbe. Wegen seines hohen Säuregehalts kann das Fermentationsgut nicht direkt verwendet werden. Es gibt verschiedene Möglichkeiten: Sie können es in den Komposter im Garten oder einen Gemeinschaftskomposter geben, im Boden Ihres Gemüsegartens vergraben, damit dort später etwas angebaut werden kann, oder in ein Loch geben, wo es seine Säure verliert.

Vorteile der Bokashi-Methode

Auf den ersten Blick bietet Bokashi viele Vorteile gegenüber herkömmlichem Kompost oder dem Wurmkomposter:

  • Einfache Nutzung und Lagerung: Bokashi lässt sich drinnen (Küche, Waschküche, Garage …) oder draußen (Balkon, Terrasse, kleiner Garten, Innenhof …) aufstellen. Geben Sie täglich Abfälle mit einer Dosis Aktivator hinein. Die Eimer sollten jedoch an einem Ort mit geringen Temperaturschwankungen stehen, da diese die Fermentation hemmen.
  • Alle Küchenabfälle lassen sich verwerten, auch Fleisch und Fisch.
  • Schnelle Reifung: 2 bis 5 Tage für Flüssigdünger, etwa 20 Tage für das Ferment.
  • Minimaler Pflegeaufwand: Reinigung mit heißem Wasser genügt alle 6 Monate.
  • Das System arbeitet selbstständig: Anders als Außenkompost muss es weder belüftet noch befeuchtet werden. Auch Temperatur und Verhältnis von trockenen zu feuchten Materialien müssen nicht überwacht werden.
  • Bokashi entwickelt keinen unangenehmen Geruch, wenn der Deckel sorgfältig geschlossen bleibt. Auch Fliegen und andere Insekten werden nicht angelockt.
  • Dieses Kompostiersystem hilft, Kosten zu sparen, wenn die Müllabfuhr nach Gewicht berechnet wird.
  • Es verwertet Abfälle.

    Bokashi-Eimer

    Idealerweise benötigen Sie zwei Eimer, um alle Küchenabfälle zu kompostieren

Nachteile, die Sie beachten sollten

Auch wenn Bokashi viele Vorteile zu vereinen scheint, hat es einige Nachteile, die Sie vor dem Kauf kennen sollten. Denn Bokashi ist mit gewissen Kosten verbunden. Um Ihre Küchenabfälle vollständig zu verwerten, benötigen Sie mindestens zwei Eimer, die abwechselnd zum Einsatz kommen. Diese Eimer erhalten Sie in Gartencentern, Fachgeschäften oder online. Rechnen Sie mit 40 bis 80 Euro pro Eimer mit Ablasshahn – also dem Doppelten für zwei Eimer. Hinzu kommen die Aktivatorbeutel für 5 bis 10 Euro pro 1-kg-Beutel. Ein 2-kg-Beutel reicht für einen Zweipersonenhaushalt etwa ein Jahr.

Zu diesen Kosten kommt ein säuerlich-süßlicher Geruch, der beim Öffnen des Deckels zum Einfüllen der Abfälle wahrnehmbar ist. Wenn Sie besonders geruchsempfindlich sind, könnte Sie das stören.

Ist der Deckel nicht richtig geschlossen oder der Eimer zu voll, verrotten die Abfälle regelrecht. Dabei entsteht ein stärkerer Geruch und Insekten werden angelockt. Daher müssen Sie unbedingt darauf achten, den Eimer sorgfältig zu verschließen.

Der wichtigste Nachteil dieses Systems ist jedoch, dass es keinen echten Kompost, sondern Gärgut erzeugt. Damit es verwendet werden kann, muss es mit Erde oder herkömmlichem Kompost vermischt werden. Sie benötigen also einen Garten oder Zugang zu einem Gemeinschaftskomposter, sofern Ihre Gemeinde solche Komposter im öffentlichen Raum aufgestellt hat. Sie können das Gärgut auch an gärtnernde Freunde oder an Gemeinschafts- und Nachbarschaftsgärten weitergeben.

bokashi digestat

Das zu saure Gärgut muss für die Nutzung in Erde oder Kompost eingearbeitet werden

Abschließend sei erwähnt, dass der gewonnene Dünger und das Gärgut eine deutlich bessere Qualität haben, wenn Sie Bio-Lebensmittel kompostieren, die ohne Pestizide sowie andere Herbizide und Fungizide angebaut wurden. Organische Stoffe wieder dem Boden zuzuführen, ist grundsätzlich sinnvoll. Allerdings liegen möglicherweise noch nicht genügend Erkenntnisse über ihre Auswirkungen auf das Bodenleben vor, wenn sie Spuren von Pestiziden enthalten.

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Küchenkompost Bokashi