Die schönsten Rinden

Die schönsten Rinden

Auswahl bemerkenswerter Bäume und Sträucher mit dekorativer Rinde

Inhaltsverzeichnis

Geändert der 26. Januar 2026  durch Gwenaëlle 7 min.

Eine Pflanze wird oft wegen ihres Laubs und ihrer Blüte, manchmal auch wegen ihrer Früchte ausgewählt. Die Rinde wird dabei weniger beachtet, schafft jedoch mitten im Winter eine poetische Welt: Die Silhouette der Bäume tritt in neuen Farben und mit oft ungewöhnlicher Textur hervor.

Viele Bäume wirken im Garten wie echte Skulpturen, wenn sich ihre Rinde in Platten oder Streifen ablöst. Gestreift, rissig, gefurcht oder glatt, werden Rinden zu äußerst dekorativen Blickfängen und stehen mehrere Monate lang im Mittelpunkt. Je nach Baum zeigen sie überraschende, zweifarbige oder sogar mehrfarbige Töne: weiß, gelb, orange, rot, grün, schwarz, glänzend oder matt. Sie können mit verschiedenen Stauden und Sträuchern zu prächtigen Wintergärten kombiniert werden. Viele Bäume, aber auch einige Sträucher, entwickeln erst nach mehreren Jahren eine interessante Rinde. Zögern Sie daher umso weniger, Ihre Bäume bereits zu Beginn der Gartengestaltung zu pflanzen, damit Sie ihre Schönheit voll genießen können!

Hier finden Sie eine Auswahl der schönsten Rinden im Pflanzenreich – für eine ausgesprochen kunstvolle und fotogene Wirkung in Ihrem Garten.

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Birke, Acer griseum, Palme, Westlicher Erdbeerbaum, Platane, Prunus serrula, Cryptomeria (Japanische Sicheltanne) … Die Rindenwelt bietet eine außergewöhnlich vielfältige Farb- und Texturpalette!

Schwierigkeit

Mahagoni-Kirsche: Glanz

Dieses Rindenfestival beginnt mit einem seiner schönsten Vertreter: der Mahagoni-Kirsche mit ihrer unverwechselbaren Färbung. Die Yoshino-Kirsche besitzt eine unglaublich kupfer- bis rotfarbene Rinde, die sich im Winter besonders stark von der Landschaft abhebt. Die glänzende Rinde ist äußerst dekorativ und löst sich nach und nach in waagerechten Streifen ab. Für sie pflanzen Sie diesen Kirschbaum, denn seine weiße Frühjahrsblüte bleibt eher unscheinbar. Er wird 5 bis 6 m hoch und gedeiht in Sonne oder Halbschatten. Mit seiner sehr theatralischen Wirkung sorgt er in winterlichen Gartenszenen für Aufsehen und bildet einen schönen Kontrast zu den weißen Rinden der Birken.

Birken: unendliche Farbenvielfalt

Birken faszinieren mit ihrer märchenhaften Silhouette mitten im Winter und fangen das winterliche Sonnenlicht wie kaum ein anderer Baum ein. Innerhalb derselben Art bieten sie die größte Vielfalt an Rindenfarben: von reinem Weiß über kupferrosa bei Betula albosinensis bis hin zu Bernstein. 

Es fällt daher schwer, in dieser Auswahl nur eine zu nennen … Ich stelle Ihnen zwei Sorten mit sehr unterschiedlichen Farbtönen vor:

  • Betula albosinensis ‘Fascination’, ist eine bemerkenswerte Birke aus der Chinesischen Birke mit auffallend kupferfarbener bis orangebrauner Rinde, die sich in langen, feinen Streifen ablöst. In jungen Jahren ist der Stamm manchmal mit einem ebenfalls dekorativen bläulichen Reif überzogen. Diese Birke benötigt einen sonnigen Standort und erreicht im Alter (sie wächst langsam) eine Höhe von 8 m.

 

  • Betula utilis jacquemontii (oder Doorenbos) gehört zu den prächtigen Birken mit weißer Rinde. Schon in jungen Jahren, nach etwa 6 Jahren, beginnt die Himalaya-Birke, sich in Schuppen abzulösen, sodass braunes Holz unter der reinweißen Rinde sichtbar wird. Ihr grüneres Laub hebt sich deutlich von der weißen Rinde ab und sorgt im Sommer für einen schönen Kontrast. Sie wird maximal 10 m hoch und hat eine aufrechte Wuchsform. Häufig wird sie mehrstämmig gezogen. Achten Sie darauf, den Stamm gut freizustellen, damit die Rinde zur Geltung kommt. Wie viele Birken stellt sie keine besonderen Ansprüche an den Boden und ist äußerst winterhart. Auch sie kommt an einem sonnigen Standort besonders gut zur Geltung, vor allem in der Wintersonne am Morgen, die ihre Rinde rosig färbt, sowie in der Abendsonne.

Diese Birken haben auch zu anderen Jahreszeiten einiges zu bieten: Im Frühjahr können Sie ihre hübsche Blüte mit langen Kätzchen bewundern, im Sommer ihren leichten Schatten genießen und sich im Herbst an ihrer goldgelben Färbung erfreuen! … bevor sie sich in skulpturale Winterbäume verwandeln.

Weitere außergewöhnliche Kultivare sind: ‚Kashmir White‘, ‚Costata‘ und papyrifera.

→ Mehr erfahren Sie in unserem ausführlichen Merkblatt über die Birke und die schönsten Birkenrinden: Entdecken Sie auch Oliviers Video über die Himalaya-Birke

Acer davidii und A. capillipes: Schlangenhaut-Ahorne

Nur wenige Baumrinden zeigen grüne Farbtöne. Zu den interessantesten Bäumen mit dieser seltenen Rindenfarbe zählen zwei außergewöhnliche Ahornarten, die beide Schlangenhautahorn genannt werden: Erable à peau de serpent Acer davidii (auch Schlangenhautahorn) und Acer capillipes (Roter Schlangenhaut-Ahorn) besitzen eine prächtige olivgrüne, weiß und grau marmorierte (gestreifte) Rinde. Sie erinnert tatsächlich an die Haut eines Reptils, mit einem glatt bleibenden Stamm. Mit der Zeit bekommt die Rinde von Acer capillipes einige Risse und färbt sich zudem rotbraun. Acer capillipes wächst schnell im Schatten oder Halbschatten, während Acer davidii etwas langsamer wächst und vorzugsweise im Halbschatten steht, wodurch seine schön berandete Rinde erhalten bleibt. Beide färben sich im Herbst erst gelb, dann rot. Diese beiden Bäume bleiben mit etwa 9 m Höhe klein.

Von beiden Ahornarten gibt es zahlreiche Kultivare mit leicht unterschiedlichen Färbungen, aber stets mit dieser prächtigen Marmorierung. Acer davidii ‘Viper’ bleibt mit höchstens 4 m Höhe deutlich kleiner und eignet sich beispielsweise für einen Stadtgarten.

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Acer davidii (© W. Cutler) und Acer capillipes (© L. Enking)

→ Mehr über Ahorne in unserem ausführlichen Ratgeber

Acer griseum: Zimt-Ahorn

Der Acer griseum oder Zimt-Ahorn gehört zu den Bäumen, deren Rinde sich auf besonders schöne Weise schält: in papierartigen, orangebraunen Rollen, die an Zimtstangen erinnern. Diese Besonderheit brachte ihm den Namen Zimt-Ahorn ein. Die Rinde des Acer griseum ist wirklich bemerkenswert. Sie schält sich in feinen, in der Sonne schimmernden Streifen und macht den Acer griseum zu einem der schönsten Bäume für den Garten. Die neue „Haut“ des Jahres ist farbintensiver als die alte. Mit einer ausgewachsenen Höhe von 6 bis 8 m, einem eher kurzen Stamm und schmaler Wuchsform kann er, oft mehrstämmig gezogen, auch auf begrenztem Raum wachsen. Allerdings wächst er recht langsam. Seine Blätter färben sich im Herbst wie bei vielen Ahornarten scharlachrot. Der äußerst winterharte Baum ist zweifellos die richtige Wahl, wenn Sie winterliche Pflanzbilder gestalten möchten.

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Acer griseum (© C. Bud und G. David)

Amur-Traubenkirsche 'Amber Beauty': Bernsteinton

Dies ist ein weiterer Kirschbaum mit bemerkenswerter Rinde, der aus Korea und der Mandschurei stammt. Von goldbrauner bis bernsteinfarbener, kupfergelber Färbung schält sich Prunus maackii ‚Amber Beauty‘ in queren Streifen ab und gibt eine sehr dekorative weißlich-graue Färbung frei. Die ebenfalls klein bleibende, etwa 7 m hohe und äußerst winterharte Mandschurische Kirsche bringt im Winter einen dekorativen Honigton in den Garten. Ihre Rinde kommt schnell zur Geltung, wird im Laufe der Jahre jedoch weniger leuchtend. Pflanzen Sie sie an einen sonnigen Standort, um die magischen Reflexe auf dem Stamm zu genießen.

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Prunus maackii ‚Amber Beauty‘ (Foto rechts: W. Cutler)

Eukalyptus niphophila: weiße Plattenrinde

Nicht nur Birken sorgen im Garten für wunderschöne weiße Kontraste! Auch immergrüne Eukalyptusbäume bestechen durch ihre Eleganz: Ihre Rinde schält sich jedes Jahr ab. Sie gehört zu den Schuppenrinden und löst sich in großen Streifen ab.

Der Eucalyptus niphophila (auch Schnee-Eukalyptus genannt) bleibt für einen Baum dieser Art erstaunlich klein und eignet sich bereits für einen mittelgroßen Garten (etwa 7 m hoch und 5 m breit). Seine weiße Rinde ist wunderschön und zeigt graue, braune bis rötliche Flecken. Auch die Blätter tragen zu seiner Attraktivität bei: Sie sind lanzettlich und graublau, ebenso wie seine reizenden cremefarbenen, pomponartigen Blüten im Frühjahr. Er benötigt viel Sonne. Dank seiner Winterhärte können Sie ihn auch in Bergregionen pflanzen. Wie bei Birken sollten Sie die unteren Zweige entfernen, um den Stamm freizulegen, seine Rinde und seine dekorative Wuchsform besser zur Geltung zu bringen.

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Eucalyptus niphophila. Rechts die Rinde eines E. pauciflora (© J. Tann)

Auch Eucalyptus pauciflora ‘Debeuzevillei’ und ‘Deglupta’ gehören zu den schönsten Vertretern mit Schuppenrinde. Eucalyptus coccifera schält sich dagegen in rosafarbenen Platten ab.

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Eucalyptus coccifera (© W. Cutler) und rechts Eucalyptus ‚Deglupta‘

→ Erfahren Sie mehr über Eukalyptusbäume in unserem ausführlichen Ratgeber.

Sträucher mit auffälliger Rinde

Sträucher stehen dem Thema Rinde in nichts nach! Sie verdienen sogar einen besonderen Platz, denn sie sind besonders wertvoll, um den Garten in der trübsten Jahreszeit zu verschönern.

Bei den Rinden lassen sich dekorative Rinden am Stamm bestimmter Sträucher von dekorativen Zweigen unterscheiden: Hartriegel mit dekorativem Holz (Alba, Stolonifera oder Sanguinea), Weiden, aber auch Rubus thibetanus ‘Silver Fern‘

Farbige Zweige von Cornus und Rubus thibetanus im Winter

Unter den besonders schönen Rinden, an die man weniger denkt, weil diese Sträucher im Sommer oft einen hohen Zierwert besitzen, gibt es viele, die mit zunehmendem Alter noch attraktiver werden: Lagerstroemia, Heptacodium, Stewartia pseudocamelia, Clethra barbinervis (silbergraues Holz mit rötlich-brauner Unterrinde), Arbutus unedo (Westlicher Erdbeerbaum), Arctostaphylos

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Lagerstroemia (Chinesische Kräuselmyrte), Clethra barbinervis (© H. Koh), Westlicher Erdbeerbaum, Stewartia pseudocamellia (© J. Neorr) und Heptacodium (© G. David)

Schließlich bilden die Halme von Bambus geradezu skulpturale Rinden, wenn man darauf achtet, das Laub an ihrer Basis gut freizulegen: schwarze Färbung (Phyllostachys nigra), orangefarbene Färbung (Phyllostachys aureosulcata ‘Aureocaulis’), gelbe Halme mit grünen Streifen (Phyllostachys aureosulcata ‘Spectabilis’)

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Die Rinde entwickelt sich tatsächlich mit dem Alter des Baumes, aber auch abhängig von Standort und Luftfeuchtigkeit. Zu viel Sonne kann manche Rinde verbrennen, hohe Luftfeuchtigkeit beeinflusst ihre Farbe und lässt sie meist intensiver und leuchtender erscheinen. Bei einigen Bäumen ist eine „Pflege“ nötig, um Moose und Flechten zu entfernen, die die Schönheit der Rinde beeinträchtigen würden. Informieren Sie sich vor der Auswahl genau über diese Punkte.

Das 2008 erschienene Bestsellerbuch von Cédric Pollet ist nach wie vor das Standardwerk zum Thema Rinde. Ich empfehle Ihnen, darin zu blättern, denn es zeigt außergewöhnlich schöne und inspirierende Aufnahmen. Sein Buch über „Wintergärten“ ist ein weiteres schönes Buch. Es bietet zudem einen gelungenen Überblick über die Pflanzen, aus denen sich prachtvolle „Winter gardens“ zusammensetzen.

Entdecken Sie auch Oliviers Videos über Ahornbäume:

  • Zimt-Ahorn
  • Schlangenhautahorn (Acer davidii)

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