Grünfink im Garten: Diesen Vogel willkommen heißen
Kleiner Singvogel: leicht zu erkennen
Inhaltsverzeichnis
Der Grünfink (Chloris chloris) liebt Sonnenblumenkerne, ist aber streitlustig. Mehr über Nahrung, Lebensraum und Verhalten dieses geschützten Vogels.
Grünfink erkennen?
Der Grünfink (Chloris chloris) ist ein Finkenvogel aus der Familie der Finken, verwandt mit dem Stieglitz, dem Buchfink und dem Erlenzeisig. Er ist in ganz Europa verbreitet und anhand seines farbenfrohen Gefieders, einem typischen Merkmal der Finken, relativ leicht zu erkennen. Der Grünfink ist etwas größer als der Haussperling und hat einen gedrungenen Körper, einen kurzen Schwanz sowie einen kräftigen, elfenbeinfarbenen Schnabel.
Das Gefieder des männlichen Grünfinks ist insgesamt gelbgrün-olivfarben, die Flügelschwingen und der Schwanzrand leuchtend gelb und sowohl am Boden als auch im Flug gut sichtbar. Bauch und Rücken sind grünlicher, die Flügel grau. Das weibliche Tier unterscheidet sich durch ein matteres Gefieder vom männlichen, weist jedoch ebenfalls gelbe Flügelpartien auf, die allerdings blasser sind. Die Körperfedern sind bräunlich getönt und an Brust und Rücken gestreift.

Das männliche Grünfinken-Gefieder ist deutlich farbenprächtiger als das des weiblichen Grünfinks
Der Gesang des Grünfinks besteht aus recht scharfen, einzelnen und wiederholten Tönen wie „chuiiiii“, unterbrochen von „yu yu yu“, „tu tu tu“ und weiteren „tsi tsi tsi“.
Der Grünfink ist in Frankreich ein Standvogel, doch die Population wächst durch saisonale Zuzüge von Zugvögeln aus Nordeuropa deutlich an. Die Zugspitzen liegen meist Ende Oktober und Anfang November sowie im Frühjahr Ende März und Anfang April.
Lesen Sie auch
Alarmierender Vogelschwund: Warnsignal für alles LebenGrünfink: Verhalten, Fortpflanzung und Lebensraum
Der Grünfink ist ein menschenbezogener Vogel (ein Begriff für Tiere, die in vom Menschen genutzten Lebensräumen leben), der in Parks und Stadtgärten leicht anzutreffen ist. Der gesellige Grünfink kann sich an Futterstellen aggressiv zeigen, ist gegenüber anderen Arten wie etwa Finken jedoch tolerant. Im Winter sucht er auf Feldern nach Samen.
Wo leben Grünfinken?
Der Grünfink bevorzugt baumbestandene Lebensräume mit Bäumen und Sträuchern, die jedoch eher offen und nicht zu dicht bewachsen sind, außerdem Waldränder, Gehölze und Heckenlandschaften. Auch Parks und Stadtgärten gehören zu seinen häufigen Lebensräumen.
Was die Vegetation betrifft, bevorzugt unser kleiner Chloris chloris immergrüne Sträucher und Nadelgehölze, vor allem zum Nestbau. Doch auch ein an einer Mauer emporrankender Efeu (Hedera) bietet einen idealen Nistplatz. In Baumhecken genügt er sich auch mit belaubten Sträuchern wie Hainbuchen (Carpinus), Weißdorn (Crataegus) oder Hunds-Rose (Rosa canina).

Der Grünfink nutzt Nadelgehölze zum Nestbau
Außerhalb der Brutzeit hält sich der kleine Singvogel mit seinem gelb-grünen Gefieder in landwirtschaftlich genutzten Gebieten, auf Brachland und in Brachflächen auf, um dort vor allem Samen zu finden. Im Winter zieht er in bewohnte Gebiete und besucht als regelmäßiger Gast die Futterstellen.
Einige Worte zu Fortpflanzung und Nestbau
Wie bei den meisten Gartenvögeln findet die Brutzeit im Frühjahr statt, meist von Mitte April bis August. Das Männchen beginnt jedoch bereits im März mit seinem Balzflug. Dabei versucht es, ein Weibchen mit einem gleitenden, flatternden Flug zu beeindrucken, der von eher langsamen Flügelschlägen mit weit ausgebreiteten Flügeln begleitet wird.

Ein Grünfinkenpaar
Anschließend sucht das Weibchen den Nistplatz aus und baut das napfförmige Nest in einem mittelgroßen Baum, einem belaubten Strauch oder einem eher dicht wachsenden Busch oder sogar in einem an einer Mauer emporrankenden Efeu. Für den Nestbau durchstreift Frau Grünfink die Landschaft oder Stadt auf der Suche nach Gräsern und trockenen Stängeln, Moos und Flechten, Pflanzenfasern, Feinwurzeln, Federn und Haaren. Kurz gesagt: Sie setzt ihre ganze Energie in den Bau eines recht großen, gut in der Vegetation verborgenen Nests.
Sie legt 4 bis 6 blassblaue Eier, die sie 13 bis 14 Tage lang allein bebrütet. Die Aufgabe des Männchens beschränkt sich während dieser Zeit darauf, sie zu füttern. Nach dem Schlüpfen werden die Jungvögel von beiden Eltern mit Insektenlarven und später mit hochgewürgtem Samenbrei gefüttert. Weniger als 20 Tage nach dem Schlüpfen verlassen die jungen Grünfinken das Nest, entfernen sich jedoch nicht weit davon.
Pro Jahr gibt es zwei bis drei Bruten. Eier und Jungvögel fallen jedoch Rabenvögeln, Elstern oder Eichelhähern zum Opfer.
Wovon ernähren sich Grünfinken?
Grünfinken sind Körnerfresser und ernähren sich nur während der Brutzeit von Insekten. Die übrige Zeit fressen sie vor allem Sonnenblumenkerne, Mais und Raps sowie Getreide. Auch die Samen zahlreicher holziger und krautiger Arten stehen auf ihrem Speiseplan. Außerdem fressen sie Beeren, kleine Früchte und Knospen. Wenn sie Früchte wählen, bevorzugen sie meist Arten mit eingeschlossenen Samen wie Rubus (Brombeere, Schau-Himbeere, Himbeere). Ansonsten frisst der Grünfink gern die Samen von Weißem Gänsefuß oder Großer Klette.

Grünfinken fressen besonders gern Hagebutten von Rosen und Wildrosen sowie Sonnenblumenkerne
Im Winter finden Grünfinken meist selbst genug Nahrung. Trotzdem verschmähen sie Futterstellen nicht, besonders wenn diese mit Sonnenblumenkernen, Hanfsamen, Kürbiskernen, Echtem Buchweizen, Leinsamen, Mohrenhirse oder Erdnüssen gefüllt sind.
Lesen Sie auch
Vogelschutzhecke: Welche Sträucher wählen?Chloris chloris im Garten willkommen heißen?
Grünfinken in den Garten zu locken, kann eine gute Idee sein. Zum einen ist es immer schön und bereichernd, Vögel in ihrer und unserer Umgebung zu beobachten. Zum anderen füttern die Altvögel während der Brutzeit von April bis August ihre Jungen mit Insektenlarven. Unter diesen Larven können sich viele potenzielle Schädlinge für unser Gemüse im Nutzgarten und unser Obst im Obstgarten befinden. Deshalb kann der Grünfink als wirksamer Helfer bei der biologischen Bekämpfung von Parasiten gelten. Vielleicht ist er weniger effektiv als andere Vögel wie Meisen, aber dennoch nützlich.
Um den Grünfink bestmöglich im Garten willkommen zu heißen, gibt es mehrere Möglichkeiten:
- Beerensträucher (Hagebutte, Weißdorn …), Sträucher mit dichtem Laub und Nadelgehölze (Fichte, Wacholder, Eibe …), kleine Obstgehölze oder kleine Bäume (Hainbuche, Ulme, deren Samen er schätzt, Erle) pflanzen, die ihm Nahrung und sogar Nistplätze bieten. Er mag auch die Hagebutten von Rosen und Wildrosen sowie die Samen von Pflanzen wie Kleinköpfigem Knöterich, Braunem Senf, Greiskraut, Vogelmiere oder Kuhblume. Ein Gewöhnlicher Efeu an einer Mauer bietet ihm ebenfalls die Möglichkeit, ein Nest anzulegen. Im Nutzgarten können Sie außerdem Sonnenblume, Hanf, Lein und verschiedene Getreidearten säen.

Der Grünfink ist im Winter ein regelmäßiger Gast an Futterstellen
- Im Winter besuchen Grünfinken ohne Zögern Futterstellen, oft in Gruppen, besonders wenn diese mit Sonnenblumenkernen oder Erdnüssen gefüllt sind, aber auch mit den zuvor genannten Samen. Dabei können sie sich gegenüber anderen Arten wie Meisen manchmal etwas streitlustig zeigen. Daher empfiehlt es sich, mehrere Futterstellen einzurichten, damit sich die Vögel nach ihren Vorlieben verteilen können.
Beachten Sie, dass der Grünfink sehr anfällig für eine parasitäre Atemwegserkrankung namens Trichomoniasis ist. Deshalb müssen Futterstellen und Tränken unbedingt sorgfältig gereinigt werden.
- Abonnieren Sie
- Inhaltsverzeichnis
Dieses Formular ist durch reCAPTCHA geschützt – es gelten die Datenschutzbestimmungen und die Nutzungsbedingungen.
Kommentare