Heckenkirsche: richtige Sorte für Ihren Garten?

Heckenkirsche: richtige Sorte für Ihren Garten?

Kriterien zur Auswahl der besten Heckenkirschen-Sorte

Inhaltsverzeichnis

Geändert der 18. Januar 2026  durch Pascale 6 min.

Blaue Heckenkirsche (Maibeere): vitaminreiche Beeren, winterhart und leicht zu kultivieren. Sortenwahl, Standort, Pflanzung und Pflege im Überblick.

Schwierigkeit

Baie de mai im Topf kultivieren

Wenn Sie keinen Garten haben, müssen Sie dennoch nicht auf den leicht säuerlichen Geschmack der Heckenkirsche verzichten. Die Blaue Heckenkirsche, auch essbares Geißblatt oder Rote Heckenkirsche genannt, trägt zudem bereits nach etwa zwei Jahren Früchte. Wie schön, ab Mai die kleinen, länglichen oder zylindrischen, dunkelblauen und stark bereiften Beeren mit rotem Fruchtfleisch und zartem Honigduft zu naschen! Die Beeren verstecken sich unter dem Laub und entgehen so eine Weile dem Appetit der Gartenvögel. Die sehr unauffällige Blüte ist jedoch äußerst nektar- und bienenfreundlich und lockt zahlreiche bestäubende Insekten an.

Auch auf Balkon, Terrasse, Innenhof oder Patio ist der Anbau der Roten Heckenkirsche möglich, da sie sich hervorragend für die Kultur im Topf eignet. Allerdings braucht sie optimale Bedingungen, regelmäßige Wassergaben – die Heckenkirsche verträgt Trockenheit überhaupt nicht – sowie eine Mulchschicht aus Falllaub. Das strauchförmige Geißblatt wird in einen sehr hohen Topf mit mindestens 30 cm Durchmesser gepflanzt. Dieser muss Abzugslöcher haben und mit einer Schicht Blähton gefüllt werden. Zwar bildet die Rote Heckenkirsche keine Pfahlwurzel, doch ihre Wurzeln wachsen senkrecht in die Tiefe. Das Substrat sollte aus einer nährstoffreichen Mischung aus Blumenerde, Kompost und Lauberde bestehen.

Heckenkirsche: Größe und Anbau im Topf

Die Wildform Lonicera caerulea var. kamtchatika eignet sich sehr gut für die Topfkultur

Für die Topfkultur auf kleinem Raum wählen Sie am besten eine Sorte mit geringerem Wuchs. Die Rote Heckenkirsche wächst allerdings ohnehin eher langsam. Unter den essbaren Geißblättern, die sich für den Anbau im Topf eignen, sind folgende Sorten empfehlenswert:

  • Lonicera caerulea var. kamtchatika: die Wildform, 1,20 m hoch und 1 m breit. Sie bildet cremefarbene, wenig duftende Blüten und bereits ab Mai Heckenkirschenbeeren.
  • ‘Duet’: mittelstark wachsende Sorte mit den gleichen Maßen wie die Wildform. Ihre gelben Blüten duften leicht, die Früchte werden 2 cm lang.
  • ‘Kalinka‘: dank ihrer begrenzten Höhe von 1,20 m und einer Breite von 60 cm besonders für die Topfkultur geeignet. Sie ist äußerst winterhart und bildet duftende, cremeweiße Röhrenblüten sowie schmackhafte Früchte.
  • ‘Sweet Myberry’: sehr fruchttragende und ertragreiche Sorte mit üppiger, stark duftender, cremeweißer Blüte. Sie wird 1,30 m hoch und 80 cm breit.

Bedenken Sie jedoch, dass es für einen guten Fruchtansatz empfehlenswert ist, zwei Pflanzen zu setzen.

Erfolgreiche Bestäubung beim blauen Geißblatt

Warum zwei Pflanzen setzen, um eine gute Fruchtbildung zu sichern? Ganz einfach: Die Rote Heckenkirsche ist ein selbststeriler Fruchtstrauch. Obwohl die Blüten zwittrig sind, müssen die Blüten einer Sorte von denen einer anderen Sorte bestäubt werden, damit sich Früchte bilden. Wählen Sie daher Sorten mit gleicher Blütezeit. Denn essbare Heckenkirschen werden in frühe, mittlere, halbspäte und späte Sorten eingeteilt. So kann beispielsweise die Wildform von Lonicera caerulea var. kamtchatica mit einer Sorte wie ‘Kiev’ kombiniert werden, da beide zur gleichen Zeit zwischen März und April blühen. Außerdem ist ‘Kiev’ für ihre hohe Produktivität bekannt und kann auch mit den Sorten ‘Duet’ und ‘Morena’ gepflanzt werden.

Die in Kanada gezüchtete Hybridsorte ‘Honey Bee’ gilt als hervorragender Bestäuber. Sie ist besonders robust und äußerst ertragreich. Als späte Sorte bildet sie schwerere Früchte als andere Sorten. Dank ihres deutlich schnelleren Wachstums erreicht sie 1,80 m Höhe und 1,50 m Breite.

Baies de mai Honey Bee als Bestäuber

Die Sorte ‘Honey Bee’ ist ein hervorragender Bestäuber

Weitere Sorten gelten als selbstfruchtbar, doch die Kreuzbestäubung durch Bienen und Hummeln mit anderen Sorten ist stets besser. Die als früh eingestufte Rote Heckenkirsche ‘Martin’ bildet große, längliche Früchte und besitzt für Insekten sehr attraktive Blüten. Auch die in der Slowakei ausgewählte Sorte ‘Altaj’ gilt als selbstfruchtbar.

Nach Heckenkirschen-Ertrag

Wer sich für eine Heckenkirsche entscheidet, tut dies vor allem wegen ihrer Früchte – die Blüte ist zwar hübsch, aber unauffällig. Man erwartet natürlich, dass diese Rote Heckenkirsche möglichst schnell reichlich und hochwertige Früchte trägt! Deshalb haben wir für Sie einige besonders ertragreiche Sorten ausgewählt. Dazu gehört zunächst die kanadische Sorte ‘Honey Bee’. Der aufrecht wachsende Strauch ist sowohl dekorativ als auch ertragreich. Er wächst schnell und trägt rasch Früchte. Die Ernte großer, schwerer blauer Beeren fällt besonders reichlich, aber spät aus. Die Früchte reifen erst zwischen Mitte Juni und Juli. Oft sind sie im Laub verborgen.

Auch die junge deutsche Sorte ‘Eisbär’ ist für ihren Ertrag bekannt. Im Mai oder Juni bildet sie zahlreiche höckerige, bereifte Beeren. Sie können bis zu 4 cm lang werden. Die Sorte ‘Kiev’ ist ebenfalls sehr ertragreich. Ihre nicht besonders großen, aber aromatischen und schmackhaften Früchte werden zwischen Mai und Juni geerntet.

Ertrag der Maibeere

Die Maibeere ‘Sweet Myberry’ ist sehr fruchttragend

Zum Abschluss darf die sehr fruchttragende Heckenkirsche ‘Sweet Myberry’ nicht fehlen. Sie zählt zu den Sorten mit dem besten Ertrag an großen, schmackhaften blauen Früchten.

Die Sorte ‘Blue Velvet’ überzeugt durch die Größe ihrer Früchte und ihr schnelles Wachstum.

Je nach Erntezeit

Heckenkirschen reifen meist im Mai, je nach Wetter auch im Juni. Mit späten Sorten verlängern Sie die Ernte bis Juli. Die kanadische Sorte ‚Boreal Beauty‚’ trägt von Mitte Juni bis Juli längliche, mittelgroße bis große Beeren (2–3,5 g). Sie sind fest, haften gut am Strauch und erleichtern die Ernte. Der kräftige Strauch wächst buschig mit aufrechten Zweigen und ist mehltaufest.

Die Sorte ‚Fialka‘ zählt ebenfalls zu den späten Sorten. Sie fruchtet von Mitte bis Ende Juni und trägt längliche, mittelgroße, blau-graue Beeren.

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Lonicera caerulea