Foodscaping: einen essbaren Garten gestalten

Foodscaping: einen essbaren Garten gestalten

Für einen zum Anbeißen schönen Garten!

Inhaltsverzeichnis

Geändert der 1. Juni 2026  durch Gwenaëlle 7 min.

Schön und essbar: Ziergarten? Essbare Pflanzen verbinden Genuss und Schönheit. Gemüse und Blumen passen.

Schwierigkeit

Foodscaping – was ist das?

Hinter diesem etwas ungewöhnlichen englischen Begriff verbirgt sich ein neuer Trend, der jenseits des Atlantiks für Furore sorgt. Foodscaping setzt sich aus food (Nahrung) und landscaping (Landschaftsgestaltung) zusammen und bezeichnet die Kunst, essbare Pflanzen zwischen Blumen und Sträuchern im Garten zu integrieren.
Diese neue Art der Gartengestaltung gewinnt in einer Zeit an Bedeutung, in der gesunde Ernährung immer wichtiger wird und die Selbstversorgung hilft, Geld zu sparen. Sie bringt auch die Permakultur in den Ziergarten und macht den Garten umweltfreundlicher. Ersetzt man einige Zierpflanzen durch essbare, zugleich dekorative Pflanzen, lassen sich Lücken in Beeten schließen. Das tut dem Boden gut und verringert den Jäteaufwand. Das Nützliche mit dem Schönen verbinden und einen ebenso schönen wie köstlichen Garten schaffen – das ist das Prinzip des „Foodscaping“.

Unweigerlich erinnert uns dieser neue Nutzgarten an einen viel älteren: den mittelalterlichen Garten, der zugleich Heil-, Gewürz-, Zier- und Obstgarten war – allerdings in einem geschlossenen, symmetrischen oder zumindest regelmäßigen Aufbau. Der neue Nutzgarten passt ebenso in städtische Gärten wie in kleine oder sehr große Flächen!

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Farben, Strukturen, Blüten und Früchte essbarer Pflanzen in den Garten holen: Der neue Nutzgarten erwartet uns!

Essbare Beete anlegen?

Anstatt essbare Pflanzen wie im Gemüsegarten untereinander zu beschränken und in braven Reihen aufzustellen, gestalten Sie die verschiedenen Gartenbereiche mit den schönsten Gemüse-, Beeren- und Kletterpflanzen: Direkt neben Stauden und Sträuchern gepflanzt, erhalten sie eine neue Dimension, fügen sich harmonisch ein und setzen originelle Akzente.

  • Beginnen Sie mit einfachen Projekten: Setzen Sie hier und da einige Ihrer liebsten Obstgehölze oder Gemüsesorten, pflegeleichte Stauden mit schöner Blüte sowie beispielsweise Heil- und Gewürzpflanzen.
  • In ausgewachsenen Gärten geht es vor allem darum, Pflanzen zwischen bereits etablierte, üppige Gewächse zu setzen oder sogar Beeteinfassungen anzulegen.
  • Berücksichtigen Sie Standort und Wasserbedarf: Denken Sie daran, dass fruchttragende Nutzpflanzen meist Sonne benötigen, um genügend Früchte zu bilden. Setzen Sie sie in die sonnigsten Beete. Pflanzen, die wegen ihres Laubs ausgewählt werden, bevorzugen dagegen oft Halbschatten – ausgenommen graulaubige Arten. Hohe Pflanzen spenden wohltuenden Schatten. Setzen Sie jede Pflanze an den passenden Platz im Beet oder in der Hecke und berücksichtigen Sie ihren Wasserbedarf, besonders bei Gemüse, sowie den für sie geeigneten drainierenden oder nährstoffreichen Boden. So steht Salbei neben Argentinischem Eisenkraut, während rot gefärbter Schwarznessel neben rosafarbenen bis violetten oder orangefarbenen Dahlien Platz findet.
  • Stimmen Sie die Farben von Gemüse oder Obst mit den vorhandenen Blüten und Blättern ab, um besonders gelungene Effekte zu erzielen: Violette Auberginen harmonieren bestens mit gelben Blüten und purpurfarbenem Laub, blaugrüner Kohl bildet einen schönen Kontrast zu Fingerhut und Glockenblume, gelbe Zucchiniblüten schmiegen sich an sonnige Beete …
  • Setzen Sie auffällige Blickfangpflanzen in die Beetmitte oder an den Beethintergrund, etwa Engelwurz, Rhabarber, Kardone, Artischocke und Fenchel. Kriechende Pflanzen können Wege einfassen oder als Bodendecker dienen: Zier-Süßkartoffel, Thymian, Dost …
  • Nutzen Sie die Gelegenheit, gelungene Duos aus essbaren und Zierpflanzen zu schaffen und vorteilhafte Kombinationen aus Begleitpflanzen zusammenzustellen, die Krankheiten entgegenwirken und die Biodiversität fördern. Obstbäume wie Kultur-Apfel oder Birnbaum sollten paarweise gepflanzt werden, um eine Fremdbestäubung zu ermöglichen.
  • Stellen Sie Rankhilfen, Tipis oder Obelisken auf, um Höhe zu gewinnen und Große Kapuzinerkresse aufzunehmen, Kürbisgewächse aller Art emporzuleiten oder auch Erdbeeren und Kirschtomaten klettern zu lassen: So kommen rote, orangefarbene oder gelbe Früchte besonders gut zur Geltung.
  • Unterschätzen Sie nicht die starke optische Wirkung von Spalierobst, das für vertikale Strukturen sorgt – oder bei einfachen Schnurbäumen für horizontale Beetbegrenzungen – und eine elegante Geometrie schafft. Interessant sind auch säulenförmige Obstbäume wie der Birnbaum ‚Obelus‘ oder ‚Londres‘ sowie Hochstämme. Lassen Sie sich von Pfarrgärten und Großmutters Gärten inspirieren, die schon vor langer Zeit Nützliches mit Schönem verbanden.
  • Bei manchen Pflanzen wie Artischocke oder Fenchel sollten Sie schließlich einige Pflanzen zur Blüte kommen lassen – sie wirken dann noch attraktiver!

→ Lesen Sie auch:  Wie legt man einen Waldgarten an? für große Flächen. Lassen Sie sich außerdem von unseren Ratgebern zur Farbgestaltung von Beeten inspirieren!

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Strukturpflanzen wie Kardone, Spalierobst sowie kriechende oder kletternde Blütenpflanzen wie Große Kapuzinerkresse: Sie alle erfüllen im Garten neben ihrer Funktion als Nahrungslieferanten auch eine dekorative oder raumgebende Aufgabe

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Welche essbaren Zierpflanzen gibt es?

Viele Pflanzen sind schön anzusehen und zugleich köstlich – ideale Kandidaten für das Foodscaping. Manche Sorten überzeugen schon vor dem Fruchtansatz durch die Farbe oder Zeichnung ihres Laubs oder durch ihre Blüten. Besonders attraktiv sind goldene, graue oder purpurfarbene Blätter zahlreicher Blattgemüse, Stauden und Sträucher. Hier eine nicht vollständige Auswahl, die süß oder herzhaft genossen werden kann:

  • essbare Blumen: unverzichtbare Große Kapuzinerkresse, zahlreiche Salbei, Taglilie und alle aromatischen und essbaren Pflanzen
  • in der Küche wiederzuentdeckendes Dauergemüse: Ewiger Kohl, Daubenton-Kohl, Bärlauch, Etagenzwiebel und Knoblauchartiger Lauch, Topinambur mit hübschen orangefarbenen Blüten, Weidenblättrige Sonnenblume mit Wurzeln wie Topinambur …
  • Gemüsepflanzen: Kardone, Blattmangold, Kohl, Fenchel, Süßdolde (Myrrhis odorata), aber auch ein oder zwei Zucchini- und Kürbispflanzen … mit besonders schönen Blüten
  • Naschobst: Stachelbeere (die gestreiften grünen Früchte wirken im Beet besonders dekorativ), Rote Johannisbeere, Heidelbeere, schön während der Blüte und im Herbst mit ihrer purpurroten Färbung, ideal im Beet mit säureliebenden Pflanzen, sowie Apfelbeere
  • Obstbäume mit herrlicher Frühjahrsblüte: Prunus persisca ‘Purpurea’, Quitte, Birnbaum und Kultur-Apfel, Säulen-Zwetschge ‚Toronto‘, Aprikosen- und Pfirsichbaum usw.
  • aromatische Pflanzen: Statt sie im Kräuterbeet zu versammeln, können Sie sie zwischen die Stauden sommerlicher Beete setzen: die schönen Blüten von Kamille und Duftnessel, das purpurfarbene Laub von Gartensalbei (Salvia officinalis ‚Purpurea‘) oder das graue Laub von ’Elephant Ear’, Rosmarin, Dost und Fenchel …
  • einjährige Pflanzen wie rote Salate (Wegwarte ‘Rouge de Trévise’), blonde oder rote Gartenmelde für ein farbenfrohes Schauspiel, Spargelsalat mit seinen aufrechten Trieben, Zier-Süßkartoffel ‘Kaukura’ mit fast schwarzen Blättern, Schwarznessel (Perilla) mit purpurrotem Laub sowie krauser Grünkohl und Kale für überraschende Texturen usw.
  • Kletterpflanzen, besonders nützlich in kleinen Gärten, da sie wenig Bodenfläche beanspruchen: Weinrebe ‘Cioutat’ mit dekorativ gelapptem Laub und schöner Herbstfärbung, Chinesischer Strahlengriffel mit panaschiertem Laub und behaarten Früchten sowie die weniger verbreitete, aber sehr dekorative Knollige Glyzinie mit essbaren Knollen
  • exotische oder mediterrane Pflanzen in mildem Klima: Brasilianische Guave mit wunderschönen Blüten und Früchten für köstliche Marmeladen, Granatapfelbaum, der mit Blüten und Früchten bezaubert, Pistazie, Mandelbaum und Ölbaum sowie natürlich Zitronen- und Orangenbaum …
  • Bäume oder große Sträucher: Bei ausreichend Platz sollten sie unbedingt gepflanzt werden, um ihre Früchte oder Beeren zu genießen (Felsenbirne, Westlicher Erdbeerbaum, Hasel, Kaki-Pflaume usw.)
Definition Foodscaping, essbarer Garten, nachhaltiger Garten, kostengünstiger Garten, Trendgarten, schöner und köstlicher Garten

Früchte, Blüten, Laub: Nutzen Sie die Vorzüge jeder Pflanze im Garten (hier Stachelbeere, roter und gelber Mangold, Ananassalbei, purpurfarbene Gartenmelde, purpurfarbener Gartensalbei und Granatapfelbaum)

→ Lesen Sie auch: Kochen mit Blüten; Wie lässt sich Große Kapuzinerkresse in der Küche verwenden?; Weidenblättrige Sonnenblume: Ernten, lagern und zubereiten; Superfrüchte anbauen – das ist möglich!, Weinrebe: die richtige Sorte wählen, Kornelkirsche wegen ihrer Früchte anbauen, Eine außergewöhnliche Obsthecke pflanzen; Vielblumige Ölweide wegen ihrer essbaren Früchte anbauen; Sanddorn: eine essbare Frucht mit vielen Vorzügen

Weiterführende Informationen

Zahlreiche neu erschienene Bücher widmen sich dem Konzept des Foodscapings. Hier einige davon, um mehr über die Kunst zu erfahren, essbare Pflanzen in den Garten einzuladen:

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Nahrhafter Garten