Krankheiten und Parasiten bei Kerbel: Erkennen und behandeln
Küchenkraut: Krankheiten und Schädlinge bekämpfen
Inhaltsverzeichnis
Gartenkerbel (Anthriscus cerefolium) ist eine einjährige Pflanze mit zart eingeschnittenem Laub, die von den Griechen auch „Blätter, die erfreuen“ genannt wurde. Bei den Römern galt der Kerbel als Symbol der Verjüngung. Kein Wunder, denn diese aromatische Pflanze besitzt zahlreiche Heilkräfte. Mit seinem anisartigen Geschmack verfeinert er zudem Salate und gekochte Gerichte. Der leicht zu kultivierende Kerbel gehört ins Gemüsebeet. Sein Laub gilt dort auch als Abwehrmittel gegen Nacktschnecken und Schnecken.
Wie viele aromatische Pflanzen ist Kerbel kaum anfällig für Krankheiten und Parasiten. Bei ungünstigen Kulturbedingungen kann es jedoch zu einigen Problemen kommen.
Erfahren Sie, wie Sie die wichtigsten Pilzkrankheiten und Schädlinge des Kerbels erkennen, natürlich behandeln und vermeiden.
Mehr dazu: Kerbel: Aussaat, Anbau, Ernte.
Kerbel: Anbaubedingungen im Überblick
Warum an Pflanz- und Pflegebedingungen für Kerbel erinnern? Weil viele Krankheiten durch falsche Pflanzung oder ungeeignete Kulturbedingungen entstehen. Auch das Wetter beeinflusst Pflanzen stark.
Ob glatt oder kraus: Kerbel liebt leichte, frische, gut drainierte und eher fruchtbare Böden. Er braucht einen halbschattigen Standort, da ihn sommerliche Hitze schnell zur Samenbildung bringt. Ideal ist die Aussaat im Frühjahr an einem sonnigen Platz, der im Sommer beschattet wird, etwa mit Jutegewebe. Kerbel wächst im Freiland ebenso wie im Topf. 
Bei seltenem Regen braucht Kerbel regelmäßige Wassergaben, stets direkt am Fuß der Jungpflanze. Eine Mulchschicht verlängert die Abstände zwischen den Wassergaben. Im Topf muss Kerbel noch regelmäßiger gegossen werden. Um Wuchs und Blatternte zu fördern, sollten die Blütenstiele entfernt werden.
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Kerbel im Topf anbauenKrankheiten beim Kerbel
Kerbel ist eine relativ robuste Gewürzpflanze, die nur selten von Krankheiten befallen wird. Dennoch können sich bei ungünstigen Anbaubedingungen oder feuchter Witterung bestimmte Pilzkrankheiten sehr schnell entwickeln. Sie beeinträchtigen vor allem das Laub.
Falscher Mehltau
Falscher Mehltau tritt vor allem in feuchten Jahren mit gemäßigten Temperaturen ab dem späten Frühjahr und im Sommer auf. In trockenen Jahren bleibt er aus. Die Infektion erfolgt über die Spaltöffnungen der jungen Triebe. 
Welche Schäden?
Auf der Oberseite der Blätter erscheinen weißlich-gelbe Flecken. Auf der Blattunterseite ist ein weißer bis violettgrauer Belag zu sehen, der an Schimmel erinnert. Die Blattspitzen vertrocknen, anschließend sterben die ganzen Blätter ab.
Wie behandeln?
Gegen Falschen Mehltau gibt es kaum eine natürliche Behandlung. Entfernen Sie befallene Blätter bei den ersten Anzeichen und bringen Sie sie zur Grüngutannahme. Geben Sie sie keinesfalls auf den Kompost. Anschließend bremst eine Spritzung mit Bordeauxbrühe oder Natron das Fortschreiten der Krankheit, stoppt sie jedoch nicht.
Wie vorbeugen?
Da es keine wirksame Behandlung gibt, sollte man das Auftreten der Krankheit möglichst verhindern. Folgende Maßnahmen sind wichtig:
- Kerbel nicht in schlecht drainierten, zu feuchten Boden pflanzen. Kerbel mag frischen Boden, aber keine Staunässe
- Nicht zu dicht säen oder pflanzen, damit der Kerbel gut belüftet wird
- Beim Gießen darauf achten, das Laub nicht zu benetzen
- Besser morgens gießen, da der Boden dann schneller abtrocknet
- Die Abwehrkräfte des Kerbels mit Spritzungen aus Brennnesseljauche oder Schachtelhalmbrühe stärken.
Echter Mehltau
Echter Mehltau ist eine Pilzkrankheit, die sich bei trockenem, warmem Wetter entwickelt. Die Sporen werden im Sommer durch den Wind verbreitet. Die Krankheit tritt meist erst am Ende der Vegetationsperiode auf. 
Welche Schäden?
Auf dem Laub erscheinen kleine weiße Punkte, anschließend bildet sich auf beiden Blattseiten ein weißgrauer Belag. Das Laub vertrocknet vorzeitig.
Wie behandeln?
Zur Behandlung können Sie Schachtelhalmbrühe oder ein schwefelhaltiges Fungizid spritzen.
Wie lässt sich Echter Mehltau vermeiden?
- Kerbel nicht zu dicht säen oder pflanzen, damit die Pflanzen gut belüftet werden
- Den Boden nicht übermäßig mit stickstoffhaltigem Dünger anreichern
- Wenn Sie Kerbel im Gewächshaus anbauen, müssen Sie den Raum regelmäßig lüften.
Rost
Rost ist eine Pilzkrankheit, die durch mehrere Pilze verursacht wird und bei regnerischem Wetter zwischen Frühjahr und Herbst auftritt. Die Pilze überwintern in Ernterückständen, bevor sie den Kerbel befallen. Anschließend werden die Sporen durch den Wind oder durch Kontakt verbreitet. Die Krankheit führt nicht unbedingt zum Absterben der Pflanze, beeinträchtigt ihr Laub jedoch stark.

Rostsymptome auf einem Dickenbohnenblatt
Welche Schäden?
Die Krankheit ist an den rötlichen bis gelblichen Flecken auf der Oberseite des Laubs leicht zu erkennen. Auf der Unterseite sieht man kleine, leicht pulverige, gelbe bis orangefarbene Pusteln. Oft fallen die Blätter ab und der Kerbel verliert an Wuchskraft.
Wie behandeln?
Entfernen Sie von Rost befallene Blätter bei den ersten Symptomen. Spritzen Sie anschließend Bordeauxbrühe oder Schwefel sowie Brennnesseljauche oder Schachtelhalmbrühe.
Wie beugt man der Krankheit vor?
- Gießen, ohne das Laub zu benetzen, möglichst morgens
- Nicht zu dicht säen oder pflanzen
- Gut desinfizierte Werkzeuge verwenden, um Kerbelblätter zu ernten.
Parasiten an Kerbel
Nur Blattläuse können Kerbel befallen. Denn Kerbel mit seinen Blättern mit Anisaroma wirkt unter anderem gegen Nacktschnecken und Schnecken, aber auch gegen Fliegen und Kartoffelkäfer. Kerbel ist daher ein idealer Begleiter für Salat, Tomate, Kartoffel und Möhre …
Trotz seines Anisgeruchs können Blattläuse die Blätter und Stängel des Kerbels befallen. Die stechend-saugenden Insekten sind leicht zu erkennen, zumal sie oft viel Honigtau ausscheiden, der die Entwicklung von Rußtau begünstigt.
Um sie loszuwerden:
- Blätter mit einem Wasserstrahl abspritzen, um den Großteil der Kolonie zu entfernen.
- Eine Lösung aus Schwarzer Seife sprühen (15 bis 30 g auf 1 Liter Wasser).

Blattläuse
In einem ausgewogenen Nutz- oder Ziergarten mit hoher Biodiversität bekämpfen Nützlinge die Blattläuse auf natürliche Weise. Pflanzen Sie einfach bienenfreundliche Blumen, mähen Sie eine kleine Rasenfläche nicht oder lassen Sie ein kleines Stück Brachland stehen. So siedeln sich Marienkäfer, Schwebfliegen und Florfliegen, natürliche Fressfeinde der Blattläuse, in Ihrem Garten an.
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