Marienkäfer im Garten: natürliche Hilfe gegen Schädlinge
Marienkäfer anlocken und schützen: gesunder Gemüsegarten
Inhaltsverzeichnis
Der Marienkäfer, Glücksbringer und Gartenhelfer: Er frisst Blattläuse und schützt Pflanzen – gut für die Biodiversität.
Marienkäfer: natürliche Verbündete?
Der Marienkäfer wird oft als „Gehilfe des Gärtners“ bezeichnet – und das aus gutem Grund: Er ist einer der wirksamsten Fressfeinde von Blattläusen. Ein einziger erwachsener Marienkäfer kann bis zu 50 Blattläuse pro Tag fressen, während seine Larve noch mehr vertilgt – bis zu 200 Stück an einem einzigen Tag.
Doch Marienkäfer beschränken sich nicht auf Blattläuse. Sie ernähren sich auch von Schildläusen, Weißen Fliegen, Spinnmilben und anderen kleinen Insekten, die als „Schädlinge“ unserer Pflanzen und Kulturen gelten.
Von Blattläusen oder Schildläusen befallene Pflanzen zeigen meist Schwächeanzeichen: vergilbende Blätter, Verformungen, nachlassende Wuchskraft oder sogar Pilzbefall wie Rußtau (ein schwarzer Pilz, der sich auf den zuckerhaltigen Ausscheidungen der Blattläuse, dem Honigtau, entwickelt). Durch ihr rasches Eingreifen helfen Marienkäfer, den Schaden zu begrenzen, indem sie die Populationen parasitischer Insekten reduzieren.
Marienkäfer fördern so das natürliche Gleichgewicht im Garten. Sie tragen zu gesünderen Kulturen bei, indem sie verhindern, dass sich Schädlinge stark vermehren und Epidemien auslösen.

Der Marienkäfer, Schrecken der Blattläuse!
Lesen Sie auch
Gartenhelfer: SpitzmausVerschiedene Marienkäfer erkennen?
Der Marienkäfer ist ein kleiner Käfer, der dank seiner charakteristischen Form und leuchtenden Farben leicht zu erkennen ist. Er hat einen runden, oft ovalen Körper und sechs kleine Beine. Seine Vorderflügel, Deckflügel genannt, sind hart und schützen die Hinterflügel, die zum Fliegen dienen. Marienkäfer sind vor allem für ihr farbenfrohes, gepunktetes Aussehen bekannt.
Die in unseren Gärten am häufigsten vorkommenden Marienkäfer sind diejenigen, die man spontan mit dem Glück bringenden Insekt verbindet: rot mit schwarzen Punkten, wie der Siebenpunkt-Marienkäfer (Coccinella septempunctata). Allerdings gibt es zahlreiche Marienkäferarten, und Farbe sowie Anzahl der Punkte können sogar innerhalb derselben Art variieren. In Frankreich gibt es etwa 90 Marienkäferarten, weltweit mehr als 5.000. Marienkäfer sind meist 5 bis 10 Millimeter groß, wobei auch dies je nach Art unterschiedlich sein kann.
Drei häufige Arten in unseren Gärten
Der Siebenpunkt-Marienkäfer (Coccinella septempunctata)
- Beschreibung: Er ist der häufigste und bekannteste Marienkäfer. Sein Körper ist orangerot mit sieben deutlich erkennbaren schwarzen Punkten auf den Deckflügeln (je drei auf jeder Seite und einer in der Mitte).
- Größe: etwa 7–8 mm.
- Lebensraum: Diese Art ist in europäischen Gärten weit verbreitet und ernährt sich hauptsächlich von Blattläusen.
- Besonderheiten: Sie ist in Europa heimisch und an ihren sieben Punkten leicht zu erkennen.
Der Asiatische Marienkäfer (Harmonia axyridis)
- Beschreibung: Sein Aussehen ist deutlich variabler als das des Siebenpunkt-Marienkäfers. Er kann rot, gelb oder schwarz sein und unterschiedlich viele Punkte haben (von 0 bis über 20). Manche Asiatischen Marienkäfer haben überhaupt keine Punkte!
- Größe: 6–10 mm, damit ist er etwas größer als der Siebenpunkt-Marienkäfer.
- Lebensraum: Ursprünglich stammt er aus Asien. Er wurde zur Schädlingsbekämpfung nach Europa eingeführt, hat sich jedoch so gut angepasst, dass er in einigen Regionen invasiv geworden ist.
- Besonderheiten: Obwohl er Blattläuse sehr wirksam bekämpft, ist der Asiatische Marienkäfer problematisch, da er mit heimischen Arten konkurriert und auf der Suche nach einem Winterquartier auch in Häuser eindringen kann. Im Gegensatz zum Siebenpunkt-Marienkäfer gilt er als schädlich für die lokale Biodiversität.
Der Zweipunkt-Marienkäfer (Adalia bipunctata)
- Beschreibung: Wie sein Name sagt, zeichnet sich dieser Marienkäfer durch zwei schwarze Punkte auf einem roten oder orangefarbenen Körper aus. Es gibt jedoch auch eine schwarze Form mit roten Punkten.
- Größe: 4–5 mm, damit ist er kleiner als die anderen häufigen Arten.
- Lebensraum: Der Zweipunkt-Marienkäfer kommt häufig in Städten und Gärten vor, aber auch in Wäldern und Wiesen. Er ernährt sich hauptsächlich von Blattläusen.
- Besonderheiten: Dieser Marienkäfer wird in Gewächshäusern häufig zur Regulierung von Blattlauspopulationen eingesetzt. Außerdem ist er in Europa heimisch und verursacht keine Invasionsprobleme wie der Asiatische Marienkäfer.

Coccinella septempunctata, Harmonia axyridis und Adalia bipunctata
Marienkäfer in den Garten locken?
Welche Pflanzen locken Marienkäfer an?
Bestimmte Pflanzen sind besonders wirksam, um Marienkäfer anzulocken. Sie bieten nicht nur Nahrung (Blattläuse, Pollen), sondern auch Schutz zum Ablegen ihrer Eier und sichere Bedingungen für die Entwicklung ihrer Larven.
Hier einige unverzichtbare Pflanzen für Ihren Garten:
- Große Kapuzinerkresse : Diese Pflanze zieht Blattläuse geradezu magisch an und bietet Marienkäfern damit eine ideale Nahrungsquelle.
- Dill und Fenchel: Diese aromatischen Pflanzen locken Marienkäfer mit ihren nektarreichen Doldenblüten an und bieten ihren Larven zugleich einen idealen Lebensraum.
- Garbe: Ihre pollenreichen Blüten locken zahlreiche Insektenarten an, darunter auch Marienkäfer.
- Kuhblume: Marienkäfer mögen Kuhblumen wegen ihres Pollens. Diese Wildpflanze dient außerdem anderen Nützlingen als Nahrungsquelle.
→ Sie können auch Blumensamenmischungen aussäen, die speziell auf Marienkäfer abgestimmt sind.

Große Kapuzinerkresse, Garbe und Fenchel: ein ideales Trio, um Marienkäfer in den Garten zu locken
Einen günstigen Lebensraum schaffen
Marienkäfer anzulocken bedeutet auch, einen Garten mit Rückzugsorten und Plätzen zur Eiablage zu gestalten. Hier einige Ideen, wie Sie Ihren Garten einladender machen:
- Sträucher und wilde Ecken: Marienkäfer suchen gerne Schutz an Orten, an denen sie sich sicher fühlen. Lassen Sie einige Bereiche Ihres Gartens naturnah, mit hohem Gras oder Sträuchern wie dem Schwarzen Holunder oder dem Weißdorn. Dort können sie sich vor Fressfeinden verstecken und ihre Eier ablegen. Laub- und Totholzhaufen sind ebenfalls ideale Rückzugsorte.
- Feuchte Bereiche: Marienkäfer schätzen leicht feuchte Lebensräume, in denen sie natürliche Verstecke und Nahrung finden. Indem Sie Wasserstellen anlegen, etwa einen kleinen Teich oder einen Bereich, in dem Wasser langsam versickert, locken Sie Blattläuse und andere Beutetiere an, von denen sich Marienkäfer ernähren.
- Die Biodiversität erhalten: Je vielfältiger Ihr Garten hinsichtlich Pflanzen und Kleinstlebensräumen ist, desto mehr unterschiedliche Insekten zieht er an. Das hilft, eine Übervermehrung von Schädlingen ohne chemische Mittel zu verhindern.
- Vollständig auf Pestizide verzichten.
Schon gewusst? Inzwischen kann man ausgewachsene Marienkäfer oder Marienkäferlarven kaufen. Ja, wirklich. Es handelt sich um Marienkäfer einer heimischen Art (häufig Adalia bipunctata), die Sie im Garten, im Beet oder im Gewächshaus aussetzen können. So lässt sich ein ähnliches Problem wie vor einigen Jahrzehnten mit dem Asiatischen Marienkäfer vermeiden …

Ein naturnaher, ja sogar wilder Garten ist der ideale Lebensraum für zahlreiche Marienkäfer.
- Abonnieren Sie
- Inhaltsverzeichnis
Dieses Formular ist durch reCAPTCHA geschützt – es gelten die Datenschutzbestimmungen und die Nutzungsbedingungen.
Kommentare