Krankheiten und Parasiten der Seidenakazie
Erkennung, Vorbeugung und natürliche Behandlung
Inhaltsverzeichnis
Die Seidenakazie ist ein geschätzter Strauch mit vielen Vorzügen. Im Sommer bezaubert sie mit einer hübschen Blüte aus seidigen Blütenbüscheln. Ihr dekorativ gefiedertes Laub verleiht dem Garten Leichtigkeit und Struktur; die schirmförmige Wuchsform spendet zudem idealen Schatten.
Leicht zu kultivieren und anspruchslos, ist sie kaum anfällig für Parasiten und Krankheiten. Einige vorbeugende Maßnahmen helfen jedoch, einem Befall vorzubeugen und die Seidenakazie gesund zu erhalten.
Bei ersten Symptomen erfahren Sie hier, wie Sie den Strauch möglichst natürlich behandeln.
Weitere Tipps zum Pflanzen, Rückschnitt und Pflegen der Seidenakazie finden Sie in unserem Ratgeber.
Krankheit der Korallen
Diese Pilzkrankheit wird durch einen Pilz verursacht (Nectria cinnabarina). Sie befällt Sträucher, Bäume und Obstgehölze gleichermaßen.
Bei bereits durch Verletzungen geschwächten Pflanzen, etwa infolge eines falschen Rückschnitts oder von Krankheiten, führt sie zum Austrocknen und anschließend zum Absterben der Triebe und Zweige. Der Pflanzensaft kann nicht mehr zirkulieren, die Knospen werden nicht mehr versorgt und die Rinde löst sich ab.
Für Seidenakazien kann diese Krankheit tödlich sein. Außerdem ist sie ansteckend und kann sich schnell von einer Pflanze auf die nächste übertragen.
Die Korallenkrankheit ist an kleinen, kugelförmigen, glatten Pusteln auf der Rinde zu erkennen (an Stamm und Zweigen). Sie sind manchmal miteinander verwachsen und haben einen Durchmesser von etwa 0,5 bis 1 cm. Zunächst rosa oder rot, nehmen sie nach und nach eine korallen-, ziegelrote oder sogar schwarze Färbung an. Erst bei ihrer Reife öffnen sich die Kugeln und ermöglichen den Sporen, in Risse und Verletzungen der Wirtspflanze einzudringen und auch andere Pflanzen zu infizieren.

Auf der Rinde auftretende Pusteln
Vorbeugung
Ein gesunder Garten, der regelmäßig von Pflanzenresten befreit wird (abgestorbene Zweige, kranke Blätter …), beugt dem Auftreten von Krankheiten vor und verhindert die Ausbreitung von Sporen.
Der Rückschnitt der Seidenakazie muss ebenfalls vorsichtig erfolgen: Verwenden Sie gut geschärfte Werkzeuge für einen sauberen Schnitt. Diese sollten stets sauber und zuvor desinfiziert sein, um die Gefahr einer Krankheitsübertragung zu vermeiden. Zusätzlich können Sie ein Wundverschlussmittel verwenden, damit frische Schnittwunden bis zur Heilung vor Fremdkörpern geschützt sind.
Befolgen Sie für den richtigen Rückschnitt Ihrer Seidenakazie die Tipps in unserem Ratgeber Seidenakazie: Wann und wie schneiden?
Wir empfehlen, empfindliche Arten nicht gemeinsam anzupflanzen (Linden, Magnolien, Ahorne, Kirschbäume, Kultur-Äpfel …) und Ihre Seidenakazie nicht an einem Standort zu pflanzen, der bereits zuvor befallen war.
Weitere Informationen zu dieser Krankheit finden Sie in unserem Ratgeber: Wie lässt sich die Korallenkrankheit vermeiden?
Natürliche Lösungen
Wenn Sie die ersten Anzeichen der Korallenkrankheit erkannt haben, können Sie noch handeln.
Kratzen Sie die Pusteln ab, schneiden Sie befallene Triebe zurück und verbrennen Sie sie, um eine Ausbreitung des Pilzes auf den restlichen Strauch und andere Pflanzen zu verhindern. Verwenden Sie anschließend wie beim Rückschnitt ein Wundverschlussmittel (oder Heilerde).
Zusätzlich können Sie gelegentlich ein Fungizid wie Bordeauxbrühe einsetzen. Beachten Sie jedoch, dass dieses Mittel zwar im ökologischen Landbau verwendet werden darf, aber sparsam und vorsichtig anzuwenden ist.
Ist Ihre Seidenakazie vollständig befallen und möchten Sie eine Ausbreitung auf den restlichen Garten verhindern, muss sie leider meist gefällt werden.
Lesen Sie auch
Bordeauxbrühe und andere Kupfermittel im GartenFusariose
Eine weitere durch Pilze verursachte Pilzkrankheit (Fusarium und Microdochium). Die Fusarium-Welke verstopft die Leitbahnen der Pflanzen und verhindert den ordnungsgemäßen Transport des Pflanzensafts. Die Blätter vergilben und die jungen Triebe welken, trocknen anschließend ein und sterben ab, als würden sie vertrocknen. Auch ein rosafarbener Belag kann die Zweige überziehen.
Die Symptome können schließlich die Baumkrone erreichen und zum Absterben des Baumes führen.

Fusarium verticillioides ist einer der Pilze, die Fusarium-Welke verursachen (Foto: Wikipedia)
Vorbeugung
Wärme und Feuchtigkeit sind häufig für die Entwicklung von Pilzen verantwortlich. Da die Seidenakazie nach dem Anwachsen ohnehin wenig Wasser benötigt, achten Sie auf einen gut drainierten Boden und vermeiden Sie Staunässe, die die Krankheitsentwicklung begünstigt.
Die Sporen bleiben mehrere Jahre im Boden. Deshalb empfehlen wir, Ihre Seidenakazie nicht in Boden zu pflanzen, der in den letzten 4 oder 5 Jahren befallen war. Vermeiden Sie ebenso wie bei der Korallenkrankheit, für diesen Pilz anfällige Arten zusammen zu kultivieren (Gladiolen, Tulpen …).
Denken Sie außerdem daran, die Rückschnittwerkzeuge vor Gebrauch gründlich zu desinfizieren, um eine Übertragung der Sporen und eine Ansteckung Ihrer Seidenakazie zu verhindern.
Natürliche Lösungen
Es gibt keine wirkliche Behandlung gegen die Fusarium-Welke: Entfernen und verbrennen Sie befallene Pflanzenteile, um eine Ausbreitung der Krankheit einzudämmen.
Weitere Informationen finden Sie in unserem Ratgeber: Fusarium-Welke: Vorbeugung und Behandlung.
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Der Rindenkrebs
Diese Pilze oder Bakterien schädigen das Holz der Seidenakazie: Die Zweige trocknen ein, die Rinde reißt auf und unschöne Wülste entstehen.

Das Holz reißt auf und Wülste entstehen.
Vorbeugung
Die Maßnahmen zur Vorbeugung sind dieselben wie bei anderen Pilzkrankheiten: Halten Sie das Gartenumfeld möglichst gesund, indem Sie es regelmäßig reinigen und von Pflanzenabfällen befreien.
Verwenden Sie stets saubere und gut geschärfte Schnittwerkzeuge. Tragen Sie Wundverschlussmittel auf die Schnittwunden auf.
Natürliche Lösungen
Entfernen Sie bei Krankheitsbefall die beschädigten Pflanzenteile und verbrennen Sie sie, um eine Ausbreitung auf den restlichen Strauch und andere Pflanzen zu verhindern.
Zusätzlich können Sie ein Fungizid anwenden (Bordeauxbrühe, Schwefel …), das auf die befallenen Pflanzenteile gesprüht wird.
Lesen Sie auch
Schmierseife für Garten und GemüsebeetBlattflöhe und Schildläuse
Blattflöhe sind ebenso wie Schildläuse kleine stechend-saugende Insekten, die sich ernähren, indem sie die Blätter der Seidenakazie anstechen. Erstere sind grün oder braun und haben durchsichtige Flügel, während Letztere weiß oder braun gepanzert sind. Sowohl Larven als auch ausgewachsene Tiere können die Seidenakazie besiedeln.
Diese kleinen Schädlinge produzieren Honigtau, der die Bildung von Rußtau begünstigen kann. Dieser Pilz bildet daraufhin eine schwarze Schicht, die die Blätter bedeckt und die Photosynthese der Pflanze verringert. Mit der Zeit rollen sich die Blätter der Seidenakazie ein, verformen sich oder werden braun, bevor sie vorzeitig abfallen. Dieses Phänomen ist daher nicht tödlich, kann den Strauch aber schwächen, besonders bei wiederholtem Befall.
Der Honigtau verursacht außerdem ästhetische Folgeschäden: Wenn er unter dem Baum herabtropft, verschmutzt er alles in der Nähe (Gartenmöbel, Auto, Terrasse, andere Pflanzen …).

Blattfloh
Vorbeugung
Vermeiden Sie eine übermäßige Stickstoffdüngung, da sie dazu neigt, diese Insekten anzulocken, indem sie die Blätter zarter und schmackhafter macht.
Verwenden Sie Balsamkrautjauche als natürliches Abwehrmittel, um sie fernzuhalten.
Fördern Sie außerdem das Vorkommen natürlicher Feinde von Blattflöhen und Schildläusen, etwa Marienkäfern oder Florfliegen. So lässt sich ihr Auftreten und ihre Vermehrung auf natürliche Weise frühzeitig eindämmen. Eine natürliche Hecke, ein Teich, Unterschlüpfe usw. sind einfache Maßnahmen, um das Gleichgewicht im Garten zu fördern und einen günstigen Lebensraum für die Biodiversität zu schaffen.
Weitere Tipps finden Sie im passenden Artikel: Eine natürliche Hecke zur Förderung der Biodiversität.
Natürliche Lösungen
Zu Beginn des Befalls kann ein kräftiger Wasserstrahl ausreichen, um die Eindringlinge zu vertreiben.
Bei stärkerem Befall sprühen Sie die betroffenen Pflanzenteile mit verdünnter Schwarzer Seife ein (1 Esslöffel auf 1 Liter lauwarmes Wasser). Sie wirkt als Insektizid. Sprühen Sie vorzugsweise am Tagesende, damit andere Insekten wie wertvolle Bestäuber nicht zu Schaden kommen.
Sie können auch ein Insektizid auf Pyrethrumbasis verwenden, möglichst stets sparsam, da Insektizide – auch natürliche – niemals selektiv wirken.
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