Krankheiten und Schädlinge im Gewächshaus bekämpfen

Krankheiten und Schädlinge im Gewächshaus bekämpfen

Unsere Tipps zur Vorbeugung

Inhaltsverzeichnis

Geändert der 28. September 2025  durch Marion 5 min.

Im Gewächshaus breiten sich Schädlinge und Krankheiten schnell aus. Falsches Gießen, fehlende Lüftung und ein gestörtes Ökosystem fördern sie. Tipps!

Schwierigkeit

Richtig gießen: Krankheiten vermeiden

Der Anbau im Gewächshaus kann empfindliche Pflanzen wie Tomaten mit Kraut- und Braunfäule vor Pilzkrankheiten schützen. Zu den häufigsten zählen Mehltau (Weißfleckenkrankheit), Rost und Botrytis (Grauschimmel). Auch Salat, Kürbis, Melone und andere Kürbisgewächse können befallen werden.

Vorbeugung gegen Pilzkrankheiten im Gewächshaus

Oben: Kraut- und Braunfäule sowie Rost; unten: Mehltau und Botrytis

Diese Krankheiten entstehen oft durch den Wechsel von Regen und Sonne: Das feuchtwarme Klima begünstigt die Entwicklung von Pilzen. Auch wenn Gewächshauspflanzen vor Regen geschützt sind, der ihr Laub benetzt, sollten Sie auf die Wahl des richtigen Bewässerungssystems achten.

Um Krankheiten einzudämmen, bewässern Sie von Hand direkt am Pflanzenfuß oder wählen Sie eine automatische Bewässerung mit sanftem, gleichmäßigem Wasserfluss, der das Laub nicht benetzt (Tröpfchenbewässerung, Perlschlauch). Auch eine Bewässerung von unten ist möglich, etwa über eine Kapillarmatte oder einen Bewässerungstisch.

Verzichten Sie dagegen auf Sprinkleranlagen, die alle Pflanzen benetzen. Sie eignen sich nur für tropische Kulturen und/oder Pflanzen, deren Laub regelmäßig befeuchtet werden muss.

Die Wärme im Gewächshaus lässt die Kulturen schneller austrocknen und erhöht den Wasserbedarf. Wassermangel schwächt die Pflanzen und macht sie krankheitsanfälliger. Bevorzugen Sie daher eine mäßige, aber regelmäßige Bewässerung.

Häufiges Gießen hilft zudem gegen weitere Gewächshauskrankheiten, etwa Blütenendfäule an Tomaten oder das Aufplatzen von Früchten.

Tipps zum Bewässern im Gewächshaus

Bewässerungstische versorgen Pflanzen durch Kapillarwirkung mit Wasser. Zur Vorbeugung gegen Krankheiten bewässern Sie besser von Hand am Pflanzenfuß.

Effektive Gewächshauslüftung

Viele Schädlinge treten aufgrund der warmen, trockenen Luft im Gewächshaus auf und vermehren sich dort: Schildläuse, Rote Spinnen, Weiße Fliegen (Weiße Fliege).

Diese unerwünschten Gäste meiden kühle, feuchte Umgebungen. Eine gute Belüftung ist daher unerlässlich, um die Luft zu erneuern, die Raumtemperatur zu regulieren und ihr Auftreten zu verhindern. Öffnen Sie täglich Fenster, Türen und Dachfenster, besonders im Sommer.

Umgekehrt verhindert die Belüftung auch, dass sich zu viel Feuchtigkeit staut. Dadurch entsteht viel Kondenswasser, was die Entwicklung von Krankheiten begünstigt.

Zur Vorbeugung oder bei leichtem Befall reichen regelmäßige Sprühbehandlungen mit Regenwasser bei Pflanzen, die nicht anfällig für Pilzkrankheiten sind, meist aus. Ist eine Pflanze befallen, können Sie sie an einem kühlen, regnerischen Tag problemlos ins Freie stellen.

Auch zwischen den Pflanzen sollte für eine gute Luftzirkulation gesorgt werden; idealerweise berühren sie sich kaum. Pflanzen Sie daher nicht zu dicht und fördern Sie die Luftzirkulation.

Achten Sie außerdem darauf, Ihr Gewächshaus sauber zu halten, beschädigte Pflanzenteile (Blätter, Stängel …) regelmäßig zu entfernen und die Schneidwerkzeuge nach jedem Rückschnitt mit Alkohol oder Schmierseife zu reinigen.

Pflanzenbelüftung im Gewächshaus, Pflanzenabstand im Gewächshaus

Lüften Sie Ihr Gewächshaus, damit die Luft zirkuliert, und halten Sie ausreichend Abstand zwischen den Pflanzen.

Gesunde, kräftige Pflanzen, regelmäßig kontrolliert

Gesunde Pflanzen sind von Natur aus weniger anfällig für Schädlinge und Krankheiten. Da sie widerstandsfähiger sind, werden sie seltener befallen.

In der Gärtnerei sollten Sie kräftige Jungpflanzen wählen oder, wenn möglich, auf die Aussaat von Samen oder den Kauf kleiner Jungpflanzen in Mini-Wurzelballen setzen.

Wählen Sie gesunde, ausgewogene und nährstoffreiche Substrate, die eine gute Versorgung der Pflanzen gewährleisten und sie widerstandsfähiger machen. Verbessern Sie den Boden, aber nicht im Übermaß, und begrenzen Sie die Gaben von Dünger und Stickstoff, die häufig das Auftreten von Schädlingen wie Blattläusen begünstigen.

Praktizieren Sie Fruchtwechsel: Vermeiden Sie es, zwei Jahre hintereinander Pflanzen derselben Familie am gleichen Standort anzubauen. Der Boden verliert dadurch nach und nach seine Nährstoffe und wird ausgelaugt. Ist dies nicht möglich, bauen Sie die Pflanzen in Töpfen an.

Außerdem können regelmäßige Kontrollen und Beobachtungen der Pflanzen im Gewächshaus das Auftreten von Schädlingen und Krankheiten häufig frühzeitig eindämmen, ohne die Kulturen zu schädigen. Einige Blattläuse oder Schildläuse lassen sich einfach von Hand entfernen, und ein befallenes Blatt wird sofort entfernt, bevor es benachbarte Blätter anstecken kann.

Vorbeugung gegen Krankheiten und Schädlinge im Gewächshaus

Kontrollieren Sie Ihre Pflanzen im Gewächshaus regelmäßig. Kaufen Sie vorzugsweise Jungpflanzen in Mini-Wurzelballen.

Ökosystem-Balance gegen Krankheiten und Schädlinge

Sowohl im Freiland als auch im Gewächshaus ist ein artenreiches, vielfältiges Ökosystem wichtig. Ein natürlicher Kreislauf hilft, Schädlinge und Krankheiten wirksam einzudämmen.

Natürliche Fressfeinde fördern

Ob im Freiland oder im Gewächshaus: Bauen Sie Pflanzen an, die wichtige Nützlinge wie Schwebfliegen anlocken, deren Larven sich von Blattläusen ernähren. Greifen Sie zu Borretsch, Phacélie oder sogar Klatsch-Mohn.

Fördern Sie generell die Ansiedlung aller Nützlinge in der Nähe Ihrer Kulturen: Marienkäfer, Florfliegen, Schlupfwespen, Vögel, Ohrwürmer … Stellen Sie Futterstellen, Tränken, Nistkästen, Insektenhotels und Steinhaufen auf und pflanzen Sie bienenfreundliche Blütenpflanzen.

Ihre Anwesenheit kann ausreichen, um einen Schädlingsbefall im Gewächshaus einzudämmen.

Bei starkem Befall oder einer zu starken Vermehrung ist die biologische Bekämpfung eine gute Lösung gegen Schädlinge und Krankheiten. Das Ausbringen natürlicher Fressfeinde ist im Gewächshaus besonders wirksam – deutlich mehr als im offenen Garten. Lesen Sie unsere Tipps zum richtigen Einsatz dieser Nützlinge, etwa Nematoden gegen Engerlinge oder Wiesenschnakenlarven.

Nützlinge zur Schädlingsbekämpfung im Gewächshaus

Schwebfliege, Marienkäfer und Meise.

Begleitpflanzen anbauen

Begleitpflanzen gehen positive Wechselwirkungen miteinander ein. Ihre Kombination kann Schädlingsbefall und Krankheiten verhindern.

So sind Studentenblumen dafür bekannt, Weiße Fliegen, Erdflöhe und Blattläuse abzuwehren.

Andere Pflanzen locken dagegen Schädlinge gezielt an, sodass die Kulturpflanzen verschont bleiben. Dazu gehört die Große Kapuzinerkresse, die bei Blattläusen besonders beliebt ist. Diese verschonen dann die übrigen Pflanzen. Gurke, Aubergine, Paprika und Erdbeere werden durch einen Streifen aus Brennnessel in Gewächshausnähe vor der Weichwanze Liocoris geschützt.

Nützliche abwehrende Pflanzen im Gewächshaus

Studentenblume, Große Kapuzinerkresse und Brennnessel

Bodenleben im Gewächshaus fördern

Mikroorganismen, Kleintiere und Insekten wie Asseln oder Regenwürmer kommen natürlicherweise in gesunden Böden vor. Dieses Bodenleben fördert die Entwicklung der Pflanzen und macht sie widerstandsfähiger gegen Schädlinge und Krankheiten.

Um einen lebendigen Boden im Gewächshaus zu erhalten, sorgen Sie erneut für gute Belüftung, eine effiziente Bewässerung, Bodenverbesserer, Gründüngung und eine Mulchschicht.

Ein fruchtbarer, gut ausgeglichener Boden lockt ebenfalls natürliche Fressfeinde von Schädlingen ins Gewächshaus.

Wenn Sie Hühner in Ihrem Garten halten, lassen Sie sie am Ende der Kultursaison im Herbst und Winter im Gewächshaus umherlaufen. Sie picken jeden Schädling auf, der ihnen vor den Schnabel kommt (Raupen, Schnecken, Nacktschnecken, Wiesenschnakenlarven …), und lockern sowie düngen dabei den Boden.

Schließlich sind natürliche Behandlungen mit Jauchen (Brennnessel, Ackerschachtelhalm …) oder Insektizide natürlichen Ursprungs chemischen Mitteln stets vorzuziehen, um das Bodenleben und das natürliche Gleichgewicht im Gewächshaus bestmöglich zu erhalten.

Bodenleben im Gewächshaus erhalten

Eine gute Mulchschicht, Kompost, Insektenquartiere und bienenfreundliche Pflanzen tragen zu einem gesunden Ökosystem im Gewächshaus bei.

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