Kurkuma anbauen: gesundheitliche Vorteile
Kurkuma-Rhizom: Anwendung fürs Wohlbefinden
Inhaltsverzeichnis
Seit Jahrtausenden in Asien für Medizin und Küche genutzt: Kurkuma (Gelbwurzel). Rhizom anbauen und nutzen.
Kurkuma: Exotische Pflanze, bei uns leicht zu kultivieren
Curcuma longa ist eine krautige, mehrjährige, rhizomatöse Pflanze aus der Familie der Ingwergewächse, ebenso wie der Ingwer.
Die Kurkuma-Pflanze im Überblick
Ursprünglich aus Südindien und Sri Lanka stammend, gedeiht sie in warmem, feuchtem Klima bei Temperaturen über 18 °C. Sie ist frostempfindlich und nur bis -5 °C winterhart. Die Pflanze bildet lange, zugespitzte, länglich-lanzettliche Blätter in kräftigem Grün, die 60 bis 100 cm hoch werden können, sowie zygomorphe Blütenstände mit aufrechten Ähren. Diese sind von blassgelben oder grünen, manchmal rosa getönten Hochblättern umgeben.
Am begehrtesten ist der unterirdische Teil, das Rhizom. In ihm konzentrieren sich die Wirkstoffe, insbesondere Curcumin, ein polyphenolischer Farbstoff, der für die intensive orange Farbe verantwortlich ist.

Blüte von Curcuma longa
Wie kultiviert man Kurkuma?
Für den Anbau von Kurkuma im Garten müssen der Vegetationszyklus und der Wärmebedarf der Pflanze berücksichtigt werden. Sie wird aus kleinen Stücken frischen Rhizoms gezogen, die ganz oder geteilt sein können und mindestens eine Knospe tragen.
In gemäßigtem Klima empfiehlt sich die Kultur im Topf, damit die Pflanze im Winter ins Haus geholt werden kann. Verwenden Sie ein breites, tiefes Gefäß mit Abzugslöchern und füllen Sie es mit einer lockeren Mischung aus Blumenerde, reifem Kompost und Sand für eine gute Drainage. Stellen Sie den Topf an einen warmen, hellen Standort ohne pralle direkte Sonne. Während der Wachstumszeit von März–April bis September–Oktober regelmäßig gießen, Staunässe jedoch vermeiden, da die Rhizome sonst faulen. Die Pflanzung erfolgt im Februar–März.
Im Mittelmeerraum und an der Atlantikküste kann Kurkuma im April–Mai ins Freiland gepflanzt werden, sobald keine Frostgefahr mehr besteht. Wählen Sie einen sehr sonnigen, vor Wind und Unwetter geschützten Standort mit nährstoffreicher, lockerer und gut durchlässiger Erde.
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Kurkuma: Anbau, Ernte, WirkungKurkuma ernten und verwenden
Im Herbst, wenn die Blätter gelb werden und vertrocknen, geht die Pflanze in die Dormanz über. Dann können die Rhizome geerntet werden, die frisch oder getrocknet verwendet werden. Zunächst muss das Rhizom über Nacht in Wasser bei Raumtemperatur eingeweicht werden. Anschließend wird es in Scheiben geschnitten und zermahlen, um ein frisches Pulver zu erhalten, das sich im Kühlschrank nur eine Woche hält.
Um die Haltbarkeit des Pulvers zu verlängern, trocknen Sie es 20 Minuten lang bei 110 °C im Backofen. Anschließend kann es in einem luftdicht verschlossenen Glas aufbewahrt werden.
Dieses Kurkumapulver ist sehr reich an Curcumin mit entzündungshemmenden und antioxidativen Eigenschaften. Kurkuma enthält außerdem weitere Curcuminoide, ätherische Öle (Zingiberän, Turmeron), Polysaccharide und Mineralstoffe. Diese Bestandteile wirken synergetisch.

Frisch geerntete Kurkuma-Rhizome
Wie lässt sich Kurkuma für seine therapeutische Wirkung anwenden?
- Als Tee: 2 Teelöffel Kurkuma-Rhizompulver in 250 ml Wasser geben, fünf Minuten aufkochen und anschließend fünf Minuten ziehen lassen. Zu Beginn der Mahlzeiten 1 bis 3 Tassen täglich trinken
- Als Umschlag: Einen Teelöffel Kurkumapulver mit etwas Wasser zu einer Paste verrühren. Dreimal täglich lokal auftragen
- Als Maske: Zwei Esslöffel Honig mit einem Esslöffel frischem Kurkumapulver und zwei Tropfen ätherischem Öl der Rosen-Pelargonie vermischen. 10 bis 30 Minuten auf dem Gesicht einwirken lassen und mit klarem Wasser abspülen.
Kurkuma: anerkannte Vorteile
Die Vorteile von Kurkuma sind vielfältig, wenn es regelmäßig und passend angewendet wird. Er wird unter anderem häufig in der ayurvedischen Medizin eingesetzt. Dennoch sollte er keine konventionelle medizinische Behandlung ersetzen. Daher empfiehlt es sich, vor einer regelmäßigen Einnahme von Kurkuma ärztlichen Rat einzuholen.
Ein bewährtes entzündungshemmendes Mittel
Kurkuma wirkt besonders wirksam gegen chronische Entzündungen. Mehrere Studien haben gezeigt, dass Curcumin Entzündungsmediatoren hemmt, die an Arthrose und Arthritis, Muskelschmerzen, Sehnenentzündungen und bestimmten Autoimmunerkrankungen beteiligt sind.
Klinische Studien haben gezeigt, dass es Gelenkschmerzen ebenso wirksam lindern kann wie Ibuprofen – bei weniger Magenbeschwerden.
Ein starkes Antioxidans
Curcumin ist außerdem ein hervorragendes Antioxidans. Es neutralisiert freie Radikale und verringert oxidative Schäden in den Zellen. Diese vorbeugende Wirkung kann der Zellalterung, degenerativen Erkrankungen und bestimmten Hautproblemen entgegenwirken. Außerdem könnte es bei der Vorbeugung bestimmter Krebsarten eine Rolle spielen.

Kurkumapulver besitzt zahlreiche heilende Eigenschaften
Fördert Verdauung und Leberfunktion
Kurkuma wirkt choleretisch und cholagog, das heißt: Er regt die Bildung und den Abfluss der Galle an. Das erleichtert die Verdauung, insbesondere von Fetten, und unterstützt die Leberfunktion. Als Verdauungshilfe wird er bei funktionellen Verdauungsbeschwerden empfohlen: Blähungen, Flatulenz, Dyspepsie, Übelkeit, Völlegefühl nach dem Essen, aber auch Durchfall und Reizdarmsyndrom.
Er kann außerdem Leber- und Gallenblasenentzündungen lindern und möglicherweise das Risiko von Gallensteinen oder Magengeschwüren senken.
Zusammen mit Pflanzen wie Kuhblume oder Artischocke wird er beim Saisonwechsel häufig für eine Entgiftungskur verwendet.
Wundheilende Eigenschaften
Als Maske angewendet, kann Kurkuma dank seiner wundheilenden und entzündungshemmenden Eigenschaften der Haut guttun. Er könnte Hautprobleme wie Akne, Ekzeme, Pilzinfektionen und Psoriasis sowie Narben und Verbrennungen lindern.
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Kurkuma im Topf kultivieren: TippsKurkuma: Anwendungshinweise und Nebenwirkungen
Trotz seiner vielen Vorzüge ist Kurkuma nicht frei von Nebenwirkungen, vor allem bei hohen Dosen oder konzentrierten Nahrungsergänzungsmitteln. Eine übermäßige Einnahme kann Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit, Durchfall und Bauchschmerzen oder sogar Geschwüre verursachen.
Wegen seiner anregenden Wirkung auf die Gallenblase wird Kurkuma bei Gallensteinen oder einer Blockade der Gallenwege nicht empfohlen. Vorsicht gilt auch bei aktivem Magen-Darm-Geschwür, Gastritis oder gastroösophagealem Reflux, da die Wurzel empfindliche Schleimhäute reizen kann.
Kurkuma wirkt zudem leicht blutverdünnend und kann mit bestimmten gerinnungshemmenden oder plättchenhemmenden Medikamenten wechselwirken. Auch vor einer Operation oder Geburt wird von der Einnahme abgeraten.
Bei längerer medizinischer Behandlung, insbesondere bei Leber-, Herz-Kreislauf- oder hormonellen Erkrankungen, sollte vor einer regelmäßigen Einnahme konzentrierten Curcumins ärztlicher Rat eingeholt werden.
Während der Schwangerschaft wird von hohen Dosen abgeraten, da Kurkuma möglicherweise menstruationsfördernd wirkt (Anregung der Gebärmutterdurchblutung).
Wussten Sie schon?
Lange bevor er von der modernen Wissenschaft anerkannt wurde, galt Kurkuma (Gelbwurzel) in Südasien bereits als heilige Pflanze. In der ayurvedischen Medizin wird er seit mehr als 4.000 Jahren verwendet und in alten Schriften als blutreinigendes Mittel, Verdauungsanreger und allgemeines Tonikum erwähnt.
In Indien ist Kurkuma zudem untrennbar mit religiösen Ritualen verbunden: Bei hinduistischen Zeremonien als Paste auf die Stirn der Gläubigen aufgetragen, symbolisiert er Wohlstand und göttlichen Schutz. Zum Färben von Stoffen, insbesondere der Safrankleider buddhistischer Mönche, verwendet, diente er auch als natürlicher Farbstoff für Fresken und Manuskripte.
Bereits in der Antike führten arabische Händler Kurkuma in den Nahen Osten ein und machten ihn griechischen und persischen Ärzten bekannt. Im mittelalterlichen Europa wurde Kurkuma bisweilen mit Safran verwechselt, daher sein Beiname „Kurkuma“. Er findet sich in arabischen Arzneibüchern und den botanischen Sammlungen der Apotheker der Renaissance. Eine Anekdote berichtet, dass Marco Polo beim Entdecken der Pflanze im 13. Jahrhundert über ihre Ähnlichkeit mit Ingwer staunte, zugleich aber ihre goldene Farbe und medizinische Verwendung bemerkte.
In vielen Kulturen wurde Kurkuma auch als Kosmetikum verwendet: Indische Frauen trugen ihn vor der Hochzeit oder zur Beruhigung gereizter Haut auf, um den Teint aufzuhellen.
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