Magnolienkrankheiten und -parasiten
Erkennen, vorbeugen, natürliche Lösungen
Inhaltsverzeichnis
Magnolien begeistern mit früher Blüte in vielfältigen Farben und Formen. Sie sind winterhart und meist robust gegen Krankheiten und Parasiten. Erfahren Sie, welche Schädlinge auftreten und wie Sie vorbeugen und behandeln.
Pilze als Ursache von Pilzkrankheiten
Beschreibung und Symptome der Pestalozzia
Pestalozzia ist ein mikroskopisch kleiner Pilz, der bei Magnolien erhebliche Schäden verursachen kann. Die ersten Symptome zeigen sich am Laub in Form brauner oder gräulicher Flecken. Stark befallene Blätter fallen anschließend zu Boden und die Krankheit kann bis zu einer vollständigen Entlaubung des Baumes führen, gefolgt von seinem Absterben.
Pestalozzia tritt häufig im Frühjahr bei milder und feuchter Witterung auf.
Beschreibung und Symptome der Wurzelfäule
Der Honiggelbe Hallimasch oder die Wurzelfäule kann sich rasend schnell ausbreiten und zum Absterben von Magnolien führen. Gleichzeitig können benachbarte Pflanzen und der Boden infiziert werden. Daher ist diese Krankheit besonders gefürchtet.
Sie ist am Auftreten von Myzel oder Pilzen an den Pflanzen zu erkennen. Leider wird die Krankheit oft erst spät entdeckt, da die Symptome meist zunächst an den Wurzeln auftreten, bevor sie die Stammbasis erreichen. Da der Pflanzensaft nicht mehr richtig zirkuliert, trocknen Blätter und Zweige schließlich aus.
Mehr erfahren: „Hallimasch oder Wurzelfäule: Baumpilz erkennen und bekämpfen“.

Hallimasch oder Wurzelfäule (© Charles de Mille-Isles)
Beschreibung und Symptome der Korallenkrankheit
Die Korallenkrankheit ist an den kleinen orangefarbenen Pusteln auf der Rinde leicht zu erkennen. Auch hier wird der Pflanzensafttransport unterbrochen, was zum Austrocknen der Knospen und zum Absterben der Zweige führt. Die Krankheit breitet sich schnell auf benachbarte Pflanzen aus.
Mehr erfahren: „Wie lässt sich die Korallenkrankheit vermeiden?“.

Orangefarbene Pusteln der Korallenkrankheit
Vorbeugung
Pilze treten häufig an bereits geschwächten Pflanzen auf (durch eine andere Krankheit, ein Wetterereignis usw.). Gute Kulturbedingungen sorgen dafür, dass Magnolien gesund und somit weniger anfällig für Pilzkrankheiten bleiben. Achten Sie daher bei der Pflanzung auf die Bedürfnisse dieser Pflanzen: Wählen Sie einen frischen Boden (feucht, aber nicht nass), der leicht ist (sodass Wasser abfließen kann) und regelmäßig mit organischem Material (Kompost, Dünger für Moorbeetpflanzen usw.) versorgt wird. Pflanzen Sie sie an einen sonnigen oder halbschattigen, möglichst windgeschützten Standort.
Pflanzen Sie außerdem keine für Pilzkrankheiten anfälligen Pflanzen in zuvor infizierte Bereiche. Gehen Sie bei der Pflanzung vorsichtig vor, um die Wurzeln nicht zu beschädigen: Verletzungen sind echte Eintrittspforten für Krankheiten.
Weitere Maßnahmen können das Auftreten und die Ausbreitung von Pilzen begrenzen:
- Desinfizieren Sie Ihre Schneidwerkzeuge stets, um eine Übertragung von Krankheiten zwischen Pflanzen zu verhindern;
- Entfernen Sie abgestorbene Blätter und andere Pflanzenreste unter Ihren Magnolien, damit sich dort keine Sporen ansiedeln;
- Halten Sie die richtigen Pflanzabstände ein, damit die Sträucher gut durchlüftet werden und keine Staunässe auf den Blättern entsteht;
- Vermeiden Sie es, das Laub beim Gießen zu benetzen;
- Führen Sie Rückschnitt und Baumschnitt bei trockenem Wetter durch;
- Bevorzugen Sie einen leichten, regelmäßigen Pflegeschnitt statt eines drastischen Rückschnitts (verwenden Sie bei Bedarf Wundverschlussmittel).

Entfernen Sie abgestorbene Blätter unter dem Baum
Natürliche Fungizidbehandlungen
Durch regelmäßige Kontrollen können Sie befallene Pflanzenteile möglichst schnell entfernen, indem Sie Zweige zurückschneiden und abgefallene Blätter aufsammeln. Entsorgen Sie sie in der Grüngutannahmestelle und nicht auf dem Kompost.
Bei stärkeren Symptomen können Sie ein natürliches Fungizid wie Bordeauxbrühe verwenden. Dieses Pulver auf Schwefelbasis wird in Wasser verdünnt und auf das Laub gespritzt. Es ist im ökologischen Landbau einsetzbar. Verwenden Sie es jedoch nur punktuell und über einen kurzen Zeitraum, um das Gleichgewicht des Bodens nicht zu stören und dadurch die Entwicklung von Krankheiten zu begünstigen.
Viele Gärtner verwenden außerdem Pflanzenjauchen zur Bekämpfung von Pilzkrankheiten, sowohl vorbeugend als auch zur Behandlung. Greifen Sie beispielsweise zu Brennnessel- oder Schachtelhalmjauche. Auch diese natürlichen Lösungen werden mit Wasser verdünnt und im Frühjahr auf das Laub der Magnolie gespritzt.
Leider ist es schwierig, Wurzelfäule und Korallenkrankheit loszuwerden. Bei zu weit fortgeschrittenen Symptomen sind der Baum oder Strauch nicht mehr zu retten und eine Fällung ist die einzige Möglichkeit, eine Ansteckung zu verhindern.
Mehr erfahren:
– „Alles über Pilzkrankheiten“;
– „Bordeauxbrühe und andere kupferhaltige Pflanzenschutzmittel im Garten“;
Lesen Sie auch
Magnolien: Pflanzen, Rückschnitt, PflegeDie Chlorose
Beschreibung und Symptome
Die Blätter Ihrer Magnolie werden gelb und fallen schließlich ab. Ursache ist Eisenmangel, der die natürliche Bildung von Chlorophyll beeinträchtigt. Mit der Zeit verlangsamt die gesamte Pflanze ihr Wachstum und verkümmert schließlich.
Vorbeugung
Die meisten Magnolien, darunter auch die Magnolia grandiflora, vertragen Kalk im Boden nicht gut. Geben Sie ihnen ein lockeres, durchlässiges Substrat mit eher neutralem oder saurem pH-Wert. Ist Ihr Boden kalkhaltig, geben Sie bei der Pflanzung Moorbeeterde hinzu. Sie können auch die Kobushi-Magnolie wählen, eine der wenigen Arten, die etwas Kalk im Boden verträgt, oder sie im Topf kultivieren.
Verwenden Sie zum Gießen möglichst Regenwasser statt Leitungswasser. Lassen Sie Leitungswasser vor dem Gießen einige Stunden stehen oder verwenden Sie ein weichmachendes Anti-Kalk-Produkt, um das Risiko zu begrenzen.
Natürliche Behandlung
Im Handel und online sind Eisenchelat-Präparate gegen Chlorose erhältlich. Sie wirken schnell und sorgen dafür, dass die Blätter wieder grün werden. Sprühen Sie das Produkt bei den ersten Symptomen, idealerweise im Frühjahr. Doch diese Lösung wirkt nur vorübergehend: Sind die Kulturbedingungen nicht optimal, tritt der Mangel erneut auf. Verbessern Sie den Boden, indem Sie Kompost, Hornspäne oder Dünger für Moorbeetpflanzen ausbringen.
Auch Brennnesseljauche soll bei Chlorose helfen.
Mehr erfahren: „Eisenchlorose“.

Von Eisenchlorose betroffene Blätter verlieren ihre Farbe und werden gelb
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Magnolien-Schildlaus
Beschreibung und Symptome
Es gibt verschiedene Arten von Schildläusen, doch bei Magnolien treten vor allem Napfschildläuse auf. Diese stechend-saugenden Insekten bevorzugen geschützte, warme und feuchte Standorte. Sie sehen wie braune oder weiße Pusteln aus, die sich in Kolonien an den Zweigen ansiedeln.
Indem sie Pflanzensaft saugen, schwächen sie die Pflanzen. Vor allem fördern sie durch die Bildung von Honigtau (einer klebrigen Substanz) die Entwicklung von Rußtau, einer Pilzerkrankung, die die Photosynthese beeinträchtigt. Ein Befall ist an watteartigen Ansammlungen und schwarzer Substanz sowie an der Vergilbung der Blätter erkennbar. Auch viele Ameisen sind ein Hinweis, da sie sich gerne vom Honigtau der Schildläuse ernähren (wie bei Blattläusen).
Vorbeugung
Regelmäßige Kontrollen Ihrer Pflanzen ermöglichen ein schnelles Eingreifen.
Ein ausgeglichener Garten fördert die Biodiversität und das Vorkommen natürlicher Feinde der Schildläuse, etwa Florfliegenlarven.
Sorgfältige Kulturbedingungen sichern die natürliche Gesundheit Ihrer Magnolie.
Natürliche Behandlung
Wird der Befall früh erkannt und handelt es sich um kleinere Pflanzen, lassen sich Schildläuse von Hand entfernen, indem Sie die Schalen abreiben. Verwenden Sie dazu ein mit Seifenwasser getränktes Wattepad oder Tuch oder spülen Sie die Läuse mit einem Wasserstrahl ab. Stark befallene Zweige sollten zurückgeschnitten werden, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern.
Ein stärkerer Befall lässt sich mit einem natürlichen Insektizid behandeln. Verdünnen Sie je einen Esslöffel Schmierseife und Pflanzenöl in 1 Liter lauwarmem Wasser. Besprühen Sie die betroffenen Pflanzenteile und wiederholen Sie die Behandlung bei Bedarf nach einer Woche. Behandeln Sie am späten Nachmittag oder geschützt vor direkter Sonne.
Mehr erfahren: « Schildläuse: Erkennen und bekämpfen »

Schildläuse auf Magnolienblättern
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