Pflanzen mit langer Anwachszeit
Wo Langsamkeit zur Pracht wird!
Inhaltsverzeichnis
Manche Pflanzen enttäuschen im Folgejahr trotz bester Pflege: Ihr Wurzelsystem, Wuchs und Blüte brauchen Zeit. Welche Stauden und Gräser verlangen Geduld?
Die Wiesenraute
Die Wiesenrauten, auch Akeleiblättrige Wiesenrauten genannt, sind wunderschöne Stauden, die dafür bekannt sind, sich Zeit zu lassen, bevor sie sich voll entfalten. Bei diesen Halbschattenpflanzen braucht es etwas Geduld, bis sie ihr ganzes Potenzial zeigen: Erst nach drei Jahren sind sie wirklich interessant. Dann erscheinen an den hohen Stängeln unzählige zarte, luftige Blüten in Weiß oder Mauve, je nach Sorte. Einige wie ‚Elin‘ werden sogar über 2 m hoch! Auch das Laub der Wiesenrauten wird dichter und trägt kleine, fein geschlitzte Blätter in Grün bis Graugrün, die an Akeleien erinnern. Bei sorgfältiger Pflanzung bereiten diese winterharten Stauden keinerlei Probleme. Sie eignen sich perfekt für den Hintergrund eines Beets in naturnahen und romantischen Gärten!
→ Mehr erfahren Sie in unserem Ratgeber Wiesenraute: Pflanzung, Kultur und Kombinationen

Wiesenraute
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20 langlebige Stauden mit besonders langer LebensdauerDer Japanische Ysander
Manche Bodendecker ärgern uns bisweilen, weil sie so lange brauchen, um ein Beet oder eine Steinanlage wie erhofft zu bedecken – nämlich schnell genug, damit uns das Unkrautjäten erspart bleibt. So auch Pachysandra terminalis: Auf dem Papier verspricht sie viel, breitet sich in der Praxis aber eher langsam aus.
Dabei hat dieser schöne, immergrüne Bodendecker alles, was man sich wünschen kann: ein prächtiges, glänzendes Blattwerk, eine unverwechselbare, hübsche Blattform mit gezähntem Rand, eine intensive Grünfärbung, deren hellere Blattadern die Blattspreite dezent betonen, und eine unauffällige, cremefarbene Blüte im späten Frühjahr. Besonders geschätzt wird er für seine Eignung für sehr schattige bis halbschattige Standorte unter Bäumen in frischem Boden sowie für die ästhetische Wirkung, die er in diesen Unterholzbereichen entfaltet.
Wenn Sie sich also in diesen wunderschönen Bodendecker verliebt haben, brauchen Sie etwas Geduld – besonders beim Kultivar ‘Green Carpet‘. Mit den Jahren bildet er einen beeindruckenden, welligen Teppich und ist die Wartezeit wert.
→ Mehr erfahren Sie in unserem Ratgeber Pachysandra terminalis: Pflanzung, Anbau und Pflege

Pachysandra terminalis
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Das Schaublatt
Die großen, gerunzelten, handförmigen Blätter des Kastanien-Schaublatts oder die zusammengesetzten Blätter des Gezähnten Schaublatts sind sicherlich das Faszinierendste an dieser spektakulären Staude, auch wenn ihre sommerliche Blüte durchaus reizvoll ist.
Ideal am Teichrand, braucht auch das Schaublatt einige Jahre, um sich zu etablieren, bevor es sich so entwickelt, wie man es sich vorgestellt hat. Kein Grund zur Panik, wenn Sie diese schöne Schattenstaude mit der nötigen Sorgfalt gepflanzt haben: Der Boden muss unbedingt frisch, tiefgründig und durchlässig, leicht sauer und der Standort schattig sein! Wenn die Blätter anfangs noch sehr klein wirken, gibt sich das nach 3 Jahren, während die Blüte manchmal schon nach 2 Jahren einsetzt. Das Schaublatt ist die Wartezeit allemal wert – für seine skulpturale, fast exotische Erscheinung!
→ Mehr über das Schaublatt in unserem ausführlichen Steckbrief

Schaublätter
Lesen Sie auch
Pflanzen, die nicht umgepflanzt werden möchtenDie Lilientraube
Hier ist eine weitere Staude, die wegen ihres immergrünen Laubs und ihrer hübschen Traubenblüten geschätzt wird, die im Spätsommer und Frühherbst erscheinen. Sie bringt mauve- oder violettfarbene Akzente in schattige Beete und blüht mit etwas Sonne besser. Die Lilientraube aus der Familie der Liliengewächse gehört ebenfalls zu den Pflanzen, die sich nur langsam etablieren. Pflanzen Sie sie daher nicht zu dicht, wenn Sie sie als kleine Einfassung verwenden, denn ab dem zweiten Jahr entwickelt sie bereits reichlich Laub und bietet ab dem dritten Jahr eine deutlich üppigere Blüte.

Horstbildende Liriope
→ Mehr erfahren über Lilientraube: pflanzen, kultivieren, vermehren
Japangras und Schlangenbart
Hakonechloa und Ophiopogon: reizvoller Farbkontrast im Garten. Beide aus Japans Bergen wachsen langsam; Hakonechloa liebt frischen Boden.
Japan-Herbst-Anemonen
Japan-Herbst-Anemonen: spät blühend, zart und robust. In halbschattigen Lagen wachsen sie langsam, nach drei Jahren üppig.

Japan-Herbst-Anemone
Färberhülsen
Noch relativ wenig bekannt, ist die Färberhülse oder Indigolupine eine wunderschöne, sehr winterharte Staude für sonnige Standorte. Ihre Blüte besteht aus indigoblauen Blütenähren, die an die Gartenwicke erinnern (beide gehören zu den Hülsenfrüchtlern). Neue Kultivare gibt es inzwischen in Weiß- bis Orangetönen. Sie fügt sich gern in große, naturnahe Beete und üppige Mixed Borders ein.
Ihre tiefgehende Pfahlwurzel entwickelt sich etwas eigenwillig und braucht zwei Jahre, um sich gut zu etablieren. Da die Pflanze zunächst ihr Wurzelsystem ausbildet, zeigt sie ihre volle Schönheit erst nach dieser Zeit … doch wie die anderen Pflanzen dieser Auswahl macht sie diesen kleinen Nachteil durch ihre bemerkenswerte Langlebigkeit mehr als wett.
→ Mehr erfahren Sie in unserem ausführlichen Pflanzenporträt: Baptisia oder Indigolupine: säen, pflanzen und kultivieren

Baptisia
Die Übelriechende
Iris foetidissima: Schwertlilie für trockenen Schatten mit Schwertblättern, zarter Blüte und leuchtend roten Früchten im Winter.
Funkien
Wenn Sie Funkien gekauft haben, beeindruckt von den verlockenden Magazinbildern üppiger, prächtiger Pflanzen im Schattengarten, waren Sie vielleicht enttäuscht, als sie in Ihren Beeten oder Töpfen weit weniger spektakulär aussahen. Bei der Pflanzung haben Sie jedoch sicher festgestellt, dass sie sehr fleischige Wurzeln besitzen – echte Speicherorgane, die sich zunächst bequem einleben müssen (seien Sie beim Einpflanzen Ihrer Jungpflanzen besonders vorsichtig mit diesen Wurzeln). Zwar können sie bereits im ersten Jahr nach der Pflanzung blühen, doch die Horste mit ihren prächtigen, gerunzelten oder gestreiften Blättern breiten sich nach und nach aus und bilden nach etwa drei Jahren ein schönes Gesamtbild, wenn Sie mehrere nebeneinander in ein Beet pflanzen, in dem Farne und Weißwurz sie begleiten.
Wie die anderen Stauden dieses Artikels erweisen sich Funkien als besonders robust und winterhart. Und man muss zugeben: Das ist eine der Eigenschaften, die man an diesen zugegeben etwas launischen, aber bei geduldigem Warten so dankbaren Pflanzen schätzen kann!
→ Alles über Funkien in unserem ausführlichen Steckbrief: Funkie: Pflanzung, Anbau und Pflege

Funkien
Sonnenhüte
Die schönen Sonnenhüte zählen zu den schönsten Stauden mit langer Sommerblüte. Mit leuchtenden Farben, stolz auf ihren festen Stängeln, blühfreudig und äußerst attraktiv passen sie in naturnahe wie elegante Gärten.
Die schönen Amerikanerinnen erleben in den Beeten ein großes Comeback. Nach den Fotos in Büchern und Zeitschriften zu urteilen, blühen sie scheinbar überreich und unermüdlich. Dennoch brauchen auch sie mehrere Jahre, bis ihr Wurzelsystem kräftig genug für die Optik einer amerikanischen Wiese ist. Haben Sie sie am richtigen Standort gepflanzt – sonnig, in durchlässigem, nährstoffreichem, auch trockenem Boden –, danken sie es Ihnen mit einer ununterbrochenen, üppigen, wild anmutenden Blüte!
→ Mehr erfahren Sie in unserem ausführlichen Merkblatt: Sonnenhut: Aussaat, Anbau und Pflege

Echinaceas purpurea
Aber auch ...
Päonie, Salomonssiegel (Polygonatum), Elfenblume, viele Farne und Chinaschilf …
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