Schnaken, die unbeliebten Verwandten der Mücken
Unsere natürlichen Lösungen gegen Larven von Insekten, die Rasen und Gemüsegarten befallen
Inhaltsverzeichnis
Tipula-Larven schädigen Rasen und Gemüse. Erfahren Sie, wie Sie Schnaken erkennen und natürlich wirksam bekämpfen.
Was ist die Schnake, der große Mücke mit langen Beinen?
Die Schnake (Tipula) ist ein Zweiflügler aus der Familie der Schnaken, von denen in unserer Region etwa 200 Arten vorkommen. Wir konzentrieren uns jedoch auf die beiden häufigsten: die Kohlschnake oder Gartenschnake (Tipula oleracea) und die Wiesenschnake (Tipula paludosa).
Eine große Mücke, die nicht sticht
Diese Zweiflügler, gemeinhin „Schnaken“ genannt, besitzen nur ein Flügelpaar aus membranartigen Flügeln sowie Mundwerkzeuge zum Stechen oder Saugen und wirken gefährlicher, als sie tatsächlich sind. Sie können nämlich überhaupt nicht stechen und ernähren sich von Nektar. Schnaken sind an ihren sechs langen, zart wirkenden Beinen leicht zu erkennen, die sie fast zu behindern scheinen. Außerdem besitzen diese Zweiflügler sogenannte Schwingkölbchen, die die Hinterflügel ersetzen und ihren Flug stabilisieren. Durch Ungeschicklichkeit oder um einem Feind zu entkommen, kommt es nicht selten vor, dass Schnaken freiwillig ein Bein oder ein Schwingkölbchen abwerfen. Das kann ihnen zwar das Leben retten, schränkt sie aber auch erheblich bei der Fortbewegung ein.

Die Schnake ist an ihren sechs langen Beinen zu erkennen
Wegen ihrer Ähnlichkeit mit der Weberknecht-Spinne werden sie manchmal auch „Weberknechtfliegen“ genannt. Herr und Frau Schnake unterscheiden sich leicht. Die Männchen sind je nach Art eher grau, die Weibchen dagegen teilweise rötlich. Beide besitzen große Augen unterhalb des Kopfes. Während ihrer kurzen Lebenszeit dienen sie ausschließlich der Paarung. Und das mit einer gewissen Dringlichkeit, besonders abends oder im Morgengrauen.
Ein Insekt, das Feuchtigkeit liebt
Schnaken bevorzugen eher kühle, manchmal sogar feuchte Gartenbereiche und sind häufig auf dem Rasen anzutreffen. So ist die Wiesenschnake im September zu sehen, bei milder Witterung sogar noch im Oktober. Die Kohlschnake tritt dagegen häufiger im April und Mai sowie im Herbst mit einer zweiten Generation auf.
Die ausgewachsenen Tiere sind weder störend noch aggressiv, ihre Larven sind jedoch gefürchteter. Aus den erwachsenen Schnaken entstehen große graue Larven. Diese schmutzig grauen, bis zu 4 cm langen Larven sind beinlos. Sie besitzen einen kaum sichtbaren schwarzen Kopf und sechs fleischige Papillen, die ihnen die Bezeichnung „Sternwürmer“ eingebracht haben. Diese Larven rollen sich nicht zusammen. Das ist ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal zwischen Schnakenlarven und den Larven der Wiesenschnaken, die umgangssprachlich ebenfalls als „Erdraupen“ bezeichnet werden. Sie unterscheiden sich auch von den cremeweißen Larven der Engerlinge sowie von den ebenfalls cremeweißen Larven des Dickmaulrüsslers.
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Die Wiesenschnake (Tipula paludosa) hat nur eine Generation pro Jahr, die Kohlschnake oder Gartenschnake (Tipula oleracea) meist zwei. Daher unterscheidet sich ihr Lebenszyklus hinsichtlich der Flugzeit leicht:
- Von Juni bis September schlüpfen die adulten Tiere, fliegen und paaren sich

Wiesenschnaken verbringen ihr kurzes Leben mit der Paarung
- Das Weibchen legt 300 bis 400 schwarze Eier – entweder in den Boden, während es auf einem Blatt sitzt oder sogar im Flug. Entscheidend ist nur, dass die Luft ausreichend feucht ist
- 15 Tage nach der Eiablage schlüpfen die Larven. Sie ernähren sich von Humus und Pflanzenresten
- Sobald es kälter wird, verlangsamen sie ihr Wachstum und verbergen sich unter der Bodenoberfläche
- Im Frühjahr, sobald sich der Boden erwärmt, werden die Wiesenschnakenlarven wieder aktiv. Dann sind sie besonders hungrig und gefräßig
- Die Larven wachsen und verpuppen sich im Juni.
Adulte Wiesenschnaken sind im Herbst, zwischen September und Oktober, oft gut sichtbar, sobald sie die nahende Kälte spüren. Dann suchen sie beleuchtete Orte auf und schwirren um Glühbirnen.
Schäden durch Wiesenschnakenlarven
Zuvor haben wir gesehen, dass Schnaken keineswegs gefährlich, aggressiv oder schädlich für Kulturpflanzen sind. Bei starkem Befall können es jedoch die Larven sein. Während ihrer vier Larvenstadien, insbesondere im Frühjahr, können sie erhebliche Schäden verursachen.
Diese Larven entwickeln sich unterirdisch, nicht weit von der Oberfläche entfernt. Sie ernähren sich daher von krautigen Pflanzen mit flachem Wurzelsystem, etwa von Gräsern in unseren Rasenflächen, Futtergräsern, Klee und Gründüngung. Sie befallen auch Rhizome und Knollen von Gemüsepflanzen, etwa Rote Bete oder Kartoffeln. In der Regel fressen sie tagsüber. Abends, wenn die Witterungsbedingungen ideal sind, kommen sie durch Gänge an die Oberfläche und beginnen, am Hals oder sogar an den nächstgelegenen oberirdischen belaubten Pflanzenteilen zu nagen.

Schnakenlarve ©Rasbak Wikimedia Commons)
Bei einer starken Vermehrung können diese Larven zum Verlust einer Rasenfläche führen. Denn die Pflanzen vergilben und vertrocknen, bevor sie absterben, da der Hals durchtrennt und die Wurzeln angenagt werden. Im Gemüsegarten sind die Schäden seltener, bei sehr feuchten Bedingungen jedoch erheblich. Besonders schädlich sind diese Larven für Weizen-, Mais- und Gerstenkulturen.
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Ist der Befall von Rasen oder Gemüsebeet bestätigt, sollten Sie schnell handeln. Zur biologischen Bekämpfung setzt man Nematoden ein, besonders die Art Steinernema carpocapsae. Sie wirkt gegen Larven von Erdraupen, Kartoffelkäfern, Apfelwicklern, dem Falter Duponchelia fovealis, aber auch gegen Werren und Tipula-Larven. Nematoden sind mikroskopisch kleine Würmer, die in die Larven eindringen und sie parasitieren. Die Larven sterben nach 24 bis 48 Stunden; die Nematoden verlassen ihre Beute und suchen die nächste. Das wiederholen sie, bis keine Tipula-Larve mehr übrig ist.
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Vorbeugen ist besser!
Die beste Methode, Wiesenschnakenlarven zu bekämpfen, ist jedoch vor allem die Vorbeugung. Viele kleine Maßnahmen schaffen ein für Wiesenschnaken ungünstiges Umfeld. In besonders feuchten Jahren ist die Bekämpfung natürlich schwieriger, aber dennoch möglich.
Da sich die Embryonalentwicklung und das Schlüpfen bei hoher Feuchtigkeit begünstigt entwickeln, genügt es, während des Flugs der Wiesenschnaken und der Eiablage, also ungefähr von Juni bis September, die Rasenbewässerung einzustellen oder zu reduzieren. Im Gemüsegarten gilt dasselbe. Außerdem lockt ein gut drainierter, bearbeiteter und gelockerter Boden weniger Wiesenschnaken an als ein durchnässter Boden.
Die wichtigste vorbeugende Maßnahme besteht darin, die natürlichen Feinde dieser Wiesenschnaken zu fördern. Und davon gibt es viele! Zu den wirksamsten Fressfeinden der Wiesenschnaken in erwachsener oder larvaler Form zählen Spitzmaus, Igel, Maulwurf, Fledermaus, Gartenvögel, Amphibien … Um diese nützliche Tierwelt anzulocken, gibt es viele Möglichkeiten. Lassen Sie beispielsweise am Rand des Gartens einen Haufen aus Zweigen oder Laub liegen, der Igeln und Spitzmäusen als Unterschlupf dient. Um Amphibien anzulocken, ist ein Teich unverzichtbar. Langfristig ist auch die Pflanzung einer frei wachsenden Hecke aus Beerensträuchern sinnvoll, da Vögel dort Schutz, Nistplätze und Nahrung finden. Sie können beispielsweise Hartriegel (Cornus), Schwarzen Holunder (Sambucus nigra), Weißdorn (Crataegnus), Schlehe (Prunus spinosa), Zwergmispel, Felsenbirne, Immergrünen Schneeball (Viburnum tinus) oder Feuerdorn pflanzen …
Laufkäfer fressen ebenfalls gern Wiesenschnakenlarven. Um sie in den Garten zu locken, genügt es oft, eine ungemähte Rasenfläche zu erhalten und dort eventuell einige Pflanzen Rainfarn-Büschelschön auszusäen. Diese verwilderte Fläche bietet den Laufkäfern Schutz und Nahrung. Auch ein Holz- oder Steinhaufen ist für sie nützlich.
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