Tomateneule: Schädling aus dem Süden

Tomateneule: Schädling aus dem Süden

Tomatenfruchtwurm: Erkennung, Symptome und Bekämpfung

Inhaltsverzeichnis

Geändert der 18. Januar 2026  durch Pascale 7 min.

Löcher in Tomaten? Die grüne Raupe der Tomateneule (Helicoverpa aemigera) verursacht große Schäden. Tipps zur Vorbeugung und Bekämpfung.

Schwierigkeit

Tomateneule: Was ist das genau?

Hinter jeder Raupe steckt ein Schmetterling. Und der Schmetterling, der für die Schäden an Ihren Tomaten verantwortlich ist, ist die Tomatenfruchtmotte, auch Baumwollkapselwurm oder Helicoverpa armigera genannt. Dieser Nachtfalter stammt aus tropischen oder subtropischen Regionen. Er kam während der Hitzewelle von 2003 nach Frankreich und ließ sich im Süden des Landes nieder, wo er erstmals auf sich aufmerksam machte. Mit den letzten Hitzewellen breitet er sich nun langsam weiter nach Norden aus. So stellte ich, die ich in der Nähe von Saint-Étienne im Département Loire auf etwa 650 m Höhe wohne und gärtnere, im Sommer 2023 erstmals sein Vorkommen in meinem Tomatenbeet fest.

Ein im Frühjahr aktiver Nachtfalter

Männchen und Weibchen von Helicoverpa armigera unterscheiden sich leicht. Beide sind etwa 4 mm breit, doch ihre Flügelfärbung ist verschieden: Beim Weibchen ist sie orangebraun, beim Männchen graugrün. Die Vorderflügel sind außerdem von einer Reihe schwarzer Flecken gesäumt. Das Weibchen ist etwas länger und auch kräftiger als das Männchen. Der Paarungsflug findet in der Dämmerung oder nachts statt, sobald die Bodentemperatur 17 bis 18 °C erreicht – im Süden also im April und Mai, andernorts etwas später. Während ihres kurzen Lebens ernähren sich Männchen und Weibchen vom Nektar der umliegenden Blüten und stillen ihren Durst mit Tautropfen. Danach kann das Weibchen zwischen 500 und 300 Eier ablegen, meist an jungen Trieben, auf der Blattunterseite und an Blütenknospen. Die kugelförmigen, an den Polen abgeflachten Eier verfärben sich von Gelbweiß zu Braun. Die Inkubation dauert nur vier Tage! Dann schlüpfen die Larven.

Weibchen der Tomatenfruchtmotte

Ausgewachsenes Weibchen von Helicoverpa armigera

Der Entwicklungszyklus der Raupen

Die Larven der Tomatenfruchtmotte durchlaufen sechs Entwicklungsstadien, deren Dauer von der Temperatur abhängt. Bei 22 °C dauert die Larvenentwicklung 18 Tage, bei 17 °C kann sie bis zu 50 Tage dauern. Nach dem Schlüpfen ernähren sich die jungen, sich spannerartig fortbewegenden Raupen von jungen Blättern. Sie können sich gegenüber Artgenossen sehr aggressiv und sogar kannibalisch verhalten. Im zweiten Entwicklungsstadium dringen sie durch ein kleines Loch in grüne oder bereits reife Früchte ein, oft nahe am Fruchtstiel. Dort fressen und koten sie. Dadurch werden die Tomaten ungenießbar. Am Ende ihrer Entwicklung sind diese unterschiedlich grün, gelb oder braun gefärbten Raupen 30 bis 40 mm lang.

Nach den sechs Entwicklungsstadien und gut gesättigt, graben sich die Raupen zur Verpuppung in den Boden ein. Dort überwintern sie als Puppe. Im folgenden Frühjahr kehren sie zurück!

Welche Schäden an Tomaten und anderem Gemüse?

Vor allem Tomaten werden von diesen Tomatenfruchtbohrern befallen, doch auch Paprika und Auberginen, Kürbis, Bohnen und Mais können ihnen zum Opfer fallen. In anderen Breitengraden richten sie auch große Schäden in Baumwoll- und Tabakplantagen an. Für Gemüsebauern führen sie zu enormen wirtschaftlichen Verlusten, denn sobald „der Wurm in der Frucht steckt“, ist sie völlig ungenießbar. Die Raupen fressen das Fruchtfleisch der Tomate an und verunreinigen es mit ihren Ausscheidungen. Der Fraß an den Blättern im ersten Larvenstadium ist dagegen deutlich weniger folgenschwer.

Da die Falter während ihres Fluges oder auch die Eier nur schwer zu entdecken sind, wird der Befall meist erst erkannt, wenn der Schaden bereits entstanden ist. Das eindeutige erste Anzeichen ist ein Loch in der Tomate. Meist gibt es nur eines pro Tomate, in der Regel ist es schön rund. Schneidet man die Tomate auf, erkennt man je nach Larvenstadium die angefressene Frucht. Manchmal ist auch die Raupe noch vorhanden.

Schäden durch den Tomatenfruchtbohrer

Ein kleines, rundes Loch in der Tomate weist auf einen Befall durch den Tomatenfruchtbohrer hin

Bei geeigneten klimatischen Bedingungen können sich während einer Anbauperiode mehrere Generationen des Tomatenfruchtbohrers entwickeln.

Tomatenraupen bekämpfen?

Die Bekämpfung des Tomatenfruchtwurms ist relativ schwierig. Denn sobald die ersten Symptome sichtbar werden, sitzen die Raupen bereits ungestört in den Früchten ihrer Wirtspflanze und sind völlig unzugänglich.

Für eine erfolgreiche Bekämpfung muss man daher in anderen Entwicklungsstadien eingreifen. Natürliche Bekämpfungsmöglichkeiten sind jedoch rar. Die einzige wirklich wirksame Behandlung ist Bacillus thuringiensis (Bt), ein mikrobiologisches Insektizid, das gegen erwachsene Falter und vor allem gegen Larven im ersten Entwicklungsstadium wirkt. Man darf den richtigen Zeitpunkt allerdings nicht verpassen, denn die Larven sind nur vier kurze Tage lang verwundbar und verstecken sich oft gut unter den Blättern. Die erwachsenen Falter fliegen in der Dämmerung oder nachts und bleiben daher meist unbemerkt. Deshalb stellen Erwerbsgärtner vor der Bt-Spritzung Pheromonfallen auf, um die Flugzeiten festzustellen. Außerdem wird empfohlen, die Bt-Spritzungen alle 10 Tage an allen Teilen der Tomatenpflanze zu wiederholen – besonders auch auf der Blattunterseite.

Bei genauer Beobachtung der Kulturen (und mit einer guten Brille) lassen sich die Raupen auch im letzten Entwicklungsstadium entdecken, wenn sie sich zur Verpuppung in den Boden zurückziehen. Sie können außerdem versuchen, die Eier zu finden!

Die wichtigste Bekämpfungsmaßnahme besteht schließlich darin, befallene Tomaten konsequent zu vernichten. Lassen Sie sie keinesfalls auf dem Boden liegen und verrotten!

noctuelle de la tomate ressemblance dégâts

Diese Tomate scheint vom Tomatenfruchtwurm befallen zu sein. Tatsächlich handelt es sich jedoch nur um einen Hagelschaden. Keine Spur von einer Raupe!

Außerdem können Sie auf die wertvolle Hilfe einiger Nützlinge zählen, nämlich auf Meisen (die Raupen aller Art geradezu lieben!), Fledermäuse, die in der Dämmerung sehr wirksam sind, und Schwebfliegen. Deshalb ist es wichtig, die Biodiversität zu fördern, um Meisen und andere Fressfeinde in Ihren Garten zu locken.

Weitere Informationen:

Vorbeugung gegen Befall durch die Baumwollkapseleule

Da die biologische Bekämpfung der Tomaten-Kapseleule schwierig ist, sollten Sie ganz auf Vorbeugung setzen! Vorbeugende Maßnahmen gibt es viele. Wenn Sie sie alle anwenden, erhöhen Sie Ihre Chancen, die Tomaten-Kapseleule von einer Ansiedlung in Ihrem Garten abzuhalten:

  • Schutzvliese oder Insektennetze anbringen, sobald Sie Ihre Tomatenpflanzen im April oder Mai – je nach Region – pflanzen. So verhindern Sie die Eiablage direkt auf der Wirtspflanze. Werden Tomaten im Gewächshaus angebaut, genügt es, die Öffnungen abends und nachts zu schließen, um die Falter fernzuhalten.
  • Pheromonfallen für die Tomaten-Kapseleule aufstellen, um den Flug der Falter zu beobachten und entsprechend zu handeln.
  • Unkraut am Fuß der Tomaten sorgfältig entfernen. Die Falter finden dort nämlich eine wertvolle Nahrungsquelle und können Tautropfen trinken.
  • Natürliche Feinde der Tomaten-Kapseleule fördern, indem Sie Futterstellen und Nistkästen aufstellen oder Beerensträucher für Meisen pflanzen. Schwebfliegen lassen sich durch bienenfreundliche Pflanzen anlocken. Auch Fledermausquartiere können Sie bauen.
  • Fruchtfolge konsequent einhalten. Die Raupen überwintern nämlich im Boden am Fuß ihrer Wirtspflanzen.
  • Alle Erntereste sorgfältig beseitigen: Blätter, Stängel und nicht geerntete Tomaten.

    Vorbeugung gegen die Tomaten-Kapseleule

    Hier sitzt die Larve dagegen tatsächlich in der Frucht!

Ich persönlich lasse wie jedes Jahr im Winter meine vier Hühner in den Gemüsegarten, wenn dort nur noch wenige Kulturen stehen. Beim Scharren im Boden und Picken beseitigen sie fast systematisch alle Larven. In dieser Saison sind bisher jedenfalls keine kleinen Löcher in den Tomaten zu sehen …

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Helicoverpa armigera (Baumwollkapselwurm)