Warum und wie Kompost gießen?

Warum und wie Kompost gießen?

Kompostieren: praktische Tipps

Inhaltsverzeichnis

Geändert der 20. Januar 2026  durch Ingrid 5 min.

Kompost gießen: Wann und wie? Erfahren Sie, wie Sie Feuchtigkeit, Belüftung und Mischung richtig steuern und hochwertigen Humus gewinnen.

Schwierigkeit

Warum Kompost befeuchten?

Kompostierung beruht auf Mikroorganismen (Bakterien, Pilzen, Würmern usw.), die organisches Material in einfachere Bestandteile zerlegen. Wie alle Lebewesen brauchen diese Mikroorganismen Wasser, um zu überleben und sich zu vermehren. Zu trockener Kompost verlangsamt den Zersetzungsprozess, da die Mikroorganismen inaktiv werden oder ohne Wasser sogar absterben.

Zu feuchter Kompost wird dagegen kompakt und sauerstoffarm, da überschüssiges Wasser die Luftzirkulation verhindert. Dies begünstigt die Vermehrung anderer kleiner Lebewesen: anaerober Bakterien (also solcher, die ohne Sauerstoff leben), die für unangenehme Gerüche verantwortlich sind.

Feuchtigkeit spielt daher eine wichtige Rolle, um eine optimale biologische Aktivität im Kompost aufrechtzuerhalten. Indem Sie Ihren Komposthaufen ausreichend feucht halten, fördern Sie eine effizientere Zersetzung durch die Mikroorganismen.

Regenwürmer im Kompost

Mikroorganismen und Regenwürmer brauchen Feuchtigkeit, um sich zu vermehren und den Kompost zu zersetzen

Woran erkenne ich zu trockenen Kompost?

Die ideale Feuchtigkeit für Kompost liegt zwischen 50 und 60 %. Doch wie erkennen Sie, ob Ihr Kompost Wasser braucht, ohne die Feuchtigkeit mit einem speziellen Messgerät zu messen? Eine einfache Methode ist die Prüfung mit der Hand. Nehmen Sie dazu eine Handvoll Kompost und drücken Sie sie in der Hand zusammen:

  • Hinterlässt der Kompost keine feuchte Spur: Er ist zu trocken und muss gegossen werden.
  • Fühlt sich der Kompost feucht an, ohne dass Wasser austritt (wie ein feuchter, aber ausgedrückter Schwamm): Dann hat er die richtige Feuchtigkeit.
  • Läuft Wasser zwischen Ihren Fingern heraus oder wirkt die Handvoll Kompost schlammig: Dann ist er zu nass.
Feuchtigkeit des Komposts prüfen

Drücken Sie den Kompost in der Hand zusammen, um seine Feuchtigkeit zu prüfen

Zu trockener oder nasser Kompost: Folgen

Gut gepflegter Kompost wird in wenigen Monaten zu nährstoffreichem, dunklem Humus und verbessert Bodenstruktur und -fruchtbarkeit. Zu trockener oder nasser Kompost verlangsamt jedoch die Zersetzung und verursacht Probleme.

Zu trockener Kompost

Ist der Kompost zu trocken, verlangsamt sich die Zersetzung oder stoppt ganz. Organische Materialien zersetzen sich dann nur sehr langsam. Trockener Kompost ist außerdem für Regenwürmer und andere Zersetzer weniger attraktiv, da sie Feuchtigkeit zum Überleben brauchen.

Zu nasser Kompost

Zu nasser Kompost bringt andere Probleme mit sich. Überschüssiges Wasser verhindert eine ausreichende Luftzirkulation im Komposthaufen und fördert die anaerobe Gärung (ohne Sauerstoff). Dabei entstehen unangenehm riechende Gase wie Methan oder Ammoniak, die das Kompostieren unangenehm und ineffizient machen. Außerdem sackt durchnässter Kompost leicht zusammen, wodurch die für Mikroorganismen nötigen Luftzwischenräume kleiner werden.

Kompost gießen: Wann?

Prüfen Sie den Kompost regelmäßig: Sommer, trockene Materialien und Umsetzen können ihn austrocknen. Bei viel Grünmaterial ist Gießen meist unnötig.

Kompost richtig gießen?

Das Kompostmaterial sollte sparsam gegossen werden. Wie oben erwähnt, kann zu viel Wasser den zersetzenden Mikroorganismen schaden, insbesondere indem schlecht belüftete Bereiche entstehen. Hier einige Tipps, wie Sie Ihren Kompost richtig gießen:

  • Verwenden Sie eine Gießkanne mit feiner Brause oder einen Zerstäuber, um den Kompost sanft und gleichmäßig zu befeuchten, ohne ihn zu durchnässen.
  • Verwenden Sie zum Gießen Ihres Komposts vorzugsweise Regenwasser, da es weich sowie kalk- und chlorfrei ist und sich daher ideal für Mikroorganismen und die Kompostfauna eignet. Wenn kein Regenwasser zur Verfügung steht, können Sie auch Leitungswasser verwenden. Lassen Sie es dafür einige Stunden in der offenen Gießkanne stehen, damit sich das Chlor verflüchtigt.
  • Ist Ihr Kompost sehr trocken, gießen Sie ihn besser mehrmals in kleinen Mengen, statt auf einmal viel Wasser hinzuzugeben. So kann das Wasser besser aufgenommen werden und einzelne Bereiche werden nicht zu nass.
  • Nach dem Gießen empfiehlt es sich, den Kompost zu mischen, damit sich die Feuchtigkeit gleichmäßig verteilt und keine Bereiche zu trocken oder zu nass bleiben.

Kompost gießen

Zu feuchten Kompost vermeiden?

Bei zu nassem Kompost helfen:

  • Braunes Material wie Laub, Karton und Stroh bindet Feuchtigkeit.
  • Kompost wenden: Das lüftet und trocknet nasse Stellen.
  • Kompost abdecken, aber Luftzufuhr sichern.

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Gießkanne Kompost