Welche Abfälle gehören nicht auf den Kompost?
Nicht jeder Bioabfall gehört auf den Kompost
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Seit 2024 ist Kompostieren vielerorts Pflicht. Erfahren Sie, welche Küchen- und Gartenabfälle nicht in den Kompost gehören und die Zersetzung stören.
Kompostieren: Was ist das genau?
Kompostieren ist ein biologischer Prozess, bei dem Mikroorganismen im Boden organisches Material abbauen. Kurz gesagt: Pflanzen- und Küchenabfälle werden durch Mikroorganismen im Boden zersetzt, darunter Bakterien, Pilze und eine Kleinsttierwelt aus Milben, Würmern, Insekten … Sozusagen Kompostarbeiter, die die Abfälle zerkleinern, durchmischen und verdauen. Unter optimalen Bedingungen erzeugt die Aktivität dieser Organismen Temperaturen von etwa 60 °C!
Nach einigen Monaten der Zersetzung werden die organischen Abfälle zu Kompost – einem Material, das hochwertiger Blumenerde ähnelt und mit Erde vermischt werden kann.

Kompost, ein Material ähnlich hochwertiger Blumenerde, das mit Erde vermischt werden kann.
Dennoch fragen sich viele Skeptiker zu Recht, warum sie kompostieren sollten, wenn es doch einfacher scheint, alles in den Müll zu werfen. In diesem Punkt kann man ihnen kaum widersprechen: Kompostieren kostet tatsächlich etwas Zeit, Energie und Aufwand. Doch im Verhältnis zu den Vorteilen für Sie und die Umwelt ist das wenig:
- Sie erzeugen hochwertigen, natürlichen und kostenlosen Kompost, der Blumen im Beet, Zimmerpflanzen, den Gemüsegarten und Heckensträucher versorgt …
- Sie sparen Geld für Dünger, Mulch und Gießwasser – in manchen Gemeinden sogar bei der nach Gewicht berechneten Abfallsammlung.
- Sie sparen Zeit, weil die Gartenpflege abnimmt und Fahrten zum Wertstoffhof entfallen.
- Die Müllbeutel sind deutlich leichter und dadurch einfacher zu transportieren. Außerdem entstehen keine unangenehmen Gerüche.
- Sie geben der Natur zurück, was Sie ihr entnehmen.
- Sie verringern die Menge des deponierten oder verbrannten Hausmülls.
- Sie tragen zum Schutz bestimmter Lebensräume wie Torfmoore bei.
- Sie senken die Treibhausgasemissionen, weil Fahrten zum Wertstoffhof entfallen.
Überzeugt? Dann legen Sie los und kompostieren Sie!
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Unter den Küchen- und Gartenabfällen sind viele kompostierbar. So lohnt es sich, Obst- und Gemüseschalen, welke Blumen, zerdrückte Eierschalen, Kaffeesatz, Heckenschnitt, Falllaub, Rasenschnitt … auf den Kompost zu geben. Weitere Informationen zu allen Materialien, die in den Kompostbehälter dürfen, finden Sie in meinem Artikel Organische Abfälle: Was darf auf den Kompost?
Bestimmte Abfälle gehören dagegen keinesfalls auf den Kompost. Dafür gibt es verschiedene Gründe. Erstens zersetzen sich diese Abfälle trotz ihres pflanzlichen Ursprungs nur sehr schlecht oder sehr langsam. Außerdem können manche Abfälle Pathogene oder Krankheiten übertragen. Schließlich können andere unerwünschte Tiere wie Nagetiere (Ratten, Mäuse …) anlocken oder unangenehme Gerüche verursachen.
Folgende Pflanzenabfälle dürfen daher keinesfalls auf den Kompost:
- Sehr widerstandsfähige Schalen und Pflanzenreste wie Kohlstrünke (außer sie werden in sehr kleine Stücke geschnitten).
- Schnittreste von Pflanzen aus der Familie der Nadelgehölze (Thuja …).
- Blätter von Platane, Blauglockenbaum, allen Lorbeerarten, Efeu, Eiche, Esskastanie, Pappel, Rotbuche usw. dürfen nicht unverarbeitet auf den Kompost. Fein gehäckselt oder mit dem Rasenmäher zerkleinert können sie jedoch kompostiert werden.
- Fleckige Rosenblätter.
- Brombeerranken (außer sie werden fein zerkleinert).
- Sichtbar von einer Krankheit befallene Blätter von Obstbäumen.
- Kerne und Schalen von Früchten wie Nüssen, Mandeln und Haselnüssen (außer sie werden zerkleinert).
- Unkräuter, die bereits Samen gebildet haben.
- Blätter und Stängel von Silbrigem Beifuß und Balsamkraut, die insektizide, wurmabtötende oder allelopathische Wirkstoffe enthalten.
Selbstverständlich gehören auch chemisch mit Pestiziden behandelte Gartenabfälle nicht auf den Kompost.

Bestimmte Abfälle dürfen nicht auf den Kompost
Zu diesen Pflanzenabfällen kommen weitere Abfälle hinzu:
- Streu und Ausscheidungen von Haustieren wie Katzen oder Hunden, da sie möglicherweise mit Parasiten befallen sein oder Pathogene enthalten können.
- Frischer Hühnerkot. Wie Sie ihn sinnvoll nutzen können, erkläre ich Ihnen hier: Hühnerkot als Dünger im Garten verwenden?
- Fleisch- und Fischreste, Knochen und Gräten, da sie Schädlinge anlocken und bei der Zersetzung unangenehme Gerüche freisetzen.
- Milchprodukte.
- Reste gekochter Speisen.
- Brot.
- Muschelschalen und Meeresfrüchte.
- Saucen, Fette und Öle.
- Asche aus Grill, Kamin oder Holzofen, die besser im Garten oder Gemüsebeet ausgebracht wird. Virginie D. erklärt Ihnen alles: Holzasche: Wie im Garten verwenden?
- Zigarettenstummel, deren Zersetzung mindestens 12 Jahre dauert.
- Windeln, Einwegwindeln, Papiertaschentücher und medizinische Abfälle.
- Plastiktüten (auch wenn sie als biologisch abbaubar gelten).
- Stoff.
- Staubsaugerbeutel und Staubsaugerinhalt.
- Beschichtete oder bedruckte Kartons und Papiere.
- Nicht biologisch abbaubare Materialien (Kunststoff, Glas, Metall …).
- Sand und Bauschutt.
Irrtümer beim Kompostieren
Einige Mythen rund ums Kompostieren halten sich hartnäckig! Dabei handelt es sich oft um Vorurteile, die von Kritikern verbreitet werden. Hier räume ich mit diesen Irrtümern auf:
- Zitrusfrüchte gehören nicht auf den Kompost: Falsch! Obwohl Orangen- und Zitronenschalen sauer sind, verrotten sie gut, wenn sie zerkleinert und nur in kleinen Mengen beigemischt werden. Dasselbe gilt für Bananenschalen und Avocadoschalen.
- Kompost lockt Ratten und andere Nagetiere an: Sind Nagetiere bereits da, nutzen sie dieses kostenlose Festmahl. Ein Komposter lockt sie jedoch nicht an. Ratten interessieren sich vor allem für Fleisch- und Fischreste sowie Küchenabfälle. Wenn Sie darauf verzichten, besteht kein Grund zur Sorge!

Guter Kompost lockt weder Ratten noch Fliegen an und riecht nicht unangenehm
- Biologisch abbaubare Beutel gehören auf den Kompost: Obwohl diese Beutel aus biobasiertem Material bestehen, sind die sogenannten kompostierbaren Beutel nicht vollständig kompostierbar und sollten daher vermieden werden.
- Kompost lockt Fliegen an: Auch das stimmt nicht. Kleine Fliegen oder Schmeißfliegen treten vor allem auf, wenn Fleisch-, Speise- oder Fischreste oder Tierkot in den Kompost gelangt sind.
- Kompost riecht schlecht: Das ist der häufigste Vorwurf gegen Kompost. Tatsächlich entwickelt ausgewogener Kompost aus trockenen und feuchten Materialien, der regelmäßig belüftet wird, keinerlei Geruch. Jeder unangenehme Geruch hat eine Ursache. Ammoniakgeruch deutet auf einen Überschuss an stickstoffreichem Material hin, der Geruch fauler Eier auf zu viel Grünmaterial, insbesondere Rasenschnitt.
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