Welches Mulchmaterial fürs Gemüsebeet?
Mulch fürs Gemüsebeet: die besten Tipps
Inhaltsverzeichnis
Mulchen schützt Boden und Pflanzen, spart Wasser und schont den Rücken. Erfahren Sie, wann und wie Sie im Gemüsegarten mulchen und welche Materialien sich eignen.
Warum den Gemüsegarten mulchen?
Wieder einmal haben Sie Ihre Gemüsebeete regelmäßig gehackt, und schon wenige Tage später zeigen sich die ersten Unkräuter. Kein Wunder, denn die Natur mag kahle Flächen nicht besonders – auch nicht zwischen Ihren schönen Gemüsepflanzen! Wäre es also nicht an der Zeit, im Gemüsegarten zu mulchen? Das hat zahlreiche Vorteile für Ihren Boden, Ihre Gemüsepflanzen und Ihren Rücken.
- Mulch erspart Ihnen das Unkrautjäten, da er das Aufkommen einjähriger Unkräuter begrenzt, sobald der kleinste Sonnenstrahl die Luft erwärmt.
- Mulchen verlängert die Abstände zwischen den Wassergaben, da weniger Wasser verdunstet. So hält der Mulch eine gewisse Feuchtigkeit
- Mulchen begrenzt Temperaturschwankungen: Er hält die Wärme und schützt vor Kälte, während er im Sommer ein Austrocknen verhindert
- Das Ausbringen von Mulch mindert die Bodenerosion durch Verschlämmung und Auswaschung
- Bestimmte Mulchmaterialien tragen zur Düngung des Bodens bei

Mulchen bietet zahlreiche Vorteile für den Boden, die Entwicklung der Pflanzen und Ihren Rücken!
Nicht zu vergessen der ästhetische Aspekt. Stellen Sie sich schöne, gut gereifte Tomaten oder prächtige Kopfsalate vor, die durch einen hübschen Mulch zur Geltung kommen …
Sie möchten mehr über die Vorteile des Mulchens im Gemüsegarten, aber auch im Ziergarten erfahren? Entdecken Sie Mickaëls ausführlichen Artikel Mulchen: Warum? Wie?
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Schließen wir zunächst die herkömmlichen synthetischen Mulchfolien sowie die biologisch abbaubaren Varianten aus. Sie eignen sich überhaupt nicht für den Hausgarten, sind im Erwerbsgartenbau jedoch sehr nützlich. Übrig bleiben organische und mineralische Mulchmaterialien. Nicht alle sind für den Gemüsegarten vorteilhaft. Zunächst gilt: Mineralischer Mulch aus Kies, Schiefer oder Lavagranulat gehört nicht in den Gemüsegarten, da er völlig inert ist. Verwenden Sie ihn lieber für Beete, Rabatten und Steingärten, wo er besonders dekorativ wirkt.

Synthetischer und mineralischer Mulch ist im Gemüsegarten nicht empfehlenswert, Pinienrinde zu inert. Stroh sollte dagegen idealerweise mit Rasenschnitt gemischt werden
Im Gemüsegarten konzentrieren wir uns daher auf organische Mulchmaterialien, die biologisch abbaubar sind und sich in Humus umwandeln, der den Boden düngt. Ein Plus für den Gemüsegarten! Dennoch vertragen sich einige nicht besonders gut mit Gemüsepflanzen:
- Mulch aus Pinienrinde zersetzt sich sehr langsam und verbessert die Bodenqualität nicht. Oft heißt es, Pinienrinde sei sauer. Tatsächlich säuert sie den Boden nicht wirklich an, außer dieser ist bereits sauer. Rindenmulch aus Pinienrinde sollte daher nicht im Gemüsegarten verwendet, sondern für Beete mit Moorbeetpflanzen reserviert werden.
- Stroh ist besonders wirksam, wenn es dick ausgebracht wird. Im Gemüsegarten hat es jedoch einen Nachteil: Es kann vorübergehend eine Stickstoffsperre verursachen. Warum? Die Mikroorganismen, die das Stroh zersetzen, benötigen viel Stickstoff und entziehen ihn dem Boden – zum Nachteil der Pflanzen. Um dies zu vermeiden, mischen Sie das Stroh einfach mit besonders stickstoffreichem Rasenschnitt.
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Pflanzliche Mulchmaterialien sind im Gemüsegarten besonders empfehlenswert, da sie bei der Zersetzung organische Substanz liefern. Die meisten sind im Handel erhältlich, andere lassen sich selbst herstellen.
Mulchmaterial aus dem Handel
- BRF (zerkleinertes Astholz) sowie alle Mulchmaterialien aus Holz, Rinde, Zweigen, Holzspänen oder Hackschnitzeln unterscheiden sich durch ihre Körnung. Manche werden mit wasserlöslichen Farben eingefärbt und eignen sich eher für Beete und Rabatten. BRF kann dank seines geringen Gewichts und seiner langsamen Zersetzung auch im Gemüsegarten verwendet werden. Er eignet sich daher besonders für Kulturen, die lange am selben Standort bleiben. Bei der Zersetzung entsteht hochwertiger Humus, zumal das Material zahlreiche Bodenorganismen anzieht, kann jedoch viel Stickstoff binden. Deshalb empfiehlt es sich, den Boden vor dem Mulchen mit Kompost zu versorgen.
- Rinde und Kakaoschalen eignen sich für nährstoffarme Böden, denn dieses angenehm duftende Mulchmaterial ist sehr reich an Stickstoff und Kalium. Sie zersetzen sich nur sehr langsam.

BRF, Kakaoschalen und Leinschäben
- Leinschäben, Chinaschilf und Hanf bilden sehr feine Mulchmaterialien, die für schwere Böden besonders wirksam sind, da sie diese auflockern. Sie zersetzen sich innerhalb von ein bis zwei Jahren recht schnell, haben jedoch den Vorteil, den Boden zu erwärmen. Deshalb können sie am Saisonende für Wurzelgemüse nützlich sein. Mit einer einfachen Hacke lassen sie sich leicht in den Boden einarbeiten.
- Buchweizenschalen sind ebenfalls sehr fein und lassen sich daher leicht in den Boden einarbeiten. Sie speichern besonders viel Wasser. Außerdem scheinen Schnecken sie zu meiden.
Selbst hergestelltes Mulchmaterial
Selbst hergestelltes Mulchmaterial ist ebenso wirksam wie gekauftes und zudem kostenlos, da es aus Garten- oder Haushaltsabfällen entsteht. Es erfordert allerdings etwas Geduld oder Arbeit. Besonders bei einem großen Garten ist es deutlich günstiger.
- Rasenschnitt fällt während der Hauptsaison reichlich an. Er ist außerdem besonders reich an Stickstoff und Nährstoffen. Sein großer Nachteil ist jedoch, dass er kompakte, manchmal übel riechende und wasserundurchlässige Schichten bildet. Das kann sich nachteilig auswirken, da der Hals von Gemüsepflanzen faulen kann. Um dies zu verhindern, genügt es, den Rasenschnitt vor der Verwendung im Gemüsegarten zu trocknen. Diese natürliche Mulchschicht muss regelmäßig erneuert werden – nach jedem Rasenschnitt! Idealerweise mischen Sie den Rasenschnitt mit Stroh, um den Stickstoffgehalt auszugleichen.
- Gehäckselter Rückschnitt von Sträuchern und Stauden. Jedes Jahr schneiden Sie Bäume, Sträucher und Stauden sorgfältig zurück und müssen die Gartenabfälle zur Entsorgungsstelle bringen. Mit einem Häcksler könnten Sie Zeit sparen und Ihren eigenen BRF herstellen, dessen Körnung je nach geschnittenen Pflanzen variieren kann.
- Im Herbst fallen große Mengen Laub an. Sie können es sammeln und im Winter als hervorragendes Mulchmaterial auf dem unbedeckten Boden des Gemüsegartens ausbringen. Das dick aufgeschichtete Laub zersetzt sich, bildet hochwertigen Humus und ernährt die Bodenorganismen. Außerdem schützt es den Boden vor Verschlämmung durch winterliche Niederschläge.
- Mehr oder weniger reifer Kompost kann direkt auf dem Boden des Gemüsegartens ausgebracht werden. Er zersetzt sich im Freien weiter und versorgt den Boden mit allen benötigten Nährstoffen.
- Gründüngung kann im Winter ebenfalls als interessantes Mulchmaterial dienen. In dieser Zeit liegt der Boden im Gemüsegarten oft unbedeckt, wodurch Unkraut, Erosion und Verschlämmung begünstigt werden. Um den Arbeitsaufwand zu begrenzen, wählen Sie frostempfindliche Gründüngung wie Braunen Senf und Rainfarn-Büschelschön, die eine fruchtbare Schicht bilden. Diese wird am Ende des Winters untergegraben.
- Die Blätter von Brennnesseln und Beinwell sind reich an Nährstoffen wie Stickstoff. Daher lohnt es sich, den Boden im Gemüsegarten damit zu bedecken, insbesondere am Fuß stark zehrender Gemüse. Verwenden Sie bevorzugt junge Blätter.

Rasenschnitt, gehäckselte Zweige, Laub und Kompost eignen sich als Mulchmaterial im Gemüsegarten
Dennoch einige Nachteile...
Auch wenn Mulch im Gemüsegarten den Boden schützt, gibt es Nachteile. Direktsaat ist kaum möglich: Samen keimen meist nur in feiner, gut gelockerter Erde. Legen Sie vor dem Mulchen Bretter auf einige Saatreihen. Zur Aussaat nehmen Sie sie einfach weg.
Mulch hält im Sommer die Feuchtigkeit und verringert den Gießaufwand. Bringen Sie ihn daher erst im späten Frühjahr aus. Zu frühes Mulchen nach dem Winter verhindert, dass sich der Boden erwärmt – wichtig für die Keimung von Gemüsesamen!

Mulchen Sie nicht direkt nach dem Winter, damit sich der Boden erwärmen kann
In feuchten Jahren sollten Sie sparsam mulchen, da die zusätzliche Feuchtigkeit Pilzkrankheiten fördern kann.
Und gängige Irrtümer!
- Mulch zieht Schnecken an: falsch. Zwar finden Schnecken im Mulch des Gemüsegartens Nahrung und Unterschlupf. Letztlich aber nicht mehr als unter einem Haufen Zweige, einem Stein oder sogar im Boden, in den sie sich eingraben, wenn sie keinen anderen feuchten Unterschlupf für die Nacht finden. Außerdem zieht derselbe Mulch auch Schneckenfeinde an: Laufkäfer sowie Vögel, die den Mulch gern nach Insekten durchscharren.
- Mulch zieht Nagetiere an: falsch. Auch eine dicke Mulchschicht, besonders aus Stroh, kann Nagetieren Unterschlupf bieten, wenn sie bereits in der Nähe sind. Keinesfalls lockt Mulch sie aus weiter Entfernung an. Oft genügt es, die Schicht dünner zu halten.
- Mulch fördert Krankheiten: falsch. Liegt er dick auf, obwohl bereits viel Feuchtigkeit vorhanden ist, kann er das Auftreten von Pilzkrankheiten begünstigen. Auch Mulch aus dem Häckselgut kranker Sträucher oder Pflanzen kann eine Infektionsquelle sein. Dieser Fall ist jedoch selten. Generell ist Mulch daher keine Infektionsquelle.
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