Erdbeermarmelade ist die Lieblingsmarmelade der Franzosen und steht seit Jahren unangefochten auf den Frühstückstischen von Millionen Haushalten. Da Marmelade aus dem Handel nicht immer die beste Qualität hat und in manchen Fällen sogar mit Pestiziden belastet ist, wie wäre es, wenn Sie sie zu Hause selbst zubereiten? Das Ergebnis überzeugt vielleicht auch diejenigen, die diese Marmelade bisher für zu gewöhnlich hielten.
Hier kommt unser fruchtreiches Großmutterrezept, bei dem Sie ohne schlechtes Gewissen großzügig Ihre Brote bestreichen können!
Welche Erdbeeren eignen sich für Marmelade?
Alle Erdbeeren eignen sich für eine wirklich gute Marmelade. Idealerweise mischen Sie Erdbeeren verschiedener Sorten, sofern sie frei von Pestiziden sind. Verwenden Sie für die Marmelade auch Früchte, die nicht mehr größer werden, oder missgebildete Früchte, aber niemals beschädigte.
Für Marmelade bevorzugt man häufig großfrüchtige Erdbeeren wie Bogota, Belrubi, Elsanta oder Mamie (einmal tragend) sowie remontierende Sorten wie Ostara und Rabunda, die zudem besonders ertragreich sind.

Wann und wie ernten Sie Ihre Erdbeeren?
Remontierende Erdbeeren ermöglichen eine Ernte zwischen Mai und Oktober. Einmal tragende Erdbeeren fruchten dagegen etwa einen Monat lang zwischen Mai und Juni.
Wählen Sie vollreife Früchte. Sie sorgen für eine Marmelade mit schöner Konsistenz. Rote, noch etwas feste Früchte reservieren Sie beispielsweise für einen schönen Erdbeersalat oder zum Verzieren eines Kuchens. Ernten Sie die Erdbeeren möglichst morgens, bevor die große Sommerhitze einsetzt, und niemals nach einem Regenguss.
Da Erdbeeren besonders empfindlich sind, ernten Sie nur kleine Mengen: Erdbeeren vertragen langes Kochen schlecht. Bereiten Sie deshalb lieber mehrere kleine Portionen Marmelade zu, statt eine große Menge auf einmal zu kochen. Aus 1 kg Erdbeeren erhalten Sie etwa 4 Gläser mit jeweils 350 Gramm.
Das gelingsichere Rezept für Erdbeermarmelade
Es gibt unzählige Rezepte für Erdbeermarmelade, beinahe eines für jede Familie, könnte man sagen! Dieses Rezept bringt das volle Aroma der Früchte zur Geltung und enthält genau die richtige Zuckermenge für eine optimale Haltbarkeit.
Zutaten
1,050 kg Erdbeeren
700 g Kristallzucker
1 Zitrone (Saft und Kerne)
- Spülen Sie die frisch gepflückten Erdbeeren kurz unter Wasser ab, entfernen Sie die Kelchblätter und trocknen Sie die Früchte auf Küchenpapier. Sie erhalten 1 kg Erdbeeren. Halbieren Sie die größten Früchte.
- Überbrühen Sie die Marmeladengläser und ihre Deckel mit kochendem Wasser. Lassen Sie sie anschließend auf einem sauberen Geschirrtuch trocknen.
- Geben Sie die Erdbeeren in einen großen Topf mit schwerem Boden. Dieses Detail ist bei den koch empfindlichen Früchten wichtig.
- Geben Sie den Zucker und den Zitronensaft hinzu.
- Kochen Sie die Erdbeeren bei niedriger Hitze, bis der Zucker vollständig geschmolzen ist.
- Zerdrücken Sie die Früchte mit der Rückseite eines Schaumlöffels.
- Kochen Sie die Früchte auf, bis sie erstmals sprudelnd kochen. Nehmen Sie den Topf vom Herd und lassen Sie die Mischung eine ganze Nacht mit Frischhaltefolie oder einem Deckel ruhen.
- Geben Sie am nächsten Tag die in ein Mulltuch eingeschlossenen Zitronenkerne hinzu. Lassen Sie die Marmelade bei niedriger Hitze erneut aufkochen und höchstens eine Viertelstunde kochen. Rühren Sie dabei ständig um und schöpfen Sie bei Bedarf den Schaum ab.
- Prüfen Sie die Kochzeit: Die Marmelade soll den Löffel überziehen und auf einem kalten Teller gelieren.
- Wenn Sie eine feinere Konsistenz bevorzugen, pürieren Sie die Marmelade kurz mit dem Stabmixer.
- Füllen Sie die Gläser sofort mit einer kleinen Schöpfkelle oder einem Marmeladentrichter. Verschließen Sie sie umgehend und stellen Sie sie auf den Kopf, damit ein Vakuum entsteht und eine vollständige Sterilisierung gewährleistet ist.
- Lassen Sie die Gläser vollständig abkühlen und beschriften Sie sie mit schönen Etiketten, auf denen Sie das Herstellungsdatum vermerken.
- Bewahren Sie die Marmelade an einem dunklen Ort auf, zum Beispiel in einem Schrank oder Vorratsraum. Diese Marmelade hält sich aufgrund ihres Zuckergehalts ungeöffnet zwei Jahre. Nach dem Öffnen bewahren Sie sie im Kühlschrank auf.
Gwenaëlles Tipps: Durch das Kochen in zwei Schritten erhalten Sie trotz der kurzen Kochzeit eine gute Konsistenz. Bewahren Sie die Zitronenkerne unbedingt auf. Sie helfen ebenfalls dabei, die Marmelade zu gelieren, da Erdbeeren nur sehr wenig Pektin enthalten. Sie können die Früchte am Vortag auch mit der Zitrone marinieren und statt weißem raffiniertem Zucker braunen Zucker verwenden. Die typische kräftig rote Farbe der Marmelade bleibt dann allerdings aus. Da Erdbeermarmelade nicht zu lange kochen darf, sollten Sie diese Zuckermenge unbedingt einhalten. Andernfalls ist die Marmelade weniger lange haltbar.

Varianten
Abgesehen von der klassischen Erdbeermarmelade können Sie auch gewagtere, ebenso köstliche Rezepte ausprobieren!
Die Kombination aus Erdbeere und Rhabarber ist in der Konditorei, aber auch bei Marmeladen ein Klassiker.
Wenn Sie Walderdbeeren ernten können, die vielleicht an einer schattigen Stelle in Ihrem Garten wachsen, erhalten Sie zusammen mit Erdbeeren eine besonders feine Geschmackskombination.
Sie können Erdbeermarmelade auch mit Kräutern, roten Früchten, Zitrusfrüchten und sogar Gewürzen verfeinern: Erdbeer-Basilikum-Marmelade, Erdbeer-Pfefferminz-Marmelade, Erdbeer-Himbeer-Marmelade, Erdbeer-Vanille-Marmelade, Erdbeer-Szechuanpfeffer-Marmelade, Erdbeermarmelade mit Orangensaft oder mit Zitrone und vieles mehr.
Wie lässt sich Erdbeermarmelade verwenden?
Erdbeermarmelade wird traditionell zwischen zwei Mürbeteigplätzchen der Lunettes de Romans gestrichen. Diese kleinen Plätzchen gehören zu meinen Kindheitserinnerungen und sind noch heute in manchen Bäckereien erhältlich, vor allem südlich der Loire.
Sie ist DIE Marmelade zu Scones beim englischen Cream Tea, jener süßen Auszeit, die unsere britischen Nachbarn zu einem nationalen Kulturgut erhoben haben. Auch der Victoria Sponge Cake gehört zu den großen Klassikern der englischen Desserts. Dabei wechseln sich Schichten aus Biskuit, Erdbeermarmelade und Schlagsahne ab.
Bei uns wird Erdbeermarmelade gerne als Füllung für winterliche Berliner verwendet, für Erdbeermarmeladen-Biskuitrollen und Marmeladentörtchen. Sie schmeckt aber auch ganz einfach in Crêpes, auf Waffeln oder zum Aromatisieren eines Naturjoghurts – und natürlich auf dem Brot.

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