Araukarie – Chilenische Araukarie: Pflanzen & Pflege
Inhaltsverzeichnis
Araukarie kurz erklärt
- Die Araukarie zeichnet sich durch nadel- oder schuppenförmiges Laub aus, das ihr ein exotisches Aussehen verleiht und in jedem Garten oder öffentlichen Grünbereich auffällt.
- Diese auch Chilenische Araukarie genannte Konifere stammt aus Chile und ist daher besser für gemäßigte bis subtropische Klimate geeignet.
- Planen Sie ausreichend Platz ein, denn die Araukarie kann bis zu 20 m hoch und 8 m breit werden.
- Diese Großbäume benötigen einen sonnigen bis halbschattigen Standort sowie gut durchlässigen Boden für optimales Wachstum.

Araucaria araucana
Das Wort unseres Experten
Araukarie, auch Chilenische Araukarie genannt: Wissenswertes zu Arten, Standort, Pflege und dem faszinierenden Nadelkleid.
Botanik und Beschreibung
Steckbrief
- Gebräuchlicher Name Chilenische Araukarie – Chilenische Araukarie
- Blüte April–Mai
- Höhe bis 20 m
- Exposition Sonne
- Art des Bodens nährstoffreich und leicht, frisch, aber gut durchlässig
- Winterhärte –12 °C
Die botanische Gattung Araucaria gehört zur Familie der Araukariengewächse und ist nach der Region Araukanien in Chile benannt, aus der zwei Arten der Gattung stammen: die Chilenische Araukarie und Araucaria angustifolia. Araukarien gab es bereits im Mesozoikum, wie Fossilienfunde in verschiedenen Regionen der Welt, darunter Indien, Afrika, Amerika und Australien, belegen.
Ihr heutiges geografisches Verbreitungsgebiet ist dagegen deutlich kleiner und beschränkt sich hauptsächlich auf bestimmte Regionen. So sind große Teile der Gattung auf Neukaledonien endemisch: 16 der weltweit 20 bekannten Arten kommen dort vor und haben sich an verschiedene Höhenlagen und Bodentypen angepasst. Ihr Verbreitungsgebiet umfasst Küstenregionen, Gebiete in niedrigen und mittleren Höhenlagen sowie einzelne Gipfel über 1.000 Metern.

Araucaria rulei, botanische Tafel, um 1870
Unter den verschiedenen Arten wird die Chilenische Araukarie oder „Chilenische Araukarie“ (Araucaria araucana) in Europa am häufigsten kultiviert und ist in gemäßigtem Klima am winterhärtesten. Auch die Zimmertanne oder Norfolk-Tanne (Araucaria heterophylla) und die Kandelaber-Araukarie (Araucaria columnaris) werden häufig in warmen Küstenregionen der Welt sowie in gemäßigten Regionen mit sehr milden Wintern gepflanzt.
Araukarien sind gesellig wachsende Arten, die niemals dichte Waldgesellschaften bilden. Sie bevorzugen steile, sonnige Hänge und werden in großen Gärten oder Parks häufig als Zierbäume gepflanzt. Mehrere Arten werden außerdem wegen ihres Holzes oder aus ästhetischen Gründen kultiviert.
Der Stamm dieser Nadelbäume ist meist sehr gerade und kann von einer harzhaltigen Rinde bedeckt sein, die rau und dick ist. Ihre Farbe kann von Grau bis Rotbraun reichen, und sie kann bis zu 25 % des Stammvolumens ausmachen. Oft weist sie ein Muster aus polygonalen Feldern auf, die den Ansatznarben früherer Zweige entsprechen.
Die Triebe oder Zweige sind schraubenförmig angeordnet und können waagerecht oder leicht konkav sein. Bei jungen Bäumen berühren die unteren Zweige oft den Boden und verleihen dem Baum eine pyramidenförmige Wuchsform. Mit zunehmendem Alter fallen die unteren Zweige ab und der Stamm wird frei; die Krone wird meist offener und nimmt eine schirmartige Form an.
Die „Blätter“ der Araukarien sind sehr charakteristisch. Sie sind entweder nadelförmig oder dreieckige, dichte und dachziegelartig überlappende Schuppen, die eine zylindrische Hülle um die Zweige bilden. Diese Blätter sind lederig und immergrün und haben eine lange Lebensdauer von 10 bis 15 Jahren.

Die verschiedenen Arten von „Blättern“: links die von Araucaria auracana, oben rechts die von A. excelsa und unten rechts die von A. heterophylla.
Was Blüten und Zapfen betrifft, sind Araukarien meist diözisch; männliche und weibliche Zapfen befinden sich also gewöhnlich auf verschiedenen Bäumen. Allerdings können Araukarien auch einhäusig sein und männliche sowie weibliche Zapfen am selben Individuum bilden. Die männlichen Zapfen sind länglich und sitzen an den Zweigenden. Bei Reife sind sie gelblich-braun und tragen mehrere Pollensäcke. Die weiblichen Zapfen sind eher kugelig und können die Größe einer Melone erreichen. Sie bestehen aus etwa 700 Schuppen und benötigen etwa 18 Monate bis 3 Jahre zur Reife. Sobald sie reif sind, zerfallen sie und geben geflügelte Samen frei, die oft essbar sind.

Weiblicher Zapfen von Araucaria columnaris
Die Araukarie ist außerdem an Feuer angepasst, dank ihrer dicken Rinde, dem Schutz ihrer Knospen und ihrer Fähigkeit, direkt am Stamm Knospen zu bilden (epikormische Knospen). Daher kommt sie auch in Gebieten vor, in denen durch menschliche Aktivitäten regelmäßig Brände entstehen, oder in der Nähe aktiver Vulkane.
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Araucaria araucana - Chilenische Araukarie
- Höhe bei Reife 15 m
Araukarien pflanzen
Wo pflanzen?
Diese Bäume bevorzugen einen sonnigen Standort, vertragen aber auch Halbschatten. Achten Sie darauf, dass der Baum täglich mindestens einige Stunden direkte Sonne erhält, um ein kräftiges Wachstum zu fördern.
Auch die Bodenart ist für die Gesundheit der Araukarie entscheidend, denn sie bevorzugt einen gut durchlässigen, humusreichen Boden. Vermeiden Sie lehmige oder zu feuchte Böden, da sie zu Staunässe führen und das Wachstum des Baumes beeinträchtigen können.
Außerdem sind diese Bäume am besten an gemäßigte bis subtropische Klimate angepasst und vertragen extrem niedrige Temperaturen möglicherweise nicht gut. Die Araukarie ist nur bis -12 °C winterhart.
Hinweis: Die Araukarie kann eine beträchtliche Größe erreichen. Berücksichtigen Sie daher beim Pflanzen den nötigen Abstand. Lassen Sie zwischen der Araukarie und anderen Pflanzen, vor allem großen Bäumen, sowie umliegenden Bauwerken ausreichend Platz: Rechnen Sie mit etwa 15 Metern.

Araucaria araucana: ein Baum für große Gärten oder Parks.
Wann pflanzen?
Der Frühling gilt oft als idealer Zeitpunkt, um eine Araukarie zu pflanzen. Die milderen Temperaturen und längeren Tage bieten optimale Bedingungen für das Anwachsen des Baumes. So hat die Araukarie außerdem genügend Zeit, sich vor dem Winter zu akklimatisieren.
Auch der Herbst ist ein günstiger Zeitpunkt zum Pflanzen der Araukarie. Die kühleren Temperaturen und regelmäßigeren Niederschläge helfen, den Wasserstress zu verringern, sodass der Baum leichter anwachsen kann.
Wie pflanzen?
Zunächst wird der Boden vorbereitet. Die Araukarie bevorzugt einen gut durchlässigen, humusreichen Boden. Vor dem Pflanzen empfiehlt es sich, den Boden zu lockern und Kompost und/oder organisches Material einzuarbeiten.
- Stellen Sie den Topf Ihrer Araukarie einige Minuten in einen Eimer Wasser, damit der Wurzelballen sich gut vollsaugt
- Heben Sie ein Loch aus, das doppelt so tief und breit wie das Volumen des Wurzelballens ist, und lockern Sie die Erde am Boden des Pflanzlochs gründlich
- Geben Sie einige Handvoll gut verrotteten Kompost auf den Boden des Pflanzlochs
- Bei schwerem Boden können Sie etwas Sand oder sogar etwas Kies einarbeiten, um die Drainage zu verbessern
- Setzen Sie den Wurzelballen in das Pflanzloch und breiten Sie die Wurzeln, wenn möglich, vorsichtig aus
- Füllen Sie das Loch mit der zuvor gelockerten Aushuberde
- Drücken Sie die Erde mit den Händen vorsichtig um den Baum an, nicht mit den Füßen!
- Gießen Sie am Fuß des Baumes 10 Liter Wasser an, um das Risiko von „Lufttaschen“ zwischen Wurzeln und Erde zu verringern
- Bringen Sie eine Mulchschicht auf, um den jungen Baum vor Trockenheit zu schützen, oder pflanzen Sie direkt am Fuß einige kleine Bodendecker (Kriechender Günsel, Türkischer Fels-Meier, Glechoma, Geranium macrorrhizum …).
Hinweis: Das Anbinden einer Araukarie kann beim Pflanzen unter bestimmten Umständen sinnvoll sein, insbesondere wenn der Baum an einem Standort mit starkem Wind gepflanzt wird. Eine Stütze stabilisiert den Baum, während er sein Wurzelsystem entwickelt, was in den ersten Monaten nach dem Pflanzen besonders wichtig ist. Wenn Sie mehr erfahren möchten, lesen Sie Müssen Bäume grundsätzlich angebunden werden?
Lesen Sie auch
5 große Nadelgehölze für einen charaktervollen GartenRückschnitt und Pflege
Rückschnitt
Die Araukarie benötigt nur wenig Rückschnitt. Ein zu starker Rückschnitt kann ihr sogar schaden. Falls Sie Ihre Araukarie schneiden müssen, gehen Sie vorsichtig vor. Entfernen Sie nur abgestorbene oder beschädigte Zweige und schneiden Sie keine Hauptzweige zurück, da dies den Baum aus dem Gleichgewicht bringen und sein weiteres Wachstum beeinträchtigen kann.
Pflege
Die Pflege der Araukarie ist recht unkompliziert. Diese Bäume bevorzugen einen gut drainierten Boden und schätzen regelmäßiges Gießen, besonders in Trockenperioden. Eine organische Mulchschicht rund um den Stamm kann helfen, die Feuchtigkeit zu halten und wichtige Nährstoffe zu liefern.
Düngung
Eine Düngung ist für die Araukarie meist nicht erforderlich, insbesondere wenn der Baum in einen humusreichen Boden gepflanzt wurde. Im Frühjahr kann jedoch ein ausgewogener Dünger ausgebracht werden, um ein kräftiges Wachstum zu fördern.
Mögliche Krankheiten und Parasiten
Araukarien können für bestimmte Pilzkrankheiten und Parasiten anfällig sein, doch das kommt relativ selten vor.
Symptome wie das Vergilben der Nadeln oder Flecken auf den Blättern können auf eine Pilzinfektion hinweisen, etwa Rost durch den Pilz Mikronegeria fagi. In solchen Fällen kann ein natürliches Fungizid erforderlich sein, um die Krankheit einzudämmen.
Auch Parasiten wie Blattläuse und Schildläuse können Probleme verursachen. Diese kleinen Insekten ernähren sich vom Pflanzensaft des Baumes, schwächen die Araukarie und machen sie anfälliger für Krankheiten.
Auch lesen: Braune Nadeln bei Koniferen: Ursachen und Lösungen.
Vermehrung
- Vermehrung der Araukarie durch Samen
Die häufigste Methode zur Vermehrung der Araukarie erfolgt durch Samen. Die Samen werden aus den weiblichen Zapfen gewonnen, die sich auf natürliche Weise zersetzen und die geflügelten Samen freigeben. Nach der Ernte werden sie in ein gut drainierendes Substrat gesät (feuchter Sand oder sehr lockere Blumenerde) und bei einer konstanten Temperatur von etwa 20 bis 25 °C gehalten. Die Keimung kann mehrere Wochen oder sogar Monate dauern. Für eine erfolgreiche Keimung ist es entscheidend, das Substrat feucht, aber nicht nass zu halten.

Araukarien-Samen an weiblichen Zapfen
- Vermehrung der Araukarie durch Stecklinge
Die Vermehrung durch Stecklinge ist weniger verbreitet, aber dennoch möglich. Dazu wird einem gesunden Baum ein etwa 15 bis 20 cm langer Steckling entnommen. Anschließend wird der Steckling in eine Mischung aus Blumenerde und Sand gepflanzt und bei einer konstanten Temperatur gehalten. Die Wurzelbildung kann mehrere Monate dauern, und die Ergebnisse sind uneinheitlich.
Chilenische Araukarie kombinieren
Eine harmonische, schöne Gestaltung rund um eine Araukarie erfordert eine sorgfältige Auswahl der Farben, Strukturen und Wuchshöhen der umliegenden Pflanzen. Die Araukarie mit ihren nadel- oder schuppenförmigen Blättern und ihrer majestätischen Wuchsform ist bereits ein Blickfang in jedem Garten. Daher empfiehlt es sich, sie mit Pflanzen zu kombinieren, die ihr Erscheinungsbild ergänzen, statt mit ihm zu konkurrieren.
Am Fuß und rund um die Araukarie eignen sich immergrüne Stauden wie bestimmte Farne (zum Beispiel Polystichum neolobatum), die mit ihrer weichen Struktur und ihrem tiefen Grün einen schönen Kontrast zum härteren Laub der Araukarie bilden. Auch Funkien sind eine gute Wahl, da sie eine große Vielfalt an Blattfarben und -strukturen bieten.

Araucaria araucana und Polystichum neolobatum (© Wendy Cutler)
Für zusätzliche Farbe empfehlen sich Pflanzen mit Blüten, die zu verschiedenen Jahreszeiten erscheinen. Azaleen und Alpenrosen sind eine gute Wahl für den Frühling, während Hortensien im Sommer für Farbtupfer sorgen. Alpenveilchen wiederum bringen im Herbst und Winter zusätzliches Interesse.
Wenn Sie weitere Bäume oder Sträucher pflanzen möchten, wählen Sie Arten mit einer anderen Wuchsform oder Blattstruktur, um einen spannenden Kontrast zu schaffen. So kann beispielsweise eine Himalaya-Birke mit weißer Rinde eine hervorragende Ergänzung sein, ebenso wie ein Fächer-Ahorn mit zarten Blättern.

Die majestätische Araucaria araucana, umgeben von Fächer-Ahorn und Himalaya-Birke (© Leonora Enking)
Zur Bodenbedeckung eignen sich Bodendecker wie Efeu oder Immergrün. Sie füllen kahle Stellen, bringen zusätzliches Grün in den Garten und helfen zugleich, Unkraut zu unterdrücken.
Anekdoten
- Der Name „Chilenische Araukarie“ wird häufig Araucaria araucana zugeschrieben. Er geht auf die besondere Anordnung ihrer Zweige und stacheligen Blätter zurück, die das Erklimmen des Baumes selbst für einen Affen erschweren soll. Allerdings leben im natürlichen Verbreitungsgebiet dieses Baumes keine großen Primaten. Daher ist unklar, ob er für einen Affen tatsächlich schwer zu erklimmen ist …
- Einige Exemplare von Araucaria araucana sollen über 1.000 Jahre alt sein und sind damit lebendige Zeugen der Geschichte.
- In Neukaledonien, wo mehrere Araukarienarten endemisch sind, haben diese Bäume eine große kulturelle Bedeutung. Sie werden oft mit lokalen Legenden in Verbindung gebracht und gelten als Symbole für Kraft und Langlebigkeit.
- Die Chilenische Araukarie wurde 1990 zum Nationalbaum Chiles erklärt.
- Die Samen einiger Araukarienarten sind essbar und in bestimmten Regionen sogar eine Nahrungsquelle für die lokale Bevölkerung. Geschmack und Konsistenz werden oft mit Pinienkernen verglichen. Im Zweifel sollten Sie die Samen Ihrer Araukarie jedoch nicht verzehren!
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