Krankheiten und Schädlinge bei Zimmerbegonien
Identifizierung und Lösungen
Inhaltsverzeichnis
Zimmerbegonien mit buntem Laub und zarten Blüten sind beliebt. Doch Blattläuse und Mehltau bedrohen sie. So behandeln Sie Begonien? Wir zeigen natürliche Lösungen.
Zimmerbegonien: Kulturhinweise
Begonien (Begonia spp.) sind tropische und subtropische Pflanzen aus der Familie der Begoniengewächse, die in unseren Breiten meist als Zimmerpflanzen kultiviert werden. Mit fast 2.000 bekannten Arten bieten sie eine außergewöhnliche Vielfalt an Formen, Farben und Texturen.
Man unterscheidet zwei große Kategorien:
- Begonien mit dekorativem Laub, wie die Begonia rex ‚Escargot‘, die für ihre spiralförmig gemusterten Blätter bekannt ist.
- Reich blühende Begonien wie Begonia eliator, die wegen ihrer leuchtenden, üppigen Blüten geschätzt wird.
Diese Pflanzen eignen sich für die Zimmerkultur und gedeihen an einem halbschattigen Standort in einem gut durchlässigen Substrat bei mäßiger Luftfeuchtigkeit. Trotz ihrer Robustheit sind sie jedoch anfällig für Parasiten sowie Pilz- und Bakterienkrankheiten, besonders wenn die Bedingungen nicht optimal sind.

Begonia rex ‚Escargot‘ und Begonia elatior
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Häufige Schädlinge an Zimmerbegonien
Zimmerbegonien können von verschiedenen Schädlingen befallen werden, die sich vom Pflanzensaft ernähren oder das Laub beschädigen und die Pflanze schwächen. Regelmäßige Kontrollen sind wichtig, um einen Befall früh zu erkennen und seine Ausbreitung einzudämmen. Hier finden Sie die wichtigsten Schädlinge an Begonien und geeignete Maßnahmen zu ihrer Bekämpfung.
Blattläuse
Blattläuse sind kleine, meist grüne, schwarze oder gelbe Insekten, die sich an jungen Trieben und unter den Blättern ansiedeln. Sie saugen Pflanzensaft und verursachen ein verlangsamtes Wachstum, eine Gelbfärbung des Laubs und verformte Blätter. Außerdem begünstigen sie die Bildung von Rußtau, einem schwarzen Pilz, der sich vom Honigtau dieser Insekten ernährt. Mehr dazu: Blattläuse: Erkennen und bekämpfen.
Maßnahmen:
- Eine verdünnte Schmierseifenlösung (5 ml Schmierseife auf 1 Liter Wasser) spritzen, um die Blattläuse zu ersticken.
- Natürliche Nützlinge wie Marienkäfer oder Florfliegenlarven von Florfliegen einsetzen, die Blattläuse fressen.
- Bei starkem Befall ein natürliches Insektizid auf Pyrethrum- oder Neemölbasis verwenden.

Eine Kolonie schwarzer Blattläuse
Schildläuse
Wollläuse sind an ihren weißen, watteartigen Belägen an Trieben und Blattansätzen zu erkennen. Sie saugen Pflanzensaft und schwächen die Pflanze allmählich. Eine andere Art, die Napfschildlaus, sitzt als kleine braune Schilde an den Trieben. Mehr dazu: Schildläuse: Erkennen und natürlich bekämpfen.
Maßnahmen:
- Schildläuse mit einem in 70-prozentigem Alkohol getränkten Wattestäbchen von Hand entfernen.
- Eine Neemöllösung spritzen, die gegen diese Schädlinge wirkt.
- Für eine gute Luftzirkulation um die Pflanze sorgen, um ihre Vermehrung zu verhindern.

Wollläuse bilden weiße, watteartige Beläge
Rote Spinnmilben
Diese winzigen Spinnentiere treten vor allem bei zu trockener und warmer Luft auf. Befallene Blätter vergilben und trocknen schließlich ein. Unter dem Laub sind oft feine Gespinste zu sehen. Mehr dazu: Rote Spinnmilben: Erkennen und bekämpfen.
Maßnahmen:
- Die Luftfeuchtigkeit erhöhen, indem Sie regelmäßig Wasser auf das Laub spritzen oder einen Luftbefeuchter in der Nähe aufstellen.
- Eine mit Wasser verdünnte Schmierseifenlösung spritzen, um die Spinnmilben zu beseitigen.
- Bei fortgeschrittenem Befall ein biologisches Akarizid verwenden.

Rote Spinnmilben verursachen eine Gelbfärbung des Laubs und sind an kleinen roten Punkten und feinen Gespinsten zu erkennen
Thripse
Thripse sind kleine, längliche Insekten, die den Pflanzensaft aus den Blättern saugen. Ein Befall zeigt sich häufig durch silbrige Flecken und Verfärbungen des Laubs. Bei starkem Befall können sich die Blätter verformen und die Pflanze an Vitalität verlieren. Mehr dazu: Thripse: Erkennen und natürlich bekämpfen.
Maßnahmen:
- Blaue Leimtafeln in der Nähe der Begonien aufstellen, um erwachsene Thripse zu fangen.
- Einen Knoblauchsud oder einen Balsamkraut-Aufguss spritzen, um diese Insekten abzuwehren.
- Als letztes Mittel ein natürliches Insektizid auf Schmierseifen- oder Neemölbasis verwenden.
Eine regelmäßige Kontrolle der Blätter und Triebe ermöglicht es, Schädlinge früh zu erkennen und einzugreifen, bevor sich der Befall verschlimmert. Eine gute Belüftung und eine kontrollierte Luftfeuchtigkeit sind die besten Voraussetzungen, um diese Schädlinge fernzuhalten.

Thripse sind kleine, längliche Insekten, die das Laub anstechen und verfärben
Häufige Krankheiten bei Zimmer-Begonien
Zimmerbegonien können von verschiedenen Krankheiten befallen werden, die meist durch Pilze oder Bakterien verursacht werden. Diese Krankheiten treten häufig auf, wenn die Kulturbedingungen nicht optimal sind, insbesondere bei zu viel Feuchtigkeit, schlechter Belüftung oder einem zu verdichteten Substrat. Eine frühzeitige Erkennung ist entscheidend, um Schäden zu begrenzen und eine Ausbreitung auf andere Pflanzen zu verhindern.
Falscher Mehltau
Falscher Mehltau ist eine Pilzkrankheit, die sich in feuchter und schlecht belüfteter Umgebung entwickelt. Er zeigt sich durch gelbe oder braune Flecken auf den Blättern, meist begleitet von einem graulichen Belag auf der Blattunterseite. Wird nichts unternommen, welken die Blätter und fallen schließlich ab, wodurch die Pflanze erheblich geschwächt wird.
Lösungen:
- Staunässe vermeiden, indem die Gießabstände verlängert werden und das Substrat zwischen den Wassergaben oberflächlich abtrocknen kann.
- Die Luftzirkulation um die Pflanze verbessern, indem Sie sie an einen gut belüfteten, jedoch vor kalter Zugluft geschützten Standort stellen.
- Mit einem natürlichen Fungizid auf Kupferbasis behandeln, etwa mit Bordeauxbrühe, und dabei die empfohlene Dosierung beachten.
- Vorbeugend einen Schachtelhalm-Sud oder Holunderblättertee spritzen, die für ihre pilzhemmenden Eigenschaften bekannt sind.
Echter Mehltau
Echter Mehltau ist eine weitere häufige Pilzkrankheit, die durch Temperaturschwankungen und übermäßige Feuchtigkeit begünstigt wird. Er zeigt sich durch einen weißen, pudrigen Belag auf den Blättern, der sich rasch über die gesamte Pflanze ausbreiten kann. Mit der Zeit vergilben die befallenen Blätter, rollen sich ein und fallen ab. Mehr dazu: Echter Mehltau: Vorbeugung und Behandlung.
Lösungen:
- Befallene Blätter sofort entfernen, um eine Ausbreitung des Pilzes zu verhindern.
- Das Besprühen der Blätter vermeiden und die Pflanze stattdessen direkt an der Basis gießen.
- Mit einer Natronlösung behandeln (5 g pro Liter Wasser und ein Tropfen Schmierseife zur besseren Haftung).
- Vorbeugend regelmäßig Knoblauchtee spritzen, der für seine pilzhemmenden Eigenschaften bekannt ist.

Eine von Echtem Mehltau befallene Begonie (Foto: Scot Nelson)
Wurzelfäule
Diese Krankheit entsteht durch zu viel Wasser oder eine unzureichende Drainage des Substrats. Bleiben die Wurzeln ständig feucht, beginnen sie zu faulen und werden schwarz und weich. Die Pflanze zeigt daraufhin deutliche Stresssymptome: Die Blätter vergilben und die gesamte Pflanze erschlafft.
Lösungen:
- Prüfen, ob der Topf über ausreichend Abzugslöcher verfügt, damit sich kein Wasser staut.
- Ein lockeres, gut drainierendes Substrat aus Blumenerde, Perlite und Sand verwenden, um eine gute Belüftung der Wurzeln sicherzustellen.
- Bei nachgewiesener Wurzelfäule die Pflanze in frisches Substrat umtopfen, nachdem die befallenen Wurzeln mit einem desinfizierten Werkzeug entfernt wurden.
- Die Häufigkeit des Gießens reduzieren und erst gießen, wenn sich die Oberfläche des Substrats trocken anfühlt.
Bakteriose
Bakterielle Infektionen sind oft schwieriger zu behandeln als Pilzkrankheiten. Sie zeigen sich durch durchscheinende, wässrige Flecken auf den Blättern, die sich schnell ausbreiten können. Bakteriose wird meist durch stehende Feuchtigkeit und mangelnde Belüftung verursacht.
Lösungen:
- Infizierte Blätter sofort entfernen und das Schneidewerkzeug nach jedem Gebrauch desinfizieren.
- Das Besprühen der Blätter vermeiden, um die Ausbreitung der Bakterien einzudämmen.
- Die Pflanze an einen gut belüfteten Standort stellen und die Gießabstände verlängern, um die Luftfeuchtigkeit zu reduzieren.
- Vorbeugend einen Schachtelhalm-Sud oder ein Mittel auf Kupferbasis anwenden, das antibakterielle Eigenschaften besitzt.
Lesen Sie auch
Begonien pflanzenAllgemeine Vorbeugungstipps
Die beste Vorbeugung gegen Krankheiten und Parasiten bei Zimmerbegonien sind gute Pflegemaßnahmen. Wichtig sind:
- Richtig gießen: Mäßig gießen, sobald die Oberfläche des Substrats trocken ist. Staunässe fördert Wurzelfäule und Pilzkrankheiten.
- Gut lüften: Begonien an einen luftigen Standort stellen, kalte Zugluft jedoch vermeiden.
- Regelmäßig kontrollieren: Blattunterseiten und Triebe häufig auf Parasiten und Krankheitssymptome prüfen.
- Auf Hygiene achten: Abgestorbene Blätter entfernen und Topf sowie Umgebung regelmäßig reinigen, um Schädlinge und pathogene Sporen einzudämmen.
- Blätter nicht gießen: Wasser direkt an den Wurzelstock geben, um Pilz- und Bakterienbefall vorzubeugen.
- Passendes Substrat verwenden: Leichte, gut drainierende Blumenerde aus Torf, Perlite oder Sand wählen, damit sich an den Wurzeln keine Feuchtigkeit staut.
- Luftfeuchte kontrollieren: Bei trockener Luft einen Luftbefeuchter einsetzen, eine Wasserschale aufstellen oder das Laub leicht besprühen – nicht übertreiben, um Krankheiten zu vermeiden.
- Natürliche Vorbeugung bevorzugen: Gelegentlich Schachtelhalm- oder Knoblauchaufgüsse spritzen. Sie wirken natürlich gegen Pilze und Insekten.

Begonia maculata
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