Umgraben, Hacken, Jäten: Unverzichtbare Bodenwerkzeuge
Gartenboden vorbereiten: Werkzeuge und Anwendung
Inhaltsverzeichnis
Gute Werkzeuge machen gute Gärtner. Bodenarbeit ist oft mühsam. Die wichtigsten Gartengeräte lockern den Boden und bereiten ihn für Pflanzen vor.
Werkzeuge zum Lockern des Bodens
Das Gärtnerleben ist von saisonalen Arbeiten geprägt, die jedes Jahr wiederkehren. Besonders im Gemüsegarten wird der Boden durch die aufeinanderfolgenden Kulturen stark beansprucht. Deshalb ist es wichtig, ihn zu bearbeiten und lockerer zu machen, damit er Aussaaten und Pflanzungen aufnehmen kann. Dafür gibt es zahlreiche Werkzeuge. Die Wahl hängt sowohl von der Arbeit als auch von der Bodenart ab: Leichter, sandiger Boden wird anders bearbeitet als schwerer, lehmiger Boden. Wer ein Stück Land erstmals kultiviert, benötigt zudem spezielle Werkzeuge, um den Boden tiefgründig zu wenden.
Zum Bearbeiten und Lockern des Bodens verwendet man verschiedene Werkzeuge zum „Pflügen“ oder „Umgraben“. Sie kommen zweimal im Jahr zum Einsatz: im Herbst zur Vorbereitung auf den Winter und im Frühjahr oberflächlicher für eine schnelle Bepflanzung. Dabei wird der Boden gewendet, ohne die Bodenfauna zu stark zu beeinträchtigen.
Die Grabegabel für schwere oder steinige Böden
Die Grabegabel trägt ihren Namen zu Recht! Sie dient zum Umgraben, also dazu, den Boden zu lockern und aufzulockern, ohne die Bodenfauna stark zu stören oder zu zerstören. Meist besitzt sie 3 oder 4 gerade Zinken, seltener 5, sowie einen geraden, T- oder Y-förmigen Stiel. Letzterer ist kürzer und typisch für englische Werkzeuge. Die Grabegabel lässt sich leicht in den Boden stechen. Manche Grabegabeln besitzen auch spatelförmige, in der Mitte verbreiterte Zinken.
Die Grabegabel wurde speziell dafür entwickelt, den Boden tiefgründig zu lockern und zu krümeln. Sie ist wichtig für die Bodenfruchtbarkeit, da sie Regenwürmer nicht verletzt wie ein herkömmlicher Spaten. Ihre Zinken lockern die Erde, ohne sie vollständig zu wenden. Besonders geeignet ist sie für schwere, harte oder steinige Böden.
Auch im Beet lässt sie sich einsetzen, da ihre Zinken die Wurzeln bestehender Pflanzen kaum beschädigen. Außerdem eignet sie sich zum Teilen von Wurzelstöcken bei Stauden und zum Herausnehmen bestimmter Gemüsepflanzen wie Lauch oder Möhren.
Mehr erfahren: Wofür wird eine Grabegabel verwendet?
Die Grabegabel mit zwei Stielen für bodenschonendes Arbeiten
Ein typisches Werkzeug der Permakultur ist die Grabegabel, auch Aerogabel, ökologische Grabegabel, „Biogrubber“ oder Bio-Spaten genannt. Sie ist nichts anderes als die bekannte „Grelinette®“, die André Grelin erfunden hat. Mit 3 bis 5 Zinken und zwei parallelen Stielen lockert sie den Boden, ohne ihn zu wenden. Klein- und Großlebewesen im Boden werden geschont, die Erdschichten nicht vermischt und der Rücken entlastet. Dazu wird das Werkzeug in die Erde gestochen, während Sie an beiden Stielen ziehen und die Zinken in einem Bogen bewegen. So wird der Boden tiefgründig gelockert und belüftet.
Die Grabegabel eignet sich besonders für leichte, sandige Böden. In schweren, klebrigen Böden ist sie schwieriger zu handhaben.
→ Mehr erfahren im Text von Olivier: Wofür wird eine Grabegabel verwendet?
Der Spaten zum tiefgründigen Lockern
Der Spaten gehört zur Grundausstattung jedes Gärtners. Er dient dazu, den Boden bis etwa 30 cm tief zu wenden. Heute wird er von Permakultur-Anhängern kritisch gesehen, denn beim vollständigen Umwenden zerstört der Spaten unvermeidlich die Bodenstruktur. Auch Regenwürmer und andere Bodenlebewesen haben dem scharfen Metall wenig entgegenzusetzen. Dennoch bleibt er in sehr verdichteten, schwer zu bearbeitenden Böden sowie beim Anlegen eines Gemüsegartens oder Beets nützlich.
Außerdem ist der Spaten unverzichtbar zum Teilen von Stauden, Abstechen von Beeträndern und Ausheben von Pflanzlöchern für Sträucher oder Bäume.
→ Mehr erfahren: Wofür wird ein Spaten verwendet?

Grabegabel, Spaten und Bio-Grabegabel (Girardin© Wikimedia Commons)
Der Grabspaten als interessante Alternative zum Spaten
Der Grabspaten, auch Baumschulspaten genannt, ähnelt einem Spaten, weist aber eine Besonderheit auf. Das Blatt ist mit einer Tülle befestigt, die in einen langen Ring am Stiel übergeht. Außerdem ist das Blatt schmaler und länger als das eines Spatens.
Der Grabspaten wird vor allem zum Pflanzen und Umpflanzen von Bäumen und Sträuchern verwendet. Er eignet sich aber auch zum Wenden des Bodens, besonders bei schweren, klebrigen Böden, da das Blatt leichter und tiefer in die Erde eindringt. Dies ist jedoch nicht seine Hauptaufgabe.
Alles Wissenswerte: Wofür wird ein Grabspaten verwendet?
Die Hacke zum oberflächlichen Lockern
Ob Dunggabel oder Gartenkralle genannt: Dieses Werkzeug lockert die Oberfläche sehr effektiv. Mit 3 bis 5 gebogenen Zinken sorgt die früher „Kultivator“ genannte Hacke für den letzten Schritt der Bodenvorbereitung vor Aussaaten oder Pflanzungen. Sie lockert die Erde 5 bis 10 cm tief.
Außerdem lässt sie sich verwenden, um Kompost aus dem Behälter zu holen und auf dem Boden zu verteilen, feinen Mulch auszubringen oder steinigen, harten Boden zu bearbeiten.
→ Mehr erfahren: Wofür werden Hacke und Gartenkralle verwendet?
Die Drehkralle für kleine Flächen
Dieses auch Drehkralle oder Gartenkralle genannte Werkzeug besitzt vier schräg quadratisch angeordnete Zinken an einem langen Stiel mit zwei auseinanderstehenden Griffen. Es wird drehend bewegt. Die ergonomische Drehkralle lockert kleine Bodenflächen, etwa in beengten Bereichen wie einem Beet. Dabei bleibt der Rücken gerade.
Mehr erfahren: Wofür wird eine Drehkralle verwendet?

Die Drehkralle für kleine Flächen
Die Spitzhacke zum Bearbeiten verdichteter Böden
Obwohl sie im Garten seltener eingesetzt wird, kann die Spitzhacke dennoch nützlich sein. Sie wird vor allem beim Pflanzen von Bäumen und Sträuchern verwendet, um sehr verdichtete Böden aufzugraben und den Grund von Pflanzlöchern zu lockern. Auch zum Ausheben von Gräben für eine Hecke eignet sie sich, besonders in harten, festgetretenen Böden. Das Entfernen großer Pflanzen und von Wurzelstöcken wird durch eine Spitzhacke ebenfalls erleichtert.
→ Mehr erfahren: Wofür wird eine Spitzhacke verwendet?
Werkzeuge zur Bodenpflege
Was bedeutet Bodenpflege wirklich? Zur Bodenpflege gehört nicht nur das Entfernen von Unkraut und abgestorbenen Pflanzen, sondern auch das sehr leichte Bearbeiten der Oberfläche, um Belüftung und Wassereindringen zu fördern. So wird die harte Kruste aufgebrochen, die sich durch Witterungseinflüsse an der Bodenoberfläche bildet. Mehrere Werkzeuge eignen sich dafür:
- Mit der Hacke hackt man! Logisch, werden Sie sagen – aber was bedeutet Hacken? Dieses Werkzeug besteht aus einem Stiel und einem quer befestigten, scharfen Blatt. Damit wird die Bodenkruste aufgebrochen und der Boden oberflächlich belüftet, damit das Wasser nicht oberirdisch abläuft und die Belüftung der Erde im Wurzelbereich verbessert wird. Anschließend verlängert eine dicke Mulchschicht die Wirkung des Hackens. Die Hacke kann auch zum Anhäufeln bestimmter Gemüsepflanzen oder zum Entfernen von Unkraut verwendet werden. Alles Wissenswerte: Wozu dient eine Hacke?
- Die Hacke: Dieses Werkzeug ähnelt der Gartenhacke, doch ihr Blatt ist breiter und länger. Sie wird ebenfalls zum Hacken verwendet (allerdings weniger präzise als die Gartenhacke!) oder zum Ziehen breiter Furchen, Anhäufeln bestimmter Pflanzen und Entfernen von Unkraut. Mehr dazu: Wozu dient eine Hacke?
- Die Handhacke: Sie ist im Garten besonders vielseitig und erfüllt zahlreiche Aufgaben. Wenn Sie nur ein Werkzeug für die Bodenpflege wählen dürften, wäre es sicher eine Handhacke. Sie besteht immer aus einem Blatt und entweder einer Zunge oder einer Gabel. Damit können Sie hacken, jäten und Unkraut entfernen, Furchen ziehen, Pflanzen anhäufeln sowie den Boden aufrauen und belüften. Mehr dazu: Wozu dient eine Handhacke?
- Der Jäter oder die Schuffel zum Schieben oder Ziehen: Jäten bedeutet, Unkraut buchstäblich auf Höhe des Halses abzuschneiden. Dieses Gartenwerkzeug dringt daher nicht in den Boden ein. Am besten jäten Sie, sobald das Unkraut aufgeht, und harken die Pflanzenreste zusammen, damit sie nicht erneut Wurzeln bilden. Alles Wissenswerte: Wozu dienen Schuffel und Jäter?

Gartenhacke, Hacke, Handhacke und Jäter
Werkzeuge zum Nivellieren
Auch wenn das Einebnen des Bodens nicht vollständig zur Bodenbearbeitung gehört, sollte es dennoch berücksichtigt werden. Es ist der unverzichtbare letzte Schritt, etwa vor einer Aussaat. Das wichtigste Werkzeug dafür ist natürlich der Rechen. Dieses Gartengerät besteht aus einem Stiel und einer Querleiste mit geraden Zinken. Damit lassen sich nach dem Einsatz der Hacke die letzten Erdklumpen und Steine entfernen. Nach dem Rechen ist der Boden eben und bereit für Aussaat oder Pflanzung.

Der unverzichtbare Rechen
Außerdem kann man ihn im Gemüsegarten zum Andrücken von Reihensaaten verwenden, und zwar mit der Rückseite. Einfach vorsichtig andrücken.
Mehr dazu: Wozu dient ein Rechen?
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